In der Köpenicker Altstadt biegt man um die Ecke und befindet sich plötzlich auf einer Flußpromenade an der Rückseite der kleinen Lokale. Deren Terrassen sind gut besucht, daneben liegen Leute im Gras. Jedermann sonnt sich heute so gern. Getränke und Speisen im Café heißen Wonneproppen, Seitensprung oder Teufelsbraten. Sitzende, Liegende und Flaneure blicken über das glitzernde Wasser auf die vorbeigleitenden Jollen, Dampfer und Lastkähne. Ein Achter wird von einem monotonen Trommler synchronisiert -- Galeerensträflinge des Sports. Die Mietshäuser am Ufer gegenüber stehen nur wenige Schritte vom Wasser entfernt; für derlei Panorama fliegt mancher nach Venedig. Alles wird umrahmt vom satten Grün, das dem häufigen Regen dieses Sommers dankbar ist. Die zarte Japanerin neben mir macht sich traditionsgemäß mit einem Fächer Luft, dessen lila Muster auch noch exakt zu ihrer Bluse und ihren Fußnägeln paßt.
Bald beginnt das Konzert im Hof des Köpenicker Rathauses, vor dem soeben eine Gruppe einem kostümierten "Hauptmann" lauscht.
Doch, ja, es gibt ein Leben vor dem Tode, und es ist ganz einfach.