Humor & Satire
Wie jedes Jahr

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"Wie jedes Jahr"
Veröffentlicht am 11. April 2012, 8 Seiten
Kategorie Humor & Satire
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http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Getauft, Geschieden, Geimpft: 3G also, tretet näher, Herrschaften! Was ich so schreibe, ist natürlich erlebt, erlauscht, erlesen und erlogen; von alberich bis böse oder dunkeltrüb, und mit Vorliebe gereimt. Erfreue mich an Musik verschiedener Richtungen, an Literatur und natürlich an Menschlichem wie Situationskomik und liebevolle Reaktionen abseits des jeweiligen Business'. Solange ich die komische Seite der Dinge erkenne, geht's mir gut -- und ...
Wie jedes Jahr

Wie jedes Jahr

Einleitung

„Unterzeichner genießt eine Einnahme von jährlich 1500 und hat außerdem nichts, wovon er Steuern zahlen müßte.“ Ludwig van Beethoven, komplette Steuererklärung 1818 Eine Liste von Verschwendungen führt der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.: www.steuerzahler.de

Im Jahr verdiente ich nicht viel,
weiß gar nicht, was der Fiskus will.
Das Sparkonto ist ziemlich leer,
die Zinsen geben eh nichts her.
Mit Aktien und so Papieren
war höchstens wieder zu verlieren.
Und Haushaltshilfen? Das wär schön,
gleich zwei, und lieblich anzusehn.

Ha! Viel gab ich für Krankheit aus.
Nur unterm Strich wird gar nichts draus.
Auch Werbungskosten, Unterhalt −
im Endergebnis läßt‘s mich kalt.
Doch immer wieder knoble ich:
In jedem Jahr verändern sich
das Regelwerk, das Formular.
Ich bin gespannt aufs nächste Jahr.


Denn da hilft mir für alle Fälle
intim der Fachmann Westerwelle.
Ihr wißt schon, jahrelang hat der
gepriesen, ach wie schön das wär,
wenn er für uns bestimmen könnt,
was von Natur sein Element:
Mit Geld und Steuern umzugehn.
Dann durft er's − und war nicht zu sehn.

Auch wenn die Brötchen sich verteuern,
ich zahle doch so gerne Steuern.
Minister, Kanzler, Sekretäre …
Was wären sie, wenn ich nicht wäre!
Spendiere Notebooks, feines Tuch,
Frau Noltes Thailand-Puffbesuch.
Versorge alle

Ehemal‘gen
des Bundestags mit Cerealien.

Gern zahl ich auch fürs Militär
der Deutschen und Verbündeter,
für Baukosten, die ständig steigen,
für Firmen, die zur „Schwäche“ neigen
wie Beiersdorf, Dutch, SAP,
wie IBM und wie VW.
Entwicklungshilfe ist sehr schön,
doch prüft, wohin die Mittel gehn …

Ok, ok, ich konzediere,
daß ich sofort die Lust verliere,
der Steuerkram behagt mir nicht.
Da schreib ich lieber ein Gedicht.
Wem hier das Positive

fehlt:
Die „ELSTER“ hat mich oft gequält,
doch dieses Jahr brilliert sie mal.
Nach wieviel Jahren? Na egal.


© 2012 Brubeckfan

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Über den Autor

Brubeckfan
Getauft, Geschieden, Geimpft: 3G also, tretet näher, Herrschaften! Was ich so schreibe, ist natürlich erlebt, erlauscht, erlesen und erlogen; von alberich bis böse oder dunkeltrüb, und mit Vorliebe gereimt. Erfreue mich an Musik verschiedener Richtungen, an Literatur und natürlich an Menschlichem wie Situationskomik und liebevolle Reaktionen abseits des jeweiligen Business'. Solange ich die komische Seite der Dinge erkenne, geht's mir gut -- und das ist allermeistens.

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KaraList Oh ja, Steuererklärungen und der damit verbundene jährliche Frust. Wer kennt das nicht? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei einem Bescheid ´mal einen Freudentanz aufgeführt habe. ANDERE schon!
Liebe Grüße und einen schönen Pfingstmontag
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan Hallo liebe Kara,
ich danke Dir für die (bisher noch) steuerfreien Gaben!
Viele Grüße,
Gerd
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Die oben zieh´n das Geld uns aus den Taschen
um´s ganz bewußt nur selber zu vernachen
...die La(u)schen.

Deine Verse waren wieder ein Leseschmaus.
Viele Grüße und schöne Pfingsten
Bärbel
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan Wie es so oft ist: Eigentlich hat ja alles seinen Sinn und Zweck. Nur die Menschen, diese Tiere, oder jedenfalls viele von denen ...
Ich danke Dir sehr für alles
und wünsch Dir schöne Feiertage!
Gerd
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR 
Das Thema Steuern ist wohl für die meisten ein rotes Tuch! Wenn ich drüber nachdenke, wie mit vollen Händen verschwendet wird, was wir kleinen Steuerzahler mit den Fingernägeln zusammenkratzen, und dass viele Großverdiener überhaupt keine zahlen ... Das ist alles so ungerecht und verlogen... Ich möchte mich eigentlich nicht damit beschäftigen und danke dir, dass du das getan hast.
Beste Grüße
fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan ... und das Gedicht war wirklich nur eine Flucht vor der wartenden Elster.
Da es noch im alten Datenformat gespeichert war, handelt es sich inhaltlich um die 2. unveränderte Auflage. Es hat aber auch den "Vorteil", daß sich ja nichts ändert...
Vielen Dank, viele Grüße, und schöne Feiertage!
Gerd

Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Oh je, ach weh, was macht man nur ohne Konto in Panama, auf den Cayman s oder Korsika? Tja, da muss man wohl zahlen den Preis für s regiert werden.
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan Lieber Harry, herzlichen Dank!
Als ich das schrieb, flogen mir Einfälle nur so zu -- schon 'ne Weile her ... Aber Steuern sind ja ein ewig währendes Thema (nur Herrn Guido müßte ich später mal ersetzen).
Wunderschönes Pfingstwetter wünscht Dir
Gerd
Vor langer Zeit - Antworten
Karindolittle Dem bleibt kaum was hinzu zu fügen. Gelungen! Karin
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan Dankeschön.
Hm, jetzt erinnerst Du mich dran, o weh ... ;-)
Vor langer Zeit - Antworten
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