Tief in mir sitzt eine Sucht,
die habe ich schon oft verflucht.
Plötzlich erschien sie in meinem Leben.
Sie hat mir damals Halt gegeben.
Sie war für mich fast wie ein Freund,
tatsächlich aber war sie Feind.
Sehr spät erst habe ich das erkannt,
hab sie aus meinem Leben verbannt.
Sie war Gewohnheit mit der Zeit.
Sie war als Hilfe stets bereit,
aber sie forderte auch viel,
vor allem von meinem Gefühl.
Tagtäglich war sie für mich da.
Erst heute ist mir wirklich klar,
dass sie kein Freund gewesen ist,
sondern ein Feind, jetzt unvermisst.
Irgendwann bin ich aufgewacht,
ich war klar und habe nachgedacht.
Ich hab die Sucht als Feind erkannt
und sie aus meinem Leben verbannt.
Jetzt fühle ich mich endlich frei.
Jetzt bin ich mir nicht mehr einerlei.
Erst jetzt, wo ich mich wichtig nehme,
mich für vergangene Zeiten schäme,
da kann ich in die Zukunft sehen,
suchtfrei in ein freies Leben gehen.
Doch manchmal denk ich an die Sucht,
die ich geliebt und auch verflucht,
die Teil von meinem Leben war.
Erst jetzt, nach Jahren, seh ich klar:
Eine Sucht, egal von welcher Art,
ist mit Abhängigkeit gepaart.
Ohne Sucht lässt es sich besser leben,
denn Halt kann Sucht dir niemals geben.
Jetzt kann ich in die Zukunft sehen.
Jetzt kann ich neue Wege gehen.
Durch Sucht habe ich etwas gesucht,
habe die Suche später sehr verflucht.
Die Suche aber, sie hört nicht auf
in meinem weiteren Lebenslauf,
nur, dass ich jetzt Aufgaben suche,
nur, dass ich mich nicht mehr selbst verfluche,
nur dass ich jetzt ich selber bin.
Mein Leben hat jetzt einen Sinn.