Gedichte
Alle Tage

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"Alle Tage"
Veröffentlicht am 12. Januar 2026, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
© Umschlag Bildmaterial: Pixabay The Pixelman war-469503_1280
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben. Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen. Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.
Alle Tage

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Alle Tage

INGEBORG BACHMANN Alle Tage Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt. Das Unerhörte ist alltäglich geworden. Der Held bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache ist in die Feuerzonen gerückt. Die Uniform des Tages ist die Geduld, die Auszeichnung der armselige Stern der Hoffnung über dem Herzen. Er wird verliehen, wenn nichts mehr geschieht, wenn das Trommelfeuer verstummt, wenn der Feind unsichtbar geworden ist und der Schatten ewiger Rüstung

den Himmel bedeckt. Er wird verliehen für die Flucht vor den Fahnen, für die Tapferkeit vor dem Freund, für den Verrat unwürdiger Geheimnisse und die Nichtachtung jeglichen Befehls. 1953 aus: Ingeborg Bachmann: Werke Bd. I: Gedichte. Piper Verlag. München 1978 Neufassung

Alle Tage Ekkehart Mittelberg Der Krieg als Mittel schien verpönt und

außer Gefecht. Er ist als unverhüllte Drohung zurückgekehrt. Das Unerhörte maskiert sich nicht mehr. Es ist demonstrativ öffentlich einmarschiert. Das Konstante ist der Schwache in den Feuerzonen. Man verehrt wieder Helden. Für Geduld ist keine Zeit, die Toten mahnen zur Verhandlung. Das Trommelfeuer dröhnt, Der Feind bewegt sich schamlos unmaskiert und schürt das höllische Inferno. Rüstungsausgaben wachsen ins Gigantische.

Die Flucht vor den Fahnen, die Tapferkeit vor dem Freund, der Verrat unwürdiger Geheimnisse, die Nichtachtung jeglichen Befehls bleiben heroisch, aber sie können den Größenwahn der Demonstration von Macht nicht stoppen. Das Leiden der Schwachen nimmt kein Ende.

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Über den Autor

Phantasus
Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben.
Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen.
Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.

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Lagadere 

Und zu alledem führt man ja selber auch einen Krieg.
Gegen sich selbst.
Wäre schön, wenn man zum Schluss sagen könnte:
"Diesen hier hab ich gewonnen".

LG Uli

Heute - Antworten
Phantasus Gracias, Uli,
unsere Welt wäre friedlicher, wenn Machtbesessene mehr Kriege gegen sich selbst gewönnen.
LG
Ekki
Heute - Antworten
Bleistift 
"Alle Tage..."
...ist längst wieder zur Realität geworden... ...leider, muss man sagen...
Und wir dachten sie schon längst überwunden.
Was für ein fataler Irrtum, v. Clausewitz als überholt zu betrachten, als er schon damals über den Krieg meinte:
..."Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln...
Was wir gerade life rund um den Globus erleben...
LG
Louis :-/
Heute - Antworten
Phantasus Merci, Louis, dass du den beiden Gedicht mit von Clausewitz eine historische Dimension gibst.
LG
Ekki
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