Romane & Erzählungen
Der Hund der im Gestern bellte - RD SP 87

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"Der Hund der im Gestern bellte - RD SP 87"
Veröffentlicht am 01. Dezember 2020, 12 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
© Umschlag Bildmaterial: aleshin - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, hauptsächlich Geschichten, Gedichte/Texte und gerne auch Parodien. Da ich selten hier bin und nicht jeden Kommentar beabtworten kann: Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer meiner Seite in diesem sehr speziellen Jahr 2020 :) AKTUELLES: Der ZWEITE Teil von meiner Geschichte "Der Sturm" ist erschienen, es ist eine Geschichte über die jetzige Zeit. Neu veröffentlicht habe ich die Geschichte "Der Hund ...
Der Hund der im Gestern bellte - RD SP 87

Der Hund der im Gestern bellte - RD SP 87

Vorwort


Mit dieser Geschichte beteilige ich mich das erste Mal an einem Schreibwettbewerb auf MyStories. Es ist lange her dass ich mir zu einem vorgegebenen Thema eine Geschichte ausgedacht habe, obwohl ich weiß dass ich das kann, aber es kommt am Ende immer auf die Idee an und wie sehr man dahinter steht und sich damit identifizieren und arbeiten kann. Wenn das meine letzte Geschichte sein sollte, dann käme sie dem was ich für mich selbst als gelungen

betrachte ziemlich nah, weshalb ich sie auch gerne hier teile. Viel Spaß mit meinem Beitrag zur SP 87 :)


Julian

Der Hund der im gestern bellte

Moni war 20 Jahre alt und lebte seit einem Jahr alleine in ihrer 1-Zimmer Wohnung. Sie hatte zusätzlich einen kleinen Balkon, sodass sie ab und zu frische Luft schnappen und die Menschen draussen beobachten konnte, denn sonst ging sie ja nie auf die Straße, ausser um einzukaufen. Über ihr wohnte ein Ehepaar mit einem kleinen Jungen und unter ihr ein Handwerker, aber es war meistens sehr ruhig im Haus, da Absprachen und die Mittagsruhe gut eingehalten wurden. In den ruhigen

Momenten konnte Moni das Rauschen der Luft und leise Musik hören, die aus ihrem Radio drang, aber an manchen Tagen, da hörte sie plötzlich ein Bellen und lief dann aus ihrer Wohnung um nachzusehen, woher es kam. Dies geschah jede Woche ungefähr zweimal, und brachte Moni oft um den Verstand, denn ihre Hündin Jacky war vor einem Jahr verunglückt, als sie in einer Fahrstuhltür eingeklemmt wurde. Seitdem hörte sie immer wieder dieses Bellen, egal wo sich zu diesem Zeitpunkt befand. Dies war auch der Grund warum sie sich in

der letztem Zeit nie einen neuen Hund angeschafft hatte, denn Moni sah dies als ein Zeichen dafür, dass sie noch viel Zeit benötigte, um ihre Trauer zu verarbeiten. Eines Tages wachte Moni schon am frühen Morgen auf und alles war ganz still. Die Vögel, welche sonst um diese Zeit um die Wette zwitscherten, waren nicht zu hören. Auch draußen war niemand zu sehen, wo doch sonst immer dieselben Nachbarn mit hastigen Schritten aus dem Haus stürmten, um rechtzeitig zu ihrer Arbeit zu kommen. Nur die Sonne ging

langsam auf, und da war es wieder: Das Bellen. Moni stand auf, und bewegte sich langsam in Richtung Tür. Während sie eben noch gedacht hatte, es wäre weit weg von ihr, so schien es jetzt ganz nah zu sein, als würde nur die Tür zwischen ihr und dem Geräusch stehen. Moni drückte die Türklinke runter und sie sah und hörte... nichts. Gerade wollte sie wieder in ihre Wohnung gehen, da hörte sie es ein weiteres Mal. Diesmal schaute sie um die Ecke am Fenster und dort stand ein kleiner Plüschhund, der auf Knopfdruck bellte. Sie fing an zu weinen und

nahm ihn mit rein in ihre Wohnung. Nachdem sie den Ton ausgeschaltet und ihn auf die Couch gesetzt hatte, fragte sie sich, warum jemand ausgerechnet neben ihrer Wohnung diesen Plüschhund aufgestellt hatte. War es jemand, der sie kannte? Wusste derjenige von dem Verlust ihrer Hündin? In den nächsten Tagen gab es keine besonderen Vorkommnisse. Moni hörte kein Bellen mehr und den Plüschhund hatte sie auf einen Schrank im Flur gestellt. Da sie an diesem Morgen in die Stadt gehen wollte, trank sie ihren Kaffee

schnell aus und nahm noch ihre Medikamente. Sie schaute sich noch einmal in ihrer Wohnung um und ging dann zur Tür. Moni wollte gerade hinter sich abschließen, doch ihr Blick fiel noch einmal auf den Schrank im Flur. Der Plüschhund bellte wieder. "Merkwürdig.." Sie war sich doch sicher gewesen, ihn ausgeschaltet zu haben. Während sie die Tür zu machte, war alles ganz ruhig, doch plötzlich hörte sie wieder etwas. Es kam aus dem Gang, der zum Fahrstuhl führte. Wieder ein Bellen. Moni wurde sehr unruhig, aber diesmal wollte sie rausfinden,

woher es kam. Schritt für Schritt lief sie Richtung Fahrstuhl, ganz langsam, denn ihr war auf einmal etwas schwindelig. Am Ende des Ganges angelangt, stand sie vor dem Aufzug und drückte den Knopf. Das Bellen war jetzt deutlich zu hören, doch es störte sie nicht mehr. Niemand sonst war hier, außer sie. Und Jacky, die aufgeregt mit dem Schwanz wedelte. Moni ging auf sie zu und ihr wurde auf einmal sehr warm. Sie nahm ihre Hündin in den Arm und verspürte Glück, da sie jetzt wieder vereint waren. Es wurde immer heller und sie wusste, diese Reise würden sie

gemeinsam antreten. Nach einigen Minuten kam der Fahrstuhl, doch fehlte von der Hündin jede Spur und Moni lag regungslos am Boden mit einem Lächeln im Gesicht und rührte sich nicht mehr.


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Hörbuch

Über den Autor

Julian23
Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, hauptsächlich Geschichten, Gedichte/Texte und gerne auch Parodien. Da ich selten hier bin und nicht jeden Kommentar beabtworten kann: Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer meiner Seite in diesem sehr speziellen Jahr 2020 :)

AKTUELLES: Der ZWEITE Teil von meiner Geschichte "Der Sturm" ist erschienen, es ist eine Geschichte über die jetzige Zeit. Neu veröffentlicht habe ich die Geschichte "Der Hund der im Gestern bellte", ein Randbeitrag der SP 87 (Schreibparty).

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Lagadere Traurige Geschichte, die mich zunächst an die Studentenbude einer früheren Freundin erinnert hat: das 1-Zimmer-Apartement, der kleine Balkon, der doofe Fahrstuhl (der dauernd kaputt war! Und schlepp mal die Einkäufe 8 Stockwerke hoch!) und einen kleinen Hund hatte sie auch. Als ich einzog, wurde es noch enger, aber wenn man jung ist......die meiste Zeit waren wir im Bett :-)

Ich wünsche jetzt schon mal viel Glück, wenn's beim nächsten SP mit der Teilnahme klappt!

LG Uli
Vor langer Zeit - Antworten
matzetino Hui da bekam ich glatt eine Gänsehaut am Schluss. Der Stil gefällt mir.

Liebe Grüße
Mari
Vor langer Zeit - Antworten
Andyhank Sehr schöne Geschichte! Vollkommene Glückseligkeit soll es immer nur am Ende geben! Den Moment hast du gut eingefangen! :)
Vor langer Zeit - Antworten
Darkjuls Eine mystische Geschichte über eine Frau, die nicht loslassen konnte. Ich konnte mich gut in die Hauptfigur einfühlen. Danke für diesen Randbeitrag und vielleicht bist Du bald mit einem Hauptbeitrag dabei. Es grüßt Marina.
Vor langer Zeit - Antworten
Enya2853 Lieber Julian,
eine traurige Geschichte, mystisch und symbolhaft.
Und sie stimmt nachdenklich. Manche Dinge gehen einfach über unser reales Empfinden hinaus. Vielleicht können menschen in Extremsituationen Schwingungen aufnehmen, die sich der normalen Auffassung entziehen, oder die Fantasie führt sie in andere Sphären.

Es ist bedauerlich, dass du diesmal nicht mit der Geschichte als Hauptbeitrag teilnehmen kannst. Dumm gelaufen. Das nächste Mal klappt es bestimmt.
Lieben Gruß
Enya
Vor langer Zeit - Antworten
Miranda Hallo, Julian,
eine sehr traurige Geschichte, die du hier erzählst. Aber trotzdem nicht uninteressant, tut mir leid, dass es "nur" ein Randbeitrag werden kann. Beim nächsten Mal klappt es sicher.
LG
Sigrid
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Hallo, Julian,
ich habe deine spannende Geschichte auch sehr gern gelesen. Jedoch würde ich sie als Kurzgeschichte einordnen oder unter Fantasy & Horror. Das wäre alles möglich, lediglich die Vorgabewörter fehlen dir. Aber nun weißt du es und wirst diesen Fehler bestimmt nicht wiederholen.
LG fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Memory 
Hallo Julian,
deine Geschichte hat was. Sie liest sich flüssig und spannend, auch wenn sie sie nicht ganz meinen Geschmack trifft. Das macht aber nichts, Geschmäcker sind ja nun mal verschieden.
Sehr gut finde ich, dass du dich an der SP beteiligst. Leider fehlen in deiner Story die Vorgabewörter, damit hast du von vornherein schon schlechte Karten. Die Jury ist sehr streng, auch mit Neulingen.
Lieben Gruß
Sabine
Vor langer Zeit - Antworten
Darkjuls Hallo Julian, ich finde es Klasse, dass Du Dich entschlossen hast, auch beim Wettbewerb mitzumachen. Ich freue mich über die rege Teilnahme, wie alle versuchen, das Thema mit den Vorgabeworten umzusetzen. Zum Beitrag später mehr von mir. Lieben Gruß Jurymitglied Marina.
Vor langer Zeit - Antworten
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