Humor & Satire
Fleurs Märchen buch - Gesamtausgabe

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"Es war einmal ..."
Veröffentlicht am 12. April 2014, 38 Seiten
Kategorie Humor & Satire
© Umschlag Bildmaterial: fleur de la coeur
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"Der Lyriker bringt seine Gefühle zum Markt wie der Bauer seine Ferkeln." Wilhelm Busch Habe hier 2010 mit Gedichten begonnen, aber das meiste davon ist für mich inzwischen passé. Man lernt auch als Großmutter nicht aus ;-) Bin in der DDR aufgewachsen, immer berufstätig gewesen, links orientiert. In zweiter Ehe verheiratet, gehören zu meiner Familie drei Enkelinnen. Den Nick "Fleur de la coeur" hat seinerzeit meine Freundin Seelenblume ...
Es war einmal ...

Fleurs Märchen buch - Gesamtausgabe

Inhalt

1. Dornröschen ...............................Seite 3
2. Rosenrot.......................................Seite 7
3. Schneewittchen...........................Seite 12
4. Rotkäppchen ...............................Seite 18
5. Froschkönig ............................. ...Seite 23
6. Schneeweißchen..........................Seite 28
7. Aschenputtel ................................Seite 33

Dornröschen



Hinter dichten Dornenhecken schlief Dornröschen hundert Jahr, bis ein Prinz kam, sie zu wecken, blaue Augen, Lockenhaar. Sehr geübt im sanft' Umgarnen, schenkt' er zärtlich ihr 'nen Kuss, hob sie mit den starken Armen auf sein Pferd, den Pegasus. Pflückten Sterne aus den Wogen, tranken rosa Morgenlicht, tanzten auf dem Regenbogen, doch das reicht' dem Prinzen nicht.

Ständig, im Vorüberschweben, küsst' er manche fremde Maid, wollte nicht in Bindung leben, bis Dornröschen war es leid. Botschaft an die Fee geschrieben, die den Prinzen dann verflucht, glücklos folgt er seinenTrieben, Liebe er vergeblich sucht....

Rosenrot



Im Wald ging Rosenrot spazieren und sang gar lieblich vor sich hin um ihre Schwermut zu verlieren nichts andres hatte sie im Sinn Auf einer Lichtung zwischen Lärchen von weichem grünen Moos bedeckt da lag ein Mann - wie aus dem Märchen im Schlafe träumend hingestreckt Als sie zu ihm heran trat sacht - um ihn zu schauen aus der Näh - hat er die Augen aufgemacht sein Blick so tief - so blau - so weh ...



Zart winkt’ er sie zu sich ins Moos und lächelte mit schönem Munde ach – die Versuchung war so groß vergessen ihre Herzenswunde So ist sie zu ihm hingesunken und ließ sich zärtlich von ihm kosen hat Küsse ihm vom Mund getrunken im Herz’ erblühten rote Rosen Ob ihn ihr Herzgefühl konnt rühren? Er hatte anderes im Sinn und musste sie nicht mal verführen sie schenkte sich ihm willig hin

Am Morgen fand man sie im Moose die Wangen bleich - die Augen starr auf ihrer Brust lag eine Rose der Wind spielt’ ihr im wirren Haar ... Im dichten Tann verklang ein Stöhnen nicht menschlich und nicht Hundsgebell so musste auch der Freier löhnen im Busch hing braunes Bärenfell ...

Schneewittchen



Schwarze Haare, Haut wie Schnee, rosenrot der Mund, Schneewittchen läuft mit ihrem Reh durch die Abendstund. Der Rehbock war ein eitler Prinz, der aus der Hufspur trank, verwandelt nun von Rumpelstilz, der über’s Feuer sprang. Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen bin ich ein Vampir! Wie gut, dass niemand sehen kann, ich hab ja keine Kleider an




Schneewittchen läuft mit ihrem Reh über alle sieben Berge, auf Suche nach der guten Fee, trifft sie nur die sieben Zwerge. Ihnen klagt sie nun ihr Leid, weint um ihren Prinzen sehr, doch verbrannt ist dessen Kleid bei Rumpelstilz im Flammenmeer. Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen brennt das Zwergenhaus. Ach, dass niemand weiß, wie gut, ich lab mich an Schneewittchens Blut



Als im Zwergenhaus das Reh vom verbot’nen Honig nascht, wird über Nacht aus ihm ein Bär, Schneewittchen ist sehr überrascht. Zottig stinkend ist sein Fell, scharf die langen Krallen, hat mit lautem Brunstgebrüll Schneewittchen überfallen. Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen geh ich auf die Jagd. Habe Durst auf Bärenblut, und Schneewittchen tut mir gut.


Als Schneewittchen zu sich kam, geschändet und verletzt, weinte sie vor Schmerz und Scham, der Bär war längst entwetzt. Als sie nach 'nem Dreivierteljahr
ein kleines Bärenkind
so ganz allein im Wald gebar fand Trost sie nur beim Wind… Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich mir Schneewittchens Kind. Ach, wie gut, dass niemand weiß,

dass ich doch Prinz Eitel heiß

Rotkäppchen



Rotkäppchen ging im Wald dahin, nach einem Kerl stand ihr der Sinn. Im Körbchen hatt’ sie Wein und Kuchen, ihr Auftrag - Großmama besuchen. Die alte Dame war sehr krank, sollt’ laben sich an Speis und Trank. Rotkäppchen trug ein kurzes Röckchen und an den Beinen rote Söckchen. Noch ehe sie sich recht versah, war plötzlich doch ein Biker da. Er trug’ ne coole Lederkombi, sah unterm Helm aus wie ein Zombie.


“Wo willst du hin - mein schönes Kind? Ich könnt’ dich fahren ganz geschwind!“ Rotkäppchen klagt’ ihm Omas Leid, er war zur Hilfe gern bereit: “Doch vorher lass uns Blumen pflücken und Großmama damit beglücken!“ “Ey Alter – du bist ritterlich, vielleicht beglückst du erst mal mich?“ Der Biker wiegt’ erfreut sein Haupt, so schnell den Sieg hatt’ nicht geglaubt. Zog lüstern sie ins weiche Moos, es lechzte ihn nach ihrem Schoß.

Jedoch der Helm - der störte sehr, darunter kam hervor …. ein Bär! Wie es dann weiter ist gewesen, das könnt ihr bei *Schneewittchen* lesen! ;-))))


Froschkönig


Bild:Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Der alte König in Orwella
hatt’ eine Tochter Isabella
Das Mädchen war bezaubernd schön
und voller Liebreiz anzusehn
Doch war sie äußerst arrogant
so dass sie keinen Freier fand

Der König schickte Späher aus
zu bringen Männer ihm in’s Haus
setzt’ hunderttausend Coins zum Lohn
wenn einer würd’ sein Schwiegersohn

Und Männerscharen - hoch zu Ross
man sah sie wartend vor dem Schloss
Mit goldner Kugel in der Hand
trat Isabella vor die Wand



„Wer diese Kugel fangen kann
den nehme ich zum Ehemann!“

Die Kugel flog zum Brunnen rein
ein grüner Frosch, der fing sie ein
und bracht sie hüpfend Isabell
jedoch die reagierte schnell

Sie packt’ das Fröschlein mit der Hand
und warf es klatschend an die Wand
Was dann geschah – ihr wisst es schon
das Fröschlein ward zum Königssohn
Doch seine Krone war zerschlissen
die alten Kleider längst zerrissen


Auch war er hässlich, gar nicht schön
gewiss nicht jung mehr anzuseh’n
nur noch drei Zähne – schwarz – im Maul
und stinkend wie ein alter Gaul

Da kam ein Jägersmann daher
führt’ an der Kette einen Bär
„Gib ihm die Coins und auch den Thron
ab jetzt bin ich dein Schwiegersohn!“
Der König war der Ohnmacht nah
er wusste nicht, wie ihm geschah

So zogen sie zu dritt davon
bald hatte Bella einen Sohn
nun rätselt ihr – von wem der wär?
Er war ein süßer kleiner …. Bär!

Schneeweißchen




Ein jeder kennt die alte Mär
von Schneeweiß’ und Rosenrot
ja, da war auch noch der Bär
und sie sind noch lang’ nicht tot …

Rosenrot – die hatte Glück
mit dem lieben Zottelbär
konnt’ verwandeln ihn zurück
in ’nen Prinzen – reich und hehr

In Schneeweißchen kocht der Neid
weil auch sie den Prinzen will
und ihr Herz – das bricht voll Leid
doch nach außen schweigt sie still



Dass der Bär ’nen Bruder hätte
stimmt nicht – war nur eine Mär
und sie hätt’ so gern im Bette
diesen Prinzen – notfalls Bär Und so schmiedet sie Intrigen
macht die Zwillingsschwester schlecht
alle glauben ihren Lügen
nur dem Prinzen ist’s nicht recht

In Verzweiflung – einvernehmlich
trifft sie sich bei Nacht ganz nackt
mit dem Satan höchstpersönlich
und sie schmieden einen Pakt


Er verwandelt sie zur Schlange
gibt ihr Gift und Zaubertrank
und so zaudert sie nicht lange
macht die Schwester geisteskrank

Wie sie dann den Prinz’ betört
mit ’nem teuflisch Zauberkuss
dass er ihr seine Liebe schwört
sieht er ihren Pferdefuß Und da war’s um sie geschehen
denn der Prinz – der warf sie raus
niemand hat sie mehr gesehen
nun sitzt auch sie im Irrenhaus

Aschenputtel



Cinderella, freundlich, schön, war sehr lieblich anzusehn. Die Stiefmama, vom Neid geführt, hat sie mit Asche drum beschmiert. Denn die eignen Töchter, blässlich, war’n sehr unwirsch und recht hässlich. Gegen Cindy keine Chance, wenn die Musi spielt’ zum Tanz. Die Stiefmama, ganz ungeniert, hat sie das Mädchen schikaniert. Sie kippte Linsen aus im Hof: “So, schlag dir aus dem Kopf den Schwof!“

Das Herz erfüllt von böser Glut, schnappt’ sie sich ihre eigne Brut und aufgedonnert, hoch zu Ross, so ritten sie zum Königsschloss. Und tief betrübt las Cinderell’ die Linsen aus und zwar sehr schnell, zehn Tauben gingen ihr zur Hand, die elfte schenkte ihr ein Band. Daran hing eine goldne Nuss. “Berühre sie mit einem Kuss und sie dir jeden Wunsch beglückt, der Königssohn hat sie geschickt“.


Das Mädchen küsst' die Nuss im Nu, ein goldnes Ballkleid und auch Schuh’ und draußen wieherte ein Ross: “Der Prinz erwartet dich im Schloss!“ Der Königssohn hat sie gefreit und glücklich leben sie noch heut. Nur drei - die hat der Neid verzehrt, sie sind nicht mehr zurückgekehrt. Die Stiefmama und ihre Blagen - die spannte man vor’n Aschewagen. So gingen sie zu dritt auf Tour, geboren ward die Müllabfuhr.

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Hörbuch

Über den Autor

FLEURdelaCOEUR
"Der Lyriker bringt seine Gefühle zum Markt wie der Bauer seine Ferkeln."
Wilhelm Busch

Habe hier 2010 mit Gedichten begonnen, aber das meiste davon ist für mich inzwischen passé. Man lernt auch als Großmutter nicht aus ;-)
Bin in der DDR aufgewachsen, immer berufstätig gewesen, links orientiert. In zweiter Ehe verheiratet, gehören zu meiner Familie drei Enkelinnen.

Den Nick "Fleur de la coeur" hat seinerzeit meine Freundin Seelenblume für mich ausgesucht. Er hat nichts mit der Gestalt aus den Harry-Potter-Büchern Fleur Delacour zu tun.

Inzwischen bin ich im letzten Lebensquartal angelangt, da küsst mich die Muse nur noch selten. ;-(

mariewolf43@gmail.com

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Brubeckfan Ganz wunderbar! In Fantasie, Humor und Form!
Ja die Coins, und die Müllabfuhr ... Apropos, schick bitte letztere mal hier vorbei, täte not, selbst Adlige wären dazu willkommen.
Begeistert grüßt Dich
Gerd
Vergangene Woche - Antworten
FLEURdelaCOEUR Danke dir von Herzen für alles, lieber Gerd, das freut mich sehr! Mit der Müllabfuhr gibt's hier auch immer mal Probleme, aber eigentlich fängt's ja oft schon bei der unbeliebten Mülltrennung an ...
Sonnendurchflutete Grüße von der Saale,
fleur
Vergangene Woche - Antworten
Feedre Himmlisch fleur...ich liebe Märchen...
und auch deine "Kuschelbärchen...:-)))))
mehr davon...
lieben Gruß
Feedre

Vor ein paar Wochen - Antworten
FLEURdelaCOEUR Liebe Feedre, der Bär ist sozusagen mein Wappentier, oder mein Maskottchen. Ein Schamane hat mir das ins Ohr geflüstert ... ;-)))
Er heißt Grischa.
Lieben Nachtgruß
fleur
Vor ein paar Wochen - Antworten
FranckSezelli Salut Herzensblume,
deine Sammlung von Märchenumdichtungen finde ich hervorragend gelungen. Gut, dass du sie nochmals hervorgeholt hast, sonst hätte ich sie wohl nie kennengelernt. Obwohl ich kein Gedichtekenner und -liebhaber bin, gefallen mir deine Verse und Strophen sehr gut. Sie lesen sich auch ohne jedes Holpern.
Besonders aber gefallen mir deine phantasievollen Einfälle, die die bekannten Märchen sehr bereichern. Die Gestalt des Bären magst du offenbar besonders. Aber er passt auch überall gut rein.
Daumen hoch von einem, der sich auch mal damit beschäftigt hat, die bekannten Märchen umzuschreiben.
Liebe Grüße
Franck
Vor ein paar Wochen - Antworten
FLEURdelaCOEUR Lieber Franck,
ich freue mich sehr, dass es dir gefällt und danke dir herzlich! Der Bär Grischa ist mein Haustier, ein Familienmitglied und Held meines gleichnamigen "Hauptwerks".
Schön, dass du wieder mal in der Heimat bist und bei uns rein schaust!
Liebe Grüße
fleur
Vor ein paar Wochen - Antworten
Phantasus Liebe Fleur,
an deinem metrisch einwandfreien Märchencocktail könnten sich berühmte Geister laben, zum Beispiel die Gebrüder Grimm wegen der kreativen Umdichtungen, Sigmund Freud wegen der psychoanalytischen Tiefenforschung, Oscar Wilde wegen der Leichtigkeit der Erzählung, Wilhelm Busch wegen des schwarzen Humors und Ovid, weil der deine Verwandlungskünste zu schätzen wüsste.
Auch meine Wenigkeit ist entzückt.
Liebe Grüße
Ekki
Vor ein paar Wochen - Antworten
FLEURdelaCOEUR Oh je, lieber Ekki, das ist das größte Kompliment bezüglich meiner "Dichtkunst", und noch dazu von einem Profi, das ich jemals bekommen habe! Habe es tagsüber glatt übersehen, was mir wirklich leid tut, bitte, sieh es mir nach! Die Märcheninterpretationen sind einzeln entstanden und wurden erst später zu diesem Buch zusammengefügt. Als Schülerin in der 7./8.Klasse wollte ich mal Schriftstellerin werden. Aber man sagte mir, damit könne man sein Leben normalerweise nicht bestreiten ...
Danke dir aus tiefstem Herzen und ganz liebe Grüße zurück,
fleur

Vor ein paar Wochen - Antworten
Tetris Das sind ist eine Märchensammlung, die auch die Brüder Grimm entzückt hätte.
Ich glaube der Vampir Rumpelstilzchen Bär ist mein Favorit. ;o)
Gruß
Tetris
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Herzlichen Dank, freut mich sehr! Das war eben die andere Weise, Traurigkeit abzuschütteln. ;-))
LG fleur
Vor langer Zeit - Antworten
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