Wir schlagen die Zeitung auf und lesen,
irgendwo ist ein Unfall gewesen.
Wir registrieren, dass es Tote gegeben hat
und legen zur Seite das Zeitungsblatt.
Der Schmerz, der oft dahintersteckt,
bleibt für die Allgemeinheit verdeckt.
Im Grunde ist es auch richtig so,
sonst wäre hier kein Mensch mehr froh.
Doch ist für dich ein Tag gekommen,
da wurde das Liebste dir genommen.
Warum, hört man die Leute fragen
und niemand kann die Antwort sagen.
Die Leere, sie ist fürchterlich,
ein schwarzes Loch ist jetzt um dich.
Du fühlst dich ausgebrannt und leer,
du hast schon keine Tränen mehr.
Du scheinst aus Schmerz nur zu bestehen
und hörst: „Das Leben muss weitergehen.“
Was nützen die Phrasen zu dieser Zeit?
Du bist dazu noch nicht bereit.
Nur ein Gedanke schiebt sich immerzu
in den Vordergrund und du
beginnst zu verzweifeln an dieser Welt,
die dich so hart auf die Probe stellt.
Glaub mir, Gesa, auch in guten Zeiten
Kann man sich auf so etwas nicht vorbereiten.
Du spürst nun deine Menschlichkeit
in dieser für dich harten Zeit,
denn die Gefühle in dir drin
haben sicher einen Sinn.
Lass die Gefühle frei heraus,
wein dich an meiner Schulter aus.
Trotz all der Trauer, all dem Schmerz,
fühlst du immer noch dein Herz.
Dein Herz wird ständig stärker werden,
es schlägt für dich und Tim auf Erden,
denn das, woran ich glauben will,
ist dies: sein Herz es schweigt nicht still,
es wird in deinem weiterschlagen,
du wirst ihn immer in dir tragen.
Du wirst lernen, damit umzugehen,
kannst du den Grund auch nicht verstehen,
so nimmt das Leben seinen Lauf,
sein Herz hört nie zu schlagen auf.
Worte sind das Einzige, was ich dir geben kann.
Ich biete meinen Trost dir an,
ich bin für dich zu jeder Zeit
für ein Gespräch bereit.
Die letzten Tage, auch bei Nacht,
habe ich an euch gedacht,
habe ständig auch geweint,
fühle mich im Schmerz mit dir vereint,
fühle mich dabei hilflos und klein.
Ich würde gerne stärker sein
und läge es in meiner Macht,
ich hätte diesen Tag rückgängig gemacht,
habe ich so oft gedacht.
Doch ich bin nur ein Menschenkind
und hilflos, wie wir alle sind.
So bleiben doch nur Worte mir,
der eine Satz: Ich steh zu dir.
Wenn keiner es mehr hören kann,
dann klopf an meine Türe an.
Wenn du dich einsam fühlst, allein,
lass mich in Gedanken bei dir sein.
Willst du deine hilflose Wut rauslassen,
dann zerwerfe meine Tassen.
Willst du weinen, sonst nicht mehr,
dann komme ruhig an meine Tür.
Mehr, Gesa, kann ich dir nicht geben.
Ich habe keine Macht über das Leben.