Meine Gedanken drehen sich im Kreis.
Auf meiner Stirne sammelt sich der Schweiß.
Ich weiß, dass ich nicht mehr daran denken will,
aber meine Gedanken schweigen niemals still.
Ich schalte den Fernseher ein,
starre das Bild an, hier, für mich allein
und hör die Stimme in mir sprechen.
Lass dir das nicht gefallen, du solltest dich rächen.
So etwas darf man mit dir nicht machen.
Deine Feinde haben nichts zu lachen.
Ich spüre die Wut in meinem Bauch
und meine Gedanken spür ich auch.
Nein, ich will nicht mehr daran denken,
versuche mich nun abzulenken.
Der Ton wird einfach lauter gestellt,
auch wenn das Thema mir gar nicht gefällt.
Ich stehe auf und geh zur Tür,
steh dann davor: Was wollt ich hier?
Ich höre die Stimme in mir sprechen:
Du wolltest dich an ihm doch rächen.
Vielleicht lenkt Kreuzworträtsel ab.
Auch hält das mein Gehirn auf Trab.
Lebensgemeinschaft mit drei Buchstaben:
Wenn er Rache will, soll er sie haben,
dann greife ich jetzt zum Telefon,
die Nummer von ihr weiß ich schon.
Na, der werde ich jetzt was erzählen.
Na, die soll ihr Gewissen quälen.
Die wird schon sehen, was passiert,
wenn jemand meinen Mann verführt.
Ich höre die innere Stimme sprechen:
Du wirst dich furchtbar dafür rächen.
Während ich schon zum Hörer greife
und in Gedanken lauthals keife,
Höre ich von der Tür Geläute.
Besuch? Und ausgerechnet heute?
Na gut, dann ruf ich später an,
wenn ich mich dann beherrschen kann.
Ich öffne die Tür und bleib starr stehen,
denn wer da steht, kann ich nicht sehen,
denn Rosen, hundert müssen es wohl sein,
laden zum dran Riechen ein.
Dahinter, klein, geduckt, verschreckt,
im Wissen, was er ausgeheckt,
ist er, der Einzige für mich
und haucht ganz leise: „Ich liebe Dich.“