Soweit hätte es nicht kommen müssen.
Ich kann dein Kinderlächeln nicht vergessen,
kann nicht vergessen, dass es für uns schöne Zeiten gab,
wie sehr ich diese Zeit mit dir genossen hab,
Wie haben gespielt, gesungen, gelacht.
Wir haben uns das Leben schön gemacht.
Dann, irgendwann, bist du mir entglitten.
Wir haben mehr und mehr gestritten.
Ich kehrte meine Autorität heraus.
Du warst immer seltener Zuhaus.
Du hast dir einen Freundeskreis gesucht.
Ich aber habe deine Freunde verflucht.
Ich wollte nicht, dass du deine Freunde triffst.
Ich war mir sicher, dass du kiffst.
Ich wollte dir nur helfen, mein Kind.
Ich wusste nicht, wie wichtig deine Freunde sind.
Ich habe Hass in deinen Augen gesehen.
Ich fragte mich, was ist mit uns geschehen?
Jetzt sitzt du, mein Kind, im Jugendknast,
weil du nicht auf meine Worte gehört hast.
Du sagst, du hast falsche Freunde gefunden,
doch in unserem Verhältnis gibt es tiefe Wunden.
Ich wünschte mir so sehr, ich könnte dich verstehen.
Ich möchte mit dir durch dein Leben gehen.
Es hätte nicht so weit kommen müssen,
damit wir beide endlich wissen,
was wir, Mutter und Kind, einander geben,
nämlich die Kraft zum Überleben.
Chrissy55