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Osten erglüht VII - Good Morning Shanghai

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"Osten erglüht VII - Good Morning Shanghai"
Veröffentlicht am 15. August 2011, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
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einer der auf dem Weg ist ...
Osten erglüht VII - Good Morning Shanghai

Osten erglüht VII - Good Morning Shanghai

Good Morning – Shanghai

2001-07-14 So schreibt man das neue Datum. Wir wollen morgen nach China fliegen. Das wird die längste Reise, die wir bisher unternommen haben. Am Sonntag geht’s los. Mit dem Flieger von Tegel nach Ffm und von dort direkt in 9 Stunden nach Shanghai. Was verbinde ich mit China? Als kleiner Junge kam ein Chinese zu uns zu Weihnachten. Er hieß Wang Tso Tsung und studierte an der Hochschule in Ilmenau. Meine Mutter war Angestellte an dieser Uni und so nahm mancher einen Studenten als Gast auf. Wir bekamen jeder ein Buch geschenkt und meine Mutter einen wunderschönen echt chinesischen Fächer. Der Fächer roch nach Sandelholz und war etwas Geheimnisvolles. Später sahen wir einen Film über den Aufbau eines Staudammes in China und wir wunderten uns über die Arbeiter, die mit Trageschalen die Erdmassen transportierten. Die zweite Begegnung war der Fund von Opa Willy auf dem Schutt von Langewiesen. Er fand einen merkwürdigen Dolch, auf einem Vierkant waren Münzen aufgefädelt und aufgesteckt. Sie waren völlig schwarz und mit Ata und Sidol putzten wir sie blank. Zum Vorschein kamen verschieden Schriftzeichen. Heute weiß ich, das sie „nur“ etwas älter als 100 Jahre sind und manschurisch/chinesischen Ursprungs sind. Mit 15/16 Jahren kam der Einfluss der Kulturrevolution von China nach Deutschland und ein Kumpel meines Bruders hatte sogar eine Mao-Bibel besessen. Rund um das ferne, große Reich interessierten wir uns stets für die Vorgänge, sahen manchen Film und lasen viele Bücher. Der Roman von A.Smedley „China blutet, China kämpft“ war im Besitz meiner Mutter und ich hatte den Inhalt verschlungen und später folgten andere Bücher u.a. „Der große Weg“ über den General Tschu Te. Heute ist China plötzlich erreichbar, man muss so eine Reise nur finanzieren können. Wir erwarten grundsätzliche Dinge über die Lebensweise zu erfahren und sind gespannt. Ich werde jeden Tag berichten und damit denen, die zu Hause bleiben ein wenig über die weite Reise zu vermitteln.

 

 

2001-07-15 Am Sonntag geht es los. Vorher kommt wenig Aufregung auf, es ist halt nur eine weite Reise. Nachbar’s haben uns noch zum Mittag eingeladen. Gegen 12.00 ab nach Tegel, 14.00 nach Ffm und von dort 17.10 auf nach Shanghai. Eine bunte Truppe fliegt mit uns. Dr. Liu und Frau Dr. G., Frau Dr.Schöne als Patientin und Carmen ( aus der Qui-Gong Gruppe) nebst einer älteren Dame, außerdem Manfred und Wolfgang. Kurios ist das Erscheinen von Christo, der seine Patienten auf dem Flughafentoilette noch eine Spritze zur Blutverdünnung verpasst. Alle sind freudig aufgekrazt, es geht eben nach China. Ein Jumbo der Lufthansa ist völlig ausgebucht und soll uns mit 6 Stunden Zeitverschiebung in 9h 45’ nach dem Osten bringen. Der Service an Bord klappt, nur das Menü ist wortreicher als der Genuss. Ein kleiner Zwischenfall während des Fluges zeigt sich dergestalt, dass ein Passagier sich auf der Toilette eine Zigarette ansteckt und bald einen Alarm auslöst. Ich hatte mich in der Küche mit dem Chefsteward darüber unterhalten und prompt vermisste mich meine schlafende Gattin. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir landen planmäßig auf dem Airport von Shanghai. Uns empfangen nahezu 30 Grad und eine sattschwüle Luft. Alle Formalitäten gehen sehr reibungslos ab und schon ist ein IVECO- Transporter da, der leider nur Sitze hat. In der typisch chinesischen Art wird er trotzdem mit den Koffern und den Personen beladen und über eine lange Autostrada rollen wir gen City. Mir fallen die sehr üppig begrünten Straßenränder auf, die laufend gepflegt werden. Das East China Hotel am Hauptbahnhof wird unser Heim für die Zeit unseres Aufenthaltes. Zimmer belegen, auspacken du frisch machen – dann geht es gleich zum futtern. Unser erstes Essen ist frisch, abwechslungsreich und gleich bemerken wir, wie wenig das mit „Essen beim Chinesen“ zu tun hat. Viele Fragen prasseln aus Dr. Liu ein, telefonieren nach Hause und Geld tauschen, muss ja alles sein. Nach kurzer Ruhe geht’s im Kleinbus zur Klinik und wir staunen über das „Leben im Freien“ in der Altstadt. Ein organisiertes Chaos. Dr. Liu wird freudig empfangen, es gibt grünen Tee und etwas Wartezeit, denn Jeder will sich dem Professor  vorstellen. Eine Dolmetscherin, die eigentlich bei einer deutschen Firma arbeitet, ist zugegen und übersetzt. Schon wieder Staunen, der Prof. sieht Dinge an Puls und Zunge, ohne uns zu berühren. Sofort wird analysiert und diagnostiziert, Rezepte geschrieben und die Heilung in Angriff genommen. Die Klinik ist modern eingerichtet und aus dem 16. Stock äugen wir auf das quirlige Leben der Riesenstadt. Da uns im Anschluss noch etwas Zeit bleibt, bummeln wir ums Bahnhofskarre und bewundern die Konsumtempel. Eine wahnsinnige Produkt- und Farbenvielfalt wird mit einer gewaltigen Menge an Verkaufspersonal angeboten. Ein paar Schritte staunen die Deutschen schon wieder über eine Schupo, der auf einer Großstadtkreuzung den Verkehr virtuos regelt. Das geht an keinem vorbei. 19.00 folgt ein opulentes Abendbrot mit der Verkostung des chinesischen Bieres. Dann schwingen sich die Härtesten noch einmal in ein Taxi und es geht durch die Lichter der City zur Vergnügungsmeile. Leider ist die Kraft nicht mehr so groß, denn mittlerweile sind wir länger als 24 Stunden auf den Hufen. Gegen 24.00 beschließe ich meinen Tagesrapport.

 

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Boris
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FLEURdelaCOEUR Sehr interessant, - die Eindrücke von Shanghai waren bei mir im Jahre 2000 sehr ähnlich, bis auf die Klinik....

LG fleur
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