Warum durftest du, mein Kind nicht leben?
Ich habe dir während der Schwangerschaft alles gegeben.
Ich habe eine Zukunft mit dir an meiner Seite gesehen.
Dass du nicht leben durftest, kann ich nicht verstehen.
In meinem gehobenen Alter kam mir nicht in den Sinn,
dass ich tatsächlich noch einmal schwanger bin,
doch als die Diagnose stand,
gab es nur wenige Momente, bis ich zu dir fand.
Ich wusste, es wächst ein Leben in mir heran,
ein kleiner Mensch, den ich sehr lieben kann.
Ich habe im Ultraschall deinen Herzschlag gesehen.
Es waren Momente, die mir sehr zu Herzen gehen.
Ich musste in dieser Zeit sehr viel liegen.
Das gab mir die Zuversicht, dich gesund in das Leben zu kriegen,
Dann, viel zu früh, setzten die Wehen ein.
Ich hätte niemals gedacht, jemals so hilflos zu sein.
Die Ärzte sagten: „Ein Kaiserschnitt bietet sich an,
der das Leben von Mutter und Kind retten kann.“
Ich habe meinen Sohn per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.
Manuel überlebte nicht einmal die kommende Nacht.
Das Leben von mir als Manuels Mutter erschien mir zu schwer.
Ich dachte, ich überlebe dieses Trauma nicht mehr.
Ich wünschte mir, meinen Sohn in meinen Armen zu halten.
Ich hatte nicht die Kraft, meine Gefühle auszuschalten.
Immer wieder sah ich das einzige Foto an.
Ich wusste, dass ich niemals verstehen kann,
dass es für mich diesen Sohn niemals gibt.
Ich habe ihn doch so unendlich geliebt.
Chrissy55