Kurzgeschichte
Traumfee - Erzählung aus meinem Roman "Wolkendrache"

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"Traumfee - Erzählung aus meinem Roman "Wolkendrache""
Veröffentlicht am 19. Mai 2011, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)
Traumfee - Erzählung aus meinem Roman "Wolkendrache"

Traumfee - Erzählung aus meinem Roman "Wolkendrache"

Beschreibung

Ich grüße alle interessierten Leser. Ich freue mich über jeden Leser, über Leser, die einen Kommentar hinterlassen noch mehr, über die Leser, die mit mir mit ihren Kritiken weiter helfen können, am meisten. Roland Pöllnitz Schaut doch mal auf meine Webseiten: www.alter-cherusker.de www.poe-sie.de www.pöllnitz.eu

Traumfee

Stefan saß auf dem Balkon und hob seine Augen empor von der verworrenen kleinen Erde und schaute wehmütig und sehnsuchtsweich in die langen, gestirnten Felder des Universums. Er hatte das Gefühl, hinter all dem verbarg sich ein seltener Glanz, dem er sich nicht nähern durfte. Seine Frau aber schlief unter ihrem Federbett wie eine Fremde, deren harsche, verletzende Worte ihn in diesen Zustand der Melancholie versetzt hatten. Mahagonifarbene Augen hefteten vom Etikett einer Weinflasche ihre verführerischen Blicke auf ihn. Rotgolden schimmerte der Wein im Glas, Beerenblut rann über seine nach Liebe dürstenden Lippen. Und plötzlich stieg aufs Neue eine erstickende Wehmut in ihm auf, die sich in wundersamen Traumbildern verlor.

Oh Liebste…Seine Seele suchte nach dem Namen der anmutig liebreizenden Traumfee. Der Anblick des reizenden Wesens verzückte den Träumer. Ihre  cognacfarbene Haut, ihr ebenholzschwarzes Haar, ihre glühenden, unschuldigen Augen, bekleidet in einem milchweißen, mit Silber besetzten Kleid, das ihre vollendete Schönheit plastisch hervorhob. Während er seine Märchenelfe mit hingebungsvollem Interesse betrachtete, sah sie ihn mit betörenden Blicken an, als wollte sie eine Brücke in die Ewigkeit schlagen. Weshalb war sie gekommen, weshalb war sie nur heute wieder gekommen? Was trieb sie dazu, seine feinfühlende Seele mit ihrem phantasievollen Lächeln zu quälen. Aus welchem Grund  schürte sie sein Verlangen nach charmantem Liebesflüstern, bescheiden sinnlichen Blicken, zartesten Berührungen geschmeidiger Lippen und wilden, leidenschaftlichen Umarmungen? Weswegen musste sie die Glut seiner Sehnsüchte entfachen?

Seine zarte Seele schien zerbrechlich wie eine gläserne Rose. Seine zehrende Sehnsucht nach grenzenloser Harmonie ließ ihn vergessen, dass auch fremde Gemüter die Eigenheit der Fragilität besaßen. In gedankenlosen Pausen redete seine Zunge absichtslose, nadelspitze Worte. Sein zeitweilig der realen Welt entflohenes Ich erbaute Hindernisse voller Begierden und Leidenschaften, verkehrten Anschauungen und falschen Taten. War dies das dunkle Segment seines Wesens oder hatte die schwarze Seele eine unabhängige, autonome Existenz in seinem Herzen? Wie aber sollte er aufrichtig lieben und geliebt werden, wenn im Hinterhalt seines Herzens der Sohn der Heimtücke lauerte? Ein qualvoll stechender Blitz durchschlug sein pochendes Herz, zu gleicher Zeit sah er im silberhellen Hoffnungsschimmer die allmähliche Metamorphose der Märchenfee in seine schlummernde Begleiterin. Unwillkürlich trat er einen Schritt auf sie zu, er schöpfte Atem, um zu sprechen, zu erklären, als die Traumfrau sich überraschend ins dunkle Sternenmeer flüchtete. Und dem nahenden Morgen strahlte die göttliche Venus bald diamanten, bald smaragden, bald golden entgegen.

 

(c) Rajymbek 05/2011

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Über den Autor

Rajymbek
Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)

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Rajymbek Re: -
Zitat: (Original von anteus am 20.05.2011 - 21:07 Uhr) Etwas Geheimnisvolles, Sinnliches hat dieser Text .Für mich irgendwie undurchsichtig und doch schön.
Liebe Grüße
Anteus


Und genau so habe ich ihn mir gedacht, Anteus. Schön, dass du wieder einmal da bist!

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
anteus Etwas Geheimnisvolles, Sinnliches hat dieser Text .Für mich irgendwie undurchsichtig und doch schön.
Liebe Grüße
Anteus
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: ***** -
Zitat: (Original von Himmelskind am 19.05.2011 - 16:57 Uhr) ich finde gerade durch das ausufernde an worten hat die geschichte ihren reiz

lg

birgit


Alos mir gefällt es so. Ich liebe diese asiatischen Bilder. Danke, Birgit. Schade, dass so wenig Kritik kam.

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Traumfee -
Zitat: (Original von wega am 19.05.2011 - 13:33 Uhr) Inhaltlich gefällt es mir sehr ,
stilistisch ist es nicht ganz das, was ich mag.
Etwas zu viel Beiwerk für meinen Geschmack. :-)

VlG wega


So hat ein jeder seinen Geschmack, liebe wega. Danke, dass du es gelesen hast.

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Traumfee - Inhaltlich gefällt es mir sehr ,
stilistisch ist es nicht ganz das, was ich mag.
Etwas zu viel Beiwerk für meinen Geschmack. :-)

VlG wega
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster Re: Re: wie schön wäre es, wenn es dieses Herzgewitter bei vielen gäbe. -
Zitat: (Original von Rajymbek am 19.05.2011 - 12:58 Uhr)
Zitat: (Original von UteSchuster am 19.05.2011 - 08:17 Uhr) es ist keine Zeit besser, als der Mai, denn er ist der Gewittermonat.

Wunderschön geschrieben.

liebe Guten Morgen Grüße

Ute



Danke, Ute, es ist eine alte Geschichte, die ich bei der Überarbeitung gefunden habe.

VLG Roland

das war gut so...
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: wie schön wäre es, wenn es dieses Herzgewitter bei vielen gäbe. -
Zitat: (Original von UteSchuster am 19.05.2011 - 08:17 Uhr) es ist keine Zeit besser, als der Mai, denn er ist der Gewittermonat.

Wunderschön geschrieben.

liebe Guten Morgen Grüße

Ute



Danke, Ute, es ist eine alte Geschichte, die ich bei der Überarbeitung gefunden habe.

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster wie schön wäre es, wenn es dieses Herzgewitter bei vielen gäbe. - es ist keine Zeit besser, als der Mai, denn er ist der Gewittermonat.

Wunderschön geschrieben.

liebe Guten Morgen Grüße

Ute
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