Irgendwann, das weiß ich, da breche ich aus.
Irgendwann halte ich dieses Leben nicht mehr aus.
Sehr früh am Morgen, fast noch in der Nacht
hat mich der Wecker um den Schlaf gebracht.
Ich habe den Kaffee aufgesetzt,
bin von Kinderzimmer zu Kinderzimmer gehetzt.
Ich bereitete Frühstücksbrote und das Frühstück zu.
Ich stand unter Strom, ich fand keine Ruh.
Nach und nach kamen unausgeschlafen dann
Kinder und Mann in der Küche an.
Ich als Mutter und Ehefrau
kannte diesen Ablauf ganz genau.
Ich stand an der Tür, ließ mir ein Küsschen geben.
So lief es seit Jahren in meinem Leben.
Irgendwann, das weiß ich, da breche ich aus.
Irgendwann halte ich dieses Leben nicht mehr aus.
Ich habe dann geputzt, geschrubbt und gemacht.
Ich habe unser Zuhause in Ordnung gebracht.
Ich habe Mittagessen zubereitet,
habe meine Kinder durch Hausaufgaben begleitet.
Ich habe mit meinen Kindern gesungen und gelacht.
Ich habe für sie Kinderfeste gemacht.
Ich habe sie jeden Abend ins Bett gebracht.
Ich habe niemals an mich selber gedacht.
Dann kam mein Mann von der Arbeit nach Haus.
Er sah gestresst, sah müde aus.
Ich habe ihm täglich in meinem Leben
das, was er sich wünschte, auch gegeben.
Irgendwann, das weiß ich, da breche ich aus.
Irgendwann halte ich dieses Leben nicht mehr aus.
Irgendwann fragte ich nach meinem Lebenssinn.
Ich fragte, wo führt mich dieses Leben hin?
Da ist die Familie, die mich umgibt.
Wieso fühlte ich mich bei euch so ungeliebt?
Ich habe meine Kinder in ein gutes Leben geführt.
Ich habe Genugtuung dabei gespürt.
Ich glaube, ich bin dabei auf der Strecke geblieben.
Vielleicht habe ich es mir meiner Liebe übertrieben.
Jetzt lebe ich in meiner Wohnung allein.
Vielleicht könnte jetzt der rechte Zeitpunkt sein.
Vielleicht breche ich jetzt aus dem Alltag aus
und suche mir irgendwo ein neues Zuhaus.