Drüben, das ist hinter der Grenze gewesen.
Die Menschen sind dort ganz anders gewesen.
Sie sprachen dieselbe Sprache zwar,
doch dass sie anders waren, war ihr schon früh klar.
Drüben ist für sie anders gewesen.
Trotz Verboten hat sie gerne darüber gelesen.
Oft träumte sie davon, im Westen zu sein.
Wer sperrte sie hier und warum überhaupt ein?
Drüben, das wusste sie, konnte man alles kaufen,
wohin man auch wollte, dahin konnte man laufen.
Niemand hat eine eigene Meinung hinterfragt.
Dort waren Menschen frei, haben ihre Meinung gesagt.
Manch einer beneidete die Menschen von drüben,
ist aber trotzdem Zuhause geblieben.
Sie kannte hier eben jedermann,
spürte, dass sie sich auf jeden verlassen kann.
Und trotzdem ist nach diesem Drüben
eine Sehnsucht tief in ihr geblieben.
Dann wurden die Grenzen aufgemacht.
Sie hat sich auf den Weg zum Westen aufgemacht,
doch hat es ihr kein Glück gebracht,
denn dort hat nur jeder an sich selber gedacht.
Sie fühlte sich nicht wohl, fühlte sich allein.
Sie wünschte sich, wieder im Osten zu sein,
doch als sie zurückkam, war der Westen angekommen.
Neue Einstellungen hatten Überhand gewonnen.
Wo war die Einigkeit geblieben?
Sie fühlte sich einsam, fühlte sich vertrieben.
Sie wusste nicht so Recht, wo war sie Zuhaus?
Sie kannte sich in dieser neuen Welt nicht mehr aus.
Doch diese Geschichte ist Jahre her.
Ihre Heimat ist zwar die alte Heimat nicht mehr,
aber heute kann sie mit den Neuerungen umgehen.
Frage bleibt nur: Wird sie das jemals verstehen?
Das Drüben gibt es für sie nun nicht mehr,
doch ein Teil ihres Lebens zeigte ihr,
es hat auch gute Dinge gegeben.
Sie weiß nicht, wo würde sie lieber leben.
Was bleibt ist die ewige Frage nach Ost und West,
die uns wahrscheinlich lange nicht zur Ruhe kommen lässt.
Wichtig bleibt das Zuhause in unserem Leben.
Irgendwo wird es das für jeden Menschen geben.