Endlich hat sie die Tür hinter sich zugeknallt.
Für sie war es das Ende häuslicher Gewalt.
Über Jahre hat sie seine Schläge ertragen.
Sich zu wehren, das konnte sie nicht wagen.
Heute weiß sie nicht mehr, wieso sie seine Schläge ertrug.
Irgendwann hat sie gespürt: Jetzt ist es genug.
Wie oft aber entschuldigte sie ihn?
Viel zu lange nahm sie seine Schläge hin?
Wie oft hatte sie sich selbst die Schuld gegeben?
Hat bei sich gedacht, so wäre eben ihr Leben?
Der letzte Schlag traf nicht sie, sondern ihr Kind.
Sie wusste nun, dass es genug Schläge gewesen sind.
Für sich selbst ertrug sie mancherlei,
ihr Kind aber, das war ihr nicht einerlei.
Sie hat nach diesem Schlag ihr Kind genommen,
ist sofort im Frauenhaus untergekommen.
Ab jetzt wollte sie ihn nie wiedersehen.
Sie wollte jetzt eigene Wege gehen.
Sie wollte ihrem Kind eine gute Mutter sein.
Sie fühlte sich geborgen und nicht allein.
Ich weiß nicht, weshalb viele Menschen schlagen,
weshalb Geschlagene nicht auf neue Wege wagen.
Ich weiß nur, jeder Schlag ist ein Schlag zuviel.
Ich wünsche allen Geschlagenen ein eigenes Lebensziel.