Gedichte
Ein Rosenmärchen

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"Ein Rosenmärchen"
Veröffentlicht am 17. Juni 2010, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)
Ein Rosenmärchen

Ein Rosenmärchen

Beschreibung

Ich freu mich über jeden Leser und jeden Besucher www.poe-sie.de www.alter-cherusker.de

Ein Rosenmärchen

Die Rosen waren einst verschmäht,

Weil sie geschmückt mit spitzen Dornen,

Das schien den Gärtner anzuspornen,

Er pflanzt’ sie heimlich in ein Beet.

 

Der Gärtner hoffte Tag und Nacht

Auf eine zarte Rosenblüte,

Die bald darauf für ihn erblühte,

Er küsste sie vor Ehrfurcht sacht.

 

Die Sommerblumen voller Neid

Gleich eine Hetzkampagne starten:

»Du bist ein Schandfleck hier im Garten«,

Ihr Wort war voller Eitelkeit.

 

Darauf die Rose sich verschloss,

Sie hatte Angst, ihr Kleid zu zeigen,

Den duftend roten Kopf zu neigen,

Weil man mit Häme sie begoss.

 

Der Königsgärtner zu ihr sprach:

Als eine märchenhafte Blume

Kommst du ganz sicher noch zu Ruhme

Und stehst im Königsalmanach.

 

Der Herrscher in den Garten kam,

Er blieb wie angewurzelt stehen

Und musste nach der Rose sehen,

Er schien dem Gärtner voller Gram.

 

Der König schaut’ den Gärtner an:

Ich möchte auf das Ding verzichten,

Du sollst das Unkraut hier vernichten,

Verzweifelt war der arme Mann.

Die Blumen lachten schadenfroh,
Der Gärtner war in größten Nöten,

Er konnte seine Ros’ nicht töten,

Die Tränen flossen sowieso.

Doch heimlich schlich sich in der Nacht

Zur Rose hin der Königssohne

Und sprach: Du schöne Amazone,

Lass dich doch küssen zärtlich sacht.

 

Es tut mir wirklich herzlich Leid,

Kann ich dir einen Wunsch erfüllen,

Ach könnt ich dich in Seide hüllen,

Du Schönste unterm Himmelsdach.

Ich wünsch’ mir, dass du lieben kannst,

Und auch Duft der Königsrosen

In kleinen und in großen Dosen,

Dass du uns nie, nie mehr verbannst.

 

Der König war von Wunsch erstaunt:

So soll er in Erfüllung gehen,

Ich könnt dir niemals widerstehen,

Nun war die Seele gut gelaunt.

Der Herrscher kam nochmals zurück:

Prinzessin habe ich gefunden,  
Der ich die Liebe will bekunden,

Wie zeige ich mein großes Glück?
 
Mach mich der Liebsten zum Geschenk!

Die Braut tat mit den Augen strahlen,

Ihr Ja in ging ein in die Annalen,
Schenk Rosen stets zum Eingedenk.

(c) rajymbek 06/2010

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Hörbuch

Über den Autor

Rajymbek
Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)

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Rajymbek Re: -
Zitat: (Original von MarianneK am 21.06.2010 - 19:27 Uhr) Ein zauberhaftes Balladenmärchen.


Liebe Grüße Marianne





Vielen lieben Dank, Marianne. Ich liebe Märchen!

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Ein zauberhaftes Balladenmärchen.


Liebe Grüße Marianne


Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Schönes Märchen -
Zitat: (Original von MarionG am 20.06.2010 - 09:31 Uhr) Lieber Roland,
das hat was von einem Märchen. Schöne Reime.
Ich find ´s absolut klasse und habe nur eine klitzekleine Kritik.
Das "tat strahlen" in der letzten Strophe ist die mir so verhasste tut-Form, die zwar umgangssprachlich von manchen Menschen gewählt wird, die aber sehr platt klingt. Vielleicht kriegst Du dort eine bessere Form hin.
Liebe Grüße
Marion



Villeicht fällt mir ja noch etwas ein. Aber nun muss ich die Rosenfest-Lesung vorbereiten und das macht Arbeit genug. Vilene Dank für deine begeisternden Worte, marion.

GLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: hui -
Zitat: (Original von Himmelskind am 19.06.2010 - 22:46 Uhr) ist ja schon fast eine ballade....

lg

birgit


Ja, kann man sagen. Auf alle Fälle wurde es länger, als ich dachte. Macht aber nichts, ich muss es ja nicht auswendig lernen - lach

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Sah... -
Zitat: (Original von WortWichtel am 18.06.2010 - 21:08 Uhr) ...ein Knab' ein Röslein stehen - einmal anders geschrieben und mit positivem Ausgang, hat etwas märchenhaftes und mystisches, sehr schön... :)

Liebe Grüße
Uwe


Warum nicht auch märchenhaft-mystisch. Blumen isnd etwas besonders Poetisches und Rosen noch viel mehr.

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
MarionG Schönes Märchen - Lieber Roland,
das hat was von einem Märchen. Schöne Reime.
Ich find ´s absolut klasse und habe nur eine klitzekleine Kritik.
Das "tat strahlen" in der letzten Strophe ist die mir so verhasste tut-Form, die zwar umgangssprachlich von manchen Menschen gewählt wird, die aber sehr platt klingt. Vielleicht kriegst Du dort eine bessere Form hin.
Liebe Grüße
Marion
Vor langer Zeit - Antworten
Gerbera Re: Re: ein schönes Märchen -
Zitat: (Original von Rajymbek am 18.06.2010 - 08:06 Uhr)
Zitat: (Original von Gerbera am 17.06.2010 - 20:14 Uhr) über die Schönste aller Blumen. Toll zu lesen.
Grüße dich lieb und Deine Rose auch
Helga


Meine Lieblingsrose ist nun zur Arbeit gegangen. Ich freue mich so, dass mir dieses großartige Geschenk eingekommen ist.

VLG Roland

es kommt noch mehr,bin echt gespannt. bald sehen wir uns ja alle, freu mich drauf
LG Helga
Vor langer Zeit - Antworten
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