Gedichte
O Herr

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"O Herr"
Veröffentlicht am 29. Mai 2010, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
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O Herr

Beschreibung

Klagelied eines Ungläubigen.

 

 

 

 

O Herr, lass mich nicht niederknien
vor deinem Heiland ohne Stolz,
der, nur um danach aufzufahren,
sich schlagen ließ an totes Holz.

O Herr, lass meinen Rücken grade
an dieser christlichen Moral.
Bedeutet deren Nächstenliebe
doch Mord und Totschlag ohne Zahl.

 

 

 

 

 

 

O Herr, mit deinen toten Augen
hast du mich oft schon angesehn.
Gib mir die Kraft deinem Versprechen
in Ewigkeit zu widerstehn!

O Herr, du sollst mich nicht beladen
mit deinem Bild vom Himmelreich.
Denn dort kann ich nicht sicher stehen
und alles andre ist mir gleich.

 

 

 

 

 

 

 

 

O Herr, komm du mir nicht zu nahe,
obwohl du siehst: ich leide sehr!
Ich fürchte dich, kraft deiner Gnade
nur führt mein Tränenfluss ins Meer...

 

 

 

 

 

 

 

Wortverdreher.

 

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Kommentare
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MarionG Sarkastisch - Mir gefällt das Gedicht sehr gut.
Auch ich stehe der Kirche kritisch gegenüber, Gott selbst allerdings weniger.
Liebe Grüße
Marion
Vor langer Zeit - Antworten
Nyou Der Autor freut sich über deinen Kommentar.
Vor langer Zeit - Antworten
pekaberlin Ein großes Thema ... - ... das auch mich Atheisten immer wieder bewegt.
Die Doppelmoral ist schon in der Anrede "Herr" im Sinne von "Sir" oder "Lord" angelegt. Es ist zu leicht, sich herauszureden. Egal ob auf "seinen" Willen, Befehlsnotstand oder Schiksal. Doch so funktioniert Macht! Und sie bricht nur durch Aufklärung.
Ein guter Beitrag dazu! (Vielleicht liest Du ja auch mal "Der Ehrenplatz" zu diesem Thema)
Liebe Grüße Peter
Vor langer Zeit - Antworten
BrianBrazzil Welch tiefes Aufheulen - zum zugezogenen Himmel. Bisher dein bestes Gedicht, die Melodik ist umwerfend, die Zeilen "treffen" genau, es legt sich einem wie Rilke sagte "wie eine geige unters Kinn" ;)

Toll!

Gruß
Brian
Vor langer Zeit - Antworten
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