Du schlägst mich, doch ich liebe dich.
Du bist ein wichtiger Mensch für mich,
denn sonst wäre ich nicht auf dieser Welt,
die mir nicht immer gut gefällt.
Ich spüre deine Hand in meinem Gesicht,
sehe deine Wut und verstehe sie nicht,
denn ich versuche, gut zu sein.
Du bist oft kalt, lässt mich allein.
Du sorgst nicht wirklich gut für mich,
doch du bist meine Mutter und ich liebe dich,
weil ich sonst keine Mutter hab.
Ich spüre, meine Zeit wird knapp.
Zu oft bist du nicht mehr Zuhaus.
Zu oft gehst du mit Männern aus.
Zu oft lässt du mich ganz allein.
Ich will ein guter Sohn dir sein,
doch eigentlich bin ich zu klein.
Ich bin doch erst fünf Jahre alt.
Die Wohnung ist dunkel und auch kalt.
Der Kühlschrank ist auch völlig leer.
Du bist weg, als gäbe es dich nicht mehr.
Ich habe mich in mein Bett gelegt,
ganz still, habe mich gar nicht mehr bewegt,
habe helle Bilder an der Decke gesehn,
ein anderes Leben, es war sehr schön.
Dann bin ich hungrig eingeschlafen.
Als die Rettungskräfte bei uns eintrafen,
da gab es mich als Kind nicht mehr,
meine Seele war da, aber mein Körper war leer.
Jetzt sehe ich von oben auf dich herab.
Ich liebe die Mutter, die ich nicht mehr hab,
denn sie gab mir einst mein kurzes Leben.
Jetzt darf ich mit den Engeln schweben.
Jetzt sehe ich auf eine Welt herab,
die mir viel Leid und Schmerzen gab.
Jetzt ist es gut, ein Engel zu sein,
denn jetzt bin ich nie mehr allein.