Neulich schlich auf leiser Tatze
in unseren Garten Nachbars Katze.
Sie kroch vorsichtig auf dem Bauch,
aus unserem Grill, da stieg der Rauch.
Es stand auf einem Tisch daneben
lecker Grillfleisch, tod schon, ohne Leben.
War es das, was so lecker roch,
weshalb die Katze auf dem Bauche kroch?
Die Schwanzspitze schlug hin und her,
dann plötzlich sah ich sie nicht mehr.
Im hohen Gras war sie verschwunden.
Meine Blicke haben sie erst gefunden,
als sie tippelnd die Vorderbeine bewegte,
direkt vor dem Tisch, der sich nicht regte,
auf dem aber noch das Grillfleisch lag.
Ob das wohl auch eine Katze mag?
Die Katze hob ihr Hinterteil,
dann schnellte sie vorwärts wie ein Pfeil
und sprang galant auf den Tisch hinauf.
Nun nahm das Schicksal seinen Lauf,
denn der Tisch mit Grillfleisch und Katze wippte,
bevor er auf die Erde kippte.
Da lagen jetzt auf der Erde verteilt
Katze und Würstchen ineinander verkeilt,
Ein Schnitzel thronte auf den Katzenohren.
Der Grillabend schien für uns verloren,
denn die Lust am Grillen war jetzt plötzlich vorbei.
Wir haben so ungern Sand dabei
und damit war das Fleisch paniert.
Der Kater hat sich nicht geniert,
er hat sich ein Stück vom Fleisch genommen,
ist damit geschwind durch den Zaun entkommen.
Was nun? Vielleicht eine Pizza bestellen?
Das ist die Notlösung in allen Fällen.
Ich aber hob die Nase in den Wind,
roch, dass auch andere am Grillen sind.
Der Geruch kam genau von nebenan.
Wir haben das Vernünftigste getan:
Wir haben den Salat genommen,
sind zufällig zu unseren Nachbarn gekommen,
denn wegen ihrem Katzentier
blieben sonst unsere Mägen ziemlich leer.
Sie baten uns sofort herein,
forderten uns auf, ihre Gäste zu sein.
Im Laufe des Abends erzählte ich dann,
was uns ihr Kater angetan.
Wir haben herzlich gemeinsam gelacht.
"Bei uns hat er das noch nie gemacht,"
erklärte meine Nachbarin:
"Dazu geht er wohl zu anderen hin."
Schon wenig später war ich satt.
Wie gut, wenn man nette Nachbarn hat.
Schon wenig später am Abend dann
kam der Kater reumütig bei mir an.
Ich streichelte gedankenverloren
über die weichen Katzenohren,
wusste, dass wir auf diesem Wege Freunde fanden,
die mehr als unsere Tiere verbanden.
Im Stillen sagte ich: "Danke schön."
Jetzt freue ich mich, diesen Kater zu sehen.