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Nur aus der Ferne

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"Ich sehe dich und wage keinen Schritt ? und doch bist du so nah in meinem Herz."
Veröffentlicht am 08. April 2026, 8 Seiten
Kategorie Sonstiges
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Ich sehe dich und wage keinen Schritt ? und doch bist du so nah in meinem Herz.

Nur aus der Ferne

Ich sitze am Fenster und denke an dich, Ella. Ich bin vielleicht zu schnell weggezogen, bevor meine Sehnsucht noch größer wurde. Ich wollte nicht nur ein Platzhalter sein, kein Notstopfer in deinem Leben – nicht jemand, der da ist, nur um eine Lücke zu füllen, wenn sonst niemand kommt. Ich wollte echt sein, für dich und für mich. Also bin ich gegangen. Aber hier, in meinem Kopf, bleibst du. Immer in meinem Herz eingeschlossen, sehe ich dich an deinem Fenster stehen. Im verborgenen Licht sehe ich, wie du dich bewegst, in deinem wunderschönen, bunten Kleid. Dein Lachen kann ich jetzt

noch hören – es hallt nach, sanft und klar, wie ein Lied, das ich immer wieder hören will. Es mischt sich mit dem Wind, der durchs offene Fenster weht, und für einen Moment fühle ich dich hier, als wärst du nur ein Raum weiter. Ich weiß, ich kann dich nicht berühren, aber dieses Lachen… es hält mich bei dir, auch in der Ferne. Ich war dir so nah an diesem letzten Sommerfest, als eine freche Locke dir ins Gesicht fiel. Niemand sonst hat es bemerkt, nur ich. Es war ein winziger, flüchtiger Moment – und doch ist er wie ein kleines Licht in meinem Herzen, das immer noch leuchtet. Ich wohne nicht

mehr direkt gegenüber, nicht mehr am Fenster, das dich so oft zeigte. Meine kleine Einzimmerwohnung hält mich jetzt fest, und ich sehe dich nicht mehr, nicht wirklich. Alles, was bleibt, bist du in meinen Erinnerungen – in jeder Bewegung, jedem Lachen, jedem Sonnenstrahl, der dein Gesicht berührt. Ich kann nicht zurück, und doch lebst du weiter… in meinem Herz. Der Sommerabend liegt schwer und warm über der Stadt. Das leichte Rauschen der Blätter mischt sich mit dem fernen Lachen von Menschen auf der Straße. Du bewegst dich im Takt deiner eigenen Bewegung, eine leise Drehung, das Kleid

schwingt sanft im Wind, der durchs Fenster weht. Ein Duft von Sommerblumen erreicht mich flüchtig, und für einen Moment fühlt es sich an, als wärst du nur ein Atemzug entfernt. Ich sitze da, in meiner kleinen Wohnung, und alles um mich herum ist still – nur du lebst in meinem Herz weiter, wie ein heimlicher Sommertraum, der niemals vergeht. Da merke ich deine Sehnsucht, wie sie in mir brennt, tief und unverändert. Sie ist kein lautes Feuer, sondern ein stetiges Glühen, das mich warm hält und zugleich schmerzt. Jeder Gedanke an dich ist wie Funken, die durch mein Herz tanzen –

manchmal hell, manchmal nur ein schwaches Leuchten, aber immer da. Ich kann dich nicht greifen, nicht zurückholen, und doch bist du lebendig in jedem Schlag meines Herzens. Ich ziehe mir die Jacke an, spüre die kühle Luft auf meiner Haut, und laufe los, Schritte auf dem Asphalt, gleichmäßig, aber getrieben von einem unsichtbaren Magneten. Ich laufe und laufe, lasse Gedanken an den Tag hinter mir, die Straßenlichter verschwimmen zu einem Schleier. Nach knapp 30 Minuten stehe ich vor deinem Haus. Ich gehe nicht hinein, ich klopfe nicht, ich will nichts zerstören – ich will nur einen

Moment lang dich sehen. Dort, am Fenster, in deinem Licht, lebst du weiter, so nah und doch unerreichbar. In diesem Augenblick ist alles, was zählt, dass ich dich noch sehen kann, auch wenn es nur aus der Ferne ist. Die Stimmen, die mir so vertraut sind, springen wie Funken zu mir herüber. Ich sehe dich, und mein Herz stolpert, doch ich wage mich keinen Schritt zu bewegen. Du stehst wirklich da, nicht weit von mir entfernt, und für einen Moment ist alles andere still. Die Welt um uns verschwimmt, nur du bleibst klar und lebendig vor meinen Augen, und mein Herz schreit nach dir, während

meine Beine erstarren. Ich möchte laufen, möchte rufen, möchte… und doch bleibe ich stehen, nur um dich zu sehen, so nah und doch unerreichbar. Ich bewege mich auf dich zu, vielleicht ein paar Worte mit dir zu reden. Doch bevor ich reagieren kann, sehe ich, wie dein Mann aus der linken Ecke kommt – ein ausgeträumter Traum. Nun muss ich heim, ohne ein Wort mit dir gesprochen zu haben. Und trotzdem ist es gut so. Denn jetzt weiß ich, ihr habt euch vertragen, und das reicht mir: dich glücklich zu sehen.

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drachenzaehmer

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Bleistift 
"Nur aus der Ferne..."
Dies scheint mir die romantisch verklärte Liebe in einer platonischen Beziehung zu sein...
Es kommt mir daher vor, wie ein ewiges Zielen und ein niemals Abdrücken... ...smile*
Aber... ich finde, Drache... Du hast eine absolute Stärke, nämlich eine wunderbare Schreibe, besonders was die Wortwahl und die Formulierung der Story angeht... ...smile*
Carpe diem!....
beste Grüße
Bleistift :-)
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