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Der Lenz plaudert Geheimnisse aus

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"Der Lenz plaudert Geheimnisse aus"
Veröffentlicht am 08. März 2026, 10 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben. Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen. Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.
Der Lenz plaudert Geheimnisse aus

Der Lenz plaudert Geheimnisse aus

Autor: Hallo Herr Lenz, Sie wehen mir gerade durchs offene Fenster hinein, wollen nur meine Sinne verwirren und gleich weiterfliegen, um ein neues Opfer zu betören. Hätten Sie nicht Lust, bei einer Tasse Kaffee für ein kleines Interview zu verweilen. Lenz: Ein Kaffee könnte nicht schaden und neugierig bin ich auch. Also, was möchten Sie gerne wissen? Autor: Sie werden doch seit Jahrtausenden immer wieder mit Frühlingsgedichten begrüßt. Da kann doch nichts Neues mehr dabei sein. Langweilt Sie das nicht? Lenz: Ach , Ihr westlichen Autoren mit Eurem Novitätswahn. Natürlich bleibt

ein Veilchen ein Veilchen, eine Lerche eine Lerche und Sehnsucht bleibt Sehnsucht. Im Sinne neuer Geschehnisse kann sich in Frühlingsgedichten also nicht viel ändern. Ich halte es mit dem antiken Kunstideal der Imitatio, also mit der gefälligen Abwandlung von überkommenen Gedichten. Autor: Zugestanden, aber auch bei dieser Sichtweise wird es doch irgendwann monoton. Lenz: Ich staune immer wieder über den Einfallsreichtum mancher Frühlingsdichter. Sie wissen natürlich um den Überdruss und machen ihn selbst zum Gegenstand witziger Gedichte. Autor: Sie sind sehr nachsichtig, Herr Lenz.

Lenz: Ich bin Lebenskünstler, suche mir aus dem Überfluss das Schönste heraus und denke nicht daran, durch Krittelei meine Werbetexter zu verunsichern. Autor: das Schönste? Haben sie Favoriten unter den Frühlingsdichtern? Lenz: Da stellen Sie mir eine schwierige Frage, denn meine Stimmungen schwanken und sind auch der Mode unterworfen. Autor: So wird es wohl jedem ergehen, aber gibt es für Sie einen „unverwüstlichen“ Klassiker? Lenz: An Eduard Mörike geht kein Weg vorbei. Ich zitiere ihn, weil ich ihn jedes Jahr wieder hören mag.

Eduard Mörike: Er ist's Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. – Horch, von fern ein leiser Harfenton    Frühling, ja du bist's! Dich hab' ich vernommen! Autor: Ja, das ist wohl der Klassiker, Herr Lenz, wer könnte Ihnen widersprechen. Aber können Sie uns auch eines jener selteneren Gedichte

zitieren, die den bekannten Überschwang der Gefühle durch Humor ersetzen? Lenz: Ja, Frank Wedekind, der Autor von „Frühlingserwachen“ verstand sich auf beides. Ich zitiere Ihnen ein weniger bekanntes Gedicht: Frank Wedekind: Frühling Ich war ein Kind von fünfzehn Jahren, Ein reines unschuldsvolles Kind, Als ich zum ersten Mal erfahren, Wie süß der Liebe Freuden sind. Er nahm mich um den Leib und lachte Und flüsterte: O welch ein Glück! Und dabei bog er sachte, sachte Den Kopf mir auf das Pfühl zurück.

Seit jenem Tag lieb' ich sie alle, Des Lebens schönster Lenz ist mein; Und wenn ich keinem mehr gefalle, Dann will ich gern begraben sein. Sie Schlaumeier, ich sehe gerade auf ihrem Schreibtisch, dass Sie selbst versuchen, vom Frühlingspathos loszukommen. Dann zitieren wir das doch auch noch: Vorfrühling Krähen krächzen und verspotten deine Frühlingssehnsucht. Letzte frostverprellte Blätterklammern sich noch immeran den Rosenstrauch. Aber du lässt dich nicht beirren, banale Beweise festzuhalten,

als könntest du mit der Natur diskutieren. Die Schneefelder am Berghang werden Tag für Tag kleiner. Du siehst den zerzausten Rasen und färbst ihn mit jedem Blick grüner. Im Windschutz der Sträucher grinsen ein paar Winterlinge. Die Luft ist still und wartet auf die Frühlingsstürme. Du aber bist ungeduldig und erträumst dir schonVeilchen. © Ekkehart Mittelberg, März 2013 Autor: Verraten Sie mir noch, welche Ihre Lieblingsblumen sind, Herr Lenz?

Lenz: Ein anderes Mal, mein Lieber, wenn die Veilchen blühen, wehe ich wieder bei Ihnen hinein. Doch jetzt habe ich mich mit dem Zephyr verabredet. Wir suchen nach der ersten Lerche, der wir einen warmen Aufwind bescheren möchten. Ich lasse Ihnen dies mal als Idee für Ihr nächstes Gedicht da. Autor: Vielen Dank für das Interview, Herr Lenz. Verwirren Sie nicht zu viele Herzen, die Ihren Flügen nicht folgen können.

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Über den Autor

Phantasus
Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben.
Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen.
Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.

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Flocke 
Auch mir hat es Spaß gemacht dein Interview mit Herrn Lenz
zu lesen.
Du kommst auf Ideen, super! :-)
Ich wünsche dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße, Kathi.
Heute - Antworten
Enya2853 Lieber Ekki,
was für eine schöne Idee, uns ein Interview mit "Herrn Lenz" zu präsentieren. Hat Spaß gemacht zu lesen. Wunderbar bestückt mit bekannter Frühlingslyrik (die mir nie langweilig wird) und obendrein gewürzt mit einer interessanten Eigenkreation des "Autors". Super gemacht.
Ich genieße diese ersten Frühlingstage, heute flog bei meinem Spaziergang ein Falter munter vor mir her und an den Büschen zeigt sich lichtes Grün. Einfach schön.

Danke dir und weiter gute Erholung.
Liebe Grüße
Enya
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Phantasus Grazie für deinen charmanten Kommentar, Enya
Liebe Grüße
Ekki
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Bleistift 
"Der Lenz plaudert Geheimnisse aus..."
In der Tat, lieber Ekki, ein interessantes Interview, gemischt mit einem gut sortierten Potpourri aus altbekannten Frühlingsgedichten. Fehlt bloß noch Claire Waldoff, die dazumal zum Thema mit ihrer kratzbürstigen Stimme sang: "Der Lenz, der Lewewenz, der war da...." ...smile*
LG zu Dir,
Louis :-)
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Phantasus Grazie Louis,
ich freue mich über jede Bereicherung. Den Song von Claire Waldoff kannte ich nicht.
LG
Ekki
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Brubeckfan Lieber Ekkehart,
Danke für das erbauliche Gespräch!
Sonnengrüße,
Gerd
der gestern den ersten Falter sah -- und die erste Fruchtfliege ...
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Phantasus Merci Gerd,
kannst du dich noch erinnern, welche Farbe der Falter hatte?
Ich habe nämlich gestern auch einen gesehen. Er war ein seltenes zitonengelbes Exemplar.
Liebe Grüße
Ekki
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Brubeckfan Er war entweder weiß oder hellgelb und flog sehr schnell am Fenster vorbei. Richtung Westen. Sicher zu Dir?
Heute - Antworten
Kornblume Welch Glück für uns my storys Leser,das Du nicht Markus Lanz,
dem Vielplauderer und Selbstdarsteller, zum Nachmittagskaffee eingeladen hast.
Grüße Herrn Lenz von mir. Wenn er "Schmack" auf Rouladen hat, kann er bei mir morgen zum Mittagessen und Plaudern vorbei kommen.
Ich freue mich sehr, wieder von Dir zu lesen. "Alles Gute für Dich und Deine Frau", wünscht die KOrnblume.
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Phantasus Gracias für deinen lieben Gruß, Martina.
Wenn es um Rouladen geht, würde ich mich sogar gegenüber dem charmanten Herrn Lenz vordrängen.
Liebe Grüße
Ekki
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