Kurzgeschichte
Das Loch

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"Das Loch"
Veröffentlicht am 30. Januar 2026, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Pixabay geralt
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben. Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen. Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.
Das Loch

Das Loch

Das Loch

Es ist ein sonniger Tag im Goldenen Oktober und er läuft vergnügt durch den Herbstwald, dessen Boden mit einer dichten Schicht herabgefallener Blätter bedeckt ist.Plötzlich gibt der Untergrund unter seinen Füßen nach, und er fällt in die Tiefe. Er hat sich bei dem Sturz nicht verletzt und kann, nachdem noch einiges Laub auf ihn herab gesegelt ist, die Umrisse des Lochs erkennen, in das er gefallen ist. Wenn er sich auf die Zehenspitzen stellt, fehlt etwa ein halber Meter, um sich an der Peripherie des Lochs hoch zu stemmen. Er versucht vergeblich, die

Kante des Lochs mit Sprüngen zu erreichen. Danach sucht er umsonst den Boden des Lochs nach Steinen ab, die er aufschichten könnte, um die Höhe für seine Sprünge zu verringern.Er kann die Funktion des Lochs nicht erkennen. Offensichtlich wurde es nicht von Jägern ausgegraben, denn die hätten an seinem Boden eine Falle für Wild aufgestellt, das in das Loch gefallen wäre. Diese hätte für ihn eine Verletzungsgefahr bedeutet, aber andererseits hätte er darauf vertrauen können, dass die Jäger sich vergewissert hätten, ob sie erfolgreich waren, und sie hätten ihn aus seiner bedrohlichen Lage befreit. Es wurde ihm bewusst, dass er sich selbst

aus seinem Verlies nicht retten konnte und dass er auf Hilfe von außen angewiesen war. Er entschloss jetzt um Hilfe zu rufen. Doch er wusste, dass seine Chance gehört zu werden, gering war, denn er hatte bewusst den Wanderweg verlassen und war quer durch den Wald gelaufen, weil abseits vom Wege mehr von dem Laub lag, dessen modrigen Duft er so gerne roch. Er begann mit Pausen zu rufen, weil ihm klar war, dass er seine Kräfte schonen müsste. Es könnte sehr lange dauern, bis ihn jemand hören würde. Er hatte auch niemanden darüber informiert, dass er im Wald spazieren gehen würde und wo das

Waldstück lag. So war er auf den Zufall angewiesen, dass jemand den einsamen Wanderweg in der Nähe des verwünschten Lochs benutzte oder dass Forstarbeiter das Waldsegment, in dem er gefangen war, inspizierten. Die letzten Strahlen der Abendsonne fielen in das Loch, und er schichtete Laub für ein provisorisches Bett in kalter Nacht auf. Bald war es stockdunkel, und er hörte trostlos das Rascheln der Waldtiere über ihm und die Rufe eines Käuzchen, die ihn nach einem alten Aberglauben an seinen Tod erinnerten, den er bisher aus seinem Denken verdrängt hatte. Schließlich schlief er in den frühen Morgenstunden übermüdet und

verzweifelt ein. Am anderen Morgen meldete sich zum ersten Male der Durst, von dem er wusste, dass er ihn noch schlimmer quälen würde als der Hunger. Die Blätter am Boden des Lochs waren feucht von Tau. Er entschied sich, sie abzulutschen, wenn er den Durst nicht mehr würde aushalten können, obwohl ihm klar war, dass er den geringen Gewinn von Feuchtigkeit mit Magenschmerzen würde  bezahlen müssen.Er vergrößerte die Intervalle zwischen seinen Hilferufen, um sich nicht zu sehr zu verausgaben. Aber es blieb totenstill, und er begann die Hoffnung zu verlieren, denn Durst und Hunger wurden in den folgenden Tagen

so heftig, dass er öfter das Bewusstsein verlor und das Gefühl für die Tageszeit ihn verließ. Nachdem dieser Zustand tagelang angedauert hatte, verfiel er in ein Delirium, in dem er mit den Fehlern seines Lebens konfrontiert wurde, aber auch Glückszustände erlebte, weil er sich zeitweise gerettet glaubte. Wenn er in die Wirklichkeit zurück fand, wurde seine Verzweiflung um so größer  und er sehnte sich in das Delirium zurück. Wochen später fanden Pilzsammler seine Leiche in dem Loch.

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Über den Autor

Phantasus
Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben.
Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen.
Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.

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PamolaGrey "Der Text schildert eindringlich das verzweifelte Überleben eines Menschen, der in einem Waldloch gefangen ist. Er zeigt, wie schnell Einsamkeit, Hunger und Durst die Hoffnung schwinden lassen und wie stark die menschliche Psyche zwischen Verzweiflung und imaginärer Rettung schwankt. Am Ende bleibt nur die unbarmherzige Realität – ein eindrucksvolles Bild menschlicher Verwundbarkeit."
LG Pam
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Grazie, Pamola. Du hast das Wesentliche des Textes genau erfasst.
Liebe Grüße
Ekki
Vergangene Woche - Antworten
Gabriele 
Lieber Ekki,
deine Geschichte vom Loch habe ich gerne gelesen und so traurig sie ist, so etwas passiert ja nun leider nicht selten.......
....dennoch musste ich kurz daran denken, wie ich immer wieder von Berichten fasziniert bin, dass Menschen durch "Selbstverstümmelung" zum Beispiel aus Felsspalten heraus gekommen sind und wundersamer Weise überlebt haben.
Viele liebe Grüße für einen schönen Sonntag
von Gabriele
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Grazie, Gabriele. Ich mag auch Geschichten mit einem happy end. Diese sollte gleichnishaft auf sinnlose Schicksalsschläge verweisen.
Liebe Grüße
Ekki
Vor einem Monat - Antworten
Brubeckfan Nach dem Lesen dachte ich, grausam, warum das denn. Aber man könnte es auch symbolisch lesen: Katastrophe einer Person oder der Menschheit, erreichter Punkt ohne mögliche Umkehr.
Viele Grüße,
Gerd
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Gracias, Gerd. Die Lesart der Interpretation steht jedem frei. Ich wollte eine symbolische Geschichte dazu schreiben, dass Schicksalsschläge oft sinnlos sind. Der Protagonist der Geschichte fällt nicht schuldhaft, sondern zufällig in das Loch.
Liebe Grüße
Ekki
Vor einem Monat - Antworten
Brubeckfan Aha. Ja auch wenn die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis äußerst winzg ist, heißt das nicht, irgend eine fiese/edle Absicht stecke dahinter.
--
Ein wenig erinnert Dein Text auch an "Die Verwandlung".
Aber nun bringst Du wieder Angenehmeres?
;-)
Viele Grüße,
Gerd
Vor einem Monat - Antworten
Flocke 
Lieber Ekki,
deine Geschichte hab ich gestern Abend noch im Bett gelesen.
Puhhh... da musste ich mir danach schnell etwas Romantik gönnen :-)
damit mich deine super geschriebene Geschichte
nicht in ein Loch reißt ...

Es ist wirklich grausam, sich nicht mehr selbst helfen zu können.
Wie oft wird vor Leichtsinnigkeit gewarnt, und wie oft wird von sicheren Wegen abgewichen.........
und mit Rettungsaktionen dann andere Leben gefährdet.

Schönes Wochenende und liebe Grüße!
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Liebe Flocke,
vielleicht ist unser geliebtes Forum "Mystorys" ein bisschen romantiklastig. Aber du schreibst ja, dass dir meine Kurzgeschichte dennoch gefällt.
Mit Dank und lieben Grüßen
Ekki
Ekki
Vor einem Monat - Antworten
Flocke 
aber JAAAA, gefällt sie mir,
ich sollte es nicht abends lesen *lach*

schönen Abend!
Vor einem Monat - Antworten
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