Journalismus & Glosse
SP115 Mit den Augen des Betrachters - Das Leben als Maskenspiel

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"SP115 Mit den Augen des Betrachters - Das Leben als Maskenspiel"
Veröffentlicht am 05. Januar 2026, 6 Seiten
Kategorie Journalismus & Glosse
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Über den Autor:

Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben. Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen. Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.
SP115 Mit den Augen des Betrachters - Das Leben als Maskenspiel

SP115 Mit den Augen des Betrachters - Das Leben als Maskenspiel

Mit den Augen des Betrachters

Schreibparty 115 Mit den Augen des Betrachters. Das Leben als Maskenspiel Die Vorgabewörter des Challenge lauten: Denkpause, Clown, Wolkenbildung, rostrot, Brücke, Kieselsteine, träumen. Als Genre der Darstellung habe ich die Glosse gewählt Das Bild Nr. 1 von Feedre diente mir als Impulsgeber.

Mit den Augen des Betrachters Welcher Autor kennt das nicht? Seine Fantasie ist erschöpft und er braucht eine Denkpause. Er gleicht darin dem Clown, der müde von seiner ewigen Verwandlung lieber weinen als lachen möchte. Wir gehen individuelle Wege, um unsere Fantasie zu

regenerieren. Auch unsere Betrachtungsweisen sind unterschiedlich, denn wir sehen unsere Umwelt von unterschiedlichen Standorten und Perspektiven mit den Augen des Betrachters. Unsere Sichtweisen differieren, als wären wir mit Masken ausgestattet, deren Sehschlitze unterschiedliche Segmente der Wirklichkeit erfassen. Eines scheint uns jedoch alle zu verbinden. Wir versuchen hinter Masken in unterschiedliche Persönlichkeiten zu schlüpfen, um unsere Fantasie zu beleben. Dabei hilft, sich in die Wolkenbildung zu versenken, auf den Wolken in immer neue Performationen zu schweben, von den leichten Zyrrhuswölkchen der Heiterkeit und Anmut über die schweren drohenden Wolken der Angst und des Zorns, von den lieblichen weißen Wölkchen der Schwerelosigkeit zu den schwefelgelben und rostroten Wolken der Leidenschaften. Aber wir Dichter pendeln zwischen Himmel und Erde, um unsere Impressionen aus immer neuen Quellen zu schöpfen, um die Augen des Betrachters

nicht durch gewohnte Blicke zu ermüden. Wie gerne stehen wir auf Brücken, um in den Fluss des Lebens zu schauen. Das ist der magische Ort der Imagination. Wir denken über den Bau von Brücken nach. Werden sie für fruchtbare Begegnungen sorgen oder werden auf ihnen Waffen transportiert? Werden sie für den Austausch von Freunden betreten oder dienen sie feindlichen Spionen? Wandeln auf ihnen fröhliche Masken, die das Konfetti der Heiterkeit versprühen, oder finstere Mächte? Dann senken wir unseren Blick von der Brücke auf den Fluss. Er ist das Symbol des Lebens und der Schöpfung: Panta rhei, alles fließt. Wir erblicken in dem klaren Wasser die Kieselsteine, die die Fluten zu unterschiedlichen Formen und Farben geschliffen haben, so wie wir Autoren es mit den Motiven unserer Werke in unterschiedlichen Textsorten, Metren und Rhythmen versuchen. Damit wir nicht aus dem Rhythmus fallen, schlagen wir mit Taktgefühl die Metren unserer Gedichte und unserer Prosa. Doch nicht immer will uns das gelingen und unsere Kritiker zeigen uns rostrote Brüche. Dann

benehmen wir uns wie Clowns und flüchten uns hinter undurchdringlich schwarze Masken, deren abstehende Haare unsere Verletzlichkeit zeigen. Wir brauchen wieder eine Denkpause, damit die Wunden der Eitelkeit heilen. Aber wenn wir uns erholt haben, tauchen wir wieder ein in den azurblauen Raum der Fantasie, um unser zweites Leben als Maskenspiel fortzusetzen, und wir träumen und träumen und träumen von liebevoller Umarmung und der zarten Schleife der Anerkennung.


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Über den Autor

Phantasus
Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben.
Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen.
Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.

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drachenzaehmer Wundervoll geschrieben! Die Metaphern von Masken, Clowns und dem Fluss des Lebens regen wirklich zum Nachdenken an. Deine Worte fangen die kreative Reise des Autors perfekt ein!
LG Mike
Vor ein paar Wochen - Antworten
Phantasus Ich freue mich sehr über deinen einfühlsamen Kommentar, Mike.
Liebe Grüße
Ekki
Vor ein paar Wochen - Antworten
FranckSezelli Hallo Ekki,
sehr poetische Betrachtungen, das gefällt mir. Solche Gedanken wie zu den Sehschlitzen der Masken, die unterschiedliche Segmente der Wirklichkeit erfassen, oder die rostroten Wolken der Leidenschaften. Oder weiter zum Fluss als Gleichnis des Lebens. Sehr kreativ! Meine zarte Schleife der Anerkennung hast du.
Freundliche Grüße
Franck
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Gracias dafür, Franck, dass du dich auf meine Metapern eingelassen hast.
Liebe Grüße
Ekki
Vor einem Monat - Antworten
FranckSezelli Avec plaisir !
Vor einem Monat - Antworten
FLEURdelaCOEUR Einfach fantastisch,lieber Ekki!
Kann mich den andern nur noch in Hochachtung anschließen, alles wurde bereits gesagt.
Bin mal wieder zu spät dran, sorry!
Liebe Grüße in den Sonntag,
fleur
Vor einem Monat - Antworten
Phantasus Merci, fleur,
ich freue mich sehr über dein Kompliment, weil ich weiß, dass du von Literatur praktisch und theorerisch sehr viel verstehst.
Liebe Grüße aus dem sonnigen Hessen
Ekki
Vor einem Monat - Antworten
FLEURdelaCOEUR Lieber Ekki, das ist ja wieder ein Kompliment an mich, das mein ehemaliger Deutschlehrer so niemals unterschrieben hätte! Nach unserem Klassentreffen anlässlich unseres "Goldenen Abiturs" schrieb ich ein paar Zeilen und sprach mit ihm darüber. Er meinte, ich solle es sein lassen ... Dabei war Deutsch/Literatur immer mein Lieblingsfach und Aufsätze schrieb ich für mein Leben gern ... :-)))
Danke dir von Herzen mit sonnigen Grüßen von der Saale, aus Merseburg, der Stadt der Zaubersprüche,
fleur
Vor einem Monat - Antworten
Kornblume Hallo Ekki,
vergiss nicht den Beitrag im Forum zu verlinken,sonst wird er nicht gewertet. Das fände ich sehr, sehr schade. Wenn Du Hilfe brauchst, kann ich es für Dich machen.
Kornblumenblaue Grüße aus dem verschneiten Sachsen Anhalt an Dich.
Vor ein paar Monaten - Antworten
Phantasus Grazie für die Erinnerung, Martina. Würdest du die Verlinkung bitte für mich übernehmen. Ich schaue mir an, wie das geht, und mache es das nächste Mal selbst.
Liebe Grüße aus dem ebenfalls verschneiten Oberhessen
Vor ein paar Monaten - Antworten
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