Kurzgeschichte
Ich bin ein Mensch - holt mich hier raus - Forumsbattle 35

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"Etwas zum Lachen, etwas zum Nachdenken. Und das auch noch in einem einzigen Buch..."
Veröffentlicht am 19. Oktober 2014, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Körperlich 53, aber doch innen auch irgendwie ein bisschen Kind - manchmal auch ein bisschen arg was wohl zum Teil auch an meinen diversen Krankheiten liegt. Ich schreibe gerne Bücher um mich von der Welt ein bisschen abzulenken die ich zu einem grossen Teil nicht verstehen kann, und auch grösstenteils gar nicht will. Das führt dazu dass in meinen Büchern einerseits viel von mir zu finden ist, und doch spielen auch viele andre Elemente in ...
Etwas zum Lachen, etwas zum Nachdenken. Und das auch noch in einem einzigen Buch...

Ich bin ein Mensch - holt mich hier raus - Forumsbattle 35

Vorwort

Die Folgende Geschichte entstand für das Forumbattle 35 - 10 der folgenden 12 Wöter mussten unter Thema "Recht auf Flucht" mit aufgenomme werden


Rotzlöffel Dilemma deklamieren fragmentarisch Dreck versündigen Schrei geblümt

Pippi-Langstrumpf-Radlerhose wankelmütig Ufer

Depression


Hinweise zu meiner Geschichte

1) Sie spielt zu einer Zeit als Polizisten noch grüne Uniformen trugen.

2) Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, Handlungen und Orten sind rein zufällig. Nur das eine oder andere kleine Element aus dem echten Leben spielt mit rein

(c) Geschichte und Cover JeanneDarc

Ich bin ein Mensch - Holt mich Hier raus

Sabine saß wieder einmal am Ufer eines kleinen Sees in der Nähe ihrer Wohnung. An diesem kleinen See fühlte sie sich wohl. Sie konnte die Natur beobachten und sich mit den vielen Wesen der Natur unterhalten. Die meisten Menschen waren so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht mehr merkten, dass so manche Windböe durch den Flügelschlag einer Elfe ausgelöst wurde.


Auch die Geräusche, die man in der Natur hören konnte, waren bei weitem nicht alle von Menschen oder Tieren. Sehr viele Geräusche wurden durch Trolle, Gnome und Kobolde

verursacht. Immer wieder versuchten diese Wesen, wie in früheren Zeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Doch heutzutage wollte das nicht mehr gelingen. Kein Mensch achtete mehr auf die Natur. Die Menschen achteten nur noch auf sich selbst und gelegentlich auch auf andere Menschen. Oft taten sie dieses auch nur deshalb, um anderen Menschen auszulachen, oder auf andere Art und Weise zu demütigen. So ging es auch Sabine. Was wurde sie von den anderen Menschen ausgelacht, wenn sie wieder einmal ihre Lieblings Radlerhose an hatte. Auf dieser Pippi-Langstrumpf-Radlerhose waren verschiedenste Szenen aus den Pippi-Langstrumpf-Folgen aufgedruckt.


In ihrem Bekanntenkreis wurde sie damit allerdings oft verlacht. Sie hörte ständig: „Sabine, sowas kann man doch mit fast 50 nicht mehr anziehen.“ Sabine fragte sich was das sollte. War das denn nicht ihr Leben das sie lebte? Was ging es die anderen an, welche Kleidung sie anzog? Die ständigen Demütigungen und Hänseleien führten im Lauf der Zeit dazu, dass Sabine immer mehr Depressionen bekam.

So ging das einige Wochen, Monate und Jahre, doch dann geschah es. Sabine saß zuhause und schrie ohne Grund wie am Spieß, so laut, dass es die gesamte Nachbarschaft auf den Plan rief, die sofort

Polizei und Krankenwagen riefen. Die Polizei klopfte und rief, doch Sabine öffnete nicht die Tür. Da die Schreie nicht aufhören wollten, bestand nach Ansicht der Polizei Gefahr im Verzug und sie brachen die Türe auf. Mit Entsetzen wateten sie durch einen unvorstellbaren Dreck. Jede Messie-Wohnung, die man im Fernsehen schon gesehen hat war 10mal aufgeräumter und sauberer, als das was sie hier sahen. Und es war ja nicht nur der Dreck alleine, auch der Gestank war nahezu unerträglich.


Unterdessen schrie Sabine weiter: „Versündigt Euch nicht an mir, Gott ist mit mir“ Und auch damit war es noch nicht genug. Plötzlich, ohne jeglichen

erkennbaren Zusammenhang, fing Sabine an irgendwelche alten Gedichte von alten Meistern zu deklamieren. Als sie fertig war mit Deklamieren, schrie sie einen der Polizisten an: "Du alter Rotzlöffel, Du bist wie Schnittlauch: Außen grün und innen hohl."


Jetzt war es für die Polizisten endgültig genug und sie veranlassten zusammen mit der Krankenwagenbesatzung, dass Sabine schnellstmöglich in eine Psychiatrie eingeliefert wird. Zuerst registrierte Sabine das gar nicht, so sehr hatte sich in das alles hineingesteigert.


Erst als die Sanitäter sie in den Krankenwagen brachten und mit Blaulicht

davon fuhren, da ahnte sie so langsam in was für ein Dilemma sie sich gebracht hatte. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt hielt der Krankenwagen an und sie standen vor einem großen Gebäude, das allerdings auf den ersten Blick gar nicht an ein Krankenhaus erinnerte, sondern eher an ein Hotel. Die Rettungssanitäter begleiteten Sabine an die Rezeption. Sabine fiel gleich die geblümte Tapete hinter der Rezeption auf und sie fragte sich, wo sie hier wohl war. Mittlerweile hatte sie sich wieder etwas beruhigt und so ahnte sie es schon, dass sie wohl in eine Psychiatrie gelandet war.

Die Rettungssanitäter verabschiedeten sich und Sabine bezog ihr Zimmer. Zum Glück

war es in dieser Klinik üblich, dass jeder Patient sein eigenes Zimmer hatte. Wie es nach solchen Zwangseinweisungen üblich ist, musste sie die nächsten Tage von einer Untersuchung zur nächsten und wurde auch von einem Richter begutachtet, der entscheiden musste, ob sie zu Recht zwangseingewiesen wurde. Lustig fand Sabine die Handpuppen, die überall in der Klinik zu finden waren und die ganz offensichtlich als Therapiepuppen benutzt wurden. Sie ahnte schon, dass diese Handpuppen in ihrem Leben schon bald eine sehr große Rolle spielen würden. Es vergingen einige Tage, dann merkte sie, dass diese Puppen ihr sehr halfen ihr seelisches Gleichgewicht wieder zu finden. Doch die

Klinik sah das anders und betrachtete die Puppenliebe von Sabine als ein weiteres Zeichen dafür, dass sie nicht alleine lebensfähig ist und sie eine Gefahr für sich und die Umwelt darstellt. Sabine kämpfte mit allen Mitteln dafür, wieder ein eigenes Leben führen zu können. Sie wollte unbedingt raus aus der Psychiatrie, denn ihrer Ansicht nach hatte sie ein Recht auf Flucht. Und so schrieb sie jeden Tag aufs Neue an die Wand in ihrem Zimmer: „Ich bin ein Mensch, holt mich hier raus“, doch auch das führte nur dazu, dass die Klinik sie erst recht nicht gehen ließ…

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Hörbuch

Über den Autor

JeanneDarc
Körperlich 53, aber doch innen auch irgendwie ein bisschen Kind - manchmal auch ein bisschen arg was wohl zum Teil auch an meinen diversen Krankheiten liegt.
Ich schreibe gerne Bücher um mich von der Welt ein bisschen abzulenken die ich zu einem grossen Teil nicht verstehen kann, und auch grösstenteils gar nicht will.
Das führt dazu dass in meinen Büchern einerseits viel von mir zu finden ist, und doch spielen auch viele andre Elemente in meine Bücher mit rein.

Ich bin mittlerweile in einigen Anthologien vertreten, daher zieht es mich auch nicht runter, wenn jemand meine Geschichten mal nicht mag. Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Und wenn sie niemandem gefallen würden, hätten es nicht einige Geschichten von mir in Bücher hinein geschafft


Ausser Bücher schreiben spiele ich Keyboard, und habe so einiges an Handpuppen.
auch auf meinem Profilbild ist normalerweise eines zu sehen.


und zum schluss noch was mich inspiriert : Eigentlich das Leben und was in diesem so passiert,
das kann manchmal ein Lied sein oder ein Erlebnis, oder auch ganz was anderes...
Beim Schreiben mag ich gerne Country Music (Classic Country) während ich sonst mehr Liedermacherinnen höre wie z.b. mein muskalisches Idol Juliane Werding.
Ich bin gerade sehr stolz darüber dass ich im Keyboardunterricht nach gerade mal 1 Jahr mich nun erstmals an einem Lied von meinem Idol versuchen darf.
Was die schriftstellerischen Erfolge angeht - nunja - der eine oder andre Wettbewerb wurde mitgemacht und das beste was ich erringen konnte war ein 2.Platz (nicht hier auf mystorys) schaun wir mal wie sich mein Leben weiter entwickelt, obwohl, es ist eigentlich nicht ganz, aber fast, egal, denn das Leben schreibt die besten Bücher, ich schmücke sie nur aus und schreibe sie dann auf
Meine Vitag im Net Verlag: http://www.net-verlag.de/weinsanto-susanne.html

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koollook Außergewöhnliche Geschichte mit viel bitterer Ehrlichkeit des Lebens.

Viel Erfolg beim Battle.
Vor langer Zeit - Antworten
Frettschen 
Einen sehr guten Beitrag hast du hier abgeliefert!
Ich drücke dir die Daumen ...
Vor langer Zeit - Antworten
Andyhank Hm, scheinbar haben sie sie doch rausgelassen ... :D

Aber mal ehrlich, da fragt man sich oftmals - wo hört der Wahnsinn auf und wo fängt das Normalsein an ... Und andersrum auch ... ;)
Vor langer Zeit - Antworten
JeanneDarc Kennst das Buch "Irre - Wir behandeln die falschen" ? Sehr interessant in diesem Zusammenhang ;)
Vor langer Zeit - Antworten
Scheherazade Ein schöner Beitrag...toi,toi,toi!

LG
Schehera
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste 
Ein guter Beitrag!
Lg
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
Papiertiger Also, der Vergleich Polizist - Schnittlauch hat Lachstürme in mir ausgelöst. Richig schade, dass die Herrschaften mittlerweile in Blau herumlaufen :)) Ich drück die Daumen
lg
Helmut
Vor langer Zeit - Antworten
abschuetze Hallo JeanneDarc, du hast da wiede eine bemerkenswerte Geschichte geschrieben. Ich drücke dir die Daumen zum Battle.

LG von Antje

PS: Die Formatierung hast du klasse hinbekommen.Vielleicht lässt du noch mal jemanden drüber lesen, wegen der Kommasetzung? Ansonsten alles supi.
Vor langer Zeit - Antworten
GerLINDE 
Liebe JeanneDarc,
Deine Battle 35 Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Ich drücke Dir, wie immer, die Daumen.
Lieben Gruß
Gerlinde
Vor langer Zeit - Antworten
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