Es ist schon ein paar Jahre her,
wie lange, weiß ich heut nicht mehr,
da kamen meine Kinder angetrabt.
Sie haben ein Kästchen dabeigehabt.
Ich ahnte es schon unheilsschwer,
das Kästchen ist bestimmt nicht leer.
So standen sie vor mir mit Dackelblick,
dann gab es für mich kein zurück.
„Sieh mal, Mama, was wir gefunden haben,
es lag in einem Straßengraben.“
Sie drückten mir das Kästchen in die Hand.
Ach, hätte ich mich nur rechtzeitig abgewandt.
Nun aber war es für mich zu spät.
Es war, wie es oft im Leben geht.
Ich machte dieses Kästchen auf.
So nahm das Schicksal seinen Lauf,
denn stolz verkündeten nun die ehrlichen Finder:
„Da drinnen sind drei Katzenkinder.“
Sie lagen da, total verschreckt,
beschissen, mit Urin bedeckt
und offensichtlich auch sehr schwach.
Ich dachte nun nicht lange nach,
schickte meine Kinder nun zur Katzenwäsche.
Ich holte derweil aus der Nische
Katzenmilch, die wir immer im Hause haben.
Daran durften sich die drei dann laben.
Ach, dachte ich, noch mehr Getier.
Wir haben bald keinen Platz dafür.
Wo haben die Kinder das bloß her?
Die Antwort fiel mir gar nicht schwer,
denn ich war auch nicht anders als Kind,
wie es heute meine drei nun sind.
Ich war im ganzen Ort dafür bekannt,
dass ich zu Tieren schnell einen Draht fand,
dass ich mich kümmerte, ob groß, ob klein.
Wie sollte es bei meinen Kindern anders sein?
Wir haben dann den Kätzchen ein Fläschchen gegeben.
Mühsam erhielten wir sie am Leben.
Sie durften natürlich auch bei uns bleiben.
Die Dankbarkeit kann ich kaum beschreiben.
Doch werde ich niemals verstehen,
wie Menschen manchmal mit Tieren umgehen.
Wie herzlos sind die Menschen auf dieser Welt,
wenn nicht einmal ein Katzenleben zählt?
„Siehst du Mama“, sagten meine Kinder: “es ist doch schön,
dass wenigstens wir anständig mit Tieren umgehen.“