Krimis & Thriller
Julias gefährliche Männer Teil 9 - "Lauf so schnell du kannst"

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"Wo ist Mark? Keiner hat ihn gesehen..."
Veröffentlicht am 22. März 2014, 36 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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Über den Autor:

Ich bin ein Ruhrpott Kind, 45 Jahre, lebe mit meinem Mann und unseren Kindern in Dortmund. Irgendwann hat mir das lesen von Büchern nicht mehr ausgereicht und ich fing an zu schreiben. Heute lese ich noch genauso gerne Bücher, nur nicht mehr so viele wie früher. Ich verwende jetzt mehr Zeit darauf sie selber zu schreiben und es ist noch viel spannender, als sie nur zu lesen. Obwohl ich alles lese habe ich mich beim Schreiben auf spannende ...
Wo ist Mark? Keiner hat ihn gesehen...

Julias gefährliche Männer Teil 9 - "Lauf so schnell du kannst"


Kapitel 11

Toni  und Kalle fuhren mit mir nach AM Security. Wir stiegen in der Tiefgarage in den Aufzug, Kalle stieg im sechsten Stock aus um Michael Kleinert Bericht zu erstatten, Toni fuhr mit mir in den siebten Stock zu seiner Wohnung. Im Flur nahm er mir den Mantel ab und ich warf die Schuhe in eine Ecke. Meine Füße schmerzten unerträglich und ich gab ein leises Stöhnen von mir. 

„Setze dich ins Wohnzimmer, ich mache dir eine heiße Schokolade.“

Lächelnd sah ich Toni an, „Danke! Das

ist nett von dir.“ sagte ich leise und ging ins Wohnzimmer.

Auf dem Sofa kuschelte ich mich in eine Ecke und zog die Füße unter meinen Körper.

Kurze Zeit später brachte mir Toni die Schokolade und stellte sie vor mir auf den Tisch. Er setzte sich neben mir aufs Sofa und wand sich mir zu.

"Gib mir deine Füße, ich massiere sie dir." sagte er.

Sein Blick war besorgt als ich meine Füße auf seinen Oberschenkel ablegte, er nahm  einen meiner Füße in die  Hände. Vorsichtig knetete er ihn durch, was unheimlich gut tat.

„Was ist passiert? Hat Dimitri dir was

getan?“ er fragte unvermittelt.

Unsere Blicke trafen sich und wir sahen uns nur an. Nach einer Zeit fing ich an zu erzählen.

„Nein, er hat mir nichts getan und ich glaube auch nicht das er das wollte. Im Gegenteil, Dimitri war sehr nett zu mir.“ sagte ich schließlich.

Es viel mir schwer über diesen Mann zu sprechen, der im Grunde so einsam war. Deshalb schwieg ich eine ganze Zeit, Toni nahm meinen anderen Fuß und fing an ihn zu massieren. Er wartete ganz geduldig bis ich weiter sprach. Ich erzählte ihm die Geschichte, auch das ich Vladimir anrief aber beeilte mich mit einer Erklärung warum ich mich für ihn

entschieden hatte. Über meine Befreiung, durch Nicolas und Vladimir, faste ich mich sehr kurz. Einzelheiten wollte ich ihm lieber nicht geben und auch nicht über Dimitris Theorie, über mich und die Traumfrau für gefährliche Männer.

Toni sah mich eine weile schweigend an.

„Juli, du hast mir nicht alles gesagt. Einige Stellen sind löchrig wie Schweizer Käse, aber ich kann es verstehen das du nicht erzählen willst wie dich Nicolas geküsst hat.“

Ich entzog ihm meine Füße und steckte sie wieder unter meinen Körper.

Unter seinem Forschenden Blick rührte ich mich nicht, um nicht irgendetwas

preis zu geben, da ich ihm aber nicht sofort in die Augen blickte wusste er es auch so. Als ich ihn dann ansah zog er eine Grimasse.

„Julia, du hast dich von ihm wieder küssen lassen! Ich fasse es nicht! Du hast dich erst gestern mit Mark verlobt.“ stieß er plötzlich hervor.

Warum konnte ich ihn nicht anlügen? Ich fühlte mich miss und sah schweigend auf den Boden. Toni packte ungeduldig mich bei den Schultern und schüttelte mich leicht bis ich seinem Blick begegnete. Ich hatte das Gefühl er liest in mir wie in einem Buch. Aber das tat er ja auch, Dimitri sagte auch er könne in mir lesen. Verdammt! War ich für all diese Kerle

ein offenes Buch?

Mit einem mal zog er mich an seine Brust und hielt mich fest.

„Mark darf das nicht erfahren, sonst kannst du dir eure Hochzeit vergessen!“

Er hielt mich etwas von sich weg und grinste mich an, „Obwohl, das wäre für mich noch eine Chance!“

Böse blickte ich ihn an und er lachte.

„Elle hat deine Sachen ins Gästezimmer gebracht, schlafe ein bisschen. Mark holt dich heute Abend ab.“

Ich stand auf und ging ins Gästezimmer, um mir selber über meine Gefühle klar zu werden. Ich konnte mich unmöglich so wie ich war ins frisch gemachte Bett legen. Aus dem Schrank holte ich einen

Jogginganzug und Unterwäsche. Dann stellte ich mich unter die Dusche und ließ das heiße Wasser auf meinen Körper prasseln.

Die altbekannte Frage tauchte wieder auf. Wollte ich Mark überhaupt wieder Heiraten? Ich wusste es nicht und zum ersten Mal fragte ich mich ob ich ihn Liebte. Mark war mir wichtig, irgendwas empfand ich für ihn. War es wirklich Liebe? Warum habe ich darauf bestanden, erst unsere Beziehung zu prüfen? Wenn ich ihn Lieben würde, hätte ich dann nicht über all seine Fehler hinweg gesehen und einfach nur ja gesagt?

Ich stellte das Wasser ab, nahm mir ein

Handtuch trocknete mich ab und zog mich an. Mein linkes Handgelenk war gerötet von den Handschellen und ich rieb es mit einer Heilsalbe ein. Meine Füße  schmerzten von den High Heels und auch sie hatten gerötete Stellen. Die ich mit der Heilsalbe bearbeitete, bevor ich meine Kuschelsocken anzog. Als ich angezogen war legte ich mich aufs Bett, um mich einfach ein wenig auszuruhen aber es dauerte keine Minute bis ich weg war.

Es war schon fast siebzehn Uhr als ich wach wurde. Ein paar Minuten dauerte es bis ich Tonis Gästezimmer erkannte. Im Zimmer war es schon wieder halb dunkel

und ich schaltete das Licht an. Die November Sonne ging früh unter. Aus dem Schrank holte ich mir frische Sachen und ging ins Gästebad. Nach einer langen dusche föhnte ich mir das Haar und arbeitete etwas Schaumfesttiger ein. Nach längeren hin und her hatte ich meine Locken da wo ich sie hin haben wollte, der Blick in den Spiegel sagte mir, ´die Frisur sitzt!` Ich legte etwas Mascara und einen zartrosa Lippenstift auf. Ich zog eine schwarze Jeans und einen dünnen roten Rollkragenpullover an, der sehr eng anlag mit meinem Push-Up BH sah es sehr sexy aus. Dazu suchte ich mir aus dem Schrank noch Weinrote Boots.

Als ich ins Wohnzimmer kam saßen Mark und Toni schon am gedeckten Esstisch. Elle hatte für drei gedeckt und das Essen duftete unheimlich gut. Beide Männer lächelten mich an und Mark stand auf um mir entgegen zu kommen.

Seine Augen leuchteten, „Julia, du bist wunder schön!“

Er nahm mich kurz in den Arm und hauchte mir einen Kuss auf die Stirn. Wir setzten uns zu Toni der mich schmunzelnd ansah.

„Wie ich sehe hat dir der Schlaf gut getan, ich muss Mark zustimmen, du siehst wirklich sehr schön aus.“

Ich lächelte beide an, „Ja, ich war total erschöpft!“ sagte ich und überging damit

die andere Bemerkung von beiden.

Ich fühlte mich nicht ganz wohl mit diesen zwei Alphamännern am Tisch zu sitzen. Nach einem bisschen Geplauder lenkte Mark das Gespräch auf meine Entführung.

„Ich hoffe Dimitri hat dir nichts getan.“ sagte er vorsichtig.

Ein kurzer Blick zu Toni sagte mir, das ist jetzt meine Show und er aß seelenruhig weiter. Nach einem Schluck Wein erzählte ich die Geschichte noch mal und ließ wieder bestimmte Stellen weg.

„Bei mir Zuhause liegt ein Päckchen für dich von Nicolas.“ sagte Mark.

An seinem Bullenblick war nicht zu

erkennen was er dachte. Toni schien sich gut zu amüsieren, er schwieg und beobachtete uns nur.

Überrascht sah ich Mark an, „Davon hat mir Nicolas nichts erzählt, aber er musste ja auch schnell wieder verschwinden.“

Ich hoffte meine Stimme klang fest. Mark beobachtete mich genau.

Nach dem Essen verabschiedet wir uns von Toni und fuhren nach Mark.

Wir waren noch nicht ganz in der Wohnung und hatten die Jacken abgelegt reichte mir Mark das Päckchen. Mit zitternden Händen nahm ich es entgegen. Es war 30 X 30 cm und ca. 15 cm hoch.

Im Wohnzimmer setzten wir uns aufs Sofa, wo auf dem Tisch die ganzen anderen Verlobungsgeschenke standen. Vorsichtig öffnete ich es und sah mit Mark hinein. Der Inhalt war in Seidenpapier geschlagen, das ich auseinander faltete. Es kam ein rotes Negligee zum Vorschein, ich musste aufstehen um es voll zu entfalten. Es was aus feinster Seide und wunderschön. Mark starte mich an und ich legte es an die Seite. In der Schachtel lag ein Brief und ein Foto, es war von dem Ball in Wien, Nicolas und ich tanzten und ich hatte ein traumhaftes Ballkleid in hell rosa an. Das Foto reichte ich Mark und öffnete den Brief.

„Meine Liebe Julia!

Wie ich sehe hast du dich wieder für den gleichen Mann entschieden.

Mark Stein ist ein guter Kriminalbeamter und ein anständiger Mensch.

Etwas traurig, freue ich mich sehr das du deine große Liebe gefunden

hast. Ich wünsche dir das du mit ihm Glücklich wirst und nicht nur für

ein paar Monate. Er soll dich ja gut behandeln sonst könnte ich böse

werden und ich will nicht das du verletzt wirst. Dafür bist du zu Kostbar!

Ich wünsche dir das sich deine Träume erfüllen.

Wenn du mich brauchst bin ich für dich da!    

In ewig dein

Nicolas“

Den Brief hatte ich laut vorgelesen und reichte ihn an Mark. Sein Blick sah mich durchdringend an und ich wusste nicht so genau wie ich jetzt reagieren sollte. Der Brief enthielt eine offene Drohung an Mark und auf dem Foto sah ich sehr Glücklich aus. Ich beobachtete Marks Reaktion nervös.

„Er liebt dich wirklich!“ gab er fassungslos von sich. „Julia, hast du je...? Ich meine es geht mich nichts an. Es war vor unserer Zeit. Ob wohl sich damals schon zwischen uns was anbahnte. Aber das war kurz nachdem du

bei Toni gewohnt hast.“ er kam ins stocken.

Ich sah unbändige Wut in seinem Gesicht und die Frage platzte aus ihm heraus.

„Liebst du ihn?“

Erschrocken sah ich ihn an und Wut machte sich jetzt in mir breit, „Was glaubst du eigentlich? Warum bin ich wohl mit dir zusammen und nicht mit ihm? Er wollte mich Heiraten und mit nach Russland nehmen. Wir haben nie miteinander geschlafen, wenn du das wissen willst.“ fuhr ich ihn an und verfluchte mich sofort. Warum konnte ich einfach nicht meine große Klappe halten?

Ich wollte aufspringen aber Mark packte

meinen Arm und zog mich zurück aufs Sofa.

Seine Blicke durchbohrten mich und ich konnte seine altbekannte Eifersucht in seinen Augen sehen.

„Warum hast du mir nie erzählt das er dich heiraten wollte? Weiß es Toni?“ wollte er wissen.

Ich schwieg und er wusste die Antwort.

„Warum weiß er es und ich nicht?“ fuhr er mich an.

Ich fragte mich warum ich mich bloß auf diese Verlobung eingelassen hatte.

„Toni hat mich damals in Berlin abgeholt als Nicolas weiter nach Russland flog. Das Erlebnis hatte mich sehr aufgewühlt und er war da.“

Mark sah mich fassungslos an, „Warum hast du mir das nicht später erzählt?“ seine Stimme wurde weicher und in mir stieg Verzweiflung auf.

„Mark, du wolltest nicht über Nicolas reden. Was hätte ich den sagen sollen? Er ist für dich immer noch ein rotes Tuch genau wie für Toni aber begreifst du nicht, er hat mich befreit. Nicolas würde nie zulassen das mir was passiert, auch wenn ich nicht mit ihm zusammen bin. Er liebt mich und was kann ich dafür?“

Wir starten uns an und er zog mich auf einmal in seine Arme und hielt mich ganz fest, „Julia ich liebe dich! Es fällt mir nur so schwer nicht eifersüchtig auf die Männer zu sein die dich auch lieben.

Ich weiß du kannst nichts dafür, leider hatte Dimitri recht mit seinen letzten Worte. Der Traum lebt weiter.“

Erstaunt rückte ich etwas von ihm ab um ihm in die Augen zu sehen.

„Du hast seine letzten Worte gehört?“

Er küsste mich auf die Stirn, „Alle die wir da standen haben sie gehört!“ Mark grinste, „Wir wissen alle über welchen Traum er sprach. Es ist dir peinlich was andere Männer über dich denken.“ Er lachte, „Andere Frauen würden sich das wünschen und dir ist es peinlich!“

„Mark, mir ist das alles ein bisschen viel! Ich will nicht für alle eine Traumfrau sein, das ist doch Irrsinn. Mir ist es wichtig, mit einem Mann

zusammen zu sein und mehr will ich nicht. In meinem Privatleben gibt es nur einen Mann für mich und im Berufsleben arbeite ich nun mal mit vielen Männern zusammen aber das sind Kollegen. Wenn ich mir jetzt auch noch darüber Gedanken machen müsste, ob sie mich auch anders sehen, dann kann ich mich kaum auf meine Arbeit konzentrieren.“

Ich war total durch den Wind! Es wurde mir jetzt erst richtig bewusst was über mich geredet worden ist und das gefiel mir nicht. Mein Gesicht versteckte ich an seine Brust und klammerte mich an ihn fest. Seine Hand spürte ich unter meinem Kinn und ich sah ihm in die Augen. Seine wurden immer dunkler und ich

spürte eine Hitze in mir aufsteigen.

„Julia und jetzt denken wir nicht mehr daran. Du gehörst nur mir und das werde ich dich jetzt spüren lassen!“       

Er beugte mich langsam auf dem Sofa zurück und küsste mich bis ich nicht mehr denken konnte. Seine starken Arme hoben mich hoch und er brachte mich ins Schlafzimmer. Es wurde eine sehr lange Nacht!

Am nächsten Morgen lag ich alleine im Bett als ich wach wurde. Die Schlafzimmertür war nicht ganz geschlossen und ich hörte Mark sprechen. Außerdem kam mit Kaffeeduft in die Nase. Also wälzte ich mich aus

dem Bett und ging ins Bad. Eine halbe Stunde später ging ich in die Küche und er hatte schon den Frühstückstisch gedeckt aber keine Spur von ihm. Ich goss mir eine Tasse Kaffee ein und ging ins Wohnzimmer. Setzte mich aufs Sofa und öffnete unsere Geschenke.

Es war zum Lachen! Man hatte uns alles Sachen geschenkt die unsere Romantik anregen sollten. Eine Love Song CD, Herzchen Bettwäsche, Theaterkarten für Romeo und Julia von meinen Eltern, ein Gutschein für drei Tage in einem Romantik Hotel von seinen Eltern, ein Gutschein für ein Love Paar Wellness Tag von Markus und Sabine, Jan hatte uns zwei Karten für Phantom der Oper

mit einer Übernachtung im Hotel in Hamburg geschenkt, Toni hatte uns einen Gutschein für ein Abendessen in einem Teuren Lokal geschenkt usw.

Als ich eine Stunde später alles ausgepackt hatte war Mark immer noch nicht da. Ich sah mich in der Wohnung nach einer Nachricht um aber ich fand keine. Der Anrufbeantworter  hatte keine Nachricht gespeichert. Da wurde es mir langsam zu Bunt und ich holte mein Handy. Mehrere male versuchte ich Mark an zu rufen aber er meldete sich nicht. Dann rief ich im Präsidium an Torsten hatte auch keine Ahnung wo er steckte, dann versuchte ich es bei seinen Eltern und bei Jan keine Spur von Mark.

Unruhig nahm ich meine Tasche, legte mir den Waffenhalfter an und holte meine Pistole aus Mars Safe. Zog meine Winterjacke an und ging runter zu meinem Wagen. Marks Auto stand noch auf dem Hof von ihm war nichts zu sehen.

Mit meinem Nissan fuhr ich erst mal nach AM Security und fuhr mit dem Fahrstuhl in den sechsten Stock. Toni kam mir schon entgegen durch die Überwachungskameras wusste er das ich im Haus war.

Er grinste mich an, „Juli süße, hast du schon Sehnsucht nach mir?“

Als er vor mir stand verschwand sein Grinsen, er sah mein besorgten Gesichtsausdruck.

„Was ist los?“

Ich zog verzweifelt die Schultern hoch, „Als ich heute aufwachte hörte ich Mark im Wohnzimmer sprechen, dann ging ich ins Bad. Eine halbe Stunde später kam ich in die Küche und der Frühstückstisch war gedeckt aber keine Spur von ihm. Etwas über eine Stunde verbrachte ich damit unsere Verlobungsgeschenke auszupacken aber er war immer noch nicht da. Ans Handy geht er nicht und im Polizeipräsidium wissen sie auch nichts. Also rief ich noch Jan und seine Eltern an aber keiner hat was von ihm gehört. Sein Wagen steht noch hinterm Haus. Was soll ich jetzt tun?“ fragte ich verzweifelt.

Toni legte mir einen Arm um die Schultern und führte mich zum Aufzug.

„Wir werden ihn schon finden, er kann sich ja nicht in Luft auflösen.“

In der Zentrale gingen wir zu Tom Wagner und ließen Mark suchen.

„Das wird jetzt ein paar Stunden dauern.“ sagte Tom.

Toni führte mich wieder zum Aufzug. „Wir fahren erst mal hoch und du frühstückst, das hast du bestimmt noch nicht getan.“

Ich schüttelte mit dem Kopf, „ich hatte ja auf Mark gewartet und dann fing ich an ihn zu suchen.“

In seiner Wohnung gingen wir in die Küche und er schob mich auf einen

Hocker an der Theke. Toni machte mir einen Kaffee und stellte ihn vor mir hin.

„Du trinkst erst mal einen Kaffee und ich mach dir Frühstück.“

In meinem Kopf schwirrten lauter Fragen und ich hatte das Gefühl mir zieht einer den Boden unter den Füßen weg.

Toni stellte mir einen Teller mit Rührei und Toast mir Schinken hin.

„Jetzt isst du erst mal und ich versuche ihn auf seinem Handy zu erreichen.“

Bei Mark zuhause ging auch keiner ran, also hinterließ er eine Nachricht auf dem AB.

Ich stocherte im Essen rum.

„Wo steckt er bloß?“ fragte ich.

Toni sah in die Augen. „Juli ich weiß es

nicht aber wir werden ihn schon finden. Überlege mal, ist er vielleicht Joggen?“

Ungläubig starte ich ihn an, „Nach der Nacht, joggt er bestimmt nicht!“ sagte ich unüberlegt. Was ich sofort bereute.

Toni lachte.

„Außerdem gehen wir immer zusammen Joggen. Auch alles andere sprechen wir immer ab. Wenn er irgendwo hinwollte hätte er es mir gesagt. Nein, er ist einfach verschwunden!“

Toni machte ein besorgtes Gesicht, „Also gut, was hattet ihr heute vor?“

Ich überlegte aber wir hatten für heute nichts geplant. „Nichts!“

Die Gabel warf ich auf den Teller und stand auf. Im Flur ging ich zu meiner

Tasche und holte mein Handy raus.

Er folgte mir und sah mich fragend an. „Was hast du vor?“

„Ich rufe Markus an und frage ob was neues im Bartel Fall gibt.“ Das Handy stellte ich auf Lautsprecher das Toni mit hören konnte.

„Bauer!“

„Hallo Markus, hast du was von Mark gehört? Seid heute früh ist er Spurlos verschwunden und ich dachte es könnte etwas mit dem Bartel Fall zu tun haben.“

„Wie Mark ist verschwunden? So gegen acht Uhr hat er mich heute früh angerufen. Ein Informant von ihm hat erzählt das Bartel einen Mann Namens Bruno Erker als Privatsekretär eingestellt

hat kurz bevor wir ihn in Haft genommen haben. Mark meinte der Name käme ihm bekannt vor und ich sollte mal nachforschen. Er wollte sich um 10 Uhr noch mal melden aber bis jetzt hat er nicht angerufen. Aber mal was ganz andres... Wie geht es dir? Mark sagte, du wärst ok aber wir machen uns doch sorgen.“

Wenn sie sich solche sorgen machen warum haben sie mich dann nicht angerufen oder sind vorbei gekommen?

"Mir geht es gut und wenn ihr mich gefragt hättet wüsstet ihr es längst." fuhr ich ihn an.

"Juli, wir haben Mark angerufen, auch unsere Eltern. Er sagte, du brauchst erst

mal Ruhe." sagte er entschuldigend.

Verdammt! Wieder bestimmte Mark über mein Leben. Wenn ich mich nicht so sehr um ihn gesorgt hätte, wäre ich vor Wut geplatzt.  

Ich sah auf die Uhr elf Uhr vierundzwanzig.

„Hast du was über den Typen rausbekommen?“

„Ja, vor 9 Jahren war Mark an seiner Verhaftung beteiligt, wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mord. Mark hatte gegen ihn ausgesagt und er bekam 15 Jahre. Vor zwei Monaten ist er auf Bewährung wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden.“

„Also hätte er einen Grund sich an Mark

zu rächen. Hat er Drohungen nach der Verhandlungen ausgestoßen?“

„Ja, aber das tun fast alle, die in den Bunker einwandern. Außerdem  kannst du dir nicht sicher sein das er verschwunden ist.“

„Weißt du sonst noch was über ihn?“

„Er ist fünfunddreißig, im Knast hat er geboxt. Dort hat er auch ein Antiaggressionstraining gemacht. Außerdem hat er Wirtschaftswissenschaften über ein Fernstudium  absolviert, die Prüfung hat er mit Bravur bestanden.“

„Also ein intelligenter Schläger, na toll und der arbeitet auch noch für Bartel. Hatte er vorher schon was mit ihm zu

tun?“

„Nein, nicht das wir wüssten. Mach dir nicht so viel sorgen wegen Mark, der taucht schon wieder auf. Ich muss jetzt Schluss machen, die Verhandlung fängt gleich an und der vorsitzende Richter ist ein harter Brocken. Albert Bauer. Ich melde mich!“

Dann legte er auf.

Ich hatte den Eindruck Markus wollte nicht das ich Mark suche aber da muss ich wohl was fehlinterpretiert haben.

Fragend sah ich Toni an, „Was jetzt?“

An der Hand zog er mich zur Wohnungstür, „Über diesen Bruno Erker werden wir erst mal ein paar Infos raus finden!“

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Hörbuch

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JJ1968w
Ich bin ein Ruhrpott Kind, 45 Jahre, lebe mit meinem Mann und unseren Kindern in Dortmund.

Irgendwann hat mir das lesen von Büchern nicht mehr ausgereicht und ich fing an zu schreiben. Heute lese ich noch genauso gerne Bücher, nur nicht mehr so viele wie früher. Ich verwende jetzt mehr Zeit darauf sie selber zu schreiben und es ist noch viel spannender, als sie nur zu lesen. Obwohl ich alles lese habe ich mich beim Schreiben auf spannende Themen spezialisiert. Eine Romanze darf bei mir auch dort nicht fehlen.
Ich freue mich über Kritik, auch negative.

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