Romane & Erzählungen
Die Paradiesische Hölle - Teil 5

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"schutzlos ausgeliefert, dem Ende nie näher!"
Veröffentlicht am 03. Februar 2014, 60 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
© Umschlag Bildmaterial: Andreas Hermsdorf pixelio.de
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Über den Autor:

Ich schreibe hauptsächlich um zu unterhalten. Dabei möchte ich Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und egal welcher Herkunft unterhalten. Meine Ambitionen liegen bei den spannenden und aufregenden Romanen. Jedoch experimentiere ich hin und wieder auch mal an anderen Genres herum. Mehr über mich: www.porterthomson.de.tl sowie bei Facebook: "Porter Thomson, Autor aus Cuxhaven" und bei Google+ unter der web-Adresse: ...
schutzlos ausgeliefert, dem Ende nie näher!

Die Paradiesische Hölle - Teil 5

Vom regen in die traufe

Wie aus der Ferne und in einem großen Saal drangen die brummenden, stampfenden und schnaufenden Geräusche an sein Ohr. Doch war es ihm egal! Selbst als sich alles um ihn herum bewegte und dröhnend etwas gegen seinen hölzernen Unterschlupf krachte, hatte er einfach keine Kraft mehr um auch nur ansatzweise in Panik zu verfallen, oder von Todesangst heimgesucht zu werden. Es war alles egal! Bis hier her, in diesen alten halb verrotteten ausgehöhlten und gewaltigen Baumstamm konnte er sich

retten, als plötzlich diese gewaltigen Huftritte die Erde erbeben ließen und jene kleinen Monster mit einem mal fluchtartig das Weite suchten.

Egal wer es war, was es war und worin dessen Absichten bestanden, aber dieses scheinbar noch größere Monster rettete ihm für diesen Moment das Leben! Ob Christian ihm dafür danken durfte wusste er in diesem Augenblick nicht. Selbst wenn er es gewusst hätte, fehlte ihm schlicht und ergreifend der Geist und die Kraft solche Gedanken in seinem Gehirn zu verarbeiten. Einzig ein niederer Instinkt, tief in ihm drin schrie ihn an, versuchte ihn wach zu rütteln.

WEG! DU MUSST HIER WEG!!!

Dieser niedere Instinkt wusste, dass einer dieser Räuber wieder kommen würde. Entweder diese kleinen Scheusale, weil sie ihren Jäger abgehängt hatten und nun gerne weiter fressen wollten, oder dieses andere Monster, weil es nach diesen doch recht kleinen Opfern nun gerne den Hauptgang verzehren wollte!

Als es ruhig um ihn herum geworden war, krallten sich seine blutigen Finger in den Waldboden und seine Arme zogen den von Blut überströmten Körper Stück für Stück weg von diesem schrecklichen Ort. Seine Gehirnaktivität war zu geschwächt, als das er mitbekommen hätte, dass er mit seinem Körper eine breite blutige Spur nach sich zog. Es war egal!

DU MUSST HIER WEG!!!, war das einzige was in ihm schrie.

Doch wurden seine Kräfte auf Grund seines erheblichen Blutverlustes immer schwächer. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann ihn auch seine letzten Kraftreserven verließen und er sich zum sterben einfach nur noch fallen ließe. Sein Körper hatte schon seinen Energiehaushalt soweit reduziert, dass Christian selbst die unsäglichen Schmerzen der unzähligen, zum Teil sehr tiefen und stark blutenden, Wunden an jeder weichen Körperstelle nur noch minimal wahr nahm, eine natürliche Reaktion des Körpers, wenn er am äußersten Limit arbeitete. Selbst die

Schmerzempfindung ist eine Energie zehrende Körperfunktion, die nun auf ein Minimum reduziert wurde um die überlebenswichtigen Körperfunktionen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

In seinem tiefsten Inneren entflammte ein Keim der Hoffnung, als scheinbar die dünnen Äste eines Buschwerks brennend gegen seinen wunden fleischigen Körper schlugen.

Aufstöhnend hob er ein wenig den Kopf. Er versuchte angestrengt die Augen zu öffnen und sah direkt vor sich dieses riesige schwarze massive Etwas, welches sich ein paar Minuten qualvoller Anstrengungen später als jener alte ausgehöhlte Baumstamm entpuppen

sollte.

Nun lag er hier drin und war dem Tode näher als dem Leben. Seine letzten Kräfte waren für diese zehn Meter Flucht aufgezehrt. Nichts ging mehr Schach matt!

Christians Atem war flach. Er bemerkte nicht mehr wie dieses Wesen mit unbändiger Kraft den alten Baumstamm hin und her bewegte. Kraftlos purzelte Christians Körper in diesem Hohlraum herum.

Wie von weitem hörte er die heiser kreischenden Schreie dieser Kreatur, spürte die donnernde Erschütterung, als das Tier versuchte mit seinem Körpergewicht und den Hufen oder

Klauen den hohlen Baumstamm zu zertrümmern. Doch schien der, trotz seiner massiven inneren Fäulnis, noch recht gut beisammen zu sein.

Die Kreatur sprang von dem Baumstamm herab und umkreiste wild schnaufend Christians aller letzte Zuflucht, geradeso, als würde er überlegen, was er als nächstes ausprobieren könnte. Ab und zu kreischte er laut, als wäre er wütend darüber, dass er nicht an sein Opfer heran kam.

Doch dann trabten die schweren Hufe davon und es herrschte Stille. Selbst das Gezische, das Gepfeife und jenes Rascheln und Schnalzen dieser kleinen Monster war verschwunden! Alles war

still. Keine kleinen Monster und auch keine großen Monster waren zu hören. Auch machte sich niemand an jener „Baumhöhle“ zu schaffen. Christian genoss die Stille. Sein schwacher aber rasender Puls beruhigte sich langsam. Und ganz allmählich formten sich in seinem Schädel wieder die ersten rationalen Gedanken.

Wo bin ich hier?, war das Erste, was er geistig zustande brachte. Er hatte wohl vergessen, wie er hier her gekommen war. Es riecht muffig wie...Pilze!?, reaktivierte sich nach und nach sein Gehirn zu seiner alten Leistungsfähigkeit. Mum kann so wundervolles Pilzgulasch zubereiten!!

Mit diesem blödsinnigen Gedanken wurde der Bereich des Gehirns reaktiviert, welcher für das Langzeitgedächtnis zuständig war.

„Mum?“, flüsterte Christian noch immer sehr leise vor Benommenheit und versuchte seine Umgebung zu erfassen. Es war finster, muffig, irgendwie feucht und sogar etwas angenehm kühl, was seine Körperfunktionen noch etwas schneller vitalisierte.

Seine wunden Finger tasteten brennend das unmittelbare Umfeld seiner Hände ab.

Nach wie vor war alles still. Nur die leisen Geräusche, welche Christian mit seiner schniefenden Atmung und seinem leisen Stöhnen verursachte, war zu hören.

Die Welt schien zu schlafen.

Mit seinen rationalen Gedanken und seinen Sinnen meldete sich aber auch unerbittlich sein fast zerfleischter Körper zurück und Christians anfänglich leises Stöhnen wurde von Minute zu Minute lauter. Diese brennenden Schmerzen an seinem ganzen Körper waren zum zerreißen und ließen ihn wie fröstelnd erzittern.

„Oh mein Gott!!“ presste er qualvoll mit erstickter Stimme hervor. Irgendwie wollte er seinem schmerzenden Körper etwas Linderung verschaffen. Doch wie? Gegen brennende Schmerzen hilft meistens kühlen!, schoss es ihm durch den Kopf. Aber wie soll ich das machen?

Ich muss hier weg! Ich brauche Wasser, kaltes klares Wasser!

Christian wollte bereits seinen geschundenen Körper aus diesem hohlen Baum quälen, als ihm schlagartig wieder einfiel, warum er sich überhaupt hier befand, warum sein ganzer Körper ein einziger unsagbarer Schmerz war!

Da draußen sind ja noch diese kleinen Monster! Genau! Und dann war ja noch dieses andere große Monster, welches mich von den kleinen Monstern befreit hat!

Kraftlos sackte Christian wieder zusammen.

Ich kann hier nicht weg!, stellte er resignierend fest und begann lautlos und

verzweifelt zu weinen.

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Schreckliche Erinnerungen

Endlich neigte sich diese schreckliche Nacht dem Ende entgegen. Feuerrot entstieg die riesige Sonne dem Meereshorizont und tauchte den friedlichen Strand in ein rotes Licht, welches nach und nach, je höher die Sonne stieg, alles scheinbar golden einfärbte bis dann irgendwann das Tageslicht endgültig die Oberhand gewann und dem Strand sein vertrautes friedliches Antlitz verlieh. Niemand, der nicht so genau hinschaute, würde ahnen, dass sich in dieser Nacht auf dieser Insel eine blutige Tragödie zugetragen hat. Die Palmen wiegten leicht

im Wind und sachte brandeten die Wellen an den Strand der Lagune.

In dem kleinen Bach, der vom Urwald her ins Meer mündete stand Laura mit den Kindern und versuchte wenigstens die Grundanforderungen der Körperhygiene bei den Beiden aufrecht zu erhalten. Nichts konnte dieses friedliche Bild trügen, stünde da nicht am Ufer des Baches Skipper Joe mit seinem Revolver im Anschlag, den er ja nun, nach dieser Nacht, nicht mehr vor den Anderen verstecken brauchte. So gut es eben ohne Seife ging, wusch Laura ihre Kinder, die aber alles andere als begeistert waren. Zum einen waren sie es nicht gewöhnt mit kaltem Wasser

gewaschen zu werden, zum anderen hatten die Kinder zum ersten Mal in ihrem kurzen Leben echten schmerzhaften Hunger! Es war inzwischen fast zwei Tage her, dass die Menschen auf dieser Insel etwas gegessen hatten und das war nur etwas Kuchen und Kaffee an Bord der „Trinity“. Danach war an Essen nicht mehr zu denken. Denn dann brach der schreckliche Taifun über die „Trinity“ herein... Ashley hatte noch in der Nacht das Bewusstsein wieder erlangt und kämpfte stöhnend und jammernd bis in den frühen Morgen gegen diese Schmerzen an. Erst als es dämmerte wagte sich Laura die zwanzig Meter weg vom Feuer zum Bach

und weichte ein Stück herausgerissenen Stoff ihres Hemdes ein. Damit kühlte und reinigte sie die zahlreichen Wunden an Ashleys Körper, die zum Teil mehrere Zentimeter tief waren. Die leichte Kühlung schaffte etwas Linderung, so dass Ashley zumindest etwas zur Ruhe kam. Jetzt saß sie, noch immer in einem tiefen Schock gefangen, zusammengekauert, die Arme um die Knie gelegt, vor dem Rest des großen Lagerfeuers. Wie in Trance schwang sie ihren Körper hin und her. Sie starrte ziellos auf die immer kleiner werdenden und züngelnden Flammen der letzten brennbaren Holzstückchen im

Glutnest. Maria setzte sich zu dem Mädchen und wollte ihr tröstend den Arm über die Schultern legen. Doch angesichts der großen roten Blutflecken auf ihrem T-Shirt, welche von ihren tiefen Wunden herrührten, zog sie den Arm wieder zurück, wollte sie dem Mädchen doch nicht noch mehr Schmerzen zufügen, als sie eh schon hatte. „Na Kleines? Geht es Dir heute Morgen etwas besser?“ Ashley schwieg und starrte einfach weiter auf die Glut. „Möchtest du darüber reden?“

Zu gerne hätte Maria dem Mädchen etwas geholfen, auch wenn es nur durch

einfaches zuhören gewesen wäre. Doch nichts! Ashley schwieg! Sie schien sich in einer Art Schneckenhaus verkrochen zu haben. „Weist du, darüber reden hilft manchmal das Erlebte zu verarbeiten. Sonst fressen einem die sprichwörtlichen Monster im Kopf förmlich auf.“ Wieder herrschte Schweigen und die letzten Flammen in der Glut waren gerade dabei zu erlöschen. „Nun gut!“

Maria wusste, dass man das Mädchen nicht zwingen durfte zu reden. Sie musste von selbst damit beginnen.

„Ich werde dann mal schauen, ob ich mich irgendwo nützlich machen kann. Wenn du

doch jemanden zum reden brauchst, ich bin hier irgendwo. Okay?“

Maria stand auf und schlug den Weg zu den Anderen ein. Laura hatte inzwischen die Körperpflege der Kinder abgeschlossen. Maria hatte sich schon umgedreht um zu Laura zu laufen. „Es waren so viele!“, begann plötzlich Ashley leise zu reden. Sofort drehte sich Maria wieder um und setzte sich neben das Mädchen. „Sie waren plötzlich überall! Wie aus dem Nichts! Im Flugzeug war es nur dieses eine kleine Monster. Es hat mich gebissen und mit etwas in meinen Nacken gestochen...!“ „Ein Flugzeug??“, unterbrach Maria

sogleich das Mädchen. „Was für ein Flugzeug?“ „Ach ein völlig verrostetes altes Wrack im Dschungel. Christian meinte es wäre eine Transportmaschine aus dem zweiten Weltkrieg.“ Maria wurde immer nervöser bei dem Gedanken, dass dort irgendwo im Busch ein altes Flugzeug mit allerlei Schätzen schlummerte, seien es nur ein paar Dosen zum Beispiel, um das Trinkwasser aus dem Bach auffangen zu können. Doch sie wollte dem Mädchen weiter zuhören, bevor sie damit zu Joe lief. „Erzähl weiter! Was gab es da so alles in diesem Flugzeug!“ „Ach da lag nur verrotteter Plunder

herum, irgendwas Abgefülltes in Jutesäcken, jede Menge Kisten mit so komischen Ampullen, in denen irgend so ein schwarzes Zeug drin ist. Christian meinte, der eine oder andere Riemen oder Gurt, mit denen die Ladung gesichert wurde sei noch ganz brauch bar. Aber ansonsten ist alles verfault und vergammelt. Noch nicht einmal die Holzkisten könnte man verfeuern, weil die total verfault und feucht sind. Es ist alles nur vergammelt.“, schloss Ashley das Thema Flugzeugwrack ab. „Da in diesem Flugzeug hat mich nur dieses eine Vieh angegriffen. Das war schon schlimm. Aber ich konnte es abwehren. So schnell wir konnten sind wir da wieder raus. Aber

es war zu spät! Plötzlich waren da so viele von denen. Sie waren so böse...Sie haben uns gejagt... Es tat so weh...Sie waren überall...Ich habe ihn zurück gelassen...Ich bin schuld an seinem Tod...Ich hätte ihn nicht alleine lassen dürfen!!!“

Ashley brach in Tränen aus.

„Mein Gott er ist tot!!! Wegen mir!!!“, schrie sie und legte ihren Kopf auf ihre Knie. Ihr geschundener Körper bebte. „Hey Kleines hör auf damit!!“, versuchte Maria verzweifelt das Mädchen zu trösten. „Niemand hat schuld, außer diese Viecher vielleicht! So was darfst du niemals denken!“ So behutsam wie es eben ging nahm sie

Ashley nun doch in den Arm und streichelte ihre Schulter an einer Stelle wo noch kein Blut zu sehen war. „Zusammen hätten wir sie vielleicht vertreiben können! Aber ich bin davon gelaufen! Ich war feige! Wegen meiner Feigheit ist Christian jetzt tot!!!“ Bei Ashley waren jetzt alle Dämme gebrochen und sie ließ ihren innersten verzweifelten Gefühlen freien Lauf. Der Heulkrampf in dem sie steckte schien ihr die Luft abzuschneiden. „Ashley! Bitte beruhige dich. Dich trifft keine Schuld und wir sind alle für dich da! Außerdem brauchen wir dich doch! Schau dich doch um! Gerade jetzt brauchen wir uns

alle!“ Von dem Lärm aufgeschreckt schauten die Anderen vom Bach herüber. Sogleich kam Laura voll Sorge angerannt. „Was ist passiert!?“ „Es ist nichts! Sie macht sich schwerste Vorwürfe. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass sie keine Schuld trifft...“ „Lass mich das mal machen. Ich bin ihre Cousine vielleicht ist es ja besser...“ „Da hast du wahrscheinlich recht!“ Maria stand auf. Selbstverständlich hatte Laura als Mitglied der Familie einen besseren Zugang zu Ashley! Auch Joe kam angeschlendert. Neben ihm liefen die Kinder. „Was hat sie?“, fragte er leise seine

ehemalige Maatin. „Das Mädchen glaubt felsenfest, sie sei schuld an seinem Tod!“ „Das ist doch Blödsinn!“, winkte Joe ab. „Wäre sie bei ihm geblieben, wären sie jetzt beide tot!“ „Das sehe ich genauso! Laura sieht das auch so. Sie als Familie versucht ihr das zu verklickern! Aber das Mädchen hat mir noch mehr erzählt! Komm mal kurz mit.“ Maria hakte sich in seinem Arm ein und ging mit Joe zurück zum Bach. „Kinder geht mal eben zu Eurer Mutter!“, schickte er Jenny und Lukas fort, wohl wissend, dass das, was ihm Maria gleich erzählen wollte, vielleicht vertraulich behandelt werden

sollte. Die Kinder murrten zwar, machten aber dennoch kehrt und liefen zu ihrer Mutter. „Also? Warum habe ich gerade die Kinder fort gejagt?“ „Christian und Ashley haben wohl bei ihrem kleinen Ausflug ein altes Flugzeugwrack gefunden. Ich dachte mir das solltest du wissen. Doch bevor ich hier falsche Hoffnungen erwecke wollte ich es zunächst nur dir erzählen.“ „Das war vernünftig.“ „Ich habe versucht noch etwas mehr an Infos aus ihr heraus zu kitzeln. Aber mehr ist im Moment nicht drin!“ „Was ist das für ein Flugzeug? Ob sie den Weg dahin noch

kennt?“ „Das glaubst Du doch selber nicht, dass Ashley noch einmal einen Fuß in den Dschungel setzt!“ „Auf Dauer wird sie sich wieder mit dem Busch anfreunden müssen, möchte sie hier überleben!“ „Sei nicht so hart zu ihr! Sie wäre heute Nacht fast drauf gegangen.“ „Das hat nichts mit hart zu tun! Wir sind hier am Arsch, wenn wir uns nicht bald versorgen können! Da ist nichts mit lieb und nett!“ „Gib ihr ein bisschen Zeit und lass sie ein wenig zu Kräften kommen!“ „Ich weiß nicht ob wir die Zeit haben! Also, was ist das für ein

Flugzeug?“ „Also nach Ashleys Worten ist es eine Frachtmaschine aus den Vierzigern oder Dreißigern. Die Ladung sei wohl größten Teils verrottet.“ „Mhm!“ Joe überlegte einen Moment. „Dann müssen wir aus dem bisschen was noch da ist alles raus holen was möglich ist. Gurte, Planen, Bleche, Metallteile die man irgendwie ver- oder bearbeiten kann. Im Moment brauchen wir Alles! Allem voran natürlich was zu beißen.“

Irrungen

Durch das Loch im Baumstamm drang nun doch endlich Tageslicht in sein Inneres. Draußen brummte das Leben, scheinbar wie am Tage zuvor. Doch Christian kämpfte noch immer mit sich und den höllischen Schmerzen, welche seinen Körper nach wie vor plagten. Sein Verstand und seine Logik schrien förmlich in ihm er solle endlich sein Versteck verlassen und sich irgendwie zu den Anderen bewegen, nicht zu Letzt weil seine vielen, zum Teil doch recht tiefen Fleischwunden, überall an seinem Körper, wenigstens minimal versorgt werden mussten. Auch suchte sein Verstand und

die Logik die Sicherheit der Gemeinschaft. Allein würde er in diesem Zustand die folgende Nacht nicht überstehen. Jetzt wäre die Gelegenheit! Es war doch davon auszugehen, dass diese widerlich kleinen Monster und auch dieses Riesenvieh, welches dazu kam doch eher nachtaktive Tiere waren. Doch dann meldete sich übermächtig seine Todesangst und die Panik zurück, die seinen Verstand förmlich umnebelten, alle seine rationalen Gedanken überlagerten. Allein bei dem Gedanken diesen Baum wieder zu verlassen, drehte sich ihm der Magen um und er begann zu zittern als würde er frieren. Doch schließlich wurde ihm seine

Entscheidung abgenommen, als es plötzlich an seinem Kopf krabbelte und sich etwas in seinen Haaren verfing. Erschrocken schaute Christian auf und sah auf die Nasenspitze und in die zwei kleinen schwarzen Augen eines kleinen Tieres.

Eine Ratte!!!, war sein erster Gedanke. Vergessen waren seine Schmerzen schreiend und von Panik ergriffen, die nächsten Tiere könnten an ihm herum fressen wollen, schob er sich hektisch aus dem Baumstamm und krabbelte unter unsäglichen Schmerzen in das am nächsten gelegene Gebüsch. Er blieb eine Weile am Boden liegen. Ängstlich lauschte er und schaute sich

um. Friedlich war der Dschungel in sein grünes Licht getaucht und die Luft war erfüllt vom Gesang tausender Vögel in den Bäumen. Unzählige Insekten flirten unbekümmert in der Luft, allen voran Moskitos wie Christian glaubte. Seine blutenden Wunden zogen die Insekten recht zahlreich an, die ihn ohne Unterlass umflogen und ihn lästig stachen. Doch im Groben und Ganzen präsentierte sich der Dschungel von seiner eher friedlichen Seite. Nichts deutete mehr auf die schrecklichen Szenen der letzten Nacht hin. Da waren keine überdimensionierten, pelzigen Skorpione mehr, die da mit Schnäbeln, wie jene von Greifvögeln,

ausgestattet waren und den Beiden auflauerten. Und auch von diesem anderen Ungetüm, welches Christian nicht so deutlich in Erinnerung hatte, war weder etwas zu hören noch zu sehen. Hoffnung schöpfend krabbelte Christian aus dem Gebüsch und fand sogar diesen Knüppel der letzten Nacht wieder. Unter größter Anstrengung versuchte er sich mit seiner Hilfe aufzurichten. Doch nun hatte er ein Problem! Als er letzte Nacht von diesen Kreaturen beinah umgebracht wurde war es finstere Nacht. Doch jetzt, am Tage sah alles anders aus! Er wusste nicht zu sagen in welcher Richtung nun der Strand und wo das Flugzeugwrack war. Verständlicherweise

war er nicht besonders versessen darauf zu jenem Flugzeugwrack zurück zu kehren. Er schaute sich um und suchte nach irgendeinem Anhaltspunkt, welche Richtung er einschlagen solle. Auch sein Gehör versuchte Christian zu sensibilisieren. Doch vergebens! Jedes mögliche Meeresrauschen wurde durch das alles überlagernde Gesangskonzert der unzähligen Vögel in den Bäumen übertönt. Verdammt was nun? Wo geh ich lang? Ratlos schaute sich Christian um und schleppte sich schließlich angestrengt und unter heftigen Schmerzen in rechter Richtung durch den Urwald. Er hatte komplett die Orientierung verloren und

wusste nicht einmal zu sagen in welche Himmelsrichtung er sich bewegte, konnte er doch durch das dichte grüne Blätterdach des Waldes nicht einmal die Sonne und deren Stand am Himmel ausmachen. Verzweifelt suchte Christian auch den Waldboden nach eventuellen Spuren der letzten Nacht ab. Doch nichts! Es gab weder Fußabdrücke noch andere Spuren, wie Blut, abgebrochene Zweige oder andere Spuren die einen Menschen auszeichnen. Gleich wohl sich Christian in diesem Augenblick seiner Kindertage in den Pfadfinderlagern lobte, wo er rudimentär das Spuren lesen erlernt hat und man ihm beibrachte auf was man beim

Spuren finden alles zu achten hat, nutzte ihm sein Wissen rein gar nichts, weil es rein gar nichts gab was auf eine Spur hindeutete. Da waren keine abgebrochenen Zweige oder vielleicht Blutspuren von Ashley, die ja gerade aus der Wunde an ihrer Wade kräftig blutete. Nichts! Alles schien naturbelassen! War es ein ärgerlicher Zufall? Oder war er einfach nur auf dem falschen Weg? Unsicher und sich kaum auf den Beinen halten könnend, stolperte Christian mehr durch den Wald. Von Minute zu Minute baute sich mehr und mehr in ihm eine neuerliche Panik auf, er könnte sich hoffnungslos verlaufen haben. In seiner Verzweiflung rief er mehr kraftlos als

laut um Hilfe. Seine Rufe schallten zwar etwas durch den Wald, wurden aber doch recht stark durch die Geräuschkulisse im Dschungel überlagert. Erbarmungslos zehrten die immer heftiger werdenden Schmerzen, die seinen ganzen Körper beherrschten, an seinen letzten eh schon schwachen Kräften. Er wusste nicht wie lange er schon durch den Busch gestolpert ist, sich an wie vielen Bäumen festhalten musste um nicht zu stürzen. Doch plötzlich stellte er entsetzt fest, dass sich die Lichtverhältnisse im Urwald verschlechterten. Angst! Nackte grausame Angst erfasste Christian. „Lieber Gott! Lass bitte nur den Wald

dichter werden!“ Instinktiv wusste Christian, dass er noch eine Nacht in diesem Busch, in seinem Zustand, nicht überleben würde. Lass bitte bald den Strand auftauchen! Bitte!, hoffte Christian noch auf dem rechten Wege zu sein.

Doch im nächsten Augenblick wurden all seine Hoffnungen zerschlagen und er sank auf die Knie. Laut heulend und mit Tränen im Gesicht schaute er auf das große Loch im hinteren Teil des alten Flugzeugwracks. „Verdammte Scheiße! Oh nein! Bitte nicht!“ Er kniete vor dem Flugzeug und schlug weinend die Hände vors Gesicht. Die bringen mich um!! Heute Nacht

werde ich sterben!!, waren die einzigen Gedanken die schreiend in seinem Kopf herum geisterten. Er hatte sich aufgegeben. Was sollte er auch tun? Nie in seinem Leben kam sich Christian so hilflos vor wie in diesem Moment. Was sollte er gegen diese unausweichliche Gefahr, die heute Nacht über ihn hereinbrechen würde, ausrichten? Er selber war bereits halb tot, so fühlte sich Christian zumindest. Er hatte nichts außer diesem Knüppel, mit dem er sich die ganze Zeit kläglich abgestützt hatte. Selbst seine Bermudashorts und das T-Shirt waren kaum noch als solches zu erkennen. Die Bestien hatten sie fast komplett zerrissen mit ihren Schnäbeln

und Dornen, so dass man defakto sagen konnte, Christian lief nahezu nackt durch den Busch. Er war im wahrsten Sinne des Wortes dem tödlichen Dschungel schutzlos ausgeliefert! Christian saß kraftlos auf dem Boden und schaute mit ausdruckslosem Gesicht auf dieses Wrack.

„Du verfluchtes, verfaultes, hässliches Scheißding mit deinen verrotteten Kisten und Säcken! Hätten wir dich nur nie gefunden!!!“ Warum sind wir nur so vom Pech verfolgt!? Erst stranden wir auf dieser grausamen Monsterinsel. Dann finden wir schon ein abgestürztes Transportflugzeug, und dann?, zerging

Christian förmlich im Selbstmitleid. Dann hast Du nur so ein paar verrottete Jutesäcke und morsche alte Holzkisten mit irgendwelchen blöden Ampullen und... Christian hielt in seinem Gedanken inne und zog etwas die Stirn kraus. Da war doch noch was! Ja richtig die Gewehre! Da waren auch längere Kisten mit Gewehren! Neue Hoffnung keimte in Christian auf. Entschlossen raffte er sich auf, stützte sich auf seinem Knüppel auf und zog sich laut aufstöhnend auf die Beine. Doch die Schmerzen waren ihm jetzt egal. Da war ein Silberstreif am Horizont! Den wollte er auf keinen Fall mehr aus den Augen verlieren! Diese Gewehre!, schoss es ihm durch den

Kopf. Wenn es in diesem Flugzeug Waffenkisten mit Gewehren gibt, ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass es dafür auch Munition an Bord gibt. Dann hätte ich nämlich doch eine Chance, mich heute Nacht gegen diese Viecher zu verteidigen! Das Christian sein Lebtag noch keine Waffe in den Händen gehalten hat, war ihm im Moment egal. So schwer kann das mit dem Schießen ja nicht sein! Schon bald befand er sich wieder im inneren dieses schrecklichen Flugzeuges und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen. Vorn an lagen diese besagten Jutesäcke, aus denen bereits dicke hellgrüne Pflanzen wuchsen, die sich

ihren Weg durch die zahllosen Löcher in der dünnen Außenhaut aus Blech suchten. Gleich hinter diesem ehemaligen Stapel aus Jutesäcken türmte sich der Haufen mit diesen Holzkisten auf, in denen jene komische Glasampullen mit dieser zähflüssigen schwarzen Substanz aufbewahrt wurden. Die Ampullen, welche bei dem Absturz aus den Kisten heraus gefallen waren und nicht gleich zerbrochen sind, überzog eine hellgrüne Patina aus einer Art Algen.

Aber hinter diesen Gemisch aus Holzkisten und Ampullen lag wenigstens eine auf gegangene Holzkiste mit Gewehren herum! Da musste sich Christian irgendwie hin arbeiten! Das

würde gar nicht so einfach werden, bei seinem jetzigen Zustand. War doch die ganze alte Ladung dieses Flugzeuges über den kompletten Laderaum verteilt, worüber hinweg Christian jetzt klettern musste. War es am Tag zuvor mit seinem verletzten Knie schon schwer, so erschien es ihm jetzt fast unmöglich. Doch es half nichts! Wollte Christian diese Nacht lebend überstehen, brauchte er, wenn möglich, eine funktionstüchtige Waffe! Da kam in Christian ein neues Problem auf.

Waren denn diese Gewehre nach sechzig oder siebzig Jahren nicht hoffnungslos vergammelt, verrostet?, dachte er sich. Wenn wir nicht nach sehen, werden wir

es nie erfahren!, erinnerte er sich an Ashleys Ausspruch. Kurz entschlossen ging es Christian an. Mühsam kletterte er über den Haufen alter verrotteter Jutesäcke. Jede Bewegung bereitete ihm beißende und brennende Schmerzen. Jede noch so kleine Berührung seines Körpers an irgendeinem Gegenstand verursachte in ihm einen brennenden Schmerz, geradeso als würde man mit dem Finger in einer offenen Wunde rühren. Doch mit dem Mut der Verzweiflung bezwang er den Drang sein Unterfangen einfach aufzugeben. Jedes mal wenn er sich dachte: Du schaffst das nicht!, kamen ihm sofort diese schrecklichen Kreaturen der letzten Nacht in den Sinn. Das war ihm denn

Ansporn genug! Unter Mühsal hatte er schließlich den ersten Haufen dieses Gemisches aus verrotteten Jutesäcken und einer feuchten schwarzen erdähnlichen Masse überwunden. Er hatte diesen Haufen schon fast wieder verlassen als er beim Abstieg beinahe noch das Gleichgewicht verloren hätte und um ein Haar in den Haufen aus zum Teil zerbrochenen Ampullen und Holzkisten gestürzt wäre. Mit einem panischen Aufschrei vermochte er sich noch geradeso abzufangen und atmete erleichtert tief durch.

„Verdammter Mist!“ Dieser unwegsame Haufen aus morschen Holzkisten, Glasscherben und einigen

intakten Ampullen würde sich als weitaus schwierigeres Hindernis erweisen. Das war Christian beim schemenhaften Anblick dieses Durcheinanders sofort klar. Behutsam setzte er einen Fuß auf den Haufen, bemüht irgendwelchen Scherben und auch den Ampullen auszuweichen, sahen die doch auch nicht sonderlich stabil aus. Und wer weiß, ob die nicht nach einer so langen Zeit auch mürbe werden konnten? Da dies Christian nicht wusste war um so mehr Vorsicht geboten. Ungern wollte er sich zu allem Überfluss auch noch eine solche Ampulle in den Fuß treten. Trotz aller Vorsicht war es dennoch eine Qual. Mit jedem zaghaften Schritt

berührte sein wunder Körper irgend ein Stück Holz oder eine zerbrochene Ampulle kratzte schmerzhaft über seinen ebenfalls von Bisswunden gezeichneten Fuß. Er hatte den Anstieg des Haufens vielleicht zur Hälfte bewältigt als plötzlich dieses schreckliche Rasseln, Zischen, Pfeifen und Schnalzen der letzten Nacht an sein Ohr drang. „Oh mein Gott!!!“ Alle Vorsicht war vergessen! Eilig, so schnell es eben ging hastete Christian über den Haufen und schrie über die unsäglichen brennenden Schmerzen laut auf. Doch er hatte keine Wahl mehr! Diese kleinen Monster waren wieder da!

Es knackte unter seinen Füßen wie zerbrechendes Glas und schneidend scharf bohrte sich eine zerbrochene Ampulle in seinen Fuß. Christian schrie erneut auf, verlor das Gleichgewicht und stürzte der Länge nach mitten auf den Haufen. Wie tausend Rasiermesser welche in sein Fleisch schnitten, fühlte sich der Schmerz an, als mehrere auseinanderfallende Holzkisten sich mit ihrem Inhalt über Christians Körper stürzten. Über seinen Schmerz hinweg hörte Christian noch wie etliche Ampullen über ihm zerschellten. Diese Schmerzen waren so schrecklich! In verzweifelter Todesangst raffte sich Christian vor Qual brüllend auf und krabbelte weiter über den Haufen. Er

brauchte eine Waffe! Verzweifelt schickte er ein Stoßgebet zum Himmel. Sein von blutenden Wunden übersäter Körper war von diesem schwarzen zähflüssigen Zeug überzogen welches sich langsam in langen schwarzen Streifen seinen Körper, der Schwerkraft folgend, hinab zog. Es stank erbärmlich! Allenthalben kroch etwas dieser Substanz in seine offenen Wunden. Der Rest zog sich weiterhin zäh seinen Körper entlang. Die Todesangst beflügelte Christian. Recht zügig hatte er die Waffenkisten erreicht, schnappte sich eine der Waffen und schaute sie sich hastig von allen Seiten an. Es war ein ihm unbekannt vorkommender Karabiner, dessen

Metallteile von einer dicken Schicht Rost überzogen waren. Eilig versuchte er den Bügel des Schlagbolzens zurück zu ziehen. Doch da bewegte sich nichts! „Verflucht noch mal!“ Christian schaute verzweifelt in die Mündung des Laufes. Auch die war völlig mit Rost zu gesetzt. „Das kann doch nicht war sein!!!“ Christian verlor jede Hoffnung und wollte sich nur noch kraftlos zusammen sacken lassen, als sein Blick auf eine weitere Waffenkiste fiel. Die sah zwar auch schon sehr morsch aus, war aber noch verschlossen. Ängstlich horchte er um sich. Dieses Rasseln, Zischen, Pfeifen und Schnalzen nahm immer mehr an Intensität zu. Schon bald hätten ihn diese

Kreaturen erreicht! Ich habe nichts mehr zu verlieren!, dachte er sich und schlug, mit der all ihm gebotenen Kraft, mit diesem verrosteten Karabiner auf die verschlossene Kiste ein. Das Holz war so mürbe, dass sogleich ein großes Loch in der Kiste klaffte. Wieder und wieder drosch Christian auf die Kiste ein, bis die Kiste in ihre Einzelteile zerfiel. In ihrem inneren lagen ebenfalls Karabiner. Allesamt waren diese in eine Art Papier gewickelt. Christian warf den verrosteten Karabiner beiseite und schnappte sich eines jener umwickelten Gewehre. „Ölpapier!“ entfuhr es dem erstaunten Christian als er jenes von Öl gesättigte

Papier berührte. Erneut entflammte in ihm Hoffnung als er eilig das Papier herunter riss. Jetzt hatte er einen wenn auch völlig eingeölten, so aber doch wie neu erscheinenden Karabiner in der Hand. Er betätigte den Bügel des Schlagbolzens. Mühelos konnte er die Waffe durch laden, auch wenn keine Munition enthalten war. Munition! Wo sind die Munitionskisten? Wie sehen die aus?

Seine Blicke schweiften durch den Laderaum. Wenn er nur wüsste, wonach er suchen muss! Wie sahen solche Kisten aus? Waren sie so groß wie die Waffenkisten? Oder waren sie kleiner? Vielleicht waren sie so groß wie diese Kisten in denen die Ampullen verstaut

waren? Christian war wieder einmal der Verzweiflung nahe. Da endlich! Neben der Luke zum Cockpit waren noch drei Kisten, die als Stapel ebenfalls umgefallen waren. Diese waren breiter und etwas länger als die kleinen Kisten mit den Ampullen. Doch dafür waren sie etwas flacher.

In denen könnte man doch hervorragend Munition verstauen!

Eilig kletterte Christian über die zerbrochene Waffenkiste hinweg und hoffte, dass diese Kisten sich ebenso leicht zertrümmern ließen wie die morsche Waffenkiste. Seine Hoffnung sollte nicht enttäuscht werden. Die Kisten waren schnell geöffnet. Doch deren Inhalt

war ernüchternd. Es war ein Sortiment an verschiedensten Werkzeugen enthalten. Alles war vorbei! Kraftlos ließ er die nutzlose Waffe fallen und sackte zu Boden. Gebrochen im Willen begann er zu heulen. War es die allgemeine Erschöpfung oder die übermächtige Hoffnungslosigkeit? Auf jeden Fall begann Christian auf einmal zu frieren und rieb sich mit den Händen über seinen entkräfteten Körper. Flächendeckend war dieser jetzt überzogen von diesem zähflüssigen schwarzen Zeug. Wie auch immer, hatte sich das Zeug über seinen ganzen Körper verteilt und sich in alle seine Verletzungen gezogen. Die Kälte

übermannte ihn mehr und mehr. Doch war es ihm nur noch egal! Alles war verloren! Seinem Schicksal sich ergebend, schaute er starr vor sich hin und zitterte vor Kälte. Plötzlich war dieses Rasseln und Schnalzen in seiner unmittelbaren Nähe zu hören. Jedoch verfiel Christian nicht mehr in Panik. Wie ein geschlagener Feind schaute er seinem Ende entgegen, welches in diesem Moment, in Form hunderter dieser kleinen Kreaturen, schnalzend und rasselnd über den Haufen mit den Ampullenkisten gekrabbelt kam...

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JJ1968w Es hat einen Vorteil es etwas später zu lesen, ich brauche nicht auf den nächsten Teil zu warten... (grins)
LG JJ
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PorterThomson Das ist das mit den Serien! Man muss versuchen zu jeder neuen Folge die Spannung mit rüber zu nehmen. da eignen sich solche Cliffhanger vortrefflich dafür. Ich wünsche Dir noch spannende Unterhaltung bei den noch verbleibenden 2 Teilen. Sobald ich hoffentlich in Kürze mit der Vollmondnacht durch bin geht es auch hier weiter! Wenn ich´s schaffe, kommt noch heute der neue Teil der Vollmondnacht raus.
LG Thomas
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Sealord Wie kannste da jetzt aufhören! ;-)
Klasse und spannend geschrieben!
LG Uwe
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PorterThomson Ich sage nur Cliffhanger. ;)
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