Gedichte
Die Mutter

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"Die Mutter"
Veröffentlicht am 05. September 2008, 10 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Es fällt mir nicht leicht, etwas über mich zu schreiben. Also ganz kurz: 52 Jahre alt,glücklich geschieden, Mutter von drei Superkindern, Psychologisch-technische Assistentin - fühle mich viel jünger als ich bin. Noch Fragen, dann fragt ruhig, ich stehe jederzeit Rede und Antwort.
Die Mutter

Die Mutter

Schon früh am Morgen steht sie auf,

denn es beginnt ihr Tageslauf,

wenn alle noch in ihren Betten liegen,

sich noch in sanften Träumen wiegen.

Sie wankt müde in die Küche dann,

stellt die Kaffeemaschine an,

deckt liebevoll den Frühstückstisch,

ein täglich munteres Gemisch

aus Cornflakes, Toast, aus Wurst und Eiern,

als würde man täglich Feste feiern.

Dann geht sie los, die Kinder wecken,

ein Küsschen hier, dort etwas necken,

die Vorhänge zur Seite streichen,

beim Anblick des Zimmers kurz erbleichen,

dann wieder in die Küche schnell,

weil ihr Mann jetzt etwas von ihr will.

Die Kinder kommen angerannt.

Der Toast ist zwischendurch verbrannt.

„Hast du meine neue Jeans gewaschen?

Packst du mir etwas ein zum Naschen?

Du musst das hier noch unterschreiben,

sonst muss ich länger in der Schule bleiben.

Ich komme heute spät nach Haus.“

Schwupps ist die ganze Horde raus.

 

Jetzt erst einmal nen Kaffee trinken,

kurz auf den Tisch hinuntersinken,

dann schleicht der Hund um sie herum.

Er hält das Hinterteil schon krumm.

So legt sie ihm die Leine an,

damit er sich draußen lösen kann.

Zurück im Haus trifft sie der Schlag.

Sie sieht das Chaos an wie jeden Tag.

Hier liegt ein Schuh, dort eine Hose,

von Sophie Blätter einer Rose,

die hier und da die Treppe schmücken.

Als sie sich beugt, da schmerzt ihr Rücken.

Trotzdem hebt sie die Blätter auf,

verfolgt zum Zimmer ihren Verlauf.

Dann geht sie in das Badezimmer.

Chaos auch hier, genau wie immer.

Die Haare rasch zurückgebunden

hat sie den Wischeimer gefunden,

beginnt, das Bad gründlich zu putzen.

Sie denkt bei sich: das wird nichts nutzen,

weil ihre liebe Kinderschar

noch nie so richtig ordentlich war.

 

Egal, es ist nun mal ihr Job.

Gibt es dafür auch niemals Lob,

so muss die Arbeit trotzdem sein,

also haut sie kräftig rein.

Sie ordnet, wienert, putzt und schafft,

hat sich tagtäglich aufgerafft,

kümmerte sich um Wäsche, Hund und Haus,

doch irgendwann gingen ihr die Kräfte aus.

Der Kreislauf hat nicht mehr mitgemacht,

hat sie bestraft, weil sie nicht an sich gedacht.

So kam sie dann ins Krankenhaus.

Mutter fiel plötzlich für Wochen aus.

 

Die Familie sah letztendlich nun,

was Mütter so tagtäglich tun,

sah, dass man die Arbeit meist nicht sieht,

weil diese in der Stille geschieht.

Sie merkten, was sie an ihr haben,

dass sie ihr nicht genug Hilfe gaben.

Erst jetzt haben sie es tief bereut,

aber sie lernten mit der Zeit,

ihrer Mutter viel mehr beizustehen,

ihr öfter mal zur Hand zu gehen.

 

Die Mutter hat sich nie beklagt,

hat ihrer Familie niemals gesagt,

dass sie sich überlastet fühlt,

dass sie nicht nur die Teller spült,

dass sie von morgens früh bis abends spät

jedem aus der Familie zur Seite steht.

Doch ist sie plötzlich nicht mehr da,

wird allen aus der Familie klar,

was sie tatsächlich an ihr haben,

dass sie zu wenig Zeit ihr gaben,

dass alle zu sehr an sich gedacht.

Sie wussten ja, die Mutter macht

alles, was ihr möglich ist.

Sie wussten, dass sie keinen vergisst.

 

Doch diese Familie lernte daraus.

Heute sieht das Leben anders aus.

Heute gibt es einen Haushaltsplan.

Heute hält sich jeder daran.

Die Mutter fühlt sich nicht mehr ausgenutzt,

weil sie nicht mehr allein die Räume putzt.

Man kann wieder miteinander lachen

und lauter nette Sachen machen.

Die Mutter kam gesund nach Hause zurück.

Der Rest der Familie strahlte vor Glück.

 

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Hörbuch

Über den Autor

Chrissy55
Es fällt mir nicht leicht, etwas über mich zu schreiben. Also ganz kurz: 52 Jahre alt,glücklich geschieden, Mutter von drei Superkindern, Psychologisch-technische Assistentin - fühle mich viel jünger als ich bin. Noch Fragen, dann fragt ruhig, ich stehe jederzeit Rede und Antwort.

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Chrissy55 Re: wow -
Zitat: (Original von aerztefan1412 am 07.09.2008 - 19:14 Uhr) eine sehr schöne gecshichte mit happy end
leider gibts es nicht in allen familien ein happy end, aber ich find es scvhön, dass es hier eins gibt, und die familie gesehn hat, dass es so nicht weiter gehen kann...
lg
marina


Vielen Dank, Marina, leider ist es oft so, dass man erst erkennt, was jemand leistet, wenn er es plötzlich nicht mehr leistet. Gerade bei Müttern ist es oft so, dass ihre Arbeit nicht anerkannt wird.
LG Chrissy
Vor langer Zeit - Antworten
aerztefan1412 wow - eine sehr schöne gecshichte mit happy end
leider gibts es nicht in allen familien ein happy end, aber ich find es scvhön, dass es hier eins gibt, und die familie gesehn hat, dass es so nicht weiter gehen kann...
lg
marina
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Chrissy55 Re: Mutter -
Zitat: (Original von PaulG am 06.09.2008 - 11:39 Uhr) Da kann ich nur sagen: gut, dass es die Mütter gibt!

LG, Paul


Ich danke dir, Paul. Leider wird die Arbeit der Mütter oft erst dann anerkannt, wenn sie mal ausfallen, weil man das, was sie machen oft nicht sieht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Kinder kleiner waren, wie ich kurz bevor meine Kinder aus der Schule oder aus dem Kindergarten nach Hause kamen, stolz meinen Haushalt betrachtete und dachte: sieht gut aus. Wenn mein Mann aber abends nach Hause kam, war davon nichts mehr zu sehen. Ich musste mir dann die Frage anhören: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Ja, manchmal habe ich mich das auch gefragt, habe es aber trotzdem immer wieder gemacht. :-)
LG Chrissy
Vor langer Zeit - Antworten
PaulG Mutter - Da kann ich nur sagen: gut, dass es die Mütter gibt!

LG, Paul
Vor langer Zeit - Antworten
Chrissy55 Re: Mutter -
Zitat: (Original von sanktpauli am 05.09.2008 - 22:09 Uhr) Mutter Erde
Vater Staat

von wem kommt da die ueble Saat?

Gute Planung ist sehr schwer
Weil zu tun ...man findet keinen mehr.

Bis es einmal boese Kracht!
Und Dann Wird Nachgedacht!


Ich finde es ein wenig zu lang. :-)


manni


Ich danke dir, Manni, war auch eigentlich nicht so geplant. Eigentlich wollte ich nur darauf hinweisen, dass nur Hausfrau schon etwas mehr bedeutet, aber dann ist es mir wieder einmal irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Vielleicht sollte ich mich besser kontrollieren, falls ich das kann. :-)
LG Chrissy
Vor langer Zeit - Antworten
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