Romane & Erzählungen
Die paradiesische Hölle - Teil 3

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" Bittere Erkenntnis, Hoffnungslosigkeit und Todesangst "
Veröffentlicht am 18. Januar 2014, 60 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
© Umschlag Bildmaterial: Andreas Hermsdorf pixelio.de
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich schreibe hauptsächlich um zu unterhalten. Dabei möchte ich Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und egal welcher Herkunft unterhalten. Meine Ambitionen liegen bei den spannenden und aufregenden Romanen. Jedoch experimentiere ich hin und wieder auch mal an anderen Genres herum. Mehr über mich: www.porterthomson.de.tl sowie bei Facebook: "Porter Thomson, Autor aus Cuxhaven" und bei Google+ unter der web-Adresse: ...
Bittere Erkenntnis, Hoffnungslosigkeit und Todesangst

Die paradiesische Hölle - Teil 3

Alles Dahin

Laura hatte inzwischen einen beachtlich großen Haufen Brennholz zusammen getragen und war der Meinung, dass es doch wenigstens die Nacht hindurch reichen würde. Jenny und Lukas hatten nun auch keine Lust mehr auf Baden und hingen quasi der Mutter am Rockzipfel. „Mama! Wir haben Hunger!“, jammerten sie die ganze Zeit.

Es war das eingetreten, worauf Christian, eigentlich ja sie selber, gekommen war. Sie brauchten unbedingt etwas zu Essen! Schon der Kleinen wegen! „Ja Ihr beiden Mäuse! Onkel Christian oder der Skipper kommen bestimmt bald

mit Essen zurück! Haltet noch ein wenig aus!“

Sie setzte sich neben dem Holzhaufen in den Sand und wiegte liebevoll in ihren Armen die beiden Kinder. Dabei summte sie eine langsame Melodie, in der Hoffnung die Kinder etwas beruhigen zu können. In sorgenvollen Gedanken vertieft, schaute sie auf das Meer hinaus, wo sich die Sonne dem Horizont näherte. Ach ihr Bruder! Was war Christian doch ein liebenswerter Mensch! Mit einem einfachen ruhigen Gespräch hatte er es fertig gebracht, sie aus dem tiefen Tal der Lethargie heraus zu holen. Mehr noch! Mit diesem einfachen Spiel, was er mit ihr getrieben hat, vermochte er es, ihr

zumindest ein wenig ihres verloren gegangenen Selbstwertgefühls wieder zurück zu geben. Wenn sie jetzt, in diesem Augenblick, am weißen Strand, auf dieser gottverlassenen Insel, ihre beiden Kinder in den Armen, an ihr bisheriges Leben zurück dachte, welches eigentlich nur von Kummer und Leid geprägt war, stellte sie, mit Tränen in den Augen, fest, ihr bisheriges Leben einfach nur verpasst zu haben. Was hat sie denn schon aus ihrem Leben gemacht? Nichts! Sie hatte eine schwere Kindheit und immer die falschen Freunde. Hatte Sie denn jemals die Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen? Wurden ihr nicht eins

ums andere mal, immer wieder, nur Steine in den Weg geräumt? Soweit sie zurück denken kann, war sie doch immer nur die kleine und zerbrechliche Laura, die nichts auf die Reihe bekam, der man alles abnehmen musste, sogar den freien Willen und manchmal auch das Denken. Immer hieß es: „Ach komm Laura ich mach das eben!“, oder „Lass mich mal!“ Ob das nun in der Schule war oder zu Hause. Immer hieß es, „Ach du kannst das ja doch nicht! Ich mach das schon!“

Als Kind findet man sich schnell mit seiner scheinbaren Bestimmung ab und glaubt später sogar selber daran, nichts zu können, nichts zu schaffen, einfach

minderwertig zu sein!

Doch dann kommt das Kind in die Pubertät, wird Erwachsen. Da beginnen die Probleme erneut. Was die ganze Kindheit so wunderbar funktioniert hatte, einfach alles hin zu nehmen und sich zu fügen, anzupassen, ging auf einmal nicht mehr!

Ihr Körper veränderte sich und auch ihre Gedanken und Gefühle wurden anders. War sie als Kind doch recht zierlich gewesen, entwickelte sich ihr Körper zu einem gänzlich neuen Erscheinungsbild, gesegnet mit recht üppigen Rundungen an den richtigen Stellen. In ihrer schüchternen Art war sie lange Zeit bestrebt, ihren immer größer werdenden

Busen unter weiten Pullovern zu verstecken und versuchte stets Jacken zu tragen, die nicht so sehr ihren üppigen Hintern betonten.

Doch gegen diese neuen Gedanken konnte sie sich einfach nicht erwehren! Laura erwischte sich immer wieder dabei, wie sie älteren Jungen hinterher schaute und sie beurteilte. Doch soweit, dass sie diese Jungen einfach mal auf sich aufmerksam machte, soweit kam es dann auch wieder nicht! Sie war einfach viel zu schüchtern, um überhaupt einen Blick mit einem Jungen zu wechseln, welcher ihre geheimsten Begehrlichkeiten geweckt hatte.

Um so schmerzlicher war es dann für

Laura, wenn es da mal einen Jungen gab in den sie sich verguckt hatte. Denn immer wieder war es dann so, dass ihn sich eine ihrer kesseren Mitschülerinnen vor der Nase weg schnappte, während sie noch überlegte, wie sie es am besten anstellen sollte um betreffenden Jungen auf sich aufmerksam zu machen. Laura war nicht in der Lage sich irgendwie dagegen zu erwehren.

Es war immer wieder schrecklich! Meistens rannte sie dann nach Hause, lief in ihr Zimmer und heulte sich die Seele aus dem Leib. Bis dann irgendwann ihr Vater die Treppe hoch kam, sich neben sie aufs Bett setzte und Laura streichelte, um sie zu trösten, wie er immer wieder

betonte.

All die Jahre ihrer Kindheit, wo er das getan hat, Laura musste oft getröstet werden, wegen unterschiedlichster Sachen, hat sie nie etwas empfunden. Es war halt so, dass sie Daddy in jenen Momenten auch am Po und zwischen den Beinen streichelte! Doch später wurde das anders! Noch immer kam Daddy zu ihr ins Zimmer und „tröstete“ sie. Doch waren ihr seine Berührungen schon lange nicht mehr gleichgültig! Sie fand es ab einem gewissen Alter nur noch abstoßend.

Als besonders unangenehm empfand sie es, wenn er sich an ihren heranwachsenden Brüsten oder zwischen ihren Schenkeln zu schaffen machte und

dabei anfing so ungewöhnlich stark aus der Nase zu schniefen. In diesen Situationen überfiel sie eine Art... Ekel! Ja genau Laura hätte es damals als Ekel bezeichnet. Heute dachte sie nur noch mit Schrecken zurück an diese Zeit... Knackendes Holz riss Laura aus ihren traurigen Gedanken.

Was war das?

Sie riss den Kopf herum und schaute in die Richtung aus der das Geräusch kam. „Skipper! Maria! Da seid ihr ja!“

Laura und die Kinder sprangen auf um den beiden entgegen zu laufen.

„Und wie war´s?“ „Na ja! Wir haben auf jeden Fall was zu Essen gefunden. Wo sind Christian und

das Mädchen?“, fragte der Skipper ungehalten darüber, dass die Beiden nicht da waren und noch immer kein Feuer brannte. „Hatte ich nicht gesagt, dass Ihr Euch um Feuer kümmern sollt?“ „Die Kinder haben Hunger! Da dachte ich mir, dass es sinnvoll ist, wenn Christian und Ashley auf Nahrungssuche...“, versuchte sich Laura kleinlaut zu rechtfertigen. „Was meinst du denn was wir die ganze Zeit gemacht haben!?“ „Du sagtest, Ihr wolltet die Insel erkunden!“ Lauras frisches Selbstbewusstsein baute von Sekunde zu Sekunde mehr und mehr ab. „Ach und da meinst du wir spazieren da

einfach nur sinnlos in der Gegend herum oder was?“ Ungehalten warf Joe zwei, für Laura undefinierbare, tote Tiere in den Sand, welche in etwa die Größe eines Zwergkaninchens oder einer großen Ratte hatten. Oh mein Gott! Das sollen die Kinder essen?

Laura war geschockt und schaute entgeistert auf diese beiden Kadaver. „Laura, das geht so nicht!“, schimpfte Joe weiter mit der jungen Frau. „In einer solchen Situation, in der wir uns gerade alle befinden, muss eine gewisse Hierarchie eingehalten werden. Du kannst dich doch nicht einfach so meinen Anweisungen widersetzen und einfach die

Leute in den Busch schicken um etwas zu suchen, was sie eh nicht finden! Mensch Laura! Das ist doch Mist!!“, schnauzte der Skipper die junge Mutter an und trat bedrohlich einen Schritt auf sie zu. Sogleich ließ Laura ihre Schultern wieder hängen und war den Tränen nahe. „Hey Joe! Lass sie!“, mischte sich Maria aus dem Hintergrund ein und hielt Joe am Arm zurück. „Sie hat es doch nur gut gemeint!“ „Ach Mann! Wir haben hier eh schon die totale Scheiße am Hals. Da kann nicht jeder machen was er will! Na dem Typen werd ich was erzählen!“ Joe trat zum aufgeschichteten Holzhaufen.

„Warum brennt nicht wenigstens schon ein Feuer? Muss ich hier alles selber machen?“

Er zog aus seiner Hosentasche ein Feuerzeug und hatte im Handumdrehen ein kleines Feuer entzündet. Laura begann verzweifelt zu heulen. In nicht einmal fünf Minuten hatte der Skipper das kleine bisschen Selbstvertrauen in Laura, welches Christian in ihr aufgebaut hatte, zunichte gemacht! Maria trat neben sie und nahm sie in den Arm. „Komm! Wir machen diese Viecher zurecht, die wir gefangen haben. Die sehen irgendwie aus wie Kaninchen.“ „Wohl eher wie Ratten!“, erwiderte Laura

ironisch, noch immer weinend. „Na ja! Man muss es immer positiv sehen. Sie sehen aus wie süße Ratten und wir haben ein wenig zu essen. Leider waren es die einzigen Tiere, die sich von uns fangen ließen, liefen sie doch direkt vor unseren Füßen umher und schienen überhaupt keine Angst zu haben!“ „Aber wie wollen wir denn die Tiere zurechtmachen, wir haben doch noch nicht einmal ein Messer!“, fragte Laura und stupste zaghaft eines dieser beiden Tiere an, welche Maria in den Sand gelegt hatte. „Doch haben wir!“

Maria zwinkerte Laura lächelnd zu und zog ein stabiles Taschenmesser aus der Hosentasche.

„Ein Seemann hat immer ein Messer einstecken!“ Maria hockte sich hin und drehte die beiden Nager auf den Rücken. Laura kauerte sich daneben und schaute Maria zu. Was sollte sie auch sonst machen? So was hat sie nun wirklich noch nie gemacht! Die Kinder waren beim Skipper, der gerade etwas Holz über dem Feuer aufschichtete. „Laura!“, unterbrach Maria den Moment des Schweigens. „Du darfst dir Joe´s Worte nicht so zu Herzen nehmen. Er ist in seinen Worten manchmal etwas ruppig, aber eigentlich ein ganz lieber Kerl. Ja und die Situation in der wir uns gerade

befinden, trägt vielleicht auch einen Teil zu seiner schlechten Laune bei.“

Maria setzte die Klinge an und stach vorsichtig in die Bauchdecke dieses Tieres.

„Wir haben hier auf dieser Insel nichts, weder Pflanzen noch Tiere, gefunden, welche uns auch nur ansatzweise bekannt sind, geschweige denn von denen wir wissen ob man sie essen kann oder ob sie gar giftig sind. Joe macht sich echt Sorgen, wie wir hier überleben sollen. Wenn wir nicht bald gefunden werden sieht es echt düster aus für uns.“

Maria und Laura stutzten einen Moment. Irgendwie sah das Fleisch dieser Nager schon etwas eigenartig aus. Es fehlte ihm

jede Farbe. Es war schneeweiß und hatte auch nicht die Konsistenz oder Festigkeit wie sich Laura und Maria vielleicht Kaninchenfleisch vorgestellt hätten. Dem Fleisch fehlte auch die typische Faserigkeit des Fleisches von Säugetieren. Es war eher strukturiert wie...

Fisch??

Laura konnte es nicht fassen.

„Maria? Was hat...? „Ich sehe es verdammt! Irgendwas stimmt hier nicht! Was ist das für ein Vieh?“ Maria schnitt das Tier langsam weiter auf. Auch die Knochen dieses Tieres, wenn man sie so nennen wollte, waren unverhältnismäßig filigran und

glasig. „Sind das Gräten???“ fragte Laura verwundert. „Es sieht fast so aus! Nur ist das doch unmöglich! Schau Dir das Tier doch an! Es hat vier Beine, einen relativ langen Schwanz, ein normales graues Fell und Füße mit fünf Zehen und Krallen. Es ist ein Säugetier!“ Maria hatte inzwischen die gesamte Bauchhöhle dieses Tieres geöffnet. „Und siehst Du hier sind auch eindeutig Lungen. Bis auf das Fleisch und diese Gräten hat das Vieh nichts von einem Fisch.“ „Es lebte ja auch an Land!“, stellte Laura sinnierend fest. „Vielleicht hat das ja auch nichts mit Fischen zu tun! Wie

haben wir in der Schule gelernt? Das Leben entsprang dem Wasser! Irgendwann in der Evolution sind die Fische an Land gekommen und wurden zu ...“ Laura überlegte einen Moment, versuchte den laut gedachten Gedanken weiter zu spinnen. „Sie wurden glaube ich zu Lurchen...“ „Oder Reptilien!“, griff Maria den Gedanken auf. „Aber das ist nicht logisch!“, verwarf sie sogleich wieder den Gedanken. „Zwischen Reptilien und Säugetieren fehlt irgendwie die Verbindung. Wenn dieses Vieh irgend ein Bindeglied wäre, müsste es eher Ähnlichkeit mit einem Vogel haben... Aber das hier ist ja wohl eindeutig ein

Säugetier! Oder?“ Maria hob den Kopf und schaute sich suchend um. „Joe!“, rief sie nach dem Skipper. „Das musst du Dir mal anschauen!“ „Was hast du denn?“

Joe ließ das Stück Holz, welches er gerade in der Hand hielt, auf das Feuer fallen und kam zu den beiden Frauen. „Sieh mal hier! Was hältst Du davon?“ Maria tippte mit der Messerspitze auf den aufgeschnittenen Körper in seiner Weißfleischigkeit. Joe beugte sich über den Kadaver und schaute ihn sich einen Moment an.

„Oh mein Gott! Wo sind wir hier bloß gelandet?“

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Zerplatzte Seifenblasen

Christians Bewegungen wurden immer schwerfälliger und sein Knie immer dicker. Ashley war bemüht ihrem großen Cousin den beschwerlichen Marsch durch den unwegsamen Urwald so gut wie möglich zu erleichtern. Mal lief sie neben Christian, um ihm beim gehen eine Stütze zu sein, mal sprang sie vor Christian und fing ihn ab, wenn er drohte zu stürzen, oder bahnte, so gut es eben ging, den Weg. Es tat Ashley in der Seele weh, ihren Christian so leiden zu sehen. Doch bewunderte sie wiederum seinen Mut, seine Entschlossenheit und seine Härte die er an den Tag legte, in dem er nie,

auch nur ein bisschen, wegen der Schmerzen jammerte. Auch wenn Christian offensichtlich litt, kam Ashley nicht umhin, ihn allenthalben an zu schmachten. Trotz aller widrigen Umstände genoss sie jeden Augenblick, indem sie mit ihm zusammen sein durfte.

Schon seit dem ersten Tag, an dem sie in Sydney auf die "Trinity" aufgestiegen waren und sie Christian nach vier Jahren das erste mal wieder sah, träumte sie davon einmal so viel Zeit mit ihm allein verbringen zu dürfen wie gerade eben, in diesem Moment! Sie würde es natürlich nie jemandem gegenüber zugeben, aber Ashley hatte sich schon am ersten Tag unsterblich in Christian verliebt und

versuchte seither alles um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Allenthalben ging sie in den engen Gängen unter Deck rein zufällig an den engsten Stellen an ihm vorbei und warf ihm dann ihr süßestes Lächeln zu. Oder wann immer möglich setzte sie sich in der Klubmesse natürlich rein zufällig an den selben Tisch wie Christian. Hin und wieder trafen sie sich dann auch, wie es der Zufall wollte, auf dem Achterdeck und saßen auf der kleinen Holzbank dicht nebeneinander. Dabei versuchte sie ihn in ein vertrautes Gespräch zu verwickeln. Doch vergeblich! Alles was sie versuchte, um sein Interesse an ihr zu wecken, wollte irgendwie nicht fruchten! Für

Christian war sie scheinbar Luft!

Wie oft hat sie sich schon gefragt, woran es liegen könnte! War sie vielleicht zu hässlich? War sie zu dick? Oder war sie ihm gar zu blöd? Das wohl eher nicht! Immerhin hatte Ashley große Collegepläne! Sie war weder dick noch hässlich! Zudem war sie in der High School bei den Jungen eigentlich immer recht beliebt gewesen! Was konnte es nur sein? Sollte es wirklich nur das Alter sein? Es kam Ashley fast so vor. Alle anderen Vermutungen ergaben irgendwie keinen Sinn! Wie ein Damoklesschwert schwang dieser dumme Altersunterschied, von gerade mal sechs Jahren, zwischen den Beiden und schien sämtliche Signale,

welche Ashley ihrem Christian entgegen schickte, zurück zu werfen. Es war einfach zum verrückt werden. Mit nichts konnte sie Christians Interesse an ihr wecken. Am Ende griff sie zu ihrem letzten Verzweiflungsakt. In der Hoffnung sie könnte ihn mit ihren körperlichen Reizen auf sich aufmerksam machen, überredete sie ihre drei Cousinen an Bord sich gemeinsam mit ihr auf dem Dach der Klubmesse oben ohne von der Sonne braten zu lassen. Aber das ging ja wohl so was von nach hinten los! Anstatt ihr, die sich da fast nackt auf dem Dach der Klubmesse präsentierte, wenigstens etwas Aufmerksamkeit zu schenken, legte er sich völlig gelangweilt ins Klüvernetz!

Nicht zu Letzt weil Ashley, wo es nur ging, Christian unterstützte kamen sie trotz der widrigen Umstände gut voran. Jetzt, wo sie wieder im Schutz des Dschungels nicht mehr so sehr der knalligen Sonne ausgesetzt waren, mussten sie auch nicht mehr so viele Pausen einlegen, um zu Atem zu kommen. Ashley watete gerade neben Christian durch das Gewirr aus Ranken, Schlingpflanzen und anderem grünen Bewuchs. Eins ums andere mal trat sie schmerzhaft auf ein Stück Holz oder einen Stein und fluchte ein jedes mal. Warum musste sie auch in der Unglücksnacht ihre Flip Flops verlieren,

welche sie in der Klubmesse an den Füßen trug? Nie hätte Ashley es für möglich gehalten, was so ein paar einfache Badelatschen doch für ein Luxus sein können! Hätte sie doch nur zum Zeitpunkt des Untergangs der "Trinity" vernünftige Schuhe angehabt, nicht diese useligen Flip Flops! Ashley vermisste in diesem Augenblick ihre schicken Nike-Sportschuhe, die jetzt irgendwo im Pazifik ihre letzte Ruhe gefunden hatten.

Plötzlich blieb Christian neben ihr wie versteinert stehen und hielt sie am Arm zurück. Er schaute einfach nur geradeaus. Ashley folgte in etwa seinem starren Blick und war wenigstens genauso

erstaunt über das was sie da sah. „Ein Flugzeug??? Wie zum Teufel kommt das hier her?!“, rief Ashley erstaunt. „Na wie wohl?“, erwiderte Christian in einem seltsamen Ton als wäre er... Ashley musste einen Moment überlegen.

Als wäre er geschockt? „Es ist natürlich abgestürzt. Was mich vielmehr verwundert oder fast bestürzt ist das Flugzeug an sich. Das Ding ist doch bestimmt schon 60 oder 70 Jahre alt!“ „Ja und?“ Ashley wusste zunächst nicht worauf ihr Cousin hinaus wollte. „Ja schau es Dir doch an! Es ist halb verrottet. Es liegt wahrscheinlich schon so lange und unentdeckt auf dieser beschissenen Insel herum wie es

wahrscheinlich alt ist! Der Bauart nach vermute ich mal, dass es eine Transportmaschine aus dem zweiten Weltkrieg ist. Weißt Du jetzt was ich meine?“

Resignierend ließ sich Christian zu Boden sinken. Jetzt begann auch Ashley langsam zu begreifen, worauf ihr Cousin eigentlich hinaus wollte und schlug entsetzt ihre Hände vor dem Mund.

„Oh mein Gott! Du meinst hier war seit dem zweiten Weltkrieg keine Menschenseele mehr?“ Über dem Mädchen wollte schier die Welt zusammen brechen. „Zumindest keine lebende Menschenseele!!“, stieß Christian

sarkastisch hervor und raufte sich die Haare. Allen Mut verloren und desillusioniert schaute er nur noch zu Boden. Ashley setzte sich neben ihn und begann zu schluchzen.

„Und nun?“ „Ich weiß auch noch nicht! Auf jeden Fall brauchen wir bei weitem mehr als nur ein wenig Nahrung. Als erstes brauchen wir mal ein Wunder!“ Ashley weinte, ihren hoffnungslosen Gefühlen freien Lauf lassend und starrte ab und zu auf dieses alte, halb zugewachsene Flugzeug. An einigen Stellen war die Außenhaut aus dünnem Wellblech durch gerostet. Es lag da mit

der Nase leicht nach oben gerichtet, geradeso als wollte es im nächsten Moment abheben. Erstaunlicherweise waren die Fensterscheiben des Cockpits teilweise noch in Takt. Diese mussten auch im Sonnenlicht aufgeblinkt und Christians Aufmerksamkeit erregt haben! Ashley wollte den, von Tränen etwas getrübten, Blick schon wieder abwenden, als etwas Unbestimmtes unbedingt ihre Aufmerksamkeit erwecken wollte. Jedoch konnte Ashley im ersten Moment nicht sagen, was es war, was sie veranlasste noch einmal auf dieses verfluchte alte Flugzeug zu starren. Was war es? Ashley schaute sich den Flugzeugrumpf mit seinem Cockpit genauer an. Was war denn

da? Waren es die heilen Fenster? Oder, wunderte sich Ashleys Logik, dass diese kleine schräg nach hinten zeigende Antenne auf dem Dach des Cockpits den Crasch überlebt zu haben...

Antenne? „Mein Gott eine Antenne! Christian sieh doch nur! Da!“ Ashley rüttelte ganz aufgeregt an seiner Schulter. Christian schaute auf. „Da über dem Cockpit! Das ist doch eine Antenne! Wo es eine Antenne gibt, gibt es doch bestimmt auch ein Funkgerät. Oder nicht?“ Christian schaute verdutzt von diesem Flugzeug zu Ashley und wieder zu diesem Flugzeug. Er überlegte einen Moment und

ließ erneut die Schultern hängen. „Ach schön wär´s! Aber glaubst Du wirklich, dass das Funkgerät den Absturz überlebt hat?“, fragte er schließlich zweifelnd und schüttelte den Kopf. „Nun ja! Also die Antenne hat ihn wohl überlebt! Nicht wahr?“ Christian schnaufte durch die Nase. Er konnte wohl dem neu gewonnenen Optimismus seiner Cousine nichts abgewinnen.

„Selbst wenn das Gerät den Absturz überlebt haben sollte und nach sechzig Jahren noch nicht total verrottet ist, dann haben wir noch immer keinen Strom um es in Gang zu setzen. Ich glaube nicht dass die Batterien nach all den Jahren

noch Saft haben. Und wer weiß ob die Reichweite dieses Funkgerätes ein Schiff oder bewohntes Land erreichen würde.“ „Wenn wir nicht nachschauen, werden wir es nie erfahren!“, gab Ashley schnippisch zurück. „Sag mal Christian was ist auf einmal los mit Dir!!!“, rief sie jetzt verärgert über Christians völlig unangebrachte Lethargie. „Selbst wenn wir dort kein beschissenes Funkgerät finden, dann aber vielleicht ein paar andere Dinge die uns das Überleben erleichtern könnten. Du hast doch vorhin selbst gesagt, dass wir uns bis zu unserer Rettung hier halbwegs häuslich einrichten müssen! Also komm jetzt bitte und lass uns in dem Flugzeug

nachschauen!!“ Wie als wäre er aus einer Art Traum erwacht, schaute Christian auf und in Ashleys Gesicht. In seinen hellblauen Augen standen noch die Tränen.

„Weißt du was, Ashley? Du hast recht! Wir dürfen jetzt nicht aufgeben und uns gehen lassen! Du hast vollkommen recht! Wir sind hier auf dieser Insel eine Gruppe von Menschen, die irgendwie überleben muss, wie eine Tierart, die einen neuen Lebensraum besiedelt. Es geht immer weiter.“

Christian streichelte lächelnd Ashleys Wange und versuchte aufzustehen. Dem Mädchen wollte vor Glückseligkeit das Herz aufgehen. Christian hat ihr die

Wange gestreichelt und sie lieb angelächelt! Gerührt lächelte Ashley zurück. „Los komm! Lass uns nachschauen!“, ächzte Christian und humpelte mit Ashley zu diesem Flugzeugwrack. Doch drohte er das Gleichgewicht zu verlieren, so dass ihn das Mädchen erneut abfangen musste. „Sobald wir wieder zurück bei den Anderen sind, musst du unbedingt dein Bein schonen! Das sieht gar nicht gut aus!“

Sorgenvoll betrachtete sich Ashley das lädierte Knie von Christian. Es kam ihr so vor, als wäre es noch dicker angeschwollen als zuvor und leuchtete in allen möglichen Farben von Grün über

Blau und Rot bis hin zu Violett war alles vorhanden. Ja sogar Gelb konnte man am Rande der Schwellung erkennen! „Wenn man es wenigstens kühlen könnte! Aber mit Eis sieht es gerade etwas schlecht aus!“ presste Christian hervor und grinste angestrengt, seine Schmerzen überspielend. „Na los! schauen wir uns diesen Schrotthaufen mal aus der Nähe an!“ Das Flugzeug bestand eigentlich nur noch aus seinem Rumpf. Die Tragflächen und das Leitwerk am Heck hatte es wohl bei der Bruchlandung abgerissen. Entweder lagen diese Teile jetzt zugewachsen irgendwo im Urwald oder waren einfach nur verrottet und im Verlauf eines halben

Jahrhunderts sprichwörtlich im Boden versunken. Durch ein riesiges Loch im Heck, an dem sich früher wahrscheinlich das Leitwerk anschloss, konnten die Beiden relativ bequem in das Innere des Flugzeuges gelangen. Auch wenn Christian bei jeder größeren Bewegung seines Beines laut aufstöhnte, riss er sich doch zusammen. Auch er war inzwischen von unverhohlener Neugier gepackt. Da Ashley besser voran kam, kletterte sie vorneweg ins Wrack und half ihrem Cousin hinein. Im Inneren standen die Beiden einem schieren Chaos aus halb verrotteten Holzkisten, aufgerissenen Säcken und einer Unmenge an Lianen und

Schlingpflanzen gegenüber. Die zum Teil armdicken Schlingpflanzen und Lianen schlängelten sich durch die zerborstenen kleinen Fenster des Laderaumes und den zahlreichen Löchern in den dünnen Blechwänden der Außenhaut. Fangarmen eines riesigen Kraken gleich, haben sie im Verlauf der vielen Jahre den kompletten Innenraum des Wracks in Beschlag genommen. Aufgrund eines langwierigen biologischen Prozesses war der gesamte Boden des Wracks von einer dicken Humusschicht überzogen. Ashley schlug ein feuchter modriger Geruch entgegen, der ihr aus irgendeinem Grund das Gefühl von Kühle suggerierte. Wahrscheinlich war ihr dieser Geruch aus

ihrem Keller daheim vertraut. Unwillkürlich musste sie frösteln und nahm Christians Hand. „Das ist unheimlich! Findest Du nicht auch?“ „Was hast du erwartet? First Class bei Champagner und Kanapees?“

Christian humpelte langsam los. Recht einfach überwanden sie den umgestürzten Stapel jener Jutesäcke und Christian kletterte auch schon über die ersten Holzkisten. Krachend brach die erste Kiste in sich zusammen, als Christian seinen gesunden Fuß darauf setzte. Er drohte zu stürzen und schlug sich sein verletztes Bein an. Nicht mehr in der Lage sich zu verstellen, schrie er laut auf

und hielt sich mit beiden Händen das Knie. „Um Himmelswillen Christian! Warte doch! Lass mich vorweg gehen!“, rief Ashley sorgenvoll und drängelte sich vorbei. Sie räumte, so gut es eben ging, den Weg frei. Sie war erstaunt, wie hartnäckig sich die Pflanzen mit dem Wrack verbunden hatten. Es war dem Mädchen fast unmöglich einige Schlingpflanzen los zu reißen. Allenthalben sah sie zerborstene Holzkisten mit unterschiedlichstem Inhalt. Da waren Kisten befüllt mit irgendwelchen etwa 10 Zentimeter langen Ampullen. Die Meisten waren zerbrochen in den anderen war durch einen grünen

Algenbelag nur ein schwarzes zähflüssiges Etwas zu erkennen. Diese umgestürzten Kisten waren ehemals in hohen Stapeln aufgestellt, die durch breite Gurte und derbe Netze gesichert waren. Sogleich schnappte sich Christian einen dieser losen Gurte und zerrte nach Leibeskräften an ihm. „Das scheint stabiles Material zu sein! Wahrscheinlich ist es eine Art Kunstsstoff, unverrottbar! Diese Gurte können wir bestimmt noch gut gebrauchen."

Hinter den Kisten mit diesen Ampullen folgte ein Haufen mit länglichen Kisten von etwa acht Fuß Länge. Eine war zerborsten und gewährte Ashley einen

vorsichtigen Einblick. Als sie realisierte, was sie da sah, schreckte sie ängstlich zurück. Zum ersten mal in ihrem Leben schaute sie in die Mündungen von Gewehrläufen. Christian nahm sie in den Arm.

„Dachte ich es mir doch, eine militärische Frachtmaschine! Komm weiter Ashley! Ich denke mal die sind nicht geladen. Mal schauen was es hier noch so gibt.“ Sie bahnten sich weiter ihren Weg und hatten auch schon bald den Laderaum hinter sich gelassen. Als sie das Ende des Laderaumes erreicht hatten standen sie vor einer ovalen Luke aus einem verstrebten Metallblech, an welchem man sogar noch die Reste einer

hellgrünen Lackierung erkennen konnte. Sie war verschlossen und ließ sich mit einem langen Hebel entriegeln.

Neugierig, was es dahinter gäbe, versuchte Christian auch sogleich den Riegel mit beiden Händen nach oben zu schieben. Mit einem lauten Knarren gelang es ihm, diesen zu bewegen und schob mit einem quietschenden Geräusch die Luke ein Stück weit auf bevor sie irgendwo gegen schlug und sich nicht ein Stück mehr bewegen ließ.

Der entstandene Spalt war so breit, dass bestenfalls die zierliche Ashley hindurch gepasst hätte. „Verdammt!“, fluchte er, als sich diese Luke wirklich nicht ein Stück weiter

öffnen ließ. Fragend schaute er seine Cousine an. „Magst du mal nach schauen?“ „Allein???“, fiel Ashley aus allen Wolken. Wer weiß was sie da erwartete? Augenblicklich wurde sie von Angst ergriffen. „Du brauchst keine Angst haben! Da ist nichts drin, was Dir gefährlich werden könnte! Du brauchst nur rein schlüpfen und nachschauen, was es da so gibt. Oder du findest den Grund warum sich diese beschissene Luke nicht weiter öffnen lässt.“ „Ich weiß nicht! Ich habe Angst!“, brauchte Ashley noch nicht einmal zu lügen. Als erstes kam ihr in den Sinn,

dass dieses Flugzeug zum Zeitpunkt seines Absturzes jemand geflogen haben muss. Da im Laderaum kein Skelett oder Ähnliches zu sehen war... „Ach nun komm! Mach schon! Jetzt sind wir schon soweit gekommen, da werden wir doch nicht vor so einer blöden Luke aufgeben. Na los! Mach´s mir zuliebe! Bitte!“, bettelte Christian und legte seine Hand auf ihre schmale Schulter. Ashley war hin und hergerissen. Einerseits war sie erfüllt von panischer Angst, andererseits wollte sie ihren Christian nicht enttäuschen! „Okay! Aber du bleibst direkt bei der Luke! Sobald irgendwas ist mach ich wieder

kehrt!“ „Hey Du bist super! Ich bleibe genau hier! Versprochen!“ Christian stellte sich direkt vor die Luke.

„Okay!“ brachte Ashley kleinlaut und ziemlich verängstigt hervor. Sie lächelte zaghaft und schob ein Bein durch den Spalt der Luke um auch sogleich ihren schmalen Körper hinterher zu schieben. Selbst für Ashley war der Spalt beinahe zu eng! Schmerzhaft schrammte sie mit ihrem Brustkorb am Metall entlang und blieb plötzlich mit ihrem dünnen Shirt an irgendetwas hängen. Deutlich war das Zerreißen des Stoffes zu hören und ein brennender Schmerz unterhalb ihrer Brust machte sich

breit. „Ach verdammter Mist!“, fluchte sie sogleich. „Warte Ashley!“, rief Christian vor der Luke. Sie spürte wie sich seine Hand zwischen Luke und ihren Körper schob. Seine Finger bewegten sich und lösten ihr Shirt von jenem Hindernis, an dem es sich verhakt hatte. Geschützt durch seine Hand vor dem scharfkantigen Hindernis, schob sie sich weiter in das Cockpit.

Ein mulmiges Gefühl überkam sie. Sie konnte die Zeit der Isolation förmlich greifen. Sie musste sich unweigerlich vorstellen, dass in all diesen sechzig oder siebzig Jahren nichts und niemand dieses

kleine Flugzeugcockpit betreten hat. Es war gerade so, als umgäben sie die Geister längst vergangener Tage. Panische Angst vor dem Ungewissen machte sich in Ashley breit. Im Cockpit war es nahezu dunkel nur schwach fiel getrübtes Licht durch die hoffnungslos verschmutzten kleinen Fenster und die vereinzelten Löcher in der dünnen Außenhaut des Flugzeuges. Zusätzlich wurde das Licht auch noch durch das grüne Gewölbe des Urwaldes gedämpft. Das was sie erkannte, konnte sie bestenfalls schemenhaft ausmachen. So sah sie vor sich die Umrisse von zwei Sesseln oder Stühlen. Das müssen die Pilotensitze sein!

Ashley traute sich nicht weiter zu gehen. Zu groß war die Angst, sie könne plötzlich die sterblichen Überreste der Piloten sehen! „Ist alles klar bei Dir?“, hörte sie Christian sorgenvoll von draußen fragen. „Was siehst du?“ „So gut wie gar nichts! Es ist ziemlich dunkel hier!“ „Versuch die Luke weiter auf zu machen. Dann komme ich zu Dir!“ Ashley schaute sich die Luke an. Doch konnte sie auf dem ersten Blick keinen Grund für deren Blockade erkennen. Erst als sie die schematischen Umrisse der Luke mit den Augen verfolgte, fiel ihr das stark verformte Bodenblech auf, welches

es der Luke unmöglich machte sich öffnen zu lassen. Sogar Ashley erkannte, dass da, so ganz ohne Werkzeug, nichts auszurichten war. Sie stampfte mit den Füßen auf jenes Blech. Doch da bewegte sich nichts. Beim Aufprall muss sich wohl der ganze Rumpf verformt haben. „Ich glaube da ist nichts zu machen Christian! Ein Bodenblech hat sich verbogen und blockiert die Luke!“ „So ein Mist!“, hörte sie Christian fluchen. „Dann schaust du dich eben so ein wenig um, ob da vielleicht noch etwas Brauchbares zu finden ist. Dann ist da ja noch das Funkgerät!“ „Ja richtig das Funkgerät!“ Das hatte Ashley vor lauter Angst und Aufregung

schon fast wieder vergessen.

Zaghaft tastete das Mädchen um sich. Mit Sehen war hier nicht viel! Auch wenn sie es nicht wollte, kam sie unweigerlich diesen gruseligen Pilotensitzen immer näher. Überall ertastete das Mädchen irgendwelche Armaturen mit unzähligen Knöpfen und Hebeln. „Christian!“, rief sie nach draußen zu ihrem Cousin. „Ja!“ „Wie sieht so ein Funkgerät überhaupt aus und wo könnte das sein?“ Ashley hörte Christian laut ausatmen.

Er hält mich jetzt bestimmt für so ein dümmliches Naivchen!

Aber was sollte sie machen? Noch nie in

ihrem jungen Leben hat sich dieses fast sechzehn Jahre alte Mädchen mit etwas derartigem wie einem Bordfunkgerät beschäftigt, geschweige denn wie es aussieht oder wo man es normaler weise zu suchen hat!

„Also gut Ashley! Hör zu!“, wurde sie von Christian zur Aufmerksamkeit ermahnt. „Ich würde sagen, dass du das Gerät in der Nähe der Pilotensitze suchen musst!“ „Bist du Dir sicher?“ Ashley behagte es gar nicht, sich gleich mit diesen unheimlichen Pilotensitzen näher befassen zu müssen. „Ich denke schon! Halte Ausschau nach etwas, das wie ein Mikrofon aussieht und

an einem langen Kabel hängt, welches zum eigentlichen Funkgerät führt.“ Vorsichtig und vor Angst zitternd tastete sich das Mädchen zu den beiden Pilotensitzen und war bestrebt, sie nicht direkt anzuschauen. An den Armaturen vor den beiden Pilotensitzen hing kein Kabel mit Mikrofon herum. Aber vielleicht war ja am Sitz direkt...?

Oh Gott!!!

Ashley blieb keine Wahl. Sie öffnete weit die Augen und tastete den Sitz ab. Dabei trat sie zwischen Sitz und Armaturen. Ihre Fingerkuppen glitten über den oberen Bereich der Sitzschalen weiter nach unten. Jede Sekunde war Ashley darauf gefasst, dass ihre Hände auf einen

Totenschädel oder so was stießen. Plötzlich ein grelles Kreischen und ein heftiger stechender Schmerz in ihrer rechten Wade. Ashley schrie auf, griff nach unten und stieß mit dem Handrücken ein Tier weg. „Ashley!!!“ schrie Christian von draußen und rüttelte verzweifelt an der blockierten Luke. „Komm raus da!!! Schnell!!! Ashley!!!“ Wieder wurde Ashley angegriffen, diesmal schien sich eine Art Dorn in ihren Nacken zu rammen. Das Mädchen kreischte, schlug um sich und stürzte zur Luke. Erneut konnte sie das pelzige Tier von sich stoßen. Panisch und entsetzt erkannte sie eine unfassbare

Kreatur. Wenn sie dieses Lebewesen auch nur schemenhaft und für eine Sekunde sah, schrie es doch sogleich in ihr, dass sie hier weg musste, und zwar sofort und so schnell wie möglich!

Sie presste sich mit aller Kraft, ohne Rücksicht, durch den Spalt der Luke. Wieder blieb sie hängen. Scharf schnitt sich das Metall in ihren Brustkorb. Das Shirt zerriss vollendens. Doch das war jetzt egal! Weg! Nur weg hier!

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JJ1968w Morgen werde ich mir auf jeden Fall den nächsten Teil rein ziehen!!! Echtes Gänsehaut Filling, wirklich Klasse!
LG JJ
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PorterThomson Du darfst gespannt sein! Es wird noch richtig "lustig"!
LG Thomas
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FindYourselF Also den Anfang mit dem Flugzeug fand ich ja schon spannend, aber das Ende hat das gerade noch mal getoppt. Ich bin sehr gespannt,. wie es weitergeht ;)

GLG
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Sealord Sehr spannend!
Grüße Uwe
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