Gedichte
Ein Kind im Schlaf entführt

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"Ein Kind im Schlaf entführt"
Veröffentlicht am 03. September 2008, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Es fällt mir nicht leicht, etwas über mich zu schreiben. Also ganz kurz: 52 Jahre alt,glücklich geschieden, Mutter von drei Superkindern, Psychologisch-technische Assistentin - fühle mich viel jünger als ich bin. Noch Fragen, dann fragt ruhig, ich stehe jederzeit Rede und Antwort.
Ein Kind im Schlaf entführt

Ein Kind im Schlaf entführt

Gute Nacht, mein Kind, schlafe ein,

ich werde immer bei dir sein.

Ich werde dich beschützten wo ich kann,

lasse keine bösen Menschen an dich ran.

 

So hat sie ihr Kind zu Bett gebracht,

hatte selbst eine unruhige Nacht,

obwohl sie nicht ahnte, was geschah.

Am nächsten Morgen war das Kind nicht mehr da.

Es ist jemand durch das Fenster hineingestiegen,

sah das unschuldige Kind in seinem Bett liegen,

hat es schlafend aus dem Bett genommen,

ist unbemerkt davon gekommen.

 

Seitdem ist dieses Bettchen leer,

denn dieses Kind fand man nicht mehr.

Niemand weiß, wo es geblieben ist,

doch es wird seitdem so sehr vermisst.

Hat jemand diesem Kind etwas angetan?

War es ein Nachbar oder ein fremder Mann?

Wäre sie bei ihrem Kind geblieben,

hätte sie dann diesen Mann vertrieben?

Doch hätte, wollte oder wär,

bringt dieses Kind nun nicht mehr her.

Sie haben gesucht bei Tag und bei Nacht.

Sie haben viele Fotos gemacht.

Sie haben vielen Menschen Fragen gestellt,

doch niemand hat ihnen erzählt,

was in dieser Nacht geschehen ist.

Sag mir, mein Kind, wo du jetzt bist,

sag mir, wie ich dir helfen kann.

Wer ist es, dieser fremde Mann?

Hat die Polizei wirklich alles getan?

 

Viele Monate ist das schon her.

Dieses Kind fand man nicht mehr,

noch immer ist sein Bettchen leer.

Ich weine um dich, du kleines Kind,

um viele Bettchen, die leer nun sind.

Ich weine um jedes verschwundene Kind.

Ich möchte Kinderbetten sehen

mit bunten Decken, wunderschön,

ein Kind mit einem Stofftier im Arm,

ein Kinderzimmer, wohlig warm,

dann in dem Bettchen ein schlafendes Kind,

wie es unzählige auf der Erde sind,

mit einem Lächeln in dem süßen Gesicht.

Doch das Bett ist leer, ich seh das Kind nicht.

Doch die Frage bleibt, wurde genug getan?

Hätte man ihn fassen können, diesen Mann?

Doch alles was, wie, wo und wer

bringt dieses Kind nicht wieder her.

 

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Hörbuch

Über den Autor

Chrissy55
Es fällt mir nicht leicht, etwas über mich zu schreiben. Also ganz kurz: 52 Jahre alt,glücklich geschieden, Mutter von drei Superkindern, Psychologisch-technische Assistentin - fühle mich viel jünger als ich bin. Noch Fragen, dann fragt ruhig, ich stehe jederzeit Rede und Antwort.

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Chrissy55 Re: wie grausam -
Zitat: (Original von aerztefan1412 am 07.09.2008 - 20:46 Uhr) wie kann ein mensch einem nur soetwas antun ?
das verstehe ich nicht..
kann diser mensch nicht einmal an die mutter/eltern und verwandten denken, bevor er osetwas tut...
wie kann es sein, dass ein mensch mit dem kind einfach verschwinden kann,ohne dass es irgendwer bemerkt
lg
marina


Danke, Marina, das habe ich mich bei der kleinen Madleine, die in Spanien aus der Wohnung ihrer Eltern entführt wurde, auch gefragt, aber an die Eltern denken diese Menschen in dem Moment sicherlich nicht.
Swea, meine Tochter, hat übrigens gerade das Buch von dem Mädchen gelesen, das von Marc Dutroix (ich weiß nicht, ob ich den Namen richtig geschrieben habe) gelesen, weißt du, der Mann auch Belgien, der mehrere Mädchen entführt hatte. Die Sabine hat überlebt und ein Buch geschrieben. Swea war so schockiert, dass sie sich erst einmal bei mir ausweinen musste. Ich habe mein Kind (22 Jahre alt) in den Arm genommen und dankbar mir ihr geweint, weil ich sie noch habe, aber das ist eine andere, eine spätere Geschichte, ich bin noch nicht soweit.
LG Chrissy
Vor langer Zeit - Antworten
aerztefan1412 wie grausam - wie kann ein mensch einem nur soetwas antun ?
das verstehe ich nicht..
kann diser mensch nicht einmal an die mutter/eltern und verwandten denken, bevor er osetwas tut...
wie kann es sein, dass ein mensch mit dem kind einfach verschwinden kann,ohne dass es irgendwer bemerkt
lg
marina
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Chrissy55 Re: Liebe Chrissy -
Zitat: (Original von rumpi am 03.09.2008 - 22:06 Uhr) o man Chrissy, bei deinen Zeilen, welche mir sehr gut gefallen, kommt mir gleich wieder der Gedanke an die kleine Madeleine, die in Portugal entführt wurde. O Gott die armen Eltern.

LG Karsten


Vielen Dank, Karsten, genau an die habe ich bei diesem Gedicht auch gedacht, denn ich möchte wahrlich nicht in deren Haut stecken. Das Kind ist weg, die Eltern werden immer wieder beschuldigt, ihr Kind selbst beseitigt zu haben, aber Tatsache ist, dass niemand weiß, was wirklich passiert ist. Wahrscheinlich denkt niemand daran, wieviele Ehen an so einer Katastrophe zerbrechen. Anstatt aber mitzufühlen und zu bewundern, dass die Eltern gemeinsam durch diese schwere Zeit gehen, werden sie auch noch angeklagt. Der Verlust eines Kindes it wirklich hart genug, da braucht man keine Vorwürfe, denke ich.
LG Chrissy
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rumpi Liebe Chrissy - o man Chrissy, bei deinen Zeilen, welche mir sehr gut gefallen, kommt mir gleich wieder der Gedanke an die kleine Madeleine, die in Portugal entführt wurde. O Gott die armen Eltern.

LG Karsten
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Chrissy55 Re: traurig! -
Zitat: (Original von Cai am 03.09.2008 - 21:33 Uhr) schönes gedicht zu einem unschönen thema. gut hat mir auch das reimschema gefallen. ließt sich sehr flüssig.


Vielen Dank, Cai, auch unschöne Themen müssen ab und zu angesprochen werden. Da ich selbst Mutter dreier Kinder bin, kann ich die Leere, die durch ein verschwundenes Kind entsteht, sehr gut nachempfinden, glaube ich. Es gibt sehr viele Dinge auf der Welt, die ich gerne verhindern würde, wenn ich die Macht dazu hätte. Leider habe ich diese Macht nicht.
LG Chrissy
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Cai traurig! - schönes gedicht zu einem unschönen thema. gut hat mir auch das reimschema gefallen. ließt sich sehr flüssig.
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