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Lyrik-Lese 13 - - unkonventionelle Gedichte für "Zwischendurch"

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"Lyrik-Lese 13 - - unkonventionelle Gedichte für "Zwischendurch""
Veröffentlicht am 25. Oktober 2013, 24 Seiten
Kategorie Gedichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ingo Grinowski ist ein angehender, deutscher Schreiberling (Lyrik und Prosa). Der 1962 in der Niederlausitz geborene Autor, ist der Urgrossneffe, des russischen Schriftstellers Alexander Grin und versucht, die literarische Tradition des Hauses Grinowski, weiterzuführen.
Lyrik-Lese 13 - - unkonventionelle Gedichte für "Zwischendurch"

Lyrik-Lese 13 - - unkonventionelle Gedichte für "Zwischendurch"

13

WAHLKAMPF THEATER

UNSER BESTER MANN

ATLAS

EIN NARRENGEDICHT

DER AUSFLUG

ERDBEERBLOND UND MILCHBRAUN

GENTRIFIZIERUNG

EXPERIMENTELLE KURZBEZIEHUNGEN

ICH STEHE

ONCE UPON A TIME

MEIN IRDISCHES GEWISSEN

DER MANCHMALBLUES

VERLIERE NICHT DEIN GESICHT

WAHLKAMPF THEATER

Das Stadttheater ward geschlossen

Der Kommune fehlte etwas Geld

Auf eine Leiter ohne Sprossen

Fühlten sich brave Bürger gestellt

 

Endlich beherrscht wieder Wahlkampf jetzt

Das Leben unserer schönen Stadt

Duelltermine sind angesetzt

Wohl dem der blumig Versprechen hat

 

Arena nun im Theaterbau

Und strahlende Gladiatoren

Die Fans wissen wohl schon ganz genau

Wen sie als Sieger auserkoren

 

Der Amtsinhaber gleich delegiert

Den Musiklehrer an die Tasten

Seine Sekretärin leicht pikiert

Nimmt Platz im rund Suffleurkasten

 

Nun wird das alte Stück gegeben

In dem man jedem alles verspricht

Ganz hautnah am realen Leben

Ohne jeglich Schauspielunterricht

 

Zur zünftigen Kandidatenkür

Wurd noch entsprechend Beifall bestellt

Theaterzukunft bleibt vor der Tür

Wenn mit Getöse der Vorhang fällt

UNSER BESTER MANN

Er zieht für uns ein schweres Los

Wurde extra dafür ausgewählt

Ist in diesem Job ziemlich gross

Das ist es was am Ende zählt

 

Ne Geheimdienstagentur zahlt

Für gute Arbeit gar nicht schlecht

Denn solch ein Spiel mit der Gewalt

Ist ein undurchsichtiges Gefecht

 

So hat er es nicht  so einfach

Keiner weiss genau was er kann

Hält für uns die Gefahr in Schach

Nennen ihn unser bester mann

 

Antiterror ist sein Gebiet

Hier kennt er Teile der Szene

Ohne den Erfolg er nicht flieht

Bringt ans Licht wichtige Pläne

 

Müssen uns auf ihn verlassen

Machen seine Tarnung perfekt

Hoffen das er nicht zu fassen

Operationen versteckt

 

Nur was wenn man von ihm verlangt

Loyalität zu beweisen

Und er innerlich dabei schwankt

Mit grossen Zweifeln zu reisen

 

Denn fürchten sollten wir nichts mehr

Als die dann fällige Presse

Seine arbeit wiegt verdammt schwer

Öffentliches Interesse

ATLAS

Als Atlas die Weltkugel trug, auf den Schultern schwer,

war sie noch antik, und hat weniger gerochen.

Mit dem Abgasgestank und vermülltem Plastikmeer,

wär’ er spätestens heute, zusammengebrochen.

EIN NARRENGEDICHT

So ein Narr sitzt auf der Bank

Freier Lauf den Gedanken

Schüttelt manch gestreckte Hand

Von Leuten die noch wanken

 

Sagt sich die Welt ist verrückt

Und ich bin es wohl auch

Denke nicht mehr mit dem Kopf

Sondern nur noch mit dem Bauch

 

Bauer lässt das Säen sein

Verbraucher kann beweisen

Gemüse auch woanders fein

Braucht nur ein bisschen reisen

 

Gebildeter Zyniker

Heuert bei der Tafel an

Plastiktütenbestücker

Preist mit Inbrunst Reste an

DER AUSFLUG

Der beste Platz ist die Kommandobrücke

Denn seitdem ich von dort herunterblicke

Spüre ich auf einmal ungeahnte Kraft

Predige der Mannschaft ich hab es geschafft

 

Die Glocke ruft zum Landgang ich bleibe noch

Winke huldvoll dem Volk und auf Holz ich poch

Immer eine handbreit Wasser unterm Kiel

Rettet mich so ein Schiffsbesuch ist zuviel

ERDBEERBLOND UND MILCHBRAUN

Wir haben Winterklamotten

Im Schrank unnütz teuer und schwer

Doch nach neuesten Prognosen

Brauchen wir die Felle nicht mehr

 

Wir erhitzen unsere Welt

Erzeugen künstlich ein Fieber

Holen ein bisschen die Hitze

Der unbekannten Hölle rüber

 

Erkenntnis experimentell

Abgewonnen der heissen Nacht

Scheint besser und persönlicher

Als Tabellen der Wetterwacht

 

Fortschritt auf unserer Seite

Schafft erst das nötige Vertraun

Auch die Hölle kocht mit Wasser

Bleiben erdbeerblond und milchbraun

GENTRIFIZIERUNG

Sortieren keinen Müll

Selektieren nur Mieter

Mensch im Vordergrund

Natürlich nicht der Bieter

 

Streng gescheiteltem Haar

Entspringt keine Gefahr

 

Gleiten ab in Sphären

Vermummte Besetzer

Grüne Schwätzer

Sich dagegen wehren

 

Glauben an Richter

Unbescholten Mitverdiener

Mögen buntes schlichter

Kommen ans ziel

 

Streng gescheiteltem Haar

Entspringt keine Gefahr

EXPERIMENTELLE KURZBEZIEHUNGEN

Sie stalkt ihre Expartner

Versucht nichts dagegen zu tun

Abends verspürt sie den Drang

Verflossenes mag nicht ruhn

 

Junior Single räumt seine Wohnung auf

In der Absicht

Sich mal richtig mit ner Frau zu befassen

Während zeitnah

Senior Single träumt von Putzfrauenkauf

Mit der Absicht

Seine Höhle mal aufräumen zu lassen

 

Stalker die man nicht abwehrt

Junioren die räumen

Alltag in Gewohnheit kehrt

Ob man vergisst zu träumen

ICH STEHE

Ich stehe voll auf Prunk und Protz

All den Unkenrufern zum Trotz

Will ich mich darin ergehen

Wenns auch manche nicht verstehen

 

Wären gern wie ich geworden

Die putzenden Sklavenhorden

Lass mir Hallen schön gestalten

Denn ich muss mich drin entfalten

 

Drück nicht die Zahnpastatube

Schmeiss keinen Müll in die Grube

Kriegt man so auch nicht beigebracht

Auf dem Weg zum Ergriff der Macht

 

Der gänzlich ohne Allüren

Dem folgt man nicht beim Führen

So lenke ich die Geschicke

Dramatisch wie Theaterstücke

 

Zum einzigen bekanntem Ort

Auf dem ich dann selber drücke

ONCE UPON A TIME

Es war einmal da ein Held

Im edlen Arbeiterstand

Huldigte dem Wochentag

Bis er sich dann nicht mehr fand

MEIN IRDISCHES GEWISSEN

Du mein irdisches Gewissen

Meine stille Begleiterin

Du zeigtest mir auf die Farben

Wecktest die Suche nach dem Sinn

 

Dein Gesicht ist grad so offen

Wie das geheimnisvollste Buch

Deine sympathischen Züge

Verdeckt nicht dunkles kaltes Tuch

 

Kein zugefügt Leid ist dir fremd

Findest immer ein gutes Wort

Bleibst in der Not dir selber treu

Wischt andere Gedanken fort

 

Dein Stolz ist wie eine Brücke

Zur emotionalen Tat

Brachst das blasse Blut ins wallen

Bis es dann aus den Bahnen trat

 

Singst mit mir die alten Lieder

Die so wurden Tradition

Einfacher Menschen Freundlichkeit

Sie bedeutet für dich den Lohn

 

Du mein irdisches Gewissen

Meine stille Begleiterin

Du zeigtest mir auf die Farben

Wecktest die Suche nach dem Sinn

DER MANCHMALBLUES

Manchmal kommt er über mich

Der ganze Frust dieser Welt

Und dann hilft da Trübsal nicht

Auch kein angehäuftes Geld

 

Fernsehn kanns nicht vertreiben

Nicht Bücher von guter Hand

Es wird Nachgeschmack bleiben

Ein Tropfen Tinte im Sand

 

Dann kommt Sehnsucht in mir auf

Füllt das Herz und die Seele

Der Blues sitzt fest auf mir drauf

Blut schiesst durch die Kanäle

 

Denn nur du bist mir im sinn

Kannst mich ziehen aus dem Sand

Alle kraft die steckt in dir drin

Gefühle in deiner Hand

 

Darum halt ich mich an dich

Vertrau dir geb mich dir hin

Der Welten Frust entfernt sich

Jeder Tag ein Neubeginn

VERLIERE NICHT DEIN GESICHT

Und wirst du auch geschlagen

Verliere nicht dein Gesicht

Ergib dich keinem Klagen

Leg auf Menschlichkeit Gewicht

 

Lasse dich nur nicht hängen

Siehs aus vernünftiger Sicht

So entgehst du den Fängen

Verliere nicht dein Gesicht

 

Greift man dich doch wieder an

verliere nicht dein Gesicht

Denke und setz alles dran

Verzweifel darüber nicht

 

Rett die Lag in jedem Fall

Auch wenn falscher Stolz zerbricht

Erkennt man dich überall

Besitzt du noch dein Gesicht

Copyright

(C) Ingo Grinowski / INGRIN LYRICS/ 2013

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Ingo Grinowski ist ein angehender, deutscher Schreiberling (Lyrik und Prosa). Der 1962 in der Niederlausitz geborene Autor, ist der Urgrossneffe, des russischen Schriftstellers Alexander Grin und versucht, die literarische Tradition des Hauses Grinowski, weiterzuführen.

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