Romane & Erzählungen
Der Turm Kapitel 2

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"Der Turm Kapitel 2"
Veröffentlicht am 20. Oktober 2013, 12 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Der Turm Kapitel 2

Der Turm Kapitel 2

Einleitung

Das nächste Kapitel meines Romans.

¬†Als Will wieder zu Bewusstsein kam, dr√∂hnte sein Kopf. Der Schmerz pochte an seinem Hinterkopf und lie√ü ihn das Gesicht verziehen. Was war passiert? Er konnte sich nur noch an seine Flucht erinnern. Also hatten sie ihn doch gekriegt. Die Angst schn√ľrte Will die Kehle zu. Er musste schlucken. Was w√ľrden sie jetzt mit ihm machen? W√ľrde er das gleiche Schicksal erleiden m√ľssen wie seine Familie? Beim Gedanken daran musste er ein Schluchzen unterdr√ľcken. Mit noch immer geschlossenen Augen versuchte er sich zu orientieren. Man hatte ihn in eine sitzende Position gezogen, wahrscheinlich an einen Baum gelehnt. Will konnte die raue Rinde

durch sein d√ľnnes Hemd sp√ľren. Er versuchte sich zu bewegen, aber sein rechter Arm war mittlerweile taub. Den linken konnte er allerdings auch nicht bewegen. Sie hatten ihn also gefesselt. Das war ja zu erwarten gewesen. Vorsichtig holte Will Luft und √∂ffnete die Augen. Nach mehrmaligem Blinzeln hatten sie sich an das grelle Licht gew√∂hnt und er konnte seine Umgebung klar erkennen. Er sa√ü tats√§chlich, an einen alten Eichenstamm gebunden, am Boden. ¬†Es waren nicht nur seine H√§nde hinter dem R√ľcken gefesselt, sondern auch seine F√ľ√üe. Doch merkw√ľrdigerweise war niemand zu sehen. Wollten sie ihn zappeln lassen

und sich an seiner Angst weiden? Oder ihn gar verhungern lassen?¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†Pl√∂tzlich raschelte es im Geb√ľsch hinter ihm und Will zuckte zusammen. Dann lie√ü er den Kopf zur√ľcksinken und starrte zum Himmel hinauf, der durch das Bl√§tterdach blitzte. Nat√ľrlich war er strahlend blau. Jetzt war alles aus.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

Auf einmal erschienen zwei Beine in seinem Blickfeld. Sie waren schlank und steckten in ledernen, kniehohen Jagdstiefeln. Will hob den Kopf. Als er ein Mädchen vor sich stehen sah, stieg

ein hysterisches ¬†Lachen in ihm hoch. Jetzt hatte er schon Halluzinationen. Mit hochgezogenen Augenbrauen und verschr√§nkten Armen schaute sie ihn an. Die unauff√§llige M√§nnerkleidung, die sie trug schien wie f√ľr sie gemacht zu sein, denn sie wirkten √ľberhaupt nicht l√§cherlich. Sie schien auch bewaffnet zu sein wie ein Mann. An ihrer linken Seite baumelte eine Schwertscheide, die sehr kostbar aussah und in der Hand hielt sie einen langen Dolch. Fr ein M√§dchen war sie ziemlich gro√ü, h√∂chstens einen halben Kopf kleiner als Will selbst.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

‚ÄěWer bist du und was machst du hier?‚Äú Ihre Stimme klang hart, als w√§re sie es gew√∂hnt Befehle zu erteilen. Will konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Hatte er sich doch tats√§chlich von einem M√§dchen √ľberrumpeln lassen. ‚ÄěWer will das wissen?‚Äú, fragte er und blickte zu ihr hoch. Ihre eisblauen Augen funkelten ihn belustigt an. Sie gab sich anscheinend nur m√ľrrisch. ‚ÄěCaitlyn of Birchwood.‚Äú Sie schaute ihn herausfordernd an. Will schnaubte. ‚ÄěDas h√§tt‚Äė ich mir ja denken k√∂nnen.‚Äú Jeder kannte Caitlyn of Birchwood. Sie war die einzige Tochter von Lord Birchwood, benahm sich aber eher wie sein Sohn. Will hatte schon viel von ihr geh√∂rt. Angeblich trafen ihre

Pfeile jedes Ziel und im Schwertkampf konnte sie auch mit den M√§nnern mithalten, obwohl sie nicht besonders kr√§ftig schien. Ihre Sch√∂nheit wurde von vielen ger√ľhmt und Will wusste, dass viele M√§dchen sie als Vorbild sahen, auch wenn keiner sie je gesehen hatte. Will war nur bedingt gl√ľcklich, als erster die Bekanntschaft zu machen. Aber er musste zugeben, dass die Behauptung¬† mit der Sch√∂nheit nicht √ľbertrieben war.¬†Inzwischen war sie wohl zu dem Schluss gekommen, dass von ihm keine Gefahr ausging, denn sie kniete sich neben ihn und begann seine Fesseln durchzuschneiden. ‚ÄěIch bin Will‚Äú, sagte er und rieb seine Handgelenke, damit das

Blut endlich wieder flie√üen konnte. Caitlyn hatte seine Pfeilwunde entdeckt und verzog das Gesicht. ‚ÄěDas sieht b√∂se aus. Wie ist das passiert?‚Äú ¬†Will folgte ihrem Blick und sah erschrocken, dass die Wunde knallrot war und sich wahrscheinlich entz√ľndet hatte.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†‚ÄěIch wurde verfolgt. Von drei finsteren Gesellen, die unser ganzes Dorf verw√ľstet haben.‚Äú Caitlyn runzelte die Stirn. ‚ÄěWarum?‚Äú¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†‚ÄěKeine Ahnung. Das w√ľsste ich auch

gern.‚Äú¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†‚ÄěNa jedenfalls muss deine Wunde versorgt werden.‚Äú Sie stand auf, steckte ihren Dolch wieder ein und streckte Will die Hand hin. ‚ÄěNa los, komm schon!‚Äú Verwirrt ergriff Will die ihre Hand und stemmte sich hoch. Dabei schoss ein stechender Schmerz durch seinen Arm bis in die Schulter hinein. ‚ÄěWohin denn?‚Äú, st√∂hnte er.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†Caitlyn verdrehte die Augen, als w√§re er schwer von Begriff. ‚ÄěNa du kommst jetzt mit auf die Burg, wo man dir den Pfeil

aus dem Arm ziehen wird. Wir haben da einen, √§hm‚Ķ, Spezialisten‚Ķ‚Äú Beim Anblick von Will‚Äôs erschrockenem Gesicht musste sie lachen. ‚ÄěOder willst du das etwa selbst machen?

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swiftie

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Maire Auch Kapitel zwei endet wieder sehr spannend, also muss ich jetzt nat√ľrlich auch Kapitel drei lesen :-)
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swiftie Freut mich, dass es dir gef√§llt;) Danke f√ľrs lesen!
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