Romane & Erzählungen
Ist es nur Freundschaft?

0
"Ist es nur Freundschaft?"
Veröffentlicht am 12. Oktober 2013, 42 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, haupts├Ąchlich Geschichten, Gedichte/Texte und gerne auch Parodien. UND: Ein gro├čes Dankesch├Ân an meine tollen Leser! Obwohl ich so lange nur im Hintergrund aktiv war, um Geschichten fortzusetzen oder auszubessern, habe ich mich sehr ├╝ber die R├╝ckmeldungen zu meiner Fortsetzung der Geschichte "Vom Mensch zum Geist geworden" gefreut. Auch ein Buch mit Gedichten & Texten ist geplant. Vielen Dank f├╝r ...
Ist es nur Freundschaft?

Ist es nur Freundschaft?

Vorwort


Nun gibt es dich schon 17 Jahre, und ich bin froh, dass auch ich ein bisher noch kleiner Teil dieser Jahre sein konnte. Wenn ich das hier niederschreibe, dann ist es nicht einfach nur die Arbeit an einem Text, f├╝r mich ist die Niederschrift dieser Worte eine Botschaft und ein Gebet an dich,



06.12.13

┬ęJulian Schattenk├Ânig (Text)

┬ęBensu Serin (Bilder)



>

>

ein Winter voller Zweisamkeit







Es war kurz vor Mitternacht und ich war in der Schule, da wir als einzige Klasse aus dem 9er Jahrgang beschlossen hatten, in der Schule zu ├╝bernachten. ÔÇ×Jonathan, bist du noch wach?", fragte eine Stimme. Es war Bensu, und gleichzeitig das h├╝bscheste M├Ądchen aus meiner Klasse. Sie sah aus wie eine t├╝rkische Prinzessin. ÔÇ×Ja!", rief ich zur├╝ck und wir beide stellten fest, dass alle anderen schon schliefen, sogar die Lehrer. Ein zartes, dunkles blau zog sich ├╝ber den Himmel, und auch ein paar Sterne sahen wir. Aber wieso schauten wir uns den Himmel an, wenn die Stunden der Nacht uns noch so viel anderes bescheren

konnten? ÔÇ×Komm mit, Jonathan", fl├╝sterte Bensu, nahm meine Hand, und verlie├č mit mir die Klasse. Leise schloss sie die T├╝r, damit niemand etwas bemerkte, dann umarmte sie mich leidenschaftlich, und ich dr├╝ckte sie an mich, und atmete den s├╝├čen Duft ihrer Haare ein. Anschlie├čend verlie├čen wir das Geb├Ąude, Hand in Hand.


Drau├čen war es still. Ich merkte, dass mir schwindelig wurde, doch so schnell, wie das Gef├╝hl kam, verschwand es wieder, deshalb dachte ich mir, es sei nichts ernstes. Bensu l├Ąchelte mich an, und ich musste auch lachen. Wir f├╝hlten uns frei, und hier war niemand, au├čer

uns. Sicher, es war uns verboten gewesen, das Schulgeb├Ąude w├Ąhrend der ├ťbernachtung zu verlassen, aber wie bei so vielen anderen, die es schon gewagt hatten, war es auch bei uns dieses Reizgef├╝hl gewesen, dass uns in Versuchung gef├╝hrt hatte, die Regeln zu brechen. F├╝r uns beide war es ein gro├čer Moment voller N├Ąhe. Der Tag gab den Menschen die Gewohnheiten, sie gingen zur Schule oder arbeiteten, aber was die Nacht brachte, war ungewiss. An keinem Tag hatten wir uns jemals so frei gef├╝hlt, aber wenn der Himmel dunkel sein musste, damit es so war, dann w├Ąre es uns sogar Recht gewesen, wenn hier und jetzt die Zeit stehen geblieben w├Ąre. ÔÇ×Ich

hab dich lieb", fl├╝sterte Bensu. ÔÇ×Ich dich auch." Wir waren zwar nur Freunde, aber in jenem Augenblick so unzertrennlich wie Geschwister, die die Erinnerungen vieler Jahre teilten, die sie zusammen verbracht hatten. Ihre langen dunklen Haare gl├Ąnzten wundersch├Ân, und ihr L├Ącheln war nicht von dieser Welt. Und wenn sie sprach, dann war es f├╝r mich ein Gef├╝hl von Geborgenheit und W├Ąrme.


Wir verloren die Zeit aus den Augen.Es vergingen Stunden voller inniger Zweisamkeit, wie sie bei Freunden nicht leidenschaftlicher h├Ątte sein k├Ânnen. ÔÇ×Was w├╝nschst du dir jetzt?", hatte sie mich gefragt, und als ich ÔÇ×Nichts, ich

habe doch alles, was ich brauche", antwortete, da k├╝sste sie mich z├Ąrtlich auf die Wange. Bensu hatte eine kleine Kamera dabei und wir machten Fotos, Erinnerungen an diese unvergesslichen Stunden, bevor wir eng umschlungen auf einer Bank einschliefen. Es sollten unsere letzten Bilder sein.


Am n├Ąchsten Morgen war die Bank abgesperrt. ├ťber Nacht hatte es geschneit. Polizei und Notarzt war vor Ort. Aber es war nichts mehr zu machen. ÔÇ×Was ist hier los?", rief die Klassenlehrerin, welche erst am Morgen bemerkt hatte, dass 2 Sch├╝ler fehlten. ÔÇ×Es tut mir leid", sagte einer der ├ärzte

vor Ort, und deutete traurig auf die leblosen und dennoch eng umschlungenen K├Ârper von Jonathan und Bensu. ÔÇ×Aber sie sind erfroren."

>

>

Die Mitte der Zweisamkeit

Jede Freundschaft hat H├Âhen und Tiefen. Manche liegen sich vertraut in den Armen, andere streiten, und alles geht kaputt. Und wer im Nachhinein keine Tr├Ąnen vergie├čt, und merkt, dass die zweite H├Ąlfte fehlt, hat auch nie eine zweite H├Ąlfte gehabt. Wo keine Verbundenheit herrscht, kann sich auch nichts anziehen. Doch wenn man sp├╝rt, dass da noch etwas ist, was einem mehr als alles andere bedeutet, dann sollte selbst der eigene Tod vor dem Verlust dieser wunderbaren Bindung stehen stehen. ÔÇ×Was schreibst du schon wieder?" Bensu stand hinter mir und blickte mir

├╝ber die Schulter. ÔÇ×Nichts", log ich und lie├č hastig s├Ąmtliches Papier in die Schubladen meines Schreibtisches verschwinden. ÔÇ×Du hast was zu verheimlichen." Sie schaute mich einen Moment vorwurfsvoll an, dann umarmte sie mich lachend, und ich strich ihr die Haare aus dem Gesicht und k├╝sste sie. Sie war mein ein und alles. Und w├╝rde es immer sein. Ich war schon lange in einer Klasse mit ihr. Und wenn sie versuchte, sich zu konzentrieren, dann war der Gesichtsausdruck, denn sie dabei machte, mehr als s├╝├č. Was w├Ąre es f├╝r ein Albtraum, wenn sie nicht da w├Ąre, wo ich w├Ąre? Es w├Ąre, als w├╝rde man mir meine W├Ąrme entziehen, die ich in jenen

Augenblicken gesp├╝rt hatte, wenn sie ganz nah neben mir stand, und ich ihren Duft einatmen konnte. Und es w├Ąre ein Beispiel f├╝r ordin├Ąres Vokabular, wenn ich einfach nur sch├Ân zu ihr sagen w├╝rde. Vielleicht wundersch├Ân? Sollte ich sie Miss World nennen? Aber das ging auch nicht, denn sie war ja nicht nur das sch├Ânste M├Ądchen auf der Welt, sie war das sch├Ânste M├Ądchen im ganzen Universum! Und wenn sie l├Ąchelte, wusste ich, dass sie die wahre Sonne war, die ├╝ber uns allen strahlte. Vor allem erinnerte ich mich noch zur├╝ck an einen Tag, denn wir in der Stadt verbracht hatten. ÔÇ×Wenn jetzt ein Fest w├Ąre, dann w├╝rde ich dir ein Kuchenherz

kaufen, wo ÔÇ×Ich liebe dich" draufsteht", hatte ich ihr damals ins Ohr gefl├╝stert, und sie hatte sich so sehr gefreut, dass sie minutenlang lachte. Manchmal waren wir sogar Hand in Hand gegangen. Niemals waren wir ein Paar gewesen, aber trotzdem waren wir uns jeden Tag auf's neue so vertraut, als h├Ątten wir eine jahrzehntelange Ehe gef├╝hrt. Aber f├╝r was brauchten wir schon Ringe, wenn wir zusammen sowieso einen Kreis bildeten?┬á


Einsamkeit war uns ein Fremdwort. Wie k├Ânnten wir einsam sein, wenn wir zu zweit waren und dazu noch seelenverwandt? Es w├Ąre selbstverst├Ąndlich, dass ich sie tr├Âsten

w├╝rde, wenn sie traurig w├Ąre, aber vor allem versuchte ich, zu verhindern, dass sie ├╝berhaupt weinte. Es lagen s├Ąmtliche Briefe und Texte in meinen Schubladen. Geschrieben f├╝r und ├╝ber sie. Und in vielen Jahren w├Ąren sie altes Papier voller Zeilen, in denen Leidenschaft und Liebe steckte, aus einer Zeit, die tief in unseren Herzen nie enden w├╝rde.

Ein Abend voller Zweisamkeit

Es war Abend und ich wartete auf Bensu. Sie war jetzt schon eine ganze Weile im Bad. ÔÇ×Schatz, ich komme gleich rein, wenn du nicht bald fertig bist!", rief ich lachend. Wir nannten uns oft gegenseitig Schatz, obwohl wir nur Freunde waren. Freunde, die sich liebten. Und heute Abend wollten wir zusammen essen gehen, doch sie schien l├Ąnger zu brauchen, als sonst. Irgendwann wurde es mir schlie├člich doch zu viel und mit einer Mischung aus Ungeduld und Neugier ├Âffnete ich ruckartig die T├╝r. Bensu stand nackt vor mir und schaute mich an. Mit diesem Anblick hatte ich

├╝berhaupt nicht gerechnet. Im n├Ąchsten Moment umarmten wir uns lachend. ÔÇ×Das hab ich alles so geplant", fl├╝sterte sie mir z├Ąrtlich ins Ohr. ÔÇ×Ich wei├č doch, dass dir sowas gef├Ąllt."


Als sie ihr wundersch├Ânes, rotes Kleid angezogen hatte, konnten wir endlich losgehen. Doch als wir ankamen, mussten wir feststellen, dass unser Lieblingsrestaurant zu war. ÔÇ×Geschlossen, weil die Kellner keinen Bock haben", stand auf einem Schild. Viel zu sagen gab es dazu nicht, weder von mir, noch von ihr. Stattdessen gingen wir zu einem Imbissstand, das war zwar nicht dasselbe, aber f├╝r uns gerade noch

gut genug. Pommes. Currywurst. Cheeseburger. Hamburger. Wir a├čen viel, aber teilten uns alles. Es gab kein ÔÇ×Das ist f├╝r dich" oder ÔÇ×Das ist f├╝r mich", es gab nur ÔÇ×Das ist f├╝r uns". Sicher, es war so, dass wir gerade an einem Tisch eines ordin├Ąren Imbisswagens standen und Fast Food a├čen, aber wir fanden trotzdem Gefallen daran. ÔÇ×Es ist zwar nur ein ordin├Ąrer Imbisswagen", sagte ich zu Bensu. ÔÇ×Aber wenn du bei mir bist, dann ist jeder Imbisstand dieser Welt wie ein F├╝nf Sterne-Restaurant." Sie freute sich so sehr, dass sie ihr rotes Kleid mit Currywurstsauce bekleckerte. ÔÇ×Naja, auf dem Kleid sieht man das eh kaum", sagte sie lachend und umarmte mich. Jetzt war

an meinem Anzug ebenfalls Currywurstsauce. Aber mir machte das nichts aus. Dann gingen wir eben im Partnerlook.


Sp├Ąter waren wir noch bei mir. Wir hatten uns beide ein Glas Wein eingeschenkt. Jeder Augenblick dieses Abends f├╝hlte sich mehr als nur richtig an. Wie eine Verbundenheit im Geiste. Diese gemeinsame Zweisamkeit brachte uns dazu, ├╝ber die vielen Dinge, die wir erlebt hatten, nachzudenken. Mir trieb es Tr├Ąnen in die Augen, als ich mich erinnerte, wie ich sie manchmal getr├Âstet hatte, wenn es ihr schlecht ging. Es war schon immer klar gewesen, dass sie mir

teuer war. Und w├Ąhrend andere Freundschaften auf dieser Welt nach kurzer Zeit ein Ende fanden, so sp├╝rten wir, dass die alte Magie jener Tage, an denen wir uns kennengelernt und beschlossen hatten, von nun an alles zusammen zu machen, in diesem Augenblick neue Bl├╝ten warf.┬á

Die schublade der erinnerung


Jonathan's Mutter kam in das Zimmer ihres Sohnes. Vor ein paar Stunden hatte sie erfahren, was geschehen war. Inmitten aller Trauer war sie froh, dass er nicht alleine gewesen war, als er starb. Bensu war mit ihm den gleichen Weg gegangen, und genau diese Tatsache gab ihr die Erkenntnis, dass diese zwei Menschen eine Freundschaft wie in einem M├Ąrchen verbunden hatte. Einen Augenblick z├Âgerte sie, und lie├č ihren Blick durch den Raum wandern, als w├Ąre jemand da, der sie beobachtete, dann zog

sie vorsichtig die erste Schublade von Jonathan's Schreibtisch auf. Darin lagen s├Ąmtliche Papiere, Texte f├╝r Bensu. Sie nahm das erste Blatt und begann zu lesen Immer wieder war es uns von neuem gelungen, etwas aufrecht zu erhalten, was seit vielen Jahren unser Leben pr├Ągte. Eine Freundschaft, die leidenschaftlich und manchmal romantisch war, aber vor allem ohne L├╝gen auskam. Wenn wir uns in manch vergangenen Momenten in die Gesichter geschaut hatten, so war es f├╝r uns, als w├╝rden wir ein Buch lesen, das nie langweilig wurde. Ob es nun die dunkelste Nacht, oder der hellste Morgen

war, zu keiner Zeit hatten wir Zweifel aneinander oder stellten infrage, was in so vielen Jahren gewachsen war. Wir lachten, wir weinten, teilten und f├╝hlten gemeinsam, aber es kam niemals zu einem Streit. Und vielleicht war es genau das, was unsere Bindung so intensiv und wertvoll machte. Es gab so viele Unterschiede zwischen uns, und trotzdem hatte es der Zufall so gewollt, dass wir zueinander fanden. Ich verachtete die Leute, welche dachten, Freundschaft w├Ąre k├Ąuflich und selbstverst├Ąndlich. Aber das war sie nicht. Wenn sie sich nicht echt anf├╝hlte, dann war sie nichts wert. Ehrlichkeit und Vertrauen, dass war es, was f├╝r mich, was f├╝r uns z├Ąhlte.

Als wir uns noch fremd gewesen waren, wussten wir beide noch nichts miteinander anzufangen, da wir damals klein gewesen waren, und den Wert von Freundschaft noch nicht kannten. Bensu war es gewesen, die damals den ersten Stein geworfen hatte. Ich selbst war fr├╝her oft sch├╝chtern gewesen, doch sie hatte dies unbedingt ├Ąndern wollen, weshalb sie irgendwann angefangen hatte, mich st├Ąndig etwas zu fragen. Weil sie st├Ąndig l├Ąchelte, kam ich selbst immer mehr aus mir heraus. Schon in diesen Jahren hatte ich gemerkt, wie sehr und auf welche Art ich sie

liebte. Mittlerweile war die Sonne untergegangen. Jonathan's Mutter verstand die Welt nicht mehr. Er war ihr Einziger Sohn, ihr Fleisch und Blut, gewesen, doch nun hatte sie nichts mehr. Sie lief hin und her, von Raum zu Raum, aber es gab keinen Ort in ihrer Wohnung, wo sie fern von ihrer Trauer war. Fast ├╝berall hingen Bilder von Jonathan. Seit er nicht mehr da war, herrschte eine merkw├╝rdige Stille. Von drau├čen h├Ârte man das Rauschen des Windes, doch hier gab es nichts, was nach Leben klang. Ja, es brauchte Zeit, damit man einen Verlust verkraften konnte, aber genau

diese Zeit hatte sie nicht. Die Spuren aller Verzweiflung und Trauer, die sie in den letzten Stunden gesp├╝rt hatte, waren ihr anzusehen. Ihre Augen waren ger├Âtet, auf ihrem Gesicht zeichnete sich eine Verwirrtheit ab, sodass man den Eindruck bekommen konnte, als wolle sie immer noch nicht wahrhaben, dass ihr Sohn tot war. Sie betrank sich und nahm ├ťbermengen von Tabletten, die sie in s├Ąmtlichen Ecken ihrer Wohnung gefunden hatte. Als die folgende Nacht vorbei war, schien der letzte Hauch von Leben wie ausgel├Âscht, denn Jonathan's Mutter regte sich nicht mehr.

>

Erwachen in zweisamkeit

Ich blickte auf die Absperrung. Es hatten sich viele Menschen versammelt, doch ich f├╝hlte mich wie keiner von ihnen.

Eigentlich ber├╝hrte es mich nicht einmal, weil ich nicht glauben konnte, was ich hier sah. Ich stand einfach da und f├╝hlte mich wie in einem Traum. Und ich wusste, dass ich mich gerade hier befand, aber in Wirklichkeit war ich ganz woanders. Es war dieselbe Schule, die ich immer besuchte, welche meine Augen hier erblickten. Und ich wusste, dass das verstorbene M├Ądchen Bensu hie├č. Und ihr toter Freund Jonathan lag neben ihr. Aber ich wusste, dass sie lebte. Weil ich der tote Junge war, der hier stand, so lebendig, als w├Ąre das, was ich hier sah, nur ein Traum. War es denn einer? Als ich meine Augen ├Âffnete, ging die

Sonne auf. Bensu hatte sich an mich gelehnt und wachte jetzt auf, genau wie ich. Selbst mit ihren m├╝den Augen sah sie aus wie eine Prinzessin. ÔÇ×Du warst so unruhig heute Nacht", fl├╝sterte sie und gab mir einen Kuss. ÔÇ×Kein Wunder, ich habe getr├Ąumt, wir w├Ąren erfroren", sagte ich. ÔÇ×Sind wir aber nicht." Bensu l├Ąchelte mich an, und ich wusste, dass ihr Gesicht sch├Âner strahlte, als die Morgensonne, welche sich immer mehr entfaltete. Ein Herbstduft lag in der Luft, und es war eher leicht k├╝hl als warm, doch in unseren Herzen, da war es Sommer. Es gab hier weder einen Strand, noch Palmen, aber egal wo unsere Zweisamkeit ihre Bl├╝ten warf, jeder

Moment, der aus ÔÇ×Ich" und ÔÇ×Du" ein ÔÇ×Wir" machte, hatte ganz eigene Seiten, die selbst die H├Âlle zu einem Paradies machten. Freundschaft, Zuneigung, Vertrauen, doch vor allem Seelenverwandtheit war es, was uns immer ausmachen sollte. Wie eine wundersch├Âne Melodie, die sanft und doch kraftvoll spielte, so war es f├╝r mich, zu sp├╝ren, dass sie ein Teil meines Herzens war. Selten waren die Momente, die man als perfekt betrachten konnte, doch Freundschaft musste nicht perfekt sein, sondern echt und wahr, so wie das, was ich im Bezug auf meine Verehrung ihrer Sch├Ânheit und ihrer

Person in s├Ąmtlichen Zeilen niederschrieb. Wenn ich jetzt vor ihr st├╝nde, so w├╝rde ich sagen: ÔÇ×Meine Prinzessin, teuer warst du mir nie, weil du unbezahlbar bist, wie das Gl├╝ck, so etwas wunderbares wie dich zu haben." Jeden Morgen, jeden Tag, wo sie an meiner Seite war, betrachtete ich als ein Geschenk des Himmels. Die Kraft der Worte, mit denen ich sie beschrieb, meine Gedanken, die um sie kreisten, all das und viel mehr f├╝hlte ich f├╝r Bensu, welche mir all die ma├člose Huldigung, die ich ihr sowohl in Gedanken, als auch in jedem Moment unserer Zweisamkeit

entgegenbrachte, mehr als nur wert war. Und w├Ąhrend Bensu und ich nach einer langen, leidenschaftlichen Nacht zur├╝ck in das Schulgeb├Ąude gingen, so fragte ich mich ÔÇ×Warum nannte ich sie Prinzessin, wenn ich auch G├Âttin zu ihr h├Ątte sagen k├Ânnen?" ÔÇ×Wir haben uns solche Sorgen gemacht!" Unsere Lehrerin schaute uns vorwurfsvoll an. ÔÇ×Ihr h├Ąttet erfrieren k├Ânnen!" Bensu und ich lachten, als sie dies sagte. Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit fand ihre Predigt endlich ein Ende und wir konnten in der Klasse fr├╝hst├╝cken. Wir sa├čen eng nebeneinander und teilten uns jedes

Br├Âtchen und manchmal f├╝tterten wir uns aus Spa├č gegenseitig, weshalb die anderen uns mit komischen Blicken betrachteten, aber uns war das egal. Nach dieser Nacht f├╝hlten wir uns so lebendig, wie noch nie zuvor. Die Morgensonne lie├č ihre zarten Strahlen ├╝ber uns wandern, und wir sp├╝rten, dass das Erwachen des Tages gleichzeitig auch unsere Leidenschaft neu aufflammen lie├č. Es war ein sch├Ânes Gef├╝hl, nach einer langen Nacht am n├Ąchsten Morgen meine zweite H├Ąlfte zu erblicken und zu wissen, dass sie immer bei mir war. Und weil in jedem Moment unserer bisherigen, gemeinsamen Stunden die Zeit stillgestanden hatte, so wussten wir,

dass nur eine Freundschaft wie unsere, die auf Liebe und Vertrauen basierte, ewig w├Ąhren konnte. >

0

Hörbuch

Über den Autor

Julian23
Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, haupts├Ąchlich Geschichten, Gedichte/Texte und gerne auch Parodien.

UND: Ein gro├čes Dankesch├Ân an meine tollen Leser! Obwohl ich so lange nur im Hintergrund aktiv war, um Geschichten fortzusetzen oder auszubessern, habe ich mich sehr ├╝ber die R├╝ckmeldungen zu meiner Fortsetzung der Geschichte "Vom Mensch zum Geist geworden" gefreut. Auch ein Buch mit Gedichten & Texten ist geplant. Vielen Dank f├╝r Coins, Favoriten, Abos, G├Ąstebucheintr├Ąge, und nat├╝rlich die Kommentare. Da f├╝hle ich mich gleich wieder wie zuhause, nach all der langen Zeit.


AKTUELLES: Das Projekt "Die Sprache der Seele" steht im Vordergrund. Nebenbei ist ein weiteres Kapitel der Gute Nacht-Geschichten erschienen. Alles andere ist momentan Nebensache.

Das Jahr neigt sich dem Ende und wenn alles gut l├Ąuft, versuche ich, wenigstens ein bisschen neues Material zu ver├Âffentlichen.

Leser-Statistik
344

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Taipan Heii Julian :)
Klasse Geschichte. Zweifellos hast du da echte Gefühle reingesteckt und das spürt man auch! Du hast mich als Leser tief in die Gedankenwelt des Jungen versetzt, was für eine Romanze essentiell ist.
Bisschen Kritik hab ich aber dennoch :/ Die Komplimente überhäufen sich ab und zu, wodurch sie einen Teil ihrer Bedeutung verlieren. Und das obwohl alle von ihnen sehr gut durchdacht und niedergeschrieben wurden. Fiel mir aber nich oft auf :)
Außerdem verliert man etwas aus den Augen wohin die Geschichte führen soll. Wenn deine Intention allerdings nur die war, deine Idealien weiter zu geben und den Leser dazu anzuregen, selbst über Liebe nachzudenken (siehe Buchtitel), so ist dir das gelungen :)
Gut gemacht
Liebe Grüße,
Tai :)
Vor langer Zeit - Antworten
Julian23 Danke fürs lesen und freut mich, dass dir die Geschichte gefällt :)

Was die Kritik angeht: Ich verstehe sie, da es mir sogar selbst aufgefallen ist. Aber zu starke Änderungen konnte ich nicht mehr vornehmen, da es sonst „nicht dasselbe" wäre. Es ist einfach besser, manche Dinge so sein zu lassen, wie sie sind, mit ein paar kleinen Macken, anstatt dass man sie so verbessert, dass man schlussendlich das eigene Werk nicht mehr wiedererkennt.

Der Sinn des Buches ist tatsächlich, den Leser zum nachdenken zu bringen, und das man die Geschichte aus den Augen verliert, war meine Absicht :)

Einen schönen Sonntag wünsche ich dir :)
Julian23
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Ich habe die Geschichte zwar nur überflogen und mir die ersten Zeilen durchgelesen aber ich denke das die Geschichte ziemlich gut geschrieben ist
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Sehr beeindruckend.....du bist schon auf dem richtigen Weg. Probier dich aus und lass ordentlich die Sau rauß....;)
Den Titel würde ich allerdings ändern..er passt irgendwie nicht zum Text - stilmäßig

LG Shirley
Vor langer Zeit - Antworten
Julian23 Danke :)

Aber den Titel kann ich nicht ändern, weil es dafür nach Meinung schon viel zu lange draußen ist :)

Übrigens: Ich schreibe momentan an einem weiteren, und größeren Roman mit den beiden Protagonisten. Allerdings ist er weitaus dramatischer, als der Vorgänger...

LG Julian23 :)
Vor langer Zeit - Antworten
minimaus21 Das sind echt tolle Zeilen, die du da geschrieben hast ...richtig schön ist der Inhalt, und die Phrasen und Worte, die du gewählt hast, sind echt toll!
LG minimaus21
Vor langer Zeit - Antworten
Julian23 Danke für die Status Coins :)
Und freut mich, dass dir mein Werk zusagt :)
Es ist ein schönes Gefühl, dass diese Geschichte selbst ein Jahr nach Veröffentlichung noch Aufmerksamkeit bekommt :)

LG Julian23 (Schattenkönig) :)
Vor langer Zeit - Antworten
EvErUnKnOw Wie schön :( mit sehr viel Leidenschaft geschrieben
Vor langer Zeit - Antworten
Julian23 Vielen Dank :)
Freut mich, das nach all dieser langen Zeit noch immer kommentiert wird :)
LG Julian23 :)
Vor langer Zeit - Antworten
maunzel Oh Gott, das Ganze ist einfach so wunderschön :o
Und vor allem auch so toll geschrieben, Mensch, ich bin richtig im Text versunken *-*

LG
maunzel
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
47
0
Senden

97589
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung