Kurzgeschichte
Vier Jahreszeiten - Der Streit um die Macht

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"Konferenz der Jahreszeiten"
Veröffentlicht am 29. August 2013, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Elena Okhremenko - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich erinnere mich noch gerne meiner allerersten Zeilen - ein Schulgedicht: Der Winter ist ein Bösewicht, die Bäume tragen Schneegewicht, die Stämme sind kahl und so schwarz wie ein Pfahl, die Felder sind weiß und auf dem See liegt Eis. In den seither vergangenen Jahrzehnten hat sich mein Schreibstil sicher geändert - ist erwachsen geworden -, aber die Freude am Schreiben ist ungetrübt.
Konferenz der Jahreszeiten

Vier Jahreszeiten - Der Streit um die Macht

 

 

Vier Jahreszeiten

 

Der Streit um die Macht

 

Eines schönen Tages saßen die vier Jahreszeiten beisammen. Sie verteilten dann ihre Rollen für das neue Jahr. Eigentlich hatten sie vereinbart, daß jeder mal den Vorsitz hat, aber der Winter hatte diese Regel eigenmächtig geändert: er sollte fortan immer den Vorsitz haben, weil er der stärkste sei. Er war ein dunkler Geselle, der oft mit der Faust auf den Tisch haute. Da hatte der zarte Frühling, ein schmächtiges Kerlchen mit Fistelstimme, nichts entgegenzusetzen. Auch der Sommer, der zumeist hitzigen Gemütes war, hatte sich nicht durchsetzen können. Und der Herbst, ein windiger Genosse, kam gegen den kalten Blick des Winters nicht an.

So kam es, daß sie wieder einmal zusammen saßen. Es hätte eigentlich längst Frühling sein sollen, aber der Winter hatte verschlafen – und wollte dennoch nicht kürzer dauern als sonst.

„Es ist so, 3 Monate für jeden. Also habe ich noch ein Weilchen.“
„Das sehe ich aber anders“, sagte der Herbst. „Du hast verschlafen, und ich mußte länger arbeiten, weil ja eine Jahreszeit da sein muß.“ „Ich würde gerne länger dauern“, sagte der Sommer selbstbewußt. „Aber Du willst ja auf keinen Tag verzichten, Herbst.“ „Ach, Sommer“, warf der feine Lenz ein. „Von mir aus kannst Du ruhig eher

kommen, ich habe immer solche Niesanfälle, da bliebe ich gern im Bett.“ (hatschi, hatschi!) „Stell Dich nicht so an“, brummte der Winter. „Wenn ich nur lang genug dauern könnte, bräuchtest Du gar nicht ...“ „So war das nicht gemeint!“, entgegnete der Frühling verschnupft. „Also gut. Machen wir einen Plan.“ Der Sommer zückte ein Blatt Papier und einen Stift. „Der Winter war zu lang, der Frühling ist krank, der fällt heuer kürzer aus, damit er ins Bett kommt. Und ich nehme die Zeit vom Frühling für mich mit dazu.“

„Dann kannste von mir auch noch was

haben.“ Der Herbst schaute dabei den Winter düster an. „Schließlich habe ich letztes Mal länger arbeiten müssen, diese Mehrarbeit will ich abfeiern.“ „Nicht schlecht“, triumphierte der Sommer. "Dann habe ich vier Wochen vom Lenz und vier Wochen von Dir. Damit habe ich die meiste Zeit – und Du Winter kannst schlafen gehen. Nächstes Jahr habe ich den Vorsitz.“ Allgemeines Gelächter, außer beim Winter. So wurde es dann entschieden. Für dieses Jahr würde der Frühling, wegen Krankheit in Bett geschickt. Der Sommer würde bis in den Herbst dauern. Und der Winter hat den Vorsitz unfreiwillig abgegeben.


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Hörbuch

Über den Autor

KatharinaK
Ich erinnere mich noch gerne meiner allerersten Zeilen - ein Schulgedicht:
Der Winter ist ein Bösewicht,
die Bäume tragen Schneegewicht,
die Stämme sind kahl
und so schwarz wie ein Pfahl,
die Felder sind weiß
und auf dem See liegt Eis.
In den seither vergangenen Jahrzehnten hat sich mein Schreibstil sicher geändert - ist erwachsen geworden -, aber die Freude am Schreiben ist ungetrübt.

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dieFremde Wirklich witzige, kreative Idee! Hab ich gern gelesen.

Liebe Grüße
Vor ein paar Wochen - Antworten
Gast Laura Peters bin aber doch glücklich, dass wir uns hier nicht einmischen können ;-))
Vergangenes Jahr - Antworten
Gast Laura Peters witzige Idee
Vergangenes Jahr - Antworten
Gast Blödsinn,einfach nur Blödsinn.
Vor langer Zeit - Antworten
silberfunke Eine sehr schöne Idee und herzlich geschrieben. Hat mir gut gefallen.

lg
Silberfunke
Vor langer Zeit - Antworten
KaraList Nur gut, dass der Mensch sich da nicht einmischen kann. :-)

Schmunzelgrüße,
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
KatharinaK Liebe Kara, das gäbe ein wahres Durcheinader, mit dem sicher niemand was anfangen kann. Gilt für manch andere "Baustelle" auch.
Ich denk mir meinen Teil - und freu mich, bislang vom Schnee verschont worden zu sein.
Liebe Grüße,
Katharina
Vor langer Zeit - Antworten
Herbsttag Also alles wie gehabt, wie bei den Menschen. :-)) Ira
Vor langer Zeit - Antworten
KatharinaK Die Menschen haben es ihnen abgeschaut - oder war es umgekehrt. Ich weiß es nicht. Lieben Dank für Deinen Neujahrsbesuch. Liebe Grüße,
Katharina
Vor langer Zeit - Antworten
GertraudW 
Dann schauen wir mal liebe Katharina, ob Du bei dieser
Konferenz auch diesmal gut "gespickt" hast ... schmunzel*.
Herrlich geschrieben - hat mir gut gefallen.
Liebe Neujahrs-Grüße
Gertraud
Vor langer Zeit - Antworten
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