Wissenschaft
Das Seti Projekt

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"Welche Wahrscheinlichkeit?"
Veröffentlicht am 30. August 2013, 34 Seiten
Kategorie Wissenschaft
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Über den Autor:

Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten. Hoffentlich glückt es. Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren. Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert. Hier gibt es eine Auswahl von Kurzgeschichten aller Art. Sie sind in ihrer Kürze dem Internet und e-pub Medium angepasst.
Welche Wahrscheinlichkeit?

Das Seti Projekt

Einleitung

Das Seti Projekt ist reine Unvernunft. Hier können sie lesen, wieso das so sein muss.

Dies ist ein umfangreiches Update, das zum Teil auch wegen der Beiträge aufmerksamer Lesern nötig wurde. Dafür danke ich ausdrücklich für die Kommentare und Anregungen meiner Leserschaft.


Auch weiterhin ist es jedem Leser möglich dieses Buch zu kommentieren.

(wieder eingestellt: 07.04.2016)


Copyright: G.v.Tetzeli

Seti - Kontakt

Wir sind wissbegierig und wollen die Grenzen des Wissens ausloten. Das ist an sich ein löbliches Ziel. Allein, es hapert an Einsicht. Das Seti Projekt ist eine Venusfliegenfalle der Unvernunft. Search for exterrestical Intelligence ist Schwachsinn. Für diesen Schwachsinn wurden und werden Milliarden von Dollars ausgegeben, von Manpower ganz zu schweigen..

Das Weltall mit seinen vielen Galaxien, mit seiner Weite ist ein faszinierendes Forschungsobjekt. Dabei stellt sich immer

mehr heraus, dass Planeten um Sonnen kreisen. Es scheint so, als ob dies in unserem Weltall nichts Ungewöhnliches ist. Wenn es so viele Planeten gibt, dann scheint es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich einige der Planeten der Milliarden von Sonnen für das Leben eignen.

Das glücklicher Weise wieder aktivierte Sternenobservatorium Kepler emtdeckt andauernd neue Planeten, sogar in relativ näherer Umgebung, die Erd-ähnlich sind. Extraterrestrisches Leben ist also möglich. Selbst in unserem Sonnensystem kann weiteres Leben möglich sein.

Zum Beispiel eine Unterwasserwelt bei Europa, welche die Energie durch Gezeitenströme bekommen mag.

Während noch Giordano Bruno verbrannt wurde, der viele Welten voraussagte, sind wir nun auf der Suche nach außerirdischen Welten. Da fließen Gelder. Wie gesagt, löblich und faszinierend. Fremdes Leben aufzuspüren wäre ein unglaubliches Ereignis! Wir wollen uns aber diese hirnrissige Suche bezüglich des Seti Projekts näher anschauen. Man behauptet, dass ein Planet nur die Ekliptik (Kreislaufahn) des möglichen Lebens erfüllen muss und schon entsteht Leben. Dabei gehen wir von flüssigem Wasser aus. Das muss gar nicht so sein. Vielmehr zeigt sich das Leben auch in ganz extremen Erscheinungsformen. Ohne Sonne, in einer giftigen Umgebung (für uns zumindest)

herrscht um Tiefseeraucher am Meeresgrund unter enormen Druck (3000m Meerestiefe) munteres, sogar höhergestelltes Leben.(die sogenannten black, white smoker). Es sind Schornstein-ähnliche Gebilde, aus denen heiße Gase austreten (ca. 400 Grad). Treffen sie auf das 2 Grad kalte Wasser fällen Mineralien aus. Davon ernähren sich Bakterien, die wiederum als Nahrung dienen.

Man findet dort ganze Wälder von Röhrenwürmern, Krebse, und Fische.


Auch erforscht man die Bakterien und Algen in der Tiefe des schwarzen Meeres, welche die Überbleibsel des anaeroben Lebens unserer Erdfrühzeit widerspiegeln könnte. 

Im Erdreich stieß man in 1500 Meter Tiefe auf

Mikroben, bie sich buchstäblich vom Stein ernähren (Loriots "Steinlaus" wirkt dann gar nicht mehr so lächerlich)

Dass es in unserem Weltall diverse Lebensformen geben mag, sei unbestritten. Es ist nicht nur wahrscheinlich, es ist praktisch eine zwingende Schlussfolgerung. Aber welchen Anspruch hat das Seti Projekt?


Es geht engstirnig von unseren Ansprüchen aus. Es sollen also Lebensformen gefunden werden, die folgende Bedingungen erfüllen:

Sie leben auf einem Planeten, der freie Sicht zum Weltall bietet, also keine dichte Wolkendecke aufweist, denn ansonsten gäbe

es keinen Anlass darüber hinaus zu forschen (wenn diese Herrschaften überhaupt forschen wollen). Es müsste eine Umgebung sein, die höheres Leben zulässt. Das ist fraglos möglich. Es müsste eine Welt sein, die über entsprechende Ressourcen verfügt. Erz, Gold Silber, Iridium, etc.. Es wäre nach unserem Verständnis außerdem fließendes Wasser nötig. Nicht einmal Aminsäuren wären vonnöten, denn das Leben mag vielfältig sein. Es kann einen ganz anderen Lebenszyklus geben, wie wir allein schon an unseren Pflanzen sehen, obwohl das natürlich auf Aminosäuren basiert. Wir kennen nur leider nichts Anderes.

Da mag es gasbasierende Lebensformen

geben, oder auf Ammoniakbausteinen geformte Replikationen. Im Allgemeinen aber wird von Kohlenwasserstoff-basierendem Leben ausgegangen.

Was wir aber im Seti Projekt fordern, ist schlicht abnorm. Diese Lebensform muss unser technisches Know How aufweisen. Ob nun weiter entwickelt, oder etwas darunter sei unerheblich. Wir gehen davon aus, dass diese Welt mit seiner Lebensform Strahlen aussenden kann. Diese Strahlen sollen eine Botschaft beinhalten und in den Weltraum geschickt werden, weil diese Lebensform unbedingt uns, oder andere kennen lernen will. Das bedeutet Kommunikation weit über Lautmalerei hinaus!

Wenn sie das nicht als Zielsetzung hat, weil diese Zivilisation ganz gerne für sich bleiben würde, könnte man trotzdem Strahlung von ihren Aktivitäten auffangen. Aber welche gewaltige Energiemenge müsste dabei im Spiel sein, um von uns aufgefangen zu werden? Allein die Kommunikationsübertragung auf spezifische Energieformen zu reduzieren ist schon engstirnig. Es sind ganz andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, einschließlich derer, die wir noch gar nicht kennen, wie zum Beispiel die dunkle Energie. Weiterhin stellt sich die Frage, ob eine solch egoistisch verblödete Lebensform, wie wir höhergestellten Menschen auf der Bühne des Lebens lange genug ausharren?

Und kann solch eine aggressive Lebensform gleichzeitig (relativistisch gleichzeitig – denn ist der Planet mit den entsprechenden Lebewesen 30.000 Lichtjahre entfernt, muss die Antwort 30.000 Jahre auf sich warten lassen, während der Planet bereits untergegangen ist) existieren?

In der Weite des Weltalls eine höher gestellte Lebensform zu finden, die unsere Technik in einem moderaten Zeitfenster teilt, ist geradezu abstrus. Wie sind wir denn entstanden? Irrsinnige Zufälle haben unser Sein erst ermöglicht.

Über 5 Massensterben hat unsere Erde

erlebt. Sie ist nur durch einen Zufall zu einem solch starken Eisenkern gekommen, nämlich durch den Aufprall von Theia in der Frühzeit der Erdgeschichte. Erst dadurch konnte unser Planet eine Magnetosphäre bilden, die gegen die zersetzenden Strahlen des umgebenden Sterns schützt. Dem Massezuwachs dieses Ereignisses ermöglichte erst das Binden einer zuverlässigen Atmosphäre. Der Aufprall von Theia bescherte weiterhin einen Mond, der die wankenden Kreiselbewegungen der Erdachse ausgleicht und für Tiden sorgt. Nicht nur die Erdachse verschob sich, sondern auch die Rotationsgeschwindigkeit. Die Erde bekam sozusagen noch einmal einen Rotationskick, der nach Milliarden

Jahren Tag und Nacht von 24 Stunden als Ergebnis hat. Die Drehung wurde sacht und allmählich abgebremst.Sie wird weiterhin durch den Mond reguliert. Außerdem bescherte dieses Ereignis die Schräglage der Erdachse. Allein dieser Aufprall mit dem Mars-großen Körper hätte die Erde zerschlagen können, wenn es nicht schräg erfolgt wäre.


Außerdem beeinflusst der entstandene Mond auch die Gas-und Wetterverhältnisse. Weiterhin kam Wasser in der frühen Erdgeschichte durch ein Bombardement von Asteroiden und Kometen auf unseren Planeten und nur Vulkanismus befreite uns später von einer langweiligen, gefrorenen

Eiskugel.

Der Lebensdurchlauf unseres speziellen Planeten beträgt ca. 4,5 Milliarden Jahre und erst seit rund 100 Jahren verfügen wir über eine entsprechende Technik, welche das Seti Projekt vorraussetzt. Das ist geradezu lächerlich hinsichtlich der Zeitspanne des Lebens auf der Erde.


Und jedes mal haben diese Massensterben völlige Umwälzungen des Lebens mit sich gebracht.

Und hätte nicht der damalige Meteorit den Dinosauriern ein Ende gemacht (Chicxulu-Krater), würde wahrscheinlich die Säugetierfamilie immer noch ein erbärmliches Schattendasein führen. Ob sich die

Nachfahren der Dinos je höherer Technik bedient hätten, halte ich für ausgeschlossen. Sie wären auch ohne Technik auf unserer Erde ganz gut zurecht gekommen, wie andere Säugetiere heute auch.

Dabei ist dieser katastrophale Einschlag noch nicht einmal der gößte! Er steht erst an dritter Stelle.

All diese erdgeschichtlichen Ereignisse waren so sensationell einmalig, dass ein zweiter Zufall praktisch ausgeschlossen ist. Wir befinden uns noch dazu in einem recht langweiligen Arm der Spiralgalaxie, in dem wir von galaktischen, fundamentalen Ereignissen ziemlich verschont werden. Wir haben kein schwarzes Loch in unserer Nähe. Unser Zentralgestirn, die Sonne, ist ein

braver 08/15 Stern, der über eine lange Lebensdauer verfügt. Am Wichtigsten erscheint mir aber, dass wir vor kosmischer Strahlung geschützt sind. Ein aktiver Eisenkern macht die Magnetosphäre erst möglich.


Dann schauen wir uns doch in unserem lächerlichen Arm der Galaxie um. Der nächste Stern Proxima Centauri ist 4,24 Lichtjahre entfernt, kann aber keinen Planeten aufweisen. Dann schnell zum nächsten. Alpha Centauri, 4,36 Lichtjahre entfernt. Auch hier tote Hose. Nehmen wir an, es wäre gleichzeitig eine Klasse wundersamer, Technik verliebter Lebewesen in unserem Vorgarten des

Weltalls vorhanden, die uns sagen: Radiowellen sind prima. Selbst dann wäre ein „Hallo“ hin und her allein schon von dort 8 Jahre unterwegs. Im Umkreis von 5 Millionen Lichtjahren hat sich noch kein Stern mit einem Habitatplanet gefunden Dass es Leben in unserem Universum gibt, muss so sein. Wir wären ansonsten nicht vorhanden. Bei der Milliarden, Milliarden Möglichkeiten im Universum muss es unendlich viele Lebensformen geben. Die damals aufkommende Drake Formel (1961) versuchte eine Wahrscheinlichkeit der technikbegeisterten Lebensform darzustellen: N = R * Fp * Ne * Fl* Fi * Fc * L N ist natürlich das Ergebnis.

Der bekannte, inzwischen vertorbene

Exobiologe Carl Sagan kam auf das Ergebnis für N=10.


Im Einzelnen: R = Die Entstehungsrate sonnenähnlicher Sterne

– ja, ja, Milliarden, Milliarden. Es müssen aber langlebige, also langweilige Sterne sein. Nicht zu groß, nicht zu klein. Bei Systemen mit 2 oder gar drei Sonnen stellt sich schon die Frage, ob Planetenbahnen 4 Milliarden Jahre konstant bleiben.

Fp = Die Wahrscheinlichkeit eines Planetensystems.

Diese Zahl hat sich inzwischen gewaltig nach oben hin gewandelt. Es scheint so, als ob

Planetensysteme geradezu selbstverständlich wären und alleingelassene Sterne die Ausnahme. Sie hätten ihre Begleiter durch ein Unglück verloren, so nimmt man inzwischen an.

Ne = Die Anzahl der Planeten mit Ökosphäre.

Auch hier hat die neuere Forschung gezeigt, dass diese Ökosphäre äußerst vielseitig sein kann. Weit mehr gefächert, als ursprünglich vermutet. Und man hat bereits Planeten entdeckt, welche sich im Radius der Ökosphäre befinden.

Fl = Anzahl der Planeten mit entwickeltem Leben.

Da scheiden sich schon die Geister. Wo fängt entwickeltes Leben an? Bei Amöben,

Vielzeller? Lebewesen mit Gehirnstruktur, oder Skelett, bzw. Panzer? Mehrere Exobiologen befassen sich mit fremden Lebensformen, die möglich sind. Da staunt man. Jedenfalls ist die Formulierung "entwickeltes Leben" eine äußerst undurchsichtige Definition. Nehmen wir also an, weil wir nichts anderes kennen, die Möglichkeit der Vervielfältigung und der Genetik im weitesten Sinne, zumindest aber der Vermehrung. Sie sehen, wir bewegen uns nun ausschließlich auf Kohlenstoff aufgebauten Lebensformen.

Fi = Planeten mit intelligentem Leben.

Hier ist eine Strichlinie schwierig. Auch Ameisenvölker bergen Intelligenz, selbst wenn

das einzelne Individuum nur einen Baustein bildet. Wollen wir Delphine, Affen, Elefanten zum Maßstab nehmen, oder die Brutpflege und das Sozialverhalten der Dinosaurier? Gehen wir hier einmal unter Liebkosung der Formel von Affenintelligenz aus.

Fc = Planeten mit entwickelter Technik. Diese Umschreibung kann von dem Darwinfinken bis zum verspielten Kea Vogel reichen. Es kann aber auch Technik im weitesten Sinne beinhalten. Wenn wir von vorzeitlichen Huminiden ausgehen, dann sind bestimmte Vorkommen Voraussetzung. Kristall, Kupfer, Erz, Holz. Das bedarf schon die Entwicklung von Pflanzen und das muss für das Leben gar nicht sein. Äußerst

fragwürdig. Beginnt das Ganze mit der Nutzung des Feuers? (wenn es dies überhaupt auf dem angepeilten Planeten gibt). Und wo will ich Technik manifestieren? Strahlentechnik, Steinmesser, oder Gravitationswellenphaser, Ionenantrieb, oder Antriebstechnik, die wir noch gar nicht kennen? Auch dürfen wir nicht vergessen, dass Katastrophen der Urzeit auf unserer Erde erst dafür sorgten, dass wir an metalurgische Elemente so leicht herankommen. Plumes und Supervulkane spülten erst diese schweren Elemente aus dem Erdmantel heraus.Schließlich L = die Lebensdauer einer Zivilisation.

Wie lange mag ein abnormes

Zivilisationsverhalten bestehen? Eine Spezies, die sich durch Aggressivität zum Monstrum aufgebläht hat, dürfte kein langes Durchhaltevermögen aufweisen. Wenn aber andere Überlebensstrategien die Oberhand gewinnen würden, könnten sie länger existieren. Dann sind wir schon am Zeitpfeil. Nehmen wir an, eine solch einsichtige Zivilisation würde 4,5 Milliarden Jahre existieren, wohlgemerkt in einer Sternenumgebung, die moderat ist, dann müsste sie Astronomie und Astrophysik betreiben. Sie müsste sich ferner auch gegen Strahlung gefeit sein, sie müssten auch Strahlung bedienen können. Warum nicht zum Nächstliegenden? Zum Beispiel nur den eigenen Energiehaushalt des Habitats zu

gewährleisten? Der Stern muss ein Langweiler sein, dann erst gäbe es den Zeitrahmen, dass solch eine Lebensform existiert. Nicht einmal gleichzeitig mit unserer Umgebung. Unsere Technik sich zueigen machen ist ein anderes Blatt. Eine pervertierte Lebensform, die sich selbst seiner Ressourcen beraubt, ist zudem nur ein kurzes Leben beschieden. Die Zufälle der Erdgeschichte sind einmalig. Dinosaurier haben nur in Form von Vögeln überlebt (sie waren immerhin sensationelle 160 Millionen Jahre am Drücker!) und warum sollten sie Radartechnik zu fremden Planeten entwickeln? Es reicht die Fähigkeit Magnetismen für den Vogelflug zu nutzen. Es

reicht zu überleben. Der Menschheit gebe ich wenig Chancen. Es werden die kleinen Lebensformen unseren Planeten besiedeln. Robust, mit einer großen Nachkommenszahl gesegnet und damit einer variablen Genetik. Es werden die Insekten sein, die nach unserer Sauerstoffverwüstung von den veränderten Verhältnissen profitieren werden. Auch der Strahlung sind sie durch ihren Chitinpanzer besser gewappnet. Wer will da schon zu wem morsen, wenn es im Leben ganz anders weiter geht. Nachdem ich so abfällig über den Homo sapiens hergefallen bin, will ich noch anführen, welch unwahrscheinlicher Zufall dieses Mensch Werden erst ermöglichte.


Wie wahrscheinlich war die Entstehung des Menschen?

Nach unserem Kenntnisstand begann die Entwicklung vor ca. 2 Millionen Jahren. Da lebte ein affenähnliches Wesen in dicht bewaldeter Umgebung, das im heutigen Afrika lag. Nun kam wieder ein Zufall herbei. Durch aufgestauchtes Gebirge (Plattentektonik sei Dank – im übrigen auch keine Selbstverständlichkeit auf anderen Planeten) versteppte die Umwelt dieser frühen affenähnlichen Tiere, denn der Niederschlag nahm ab. Das Gebirge hielt die Regenwolken zurück. Unser Vorfahr hatte weniger Bäume zur Verfügung. Sichtoptimierung und schnellere Fortbewegung waren von Vorteil bei den

vielen Fressfeinden. Es entstand nach und nach der aufrechtere Gang. Brutpflege wurde wichtiger und ebenfalls die Anpassung an verschieden Nahrungsquellen. Daher sind wir auch heute noch „Allesfresser“.

Die Trennung von affenartigen Lebewesen und der Verzweigung zum Menschen soll vor ca. 7 Millionen Jahren statt gefunden haben

(bester Fund: Orrorin tugenensis, auch als Millenium Mann bekannt). Die Veränderung des Schlunds führte zu der Fähigkeit der modularen Lautübermittlung, letztendlich der Sprache. Außerdem wurde dadurch mehr Stauraum im Schädel geschaffen. Die nicht unerhebliche Gefahr am Verschlucken ersticken zu können, wurde von der Natur in Kauf genommen (solche Unfälle passieren

heute noch).

Hier versuche ich keineswegs einen wissenschaftlichen Abriss, sondern es soll nur beweisen, wie unwahrscheinlich heutige, technische Intelligenz ist.

Jedenfalls ging die Entwicklung weiter. Viele Wissenschaftler meinen, dass die Kombination Sprachentwicklung und Beherrschung des Feuers den wirklichen Schub für die Entwicklung unseres Großhirns verantwortlich wäre.

Menschen wanderten und verbreiteten sich. Alles in kleinen Grüppchen und in geringer Zahl. Zu groß war noch die Verlustrate, durch Raubtiere, Krankheiten, Kindersterblichkeit und vielleicht auch durch Fehden

untereinander. Und nun kommt noch ein furchtbares Ereignis dazu. Der Toba brach aus. Eine unvorstellbar gewaltige Vulkaneruption vor ca. 73.800 Jahren. Der Auswurf von Gasen, von Staub war so gewaltig, dass die Temperatur um ca. 18 Grad weltweit abfiel (die sog. Würmkaltzeit, bzw. Weichsel-Kaltzeit untermauert diese These). Hier stand die Menschheit am Abgrund. Man nimmt an, dass nur wenige tausend Menschen auf der ganzen Welt überlebten. Wenn gleichzeitig eine weitere Vulkanismusaktivität ausgebrochen wäre, hätte das dem hochgelobten Homo Sapiens buchstäblich das Licht ausgeblasen.


Nun nehmen sie all diese Faktoren zusammen, dann fällt es ihnen schwer, dass wir auch nur die geringste Wahrscheinlichkeit haben mit fremden, gleichzeitig existierenden Intelligenzen Kontakt aufzunehmen.

Existiert eine Technik begabte Intelligenz in einer Entfernung von über 2 Milliarden Lichtjahren, dann existiert unsere Erde gar nicht mehr, falls sie antworten wollte, weil sie bereits von der Sonne, die sich zu einem roten Riesen aufgebläht hat, hitzegeschädigt worden ist.


Schon vorher aber gibt es genügend Möglichkeiten für die Ausrottung des Menschen.

Ein Meteoriteneinschlag ist möglich, eine Gammastrahlenexplosion kann uns abschießen und ein neuer Magmaplume (z.B. Yellowstone) ist in einem überschaubaren Zeitfenster ziemlich wahrscheinlich.


Wer überlebt dies? Und würde es nicht unsere technische Entwicklung um Jahrtausende zurückwerfen. Ich glaube kaum, dass die Überlebenden dieser Katastrophe unsere Technik in einem moderaten Zeitfenster wieder aufbauen können.

Ohne Elektrizität bricht alles zusammen!

Sprichwörtlich alles: Nicht nur Kommunikation.

Kein Wasser, kein Transportweg, kein Fressen, kein Licht, keine einzige Maschine,

keine Mobilität, keine Banken, keine Regierung, nur reines, nacktes Überleben.


Und allein das könnte vorkommen. Unsere Sonne müsste nur einmal außerordentlich rülpsen, den Magnetschild durchbrechen, das wars dann schon.


Aber im Augenblick haben wir nur das Raumschiff Erde zur Verfügung. Wir entnehmen ihm zur Zeit das 1,5 fache seiner produktiven Leistungsfähigkeit. Trotzdem vermehrt sich der Mensch weiterhin, wie ein Virus. Er wird seinen Wirt, nämlich die Erde solange parasitär auslutschen, bis er selbst dabei drauf geht.

Diese Aussicht ist nur dann aufhaltbar, wenn

der Mensch sich ändern würde. Das tut er schon von seiner genetischen Veanlagung nicht. Aggression und Egoismus ist ihm angeboren. Es führt zu seinem Untergang. Bis jemand aus dem All sich melden könnte, hat sich die Fehlentwicklung Mensch schon von selbst erledigt.


Wie mag es da anderen Lebensformen gehen, die in Milliarden Lichjahren Entfernung so wunderbar entwickelt sind, wie wir es uns sehnlichst wünschen und sie in einer naheliegenden Supernova pulverisiert werden?

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welpenweste
Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten.
Hoffentlich glückt es.
Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren.
Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert.

Hier gibt es eine Auswahl von Kurzgeschichten aller Art. Sie sind in ihrer Kürze dem Internet und e-pub Medium angepasst.

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HansJoachim Wenn alle so klein denken würden wie du es schilderst,dann wäre das CERN in der Schweiz/Frankreich sicherlich auch Nonsens und die vielen anderen Teleskope und Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet der Erde ebenso.Sicherlich kosten diese Forschungen immens Geld,rechnet man nur die ISS oder das CERN,aber man kann nicht alle Physiker und Astronomen oder SETI-Forscher und deren Projekte als Schwachsinn hinstellen.
Wir fühlen uns als Spezies verlassen und einsam,immer mit der Frage im Kopf:Sind wir allein?
Würden wir nicht forschen und suchen oder unser tiefstes Verlangen und unsere Neugier befriedigen,dann wären wir noch immer als vekümmerte Art in irgendeiner Savanne in Afrika und hätten nicht den blassensten Schimmer von dem,was uns umgibt.Wäre dir das lieber und wenn ja,dann könnten wir hier nicht miteinander schreiben!
Das,was du als Tatsache verkaufen willst,sind nur Theorien und Annahmen....siehe Yukatan oder z.B Theia.Selbst die Wissenschaft ist sich nicht sicher,was damals geschah.Sie gehen nur von Daten aus,die ihnen von Archäologen,Biologen und anderen Wissenschaften zu Verfügung gestellt werden.Denk bei Yukatan nur mal an die Vukanforscher,denn die erzählen etwas anderes.
Ich gebe dir sofern recht,als das unsere Spezies eine unausgereifte und dumme Masse ist,die den Hang zur Selbstzerstörung in sich trägt und von uns möchte ich nicht entdeckt werden.(Spruch von Harald Lesch)
Laut Einstein und seiner Relativitätstheorie ist die Lichtgeschwindigkeit die höchste Geschwindigkeit,die man im Vakuum erreichen kann,aber das gilt nur für Materie,die eine Masse hat.Das ergänzte sogar Albert Einstein.Neutrinos,Myonen und Tau-Neutrinos sind Masselos und können ein vielfaches der Lichtgeschwindigkeit erreichen.Und in der Quantenphysik gibt es sogar den Tunneleffekt,der Teilchen instantan in andere Gefilde befördern kann.Mit anderen Gefilden meine ich andere Dimensionen und Galaxien und seien sie auch am anderen Ende des Universum existent.
Der nächtliche Blick ins Universum zeigt uns die Vergangenheit,er zeigt uns aber auch,das sich sogar Sterne,die weit entfernt sind,aus unserer Sicht mit 10 facher Lichtgeschwindigkeit bewegen.Auch Super-Novae mit dem Staubauswurf nach deren Explosionen erreichen diese Geschwindigkeiten.Natürlich nur durchs Teleskop sichtbar.
Das Leben,wie wir es kennen,entstanden ist,verdanken wir dem Zufall,der einer Hochzahl entspricht,die ausgeschrieben in Buchform das gesammte uns bekannte Universum ausfüllen würde.Da sollten wir darüber nachdenken,wie wertvoll Leben an sich ist.Dabei ist das gesammte Universum um mindestens den Faktor hochzahl 80-100 höher und es weitet sich in jeder Sekunde mit wahnsinniger Geschwindigkeit weiter aus.Statistisch ist es sicher,dass es Leben ausserhalb gibt und vielleicht,wenn wir uns nicht selbst zerstören,werden wir es auch finden.
Ich beschäftige mich jetzt schon sehr lange mit Physik,speziell Quantenphysik und konnte deswegen deine Darstellung nicht so stehen lassen.
Gruß
hj
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Ach, im Übrigen, Cernforschung hat eigentlich wenig mit diesem Büchlein zu tun. Natürlich sind Grunderkenntnisse immer weiterführend. Ich erwähne nur das lange gesuchte Higgs-Boson, das das jetzige Modell rettet. (Wäre es nicht vorhanden, käme man in Erklärungsnot, würde aber eben auch weiter führen)
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Ich wei0 nicht, wieso wir uns da nicht treffen? Ich stimme Dir einhundertprozentig zu! Alles richtig und ein toller Kommentar. Ich will nur anmerken, dass die Suche nach außerirdischer "Intelligenz", die gleich, oder höher als unsere sein soll, zwar möglich sein könnte, unsere Kommunikationsmöglichkeiten aber bei weitem ad absurdum führt. Allein schon der zufall der gleichzeitigkeit ist ein Unding. Unter gleichzeitig meine ich Kommunikationswege. Information hin - Information zurück. Wenn ein Signal käme, das z.B. 100 Millionen Lichtjahre entfernt ist und wird es empfangen würden, ist diese Lebensform noch vorhanden?
Zweifelsohne gibt es Quanteneffekte. Aber das ist für komplexe Lebensformen eben, soweit wir wissen. nicht nutzbar.
Mehr habe ich gar nicht ressümieren wollen.
Und damit wir uns recht verstehen: Es gibt auserirdisches Leben. Und warum sollte ein solch unvergleichlicher Zufall, wie es bei unserer Erde vorkam, nicht wenigstens annäherungsweise bei den vielen Trilliarden Möglichkeiten noch einmal, oder öfters vorkommen. Mit diesem Zufall zu kommunizieren dürfte ein religiöses Wunschdenken sein, wenn man die kosmischen Entfernungen und die Zeit bedenkt.
Vielen Dank für den fundierten Kommentar!
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
HansJoachim Du gehst vom jetzigen Stand der Technik aus und was mich stört ist das zu kleingeistige Denken,der Nichtglaube an die Möglichkeit,das wir es doch noch schaffen und uns aus dem Würgegriff unserer Unzulänglichkeit befreien.
Sicher ist nach dem jetzigen Stand der Technik eine Kommunikation zum nächstmöglichen bewohnbaren Planeten,sollte es ihn geben,noch nicht möglich.
Denke doch mal an die zwei Pioniere Wright,als sie 1903 zum ersten Flug abhoben.Knapp 110 Jahre später sind wir auf den Mond gelandet und schicken Sonden bis über den Rand unseres Sonnensystems.Und jetzt rechne mal 110 Jahre weiter in die Zukunft.Da kann man sich ungefähr vorstellen,wo wir dann sein werden und wie weit die Technik fortgeschritten ist.Sicher hängt auch die Politik mit drin,auch beim jetzigen Idioten aus den USA,aber die Wissenschaft hat in großen Teilen immer unabhängig von der Politik agiert,auch im kalten Krieg.Um die benötigten Gelder mache ich mir keine Sorgen,denn der Jährliche Etat aller teilnehmenden Nationen beinhaltet einen gewissen Satz an Zuschüssen,bekommen sie doch einen Teil des Kuchen ab und haben auch wirtschaftlichen Nutzen aus diesen Forschungen und der ist nicht zu vernachlässigen.Ausserdem sind alle an diesen Forschungen und deren Ergebnisse interessiert
Ich weiß,was Gleichzeitigkeit ist und in der Quantenphysik ist sie ein tragendes Element.Das meinte ich mit instantan.Eines Tages werden wir eine Möglichkeit finden,um die Informationen instantan zu übermitteln.Und Kommunikation ist Information und Information ist Energie.Nicht mehr und nicht weniger.Und ob die Lebensform noch vorhanden ist,steht auf einem anderen Blatt.
Jetzt lass mal die verrückte Religion aus dem Spiel,denn sie hat in der Wissenschaft nichts zu suchen!Du könntest höchstens eine Philosophische Annäherung wagen,ob es sinnvoll wäre,mit anderen Wesen zu kommunizieren.Nebenbei gesagt,wir "kommunizieren" seit den 40er jahren unentwegt mit dem Universum,als die Übertragungen von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1936 in Berlin in den Weltraum gestrahlt wurden und solange wir Radio oder TV-Sendungen ausstrahlen,wird man uns orten und hören können.Ich möchte nicht wissen,was ein Ausserirdischer denkt,wenn er die Übertragungen sehen und verstehen könnte und er ausgerechnet unseren besten Botschafter mit dem Hakenkreuz zu Gesicht bekäme oder irgendeine andere
Schwachsinnssendung.Wahrscheinlich würde er es nicht verstehen,was für uns auf jeden Fall besser wäre.Die Signal sind jetzt seit ungefähr 80 Jahren unterwegs,also ca.80 Lichtjahre.Man kann also davon ausgehen,dass es im Umkreis von 80 Lichtjahren kein "Intelligentes" Leben gibt.Oder es wäre auch moglich,das sie sich nicht melden,weil sie es nicht wollen.Das allerdings wäre die intelligentere Möglichkeit.
Gruß
hj
Vor langer Zeit - Antworten
HansJoachim Aber das CERN sucht auch nach Dingen,die wir uns nicht vorstellen können.Hätte man das Higgs-Teilchen nicht gefunden,dann wäre die Teilchenphysik,so wie wir sie kennen,an ihrem Schlusspunkt angekommen und man hätte eben von vorne begonnen und eine neue Physik gesucht.
HJ
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste So isses!
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Ob sich Quanteneffekte (ich schließe so skurrile Gebilde wie Wurmlöcher ein) für Informationsaustausch nutzen lassen, sei vielleicht möglich (wo soll sie denn dann landen?), in jedem Fall ist aber vorerst nicht daran zu denken, dass es gezielt einsetzbar wäre. Bis es soweit wäre, haben wir uns doch schon selbst zugrunde gerichtet.
Gruß
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
HansJoachim Schwarze Löcher lassen sich nur mit der Quantenphysik und der allgemeine Relativitätstheorie zusammen beschreiben,weil jede Theorie für sich alleine versagt.Also muss versucht werden,beide Theorien zusammenzubringen und das ist noch nicht möglich,weil die Gleichungen der beiden Theorien sich nicht in Einklang bringen lassen.
Gruß
hj
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste So isses!
Vor langer Zeit - Antworten
CHM3663 Da hast Du Dich ganz besonders intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt, das mich immer schon fasziniert, denn daß es in der Unendlichkeit zahllose Lebensformen geben muß, steht für mich fest.
Nur wird man sie so leider nie finden, und das erklärst Du wie immer wunderbar verständlich auch für Laien!
Schade, schade und eine unglaubliche Verschwendung!
Wenn Dir die Verantwortlichen nur zuhören würden...!
Und wie unbeschreiblich kostbar und unsicher unser Leben hier auf unserem wunderschönen Planeten ist, führst Du uns auch sehr deutlich vor Augen. Daran kann man gar nicht oft genug erinnert werden!
Ich habe auf jeden Fall wieder dazugelernt.
Dankeschön und LG, Chrissie
Vor langer Zeit - Antworten
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