Gedichte
Verloren - Gegen das Vergessen

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"Verloren - Gegen das Vergessen"
Veröffentlicht am 21. April 2013, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
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Verloren - Gegen das Vergessen

Verloren - Gegen das Vergessen

Beschreibung

Die Leiden eines Krieges sind unvorstellbar und die Toten mahnen die Lebenden! Dieser Band enthält 2 Gedichte,die ich gerne dem geneigten Leser vorstellen möchte. 1. Verloren 2. Die Puppe Das Covermotiv stammt von Gerd Altmann/www.pixelio.de

verloren

 


düsterer himmel

vom donner überrollt

splittert feuer

in graus´ger gewalt

 

nichts mehr heil

zu staub zerfallen

dazwischen ein schrei

menschverloren

 

gezeichneter körper

verbranntes gesicht

zerrissene glieder

im blut verspritzt

 



daneben ein teddy

Im dreck verloren

er schaut traurig

 

sein kind ist tot

Die Puppe

 

 


Siehst Du die alte Puppe liegen?

So verschmutzt, kaum sauber zu kriegen!

Ein Mädchen sie im Schrecken verlor,

dunkler Zeiten düst´rem Trauerflor.

 

Es musste aus der Heimat ziehen,

die Freundschaft war zum Hass gediehen,

die Liebe an den Krieg verloren,

durch falschem Glauben auserkoren.

 

Das kleine Mädchen verstand dies nicht.

So viel Düsternis statt reinem Licht.

Warum sollte es hier fortgehen,

nicht mehr der Heimat Schönheit sehen?

 

Niemand konnte es beantworten,

doch zog man hier weg allerorten.

Die Puppe blieb dem kleinen Mädchen,

einst gekauft im schönen Dorflädchen.

 

Der Weg war lang und auch reichlich schwer,

in dem Krieg gefangen, immer mehr.

Durch Soldaten wurd´ es weggedrängt,

in den Graben der Gosse gelenkt.

 

Bei einem Flugangriff es geschah,

die Bomben, sie schlugen ein so nah.

Das Mädchen ließ die Puppe fallen,

um sich an die Mutter zu krallen.

 

So blieb sie achtlos im Schlamm stecken

Fing an, zusehends zu verdrecken

Was zählt denn eine Puppe hier schon,

wenn das nackte Leben winkt als Lohn?

 

Verloren ist des Mädchens Schicksal,

untergegangen in Schreckensqual.

Nur die Puppe erinnert daran,

zieht in ihren so traurigen Bann.

 

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datore

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Johannespi Ja, lieber Renè, leider wissen wir Schweizer gar nicht, was Krieg heisst. Wir sind von beiden Weltkiregen verschont worden und manchmal schäme ich mich fast ein bisschen dafür. Eindrückliche Gedichte!

Gruss Johannespi
Vor langer Zeit - Antworten
datore Re: -
Zitat: (Original von mukk am 27.04.2013 - 17:34 Uhr) bedrückende Texte, gehen unter die Haut. Und wecken Erinnerungen an meine Kindheit....
lieben Gruß
Ingrid


Es ist ein ernstes Thema, das leider immer häufiger in unserer Gesellschaft auftritt. Herzlichen Dank für das lesen!

LG Datore
Vor langer Zeit - Antworten
mukk bedrückende Texte, gehen unter die Haut. Und wecken Erinnerungen an meine Kindheit....
lieben Gruß
Ingrid
Vor langer Zeit - Antworten
datore Re: -
Zitat: (Original von welpenweste am 23.04.2013 - 04:12 Uhr) Gekonnt!
Günter


Herzlichen Dank, Günter für das Lesen und Kommentieren.

LG Rene
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Gekonnt!
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
datore Re: Die Schrecken des Krieges -
Zitat: (Original von Pinball am 22.04.2013 - 12:18 Uhr) in beeindruckenden Versen!
Und immer wieder sind es die Kinder, die in ihrer Unschuld so unglaubliches Leid ertragen müssen!

LG Michael


Ja, leider ist es so und wird in jedem Krieg so sein. Danke für das Lesen der nachdenklichen Gedichte.

LG Datore
Vor langer Zeit - Antworten
Pinball Die Schrecken des Krieges - in beeindruckenden Versen!
Und immer wieder sind es die Kinder, die in ihrer Unschuld so unglaubliches Leid ertragen müssen!

LG Michael
Vor langer Zeit - Antworten
rainergoecht Verloren - Hallo Rene,
irgendwie und irgendwo ist es möglich, die Texte des Anderen zu lesen. Diese beiden Gedichte sind bemerkenswert geschrieben, die ganze Verlorenheit einer Nation, stellvertretend durch dieses kleine Mädchen, oder der zurückgelassenen Puppe.
LG Rainer
Vor langer Zeit - Antworten
datore Re: -
Zitat: (Original von Eisblume am 21.04.2013 - 23:25 Uhr) zwei nachdenkenswerte Gedichte.
Sie berühren mich total, denn auch ich bin ein Flüchtlingskind.
Nur etwas, sory, - warum hast du im ersten Gedicht alles klein geschrieben?

Herzlichst,
Christa


Hallo Christa, das war in dem Gedicht beabsichtigt. Ist also ein kleines Experiment..

Ja, die Gedichte sind sehr emotional gehalten. Demnächst gibt es ein Buch, eine Anthologie, in der ich vertreten bin, die dieses schmerzhafte Thema zum Inhalt hat.. In diesem Zuge sind auch die beiden Gedichte entstanden, die aber nicht in dem Buch enthalten sein werden.

LG Rene
Vor langer Zeit - Antworten
Eisblume zwei nachdenkenswerte Gedichte.
Sie berühren mich total, denn auch ich bin ein Flüchtlingskind.
Nur etwas, sory, - warum hast du im ersten Gedicht alles klein geschrieben?

Herzlichst,
Christa
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