Gedichte
Der ewig stehende Moment

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"Der ewig stehende Moment"
Veröffentlicht am 09. April 2013, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Das Schreiben hat mittlerweile Ausmaße erreicht, bei denen ich es nicht mehr als Hobby abtun kann. Es ist zur Krankheit geworden und ist gleichzeitig die Medizin. Problem und Therapie. Ich bin süchtig nach meinem Methadon, es ist mir mittlerweile wichtiger geworden als das Heroin. Die Worte sind Hunger und Brot zugleich. Sie halten mich nachts wach und machen mich tagsüber müde. Nichts liebe und hasse ich so sehr, wie das geschriebene Wort. Ich ...
Der ewig stehende Moment

Der ewig stehende Moment

Schneeweiße Finger,

leicht blau werdend an kälteren Tagen.

Kleine Hände,

aber groß genug um glückliche

Momente hineinzulegen.

Fingerkuppen,

die mit einer Eleganz Zigaretten halten,

dass ich mir wünsche,

genau so dort zu liegen.

Und sei es nur für diese fünf Minuten,

um dann als Asche

dem Wind zu folgen

und mich in Zeitlosigkeit aufzulösen.

 

Ihr Hals schimmert,

wie der weiße Marmor alter Paläste.

In ihrer Stimme findet sich

die kühle Erhabenheit,

riesiger Kathedralen

und zugleich die milde Wärme,

flackernder Kaminglut.

Zwischen den kurzen Moment

ihres bebenden Lids,

passt die ganze Fülle eines Ziffernblattes.

Wimpernschläge wie das Leben,

einzelne Engelstränen im All,

in denen die Unendlichkeit,

schweigend sich selbst erblickt.

 

Gäb's auch sonnigere Tage,

sie kümmerten mich nicht.

Es gäbe keine Sehnsucht,

die sich meiner so bemächtigte,

wie die dunkle Mitte ihrer Augen

und der Klang ihrer Finger,

die auf Klaviertasten fallen,

wie Regentropfen.

Wie Regentropfen,

prasselnd auf nächtliche Dachfenster.

 

Ich will nicht von dem Leid sprechen,

dass es mir bereitet,

wenn du nicht da bist.

Denn eigentlich,

ist es auch in diesen Momenten,

merkwürdig warm von dir.

Es ist nicht wie ein Entbehren,

mehr ein Geschenk.

Die Sekunden,

die das Leben nagend von mir schürft,

sind nicht spürbar.

Die Zeit erzittert vor der Schönheit

deiner Stimme

und wagt es nicht,

einen einzigen Schritt zu tun.

Wenn ich über dich schreibe,

dann komme ich immer wieder

an diesen Punkt.

Den ewig stehenden Moment.

Doch nur,

weil ich das Gefühl habe,

dass ich das,

was ich am meisten fürchte,

die Zeit,

aus meinen Albträumen verbannen

kann,

wenn ich deine Stimme höre.

Ein Gefühl,

wie schmelzende Zeiger,

das sich aber auch mit einer Milliarde

Worte,

nie in seiner vollen Schönheit

beschreiben lässt.

Wie beschreibt man ein Licht,

das in der Zeitlosigkeit

eines schwarzen Loches leuchten

könnte?

Wie beschreibt man eine Stimme,

aus unendlich vielen,

winzigen Flüsterlauten,

die sich zu einer Armee vereinigen,

vor der selbst die größten Schrecken

in meinem Kopf, erzittern?

Die mein Herz

in einer Euphorie zum Schlagen bringt,

als wolle es den eisernen Panzer,

den stählernen Käfig

meines Brustkorbes durchbrechen,

süchtig nach der Freiheit,

die es erblickt hat.

Wie soll man dich beschreiben?

Du bist der Geruch

vor einem Sommerregen,

die ersten Sonnenstrahlen,

die nach einem langen, dunklen Tag,

durch einen Himmel voller Wolken

brechen.

Wie soll ich sagen,

dass ich vor jeglicher Musik gehemmt bin,

weil deine Stimme noch so schön in

mir klingt und kein Laut,

sich als würdig erweist,

sie abzulösen.

Es ist nicht wie ein Entbehren,

mehr ein Geschenk,

die unglaubliche schöne Gewissheit,

dass deine Füße,

den Boden dieses Planeten berührt haben.

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Hörbuch

Über den Autor

weltenweiterw
Das Schreiben hat mittlerweile Ausmaße erreicht, bei denen ich es nicht mehr als Hobby abtun kann. Es ist zur Krankheit geworden und ist gleichzeitig die Medizin. Problem und Therapie. Ich bin süchtig nach meinem Methadon, es ist mir mittlerweile wichtiger geworden als das Heroin. Die Worte sind Hunger und Brot zugleich. Sie halten mich nachts wach und machen mich tagsüber müde. Nichts liebe und hasse ich so sehr, wie das geschriebene Wort. Ich kann nicht anders als es als meine Berufung zu sehen. Hermann Hesse trifft es mit seinen Worten am besten. Ich will Dichter werden oder Nichts.-Kerim Mallée

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leebin Ein Gedicht für kalte Winterabende vor einem prassenden Kaminfeuer. Es gefällt mir sehr gut und lässt sich wunderbar flüssig lesen.

LG Leebin
Vor langer Zeit - Antworten
Rehkitz Unbeschreiblich, wunderschön, Sehr gern gelesen.

Liebe Grüße Theresia
Vor langer Zeit - Antworten
blueadrenalin Dein Gedicht ist wie nackt im warmen Sommerregen über eine blühende Wiese laufen und dabei süße Erdbeeren essen.
Umwerfend. Besonders.
Vielen Dank!
blueadrenalin
Vor langer Zeit - Antworten
LadyAriadne Ja, junger Mann, - jetzt bin ich alte Frau wirklich sprachlos. Natürlich war es in früheren Zeiten schöne Sitte, die Angebetete in wohlgesetzten Worten zu preisen, doch hatte ich den Eindruck, dies sei in Zeiten von Facebuch nurmehr Makulatur. Beim Lesen solch wunderbarer Zeilen, möchte ich wahrhaftig nochmal sechzig bis siebzig Jahre jünger sein. Sie würden mir nicht entgehen, Sie kleiner Schelm!

Stets die Ihre

Lady Ariande
Vor langer Zeit - Antworten
weltenweiterw Re: -
Zitat: (Original von schnief am 15.05.2013 - 20:35 Uhr) wunderschönes Gedicht, tiefgründig und voll Gefühl
LG
Schnief

Vielen Dank.
Liebe Grüße
Kerim
Vor langer Zeit - Antworten
weltenweiterw Re: Uuuuuui, SORRY -
Zitat: (Original von Gast am 12.04.2013 - 17:50 Uhr) Dein Vorname ist

K
E
R
I
M

Die Bedeutung des Vornamens KERIM müsste ähnlich sein, das sagt mir mein mein Sprachegefühl, auch auch meine ergrauten Hirnzellen im Fachbereich Linguistik..

:-))))))

LG

Luanna

Ich bin eigentlich überhaupt kein Fan von sprechenden Namen und versuche die in meinen Geschichten so gut es geht zu vermeiden.
Unsere Namen können wir uns nicht selbst aussuchen, deswegen ist meistens Zufall, wenn sie doch etwas über uns aussagen, das stimmt.
Aber trotzdem Danke.
Liebe Grüße
Kerim
Vor langer Zeit - Antworten
weltenweiterw Re: -
Zitat: (Original von joycevaas am 12.04.2013 - 17:04 Uhr) Unglaublich berührend....

Vielen Dank.
Vor langer Zeit - Antworten
weltenweiterw Re: Momenterscheinung -
Zitat: (Original von Zeitenwind am 12.04.2013 - 00:48 Uhr) Wieder einmal, wie schon so viele Male zuvor, ein sehr gelungener Text. Eigentlich weniger ein Gedicht, als eine philosophische Auseinandersetzung mit einem einzigen Gedanken

Gruß vom Trollbär

Vielen Dank.
Ich freue mich über das ganze Lob.
Liebe Grüße
Kerim
Vor langer Zeit - Antworten
schnief wunderschönes Gedicht, tiefgründig und voll Gefühl
LG
Schnief
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Uuuuuui, SORRY - Dein Vorname ist

K
E
R
I
M

Die Bedeutung des Vornamens KERIM müsste ähnlich sein, das sagt mir mein mein Sprachegefühl, auch auch meine ergrauten Hirnzellen im Fachbereich Linguistik..

:-))))))

LG

Luanna
Vor langer Zeit - Antworten
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