Kurzgeschichte
Das Meer der Geborgenheit

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"Das Meer der Geborgenheit"
Veröffentlicht am 07. April 2013, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Matthias März wurde am 28.10.1961 in Hannover geboren und ist ebenda wohnhaft. Der Hobbyautor hat schon von Kindesbeinen an Kurzgeschichten geschrieben, wovon z. Zt. über 330 veröffentlicht sind. Hinzu kommen etwa 90 Drabbles. Überwiegend bewegt sich März in den Bereichen Humor und Satire, Drama und SF. Bereits erhältlich sind im Handel die humoristischen Kurzgeschichten-Sammlungen "Die dreiundzwanzigste Deutschstunde", "Pausenlos ...
Das Meer der Geborgenheit

Das Meer der Geborgenheit

Beschreibung

Man riet mir, im Meer der Geborgenheit zu baden, als ich mal wieder verzweifelt war. Es war jedoch nicht einfach, diesen Ort zu finden.

Verzweifelt

Man riet mir, im Meer der Geborgenheit zu baden, als ich mal wieder verzweifelt war. Es war jedoch nicht einfach, diesen Ort zu finden. Demjenigen jedoch, dem es gelang, würde ein Bad in den Fluten unendliches Glücksgefühl und Wohlbefinden bringen.

 

Nach einer endlosen Wanderung erreichte ich das Meer. Ich wusste sofort, dass ich hier richtig war, denn hier gab es nur glückliche Menschen. Ich zog mich aus, und stürzte mich hinein. Schon nach den ersten Metern strömte eine Flut angenehmer Erinnerungen auf mich zu. Ich dachte zurück an meine Kindheit, als meine Großmutter meinen Lieblingskuchen gebacken hatte, weil ich so traurig und verängstigt war, als meine Mutter mich wieder geschlagen hatte. Von meinem Vater konnte ich keine Hilfe erwarten, da er ständig betrunken war. Meine alte Katze, die vor langer Zeit verstarb, kam mir wieder in den Sinn. Sie fühlte sich bei mir geborgen und ich mich bei ihr, wenn sie auf meinen Schoss saß. Ich erinnerte mich an das Baumhaus, das ich mit meinen Spielkameraden gebaut hatte, als wir etwa zehn Jahre alt waren. Als wir endlich damit fertig waren, hatten wir einen Ort geschaffen, an dem wir uns sicher und geborgen fühlten.

Die Flut schöner Gedanken

Ich schwamm weiter hinaus, da ich einfach nicht genug bekommen konnte. Als ich das Ufer schon nicht mehr sah, wurde die Flut der schönen Gedanken noch größer. Sie verdrängten all die unangenehmen Ereignisse der letzten Monate in meiner Erinnerung. Meine Verzweifelung wich und ich war glücklich wie noch nie in meinem Leben. Nun dachte ich an meinen ersten Urlaub den ich mit meiner damaligen Freundin in Dänemark verbracht hatte. Wir hatten ein Ferienhaus gemietet, es war Anfang April und eisig kalt, doch wir hatten Holz gesammelt und wärmten wir uns am lodernden Feuer des Kamins.

 

Niemals wieder wollte ich das Meer der Geborgenheit verlassen. Doch dann erwachte ich, und ich erkannte, dass ich alles nur geträumt hatte. Der Alltag hatte mich wieder. Doch es machte mir nichts mehr aus, einen miesen Job und wenig Geld zu haben. Mich störte auch weder meine armselige Behausung noch die trostlose Gegend, in der ich wohnte. Dann wenn immer es mir schlecht ging, schloss ich die Augen und kehrte zum Meer der Geborgenheit zurück.

Die Rückkehr

Wer einmal diesen Ort gefunden hat, kann jederzeit in seinen Gedanken dorthin zurückkehren. Die schlechten Dinge lassen sich nicht völlig aus der Welt schaffen, aber man kann sie zur Seite drängen. Man muss es nur wollen. Manche finden Geborgenheit durch Religion, das ist aber nicht unbedingt nötig. Auch ein Agnostiker oder ein Atheist kann sich geborgen fühlen. Wer jedoch keine Geborgenheit spürt oder jemals in seinem Leben gespürt hat, wird darüber verzweifeln und unglücklich bleiben.

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Hörbuch

Über den Autor

Katerlisator
Matthias März wurde am 28.10.1961 in Hannover geboren und ist ebenda wohnhaft.
Der Hobbyautor hat schon von Kindesbeinen an Kurzgeschichten geschrieben, wovon z. Zt. über 330 veröffentlicht sind. Hinzu kommen etwa 90 Drabbles.

Überwiegend bewegt sich März in den Bereichen Humor und Satire, Drama und SF.

Bereits erhältlich sind im Handel die humoristischen Kurzgeschichten-Sammlungen "Die dreiundzwanzigste Deutschstunde", "Pausenlos peinliche Pannen" und "Hubert deckt auf"; sowie "Siebzehn Wege zu Yin und Yang", eine Sammlung dramatischer Kurzgeschichten, "Zeitenwandler", eine Zusammenstellung von SF-Storys und "Dem Mord auf der Spur", eine Sammlung von Kurz-Krimis. Diese Werke sind jeweils als E-Books im Handel erhältlich. Außerdem gibt es das E-Book "Unser Wilder Westen", wo der Autor als Herausgeber fungiert.

Die humoristischen Geschichten gibt es auch kompakt als Printbook unter dem Titel "Bedeutende Vertiefung aber der Reihe nach", erhältlich bei Amazon.

Der SF-Roman "Fast die gleiche Welt" ist fast fertig und wird in Kürze vollendet.

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Willie Kaum tauche ich hier mal kurz aus der Versenkung auf, stolpere ich über alte Bekannte. Deine fantaievolle Geschichte gefällt mir deshalb beonders gut, weil einige von mir thematisch ähnlich gelagert ist.
Lass es dir gut gehen!
LG
Sweder (Willy)
Vor langer Zeit - Antworten
Katerlisator Vielen Dank!
Vor langer Zeit - Antworten
Sealord Wahre Worte!
LG Uwe
Vor langer Zeit - Antworten
Gabriele Das Meer der Geborgenheit....
....ist ein wunderschöner Text :-)
Herzlichen Dank dafür!
Ich kann dir nur Recht geben; ich befinde mich immer wieder im Meer der Geborgenheit, wenn ich bei einem Baum verweile....
Liebe Grüße, Gabriele
Vor langer Zeit - Antworten
Gelixx Lieber Kat - wie sehr treffen mich heute deine Zeilen und wie wahr sind sie. Ich will auch dorthin entfliehen und freue mich darauf. Danke Geli
Vor langer Zeit - Antworten
luanna DAS MEER DER GEBORGENHEIT - Ist meine Insel des Friedens und der Harmonie. Wenn ich verreise, so ist DAS MEER DER GEBORGENHEIT schon immer vor mir an dem Ort angekommen, zu dem ich noch unterwegs bin.

Merle hat es so schön in Worte gekleidet: "..Bei der Lektüre Deines Buches wird aus dem DENKEN ein FÜHLEN. .."

Sobald wir aus dem DENKEN ein FÜHLEN zaubern, legt sich die GEBORGENHEIT wie ein schützender SonnenBlumenMantel der Hoffnung und Zuversicht um unseren Geist, Seele + Herz. Diesem TRIO geht es fortan gut und wir fühlen uns wohl in unseren Schalen = Körpern.

Smile

Herzlichen Dank

Sonnige Frühlingsgrüsse ( + 12/14° C) von der wolkenfreien Saar

Luanna

Vor langer Zeit - Antworten
Alanee Geborgen - Ein toller Text der viel Wahres enthält und zum Nachdenken über sich selber anregt!
Liebe Grüsse Alanee
Vor langer Zeit - Antworten
MerleSchreiber Geborgenheit - Ein wunderbares Wort, das uns an Wärme denken lässt. Bei der Lektüre Deines Buches wird aus dem DENKEN ein FÜHLEN.

Liebe Grüße und schönen Sonntag!
Merle
Vor langer Zeit - Antworten
rainergoecht Das Meer der Geborgenheit - Hallo,
eine wahre Erkenntnis, nur aus der Selbstzufriedenheit finden wir unseren inneren Frieden. Dem stimme ich voll zu. Gut geschrieben.
LG Rainer
Vor langer Zeit - Antworten
derrainer grborgenheit - ein in-begriff der zufriedenheit ,
welches oft von einem selbst ausgeht .
ob man sie in der religion oder beruf familie findet , ist was jeder für sich entscheiden sollte.
gruß rainer
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