Humor & Satire
Beim goldenen M

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"Beim goldenen M"
Veröffentlicht am 21. März 2013, 6 Seiten
Kategorie Humor & Satire
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Über den Autor:

Ich habe die seltsame Angewohnheit, immer ca. zwei bis drei Bücher gleichzeitig zu lesen, unruhiger Geist, oder so. In meinem Kopf wohnen schon seit langer Zeit Riesen, Elfen, Meerjungfrauen und allerlei andere lustige Wesen. Aber "wir" fühlen uns wohl dabei, permanentes Gekicher. Lalala ... Ich bin talentierter darin, meine Gedanken zu Papier zu bringen, als diese in einer direkten Konfrontation zu äußern. Verbal introvertiert, komme erst ...
Beim goldenen M

Beim goldenen M

Beschreibung

Tagtäglich wird man irgendwie mit unvorhergesehenen Widrigkeiten des Lebens konfrontiert. Die kleine Box an der Einfahrt eines jeden drive-in-Schalters bei Fastfood-Restaurants gehört eindeutig dazu.


Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause plagte mich am Freitag Abend ein kleines Hüngerchen und just in diesem Augenblick sah ich am Horizont ein golden schimmerndes „M“. 
Speichelfluss setzte ein. 
Noch einmal tüchtig Gas geben und mein Hunger sollte gestillt werden. 
Am drive-in-Schalter knarzte mir eine geschlechtslose Stimme entgegen: 
„ire stejung itte“. 
Normalerweise habe ich die Speisekarte im Kopf, aber nun stellte sich große Verwirrung und spontaner Verlust des Speisenangebots ein und ich bedeutete dem Geschlechtslosen Etwas, dass ich gerne was mit Hühnchen wollte. 
Aus der Sprechanlage knarzte undeutlich irgendetwas, was klang, wie „…icken?“ 
Ich dachte, darüber können wir später reden, im Moment habe ich nur Hunger. 
Daraufhin klang es aus dem Plastikkasten etwas lauter und deutlicher: 
„Tschicken?“ 
Oh nein, bitte nicht, ich nehme es gleich mit! 
Um die peinliche Situation aufzulösen sagte ich: 
„Ah verstehe, Chicken, na vielleicht doch lieber etwas anderes.“ 
Plastikkasten: „am-urger?“ 
Wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich nicht im hohen Norden beheimatet bin, sonder aus der hiesigen Gegend stamme. 
Etwas lauter und sehr akzentuiert: 
„Wollen-sie-einen-Ham-bur-ger?“ 
„Ja, gerne.“ 
„Tschiiieß?“ 
„Häää?“ 
„Wollen-sie-Käse-auf-dem-Ham-bur-ger?“ 
Na bitte, geht doch auch deutlicher! 
„Ja gerne, englischen Cheddar, leicht geschmolzen und mit Jalapenos garniert.“ 
Plastikkasten, mittlerweise leicht genervt: 
„Was daßu?“ 
Ooch ja, ich hatte ja Hunger! 
„Einmal Pommes bitte.“ 
„Groß, mittel, klein?“ 
„Gemischt.“ 
Jetzt hatte ich ihn, damit hatte er nicht gerechnet! 
Er/es aber ließ meinen kleinen Scherz ins Leere laufen, offenbar kannte er/es ihn schon. 
„ßu-dn-ommes-was-aßu?“ leierte es aus dem Lautsprecher. 
Mittlerweile hatte ich eine gewisse Zuneigung zu dem Kasten entwickelt und in manchen Situationen purzeln solche Sachen einfach aus meinem Mund. 
„Ein zartes Entrecoté, leicht rosa und ein Glas 96er Chablis bitte.“ 
Aus der Plastikbox kam eine Antwort, die ich nicht deuten konnte. 
Mit gutem Willen ließ es sich als „Sicher doch“ erkennen, könnte aber auch „Arschloch“ gewesen sein. 
„ier ro nfzehn, am nchstn str itte.“ 
Ich setzte mein schönstes Lächeln auf, als ich zum nächsten Fenster fuhr und bezahlte die Rechnung mit einem 200 Euro-Schein. 
Mit einem Blick „Todesverachtung-Pur“ gab ein junger Herr das Wechselgeld heraus und wünschte
eine angenehme Fahrt. 
Erst jetzt holte ich zum Finalschlag aus. 
„Kann ich bitte eine Quittung haben?“ fragte ich, … „Geschäftsessen.“

Ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche und nach diesem kleinen Erlebnis freute ich mich um so mehr aufs Wochenende und auf das Angebot mit dem „…icken“ bin ich auch nicht näher eingegangen.

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Hörbuch

Über den Autor

fantasy66
Ich habe die seltsame Angewohnheit, immer ca. zwei bis drei Bücher gleichzeitig zu lesen, unruhiger Geist, oder so.

In meinem Kopf wohnen schon seit langer Zeit Riesen, Elfen, Meerjungfrauen und allerlei andere lustige Wesen.
Aber "wir" fühlen uns wohl dabei, permanentes Gekicher. Lalala ...

Ich bin talentierter darin, meine Gedanken zu Papier zu bringen, als diese in einer direkten Konfrontation zu äußern.

Verbal introvertiert, komme erst beim Schreiben "auf Touren".

Habe leider viel zu wenig Zeit dafür.

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fantasy66 Re: - merci, wenns Dir gefallen hat.

Jens
Zitat: (Original von ViktorL am 11.04.2013 - 17:49 Uhr) Ist sehr gut nch follsie ba ;-))

LG
Viktor

Vor langer Zeit - Antworten
avewien Ist sehr gut nch follsie ba ;-))

LG
Viktor
Vor langer Zeit - Antworten
fantasy66 Re: Köstlich diese Geschichte - mampf, mampf, hörtschlischen Donk, mümmel...
Zitat: (Original von Pinball am 03.04.2013 - 19:11 Uhr) und sicher köstlicher als das Essen, denn für das Essen gilt "Der Hunger treibt es rein", während für diese Geschichte "grinsend genossen" gilt!

Vor langer Zeit - Antworten
Pinball Köstlich diese Geschichte - und sicher köstlicher als das Essen, denn für das Essen gilt "Der Hunger treibt es rein", während für diese Geschichte "grinsend genossen" gilt!
Vor langer Zeit - Antworten
fantasy66 Re: ***** - Danke liebe Dörte, hat auch Spaß gemacht, zu schreiben.

LG,
Jens
Zitat: (Original von Carolyn2 am 02.04.2013 - 22:00 Uhr) Klasse geschrieben - konnte mir alles bildlich vorstellen!

LG

Dörte

Vor langer Zeit - Antworten
Carolyn2 ***** - Klasse geschrieben - konnte mir alles bildlich vorstellen!

LG

Dörte
Vor langer Zeit - Antworten
fantasy66 Re: So, so ... - herzlichen Dank liebe Katharina

... und das mit dem ggg ist hiermit gespeichert.

LG
Vor langer Zeit - Antworten
KatharinaK So, so ... - So oder so ähnlich geschieht es überall. Liegt wohl daran, daß sich Sprache immer der Gesellschaft anpaßt. Wenn überall mit Kürzeln geschrieben wird, verlager sich das auch in die Sprache.

ggg "ganz gerne gelesen" (für die Älteren unter uns),

Katharina
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flovonbistram Herrlich - Da ich noch nie an so einem Schalter war, ist das ein weiterer Grund, es zu lassen. Denn was könnte ich verstehen, bin ja nicht mehr die Jüngste.

Mit Grinsegrüßen Flo

Oh sehe gerade, herrlich wurde schon verwendet, dann schiebe ich nach einmal scrollen ein köstlich nach
Vor langer Zeit - Antworten
Gunda Herrlich ... - Ich mag solche "dem Volk aufs Maul geschaut"-Geschichten, obwohl dein Protagonist hier das "Maul" seines GEsprächspartners ja gar nicht sehen konnte.

Lieben Gruß
gunda
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