Kurzgeschichte
Zwei Schwestern und eine Zitrone

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"Zwei Schwestern und eine Zitrone"
Veröffentlicht am 16. März 2013, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.. egal ob die Sonne scheint oder der Himmel weint.. ich bin.. in dankbarer Freude.. glücklich.. mein Lebensmotto.. glaube es, erfreue dich daran und sei dankbar dafür :-)
Zwei Schwestern und eine Zitrone

Zwei Schwestern und eine Zitrone

Beschreibung

Was wir teilen, das verdoppelt sich..

Zwei Schwestern und eine Zitrone





Es waren einmal zwei Schwestern die sich um eine Zitrone stritten. Jede wollte sie haben. Keine wollte nachgeben.

Eine ganze Weile hörte sich die Mutter das Gezanke an. Dann griff sie ein. Sie zerrte die beiden, die sich mittlerweile immer mehr in die Haare kamen auseinander und forderte sie auf, sich mit ihr an den Tisch zu setzen. Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, sagte sie: „Wenn keine von euch nachgeben will und niemand verzichten möchte, dann teile ich sie eben in der Mitte, so dass jede die Hälfte davon bekommt“. Die Schwestern schauten sie an und erwiderten erschrocken: „Nein, das geht nicht. Was sollen wir mit einer halben Zitrone? Damit können wir nichts anfangen. Das wollen wir nicht. Wir brauchen jeder eine Zitrone“. Schon ging der Streit wieder los. Die Mutter überlegte eine Weile, dann fragte sie: „Wozu braucht ihr die Zitrone? Was wollt ihr damit anfangen? „Ich“, begann die eine zu erzählen, „will daraus einen Kuchen backen“ und „ich“, fuhr die andere fort, „will daraus Limonade herstellen“. „Aha“, murmelte die Mutter, „dann ist es doch ganz einfach. Was brauchst Du für den Kuchen?“ fragte sie die eine. „Ich brauche die Schale, die will ich in den Kuchenteig reiben“, gab diese zur Antwort. „Aha“, murmelte die Mutter wieder und fragte die andere: „und was brauchst Du?“ „Ich brauche den Saft für meine Limonade“, entgegnete sie. Wieder murmelte die Mutter: „aha“, schaute beide an und fragte: „..und wo ist das Problem?“

Die Schwestern sahen sie verständnislos an und schüttelten die Köpfe. Ihre Mutter schien sie nicht zu verstehen. „Wo ist das Problem?“ riefen sie. „Na, wir haben nur eine Zitrone. Dass ist das Problem! Teilen können wir sie nicht, weil dann jeder nur die Hälfte hat, was für keinen reicht.“ „Ich sehe kein Problem“, entgegnete die Mutter.

Bevor sich nun beide gegen sie verschwören konnten sprach sie weiter: „Wenn Du die Schale brauchst und Du den Saft. Dann reicht eine Zitrone, dann ist genug für beide da“. Verduzt sahen sich die Schwestern an. Rieben sich die Köpfe und als sei ihnen ein Licht aufgegangen murmelten sie „aha.“ Sie schämten sich ein wenig, weil sie erkannten, wie sinnlos der Kampf war. „So haben wir es nicht gesehen.“ Die Mutter lächelte erfreut über die Einsicht ihrer Kinder. „Ja, so einfach ist es, wenn ihr aufhört es euch selbst schwer zu machen. Denkt immer daran was ihr heute gelernt habt. Durch euer Versäumnis, dem anderen mitzuteilen, wozu ihr die Zitrone braucht und aus Angst sie zu verlieren entstand der Kampf.

Betroffen sahen sich die Schwestern an: „Stimmt, wir haben es nicht gesehen. Waren nur mit uns beschäftigt. Statt mit der Zitrone, um die es eigentlich ging.“ „Seht ihr, meine Lieben,“ fuhr die Mutter fort, „so einfach ist es. Teilt dem anderen mit, was ihr für Vorstellungen habt und ihr werdet staunen, was alles möglich ist. Jetzt wollen wir aber endlich anfangen es in die Tat umzusetzen. Wir haben bereits genug Zeit verschwendet. Ich freue mich schon auf den leckeren Kuchen und die köstliche Limonade.“

Während die eine Schwester anfing den Kuchen zu backen, die andere die Limonade zubereitete, deckte die Mutter festlich den Tisch. Schließlich hatten sie allen Grund zum Feiern. Als alles fertig war nahmen sie daran Platz und freuten sich darüber, wie faszinierend und einfach das Leben ist ..und wenn sie nicht gestorben sind.. dann leben sie noch heute..


Setzen wir für die Zitrone etwas anderes ein, wobei es völlig egal ist, um was es sich dabei handelt und geben uns mit einem Teil davon zufrieden, ohne Angst, dabei etwas zu verlieren, stellen wir fest, dass es für alle reicht.

Es kommt lediglich darauf an, dass wir mitteilen, was wir brauchen und was wir damit anfangen wollen.

Durch diesen Austausch können wir gegenseitig voneinander lernen, miteinander wachsen und alles mögliche kann geschehen..

..sogar Märchen wahr werden.

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fedora
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fedora Re: Zwei Schwestern und eine Zitrone -
Zitat: (Original von rainergoecht am 16.03.2013 - 23:19 Uhr) Es stimmt, viele reden aneinander vorbei. Kaum einer kommt auf den wirklichen Kern zu sprechen. Man streitet sich und denkt nur an seinen eigentlichen Ego.
Sehr gut beschrieben.
LG Rainer

..genau Rainer und an seinen Profit, das ist aus meiner Sicht das Übel von Allem. Ich danke Dir, dass Du es gelesen und mit interessanten Worten kommentiert hast.
Liebe Grüße
Petra
Vor langer Zeit - Antworten
fedora Re: Wie wahr -
Zitat: (Original von tempika am 16.03.2013 - 23:07 Uhr) vielleicht sollten auch unsere Politiker darüber nachdenken, was sie eigentlich wirklich brauchen.

LG
Renate

Das ist eine grandiose Idee, liebe Renate. vVelleicht können wir in dieser Richtung eine Petition einreichen. ;-)
Ich freue mich, dass ich dazu anregen konnte und dass Dir mein Buch gefällt.
Liebe Grüße
Petra
Vor langer Zeit - Antworten
fedora Re: -
Zitat: (Original von welpenweste am 16.03.2013 - 22:24 Uhr) Eine typische Parabel.
Gar nicht zitronig!
Günter

Dankeschön Günter :-)
Liebe Grüße
Petra
Vor langer Zeit - Antworten
rainergoecht Zwei Schwestern und eine Zitrone - Es stimmt, viele reden aneinander vorbei. Kaum einer kommt auf den wirklichen Kern zu sprechen. Man streitet sich und denkt nur an seinen eigentlichen Ego.
Sehr gut beschrieben.
LG Rainer
Vor langer Zeit - Antworten
tempika Wie wahr - vielleicht sollten auch unsere Politiker darüber nachdenken, was sie eigentlich wirklich brauchen.

LG
Renate
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Eine typische Parabel.
Gar nicht zitronig!
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
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