Gedichte
Verschwunden

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"Verschwunden"
Veröffentlicht am 28. Dezember 2006, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
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Verschwunden

Verschwunden

Verschwunden

Die Wände sind so kalt,
die Mauern undurchdringlich.
Kein Laut, kein Licht erreicht uns,
niemand kann uns sehen.

An der Wand, dicht gedrängt
stehen wir da und atmen bloß;
jedoch wie lange noch?
Wie lange bleibt uns Zeit?

Was haben wir noch vor uns,
Was wird mit uns geschehen?
Ich frage mich,
was denken wohl die andern?

Die dünnen Bänder schneiden
so tief ins Handgelenk.
Ich spüre sie schon jetzt nicht mehr,
kann sie nicht bewegen.

Kann mich kaum noch halten
auf meinen müden Beinen.
Sie geben immer wieder nach,
ich sacke zu Boden.

So liege ich da,
ganz hilflos und starr,
den Tritten völlig ausgeliefert,
krümm‘ ich mich vor Schmerzen.

Werde hochgerissen,
falle wieder nieder.
Atme diesen Schmutz ein,
den Schmutz des Elends.

Bin so kraftlos;
Kann nicht stehen.
Versuche es nicht weiter;
habe aufgegeben.

Man brüllt mich an,
ich versteh die Worte nicht.
Es ist so weit entfernt,
ich entferne mich.


Jemand tritt zu
wieder und wieder.
Der Schmerz lässt nicht nach,
und doch ist er nur dumpf.

Ich falle in ein schwarzes Loch,
sinke tief hinab
in die unendliche Dunkelheit,
hier verblasst die Wirklichkeit.


Umso greller ist es nun,
so hell, so weiß, so leuchtend
schimmert es durch meine Lider.
Ich bin wieder da.

Und da ist er schon,
der Schmerz kommt zurück,
noch deutlicher,
noch stärker als zuvor.

Er überfällt mich,
zwingt mich still zu liegen.
Ich horche.
Nichts.

Höre nur meinen eigenen,
keinen fremden Atem,
ich bin nicht mehr bei den Anderen;
ich bin allein.

Kälte zieht durch meinen Körper.
Ich liege auf dem kalten Boden;
Ohne Decke, ohne alles.
Zittere am ganzen Leib.

Ein Schrei durchbricht die Stille,
ein Schrei, der nicht menschlich ist,
und doch stammt er von einem;
das weiß ich inzwischen.

Ich wage die Augen zu öffnen,
Dunkelheit,
ich erkenne nichts.
Wo befind‘ ich mich?

Muss hier raus,
halte es nicht länger aus.
Renne, laufe, stolpere
durch die Gänge.

Gitter.
Kein Durchkommen.
Ein Tritt.
Ein zweiter.

Bin draußen.
Frische Luft empfängt mich.
Atme tief ein…
..und laufe.

So bin ich nun
stets auf der Flucht
vor jedem und allem.
Bin verschwunden...
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Shema

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Meerjungfrau WOW - ein wirklich sehr schönes, irgendwie geheimnisvolles gedicht
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