Krimis & Thriller
Eduard (Prolog)

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"Eduard (Prolog)"
Veröffentlicht am 08. November 2012, 8 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
© Umschlag Bildmaterial: Thommy Weiss/ pixelio.de
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Über den Autor:

In einer Zeit, in der sich jeder profiliert, ist Einfaches außergewöhnlich.... Bin hier Mitglied seit Februar 2011...und bereue es nicht.
Eduard (Prolog)

Eduard (Prolog)

EDUARD

Prolog

Die Treppe knarrte verräterisch wie immer. Vorsichtig schlich Eduard die Stufen hinunter. Den Atem anhaltend verharrte er bei jedem Laut, in der Hoffnung, der Alte würde es nicht hören.
Er spürte, wie das Holz unter ihm nachgab, nur ein paar Millimeter. Und schon hatte er die unerwünschte Aufmerksamkeit seines Vaters.
"Wo willst du hin?" röchelte die versoffene Stimme aus dem

Wohnzimmer.
Der Junge biss sich auf die Lippen und kniff die Augen zusammen, als würde ihn das unsichtbar machen.
"Komm her, du Schlappschwanz!", befahl die lallende Stimme.
Es roch nach Erbrochenem. Glasscherben glitzerten in der Sonne, die durch das kleine verhangene Fenster immer noch ihren Weg fand.
"Wo ist deine Schwester?", hustete der Alte die Worte mehr, als dass er sie sprach.
Ein flaues Gefühl legte sich in des Jungen Bauches. Seine Beine trugen ihn nur schleppend die letzten Stufen

hinunter.
"Komm her, du und suche deine kleine, geile Schwester!"

Er hasste es, wenn er sie so nannte. Meist endete diese Art von Gespräch mit Prügel oder noch Schlimmeren.
Leise öffnete sich die Tür im Flur und Lilli kam herein. Sie trug ein rotes Mäntelchen und viel zu kleine schwarze Stiefelchen. Ihren Rücken schmückte ein dunkelbrauner Schulranzen, und um den Hals hatte sie eine kleine ebenso braune Tasche für das Pausenbrot.
Es war Punkt 15.00 Uhr. Die aufwendig gearbeiteten Zeiger der Kuckucksuhr verrieten es, und ebenso der winzige Bewohner dieses Kunstwerkes. Dreimal

rief er laut aus und erstickte die von Alkohol narkotisierte Stille des Raumes.
"Bin wieder da", sagte das Mädchen mit den langen blonden Zöpfen und begann, ihren Mantel abzulegen.
"Hey!", grunzte der Versoffene.
"Lass sie in Ruhe!", rief der Junge und stellte sich vor seine kleine Schwester.
"Willst du dich mit mir anlegen?", fauchte und spuckte der Alte.
Lilli versteckte sich hinter ihrem Bruder und versuchte, möglichst dem Blick des Vaters auszuweichen.
Eduard verzog das Gesicht zu einer Grimasse, die deutlich zeigte, dass er zu allem bereit war.
Sich mit beiden Händen festhaltend

hievte sich ihr Vater aus dem Sessel und schwankte für einen Moment unkontrolliert hin und her. Dann griff er nach einer Bierflasche und nahm einen Schluck, ehe er rief:" Ich will, dass du deine kleine Schwester fickst!"
Lachend fiel er zurück in den Sessel und verkippte dabei einen Teil des Bieres.
Lilli schaute verstört zu ihrem Bruder. Sie kannte die genaue Bedeutung des F-Wortes nicht, nur dass es etwas Unanständiges war, wofür die Jungen schon oft in der Schule bestraft wurden, wenn sie es benutzten.
"Geh draußen mit Marie spielen! Ich komm gleich nach", bat der Junge seine Schwester

liebevoll.
"Bleib hier, du kleine Hure!", röchelte der Alte.

Lillis Angst überwog den Gehorsam vor ihrem Vater, und so entschloss sie,  ohne jede weitere Überlegung, das Haus zu verlassen und rüber zu Marie Brandt zu laufen, um mit ihr zu spielen.
Eduard schaute ihr noch nach, um sicher zu gehen, dass sie fort war. Dann machte er einen Schritt auf den Mann zu, der ihnen das Leben zur Hölle machte.



(c) Shirley

2013

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Hörbuch

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shirley
In einer Zeit, in der sich jeder profiliert, ist Einfaches außergewöhnlich....

Bin hier Mitglied seit Februar 2011...und bereue es nicht.

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Inmutanka Hallo Shirley,
es verspricht, spannend zu werden.
Einige Anmerkungen hätte ich:
- Die Treppe knarrte verräterisch wie immer - würde ich streichen. Es zieht nicht rein. Treppen knarren nicht von alleine und Knarren ist nicht von Natur aus *verräterisch*
Vorsichtig schlich Eduard - *schleichen* beinhaltet für mich schon so etwas wie *vorsichtig*, daher ist es (für mich) doppelt gemoppelt.
... verharrte er bei jedem Laut - hier könntest du das Knarren unterbringen.
... in der Hoffnung, der Alte würde es nicht hören. - würde ich streichen. Damit nimmst du Spannung heraus. Ebenso wie: Und schon hatte er die unerwünschte Aufmerksamkeit seines Vaters.
... , befahl die lallende Stimme. - Dass das Gesagte ein Befehl ist, ist klar und muss nicht noch einmal betont (dem Leser eingehämmert) werden.
Es roch nach Erbrochenem ff. - Verstehe ich nicht ganz. Für mich stand Eduard noch auf der Treppe und im Nachfolgenden bestätigst du es mir: Seine Beine trugen ihn nur schleppend die letzten Stufen hinunter. Riecht er es im Treppenhaus und kann er in das Wohnzimmer blicken? Wenn ja, solltest du es kurz erwähnen, wenn nein, lass ihn erst in das WZ eintreten, ehe er das alles sieht und riecht.
Ein flaues Gefühl legte sich in des Jungen Bauch. - es müsste (wenn schon, denn schon) in des Jungen Bauches heißen. Ansonsten passt der Klang dieses Satzes nicht zu dem übrigen Schreibstil. Außerdem hast du *den Jungen* schon als Eduard eingeführt, daher würde ich auch bei Eduard bleiben.
So, hier ende ich (gelesen habe ich aber alles). Hoffe, es hilft dir ein wenig weiter.

LG
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Sorry, dass ich so verspätet antworte, aber ich arbeite derzeit in zwei Jobs.
Erstmal großen DANK für deinen ausführlichen Kommi. Das hat man ja selten.
Interessant, wie der Text auf andere wirkt.
Zu der Sache mit dem Erbrochenem muss ich sagen, die Treppe liegt offen im Wohnraum, alles ist klein und ärmlich. Und wenn da jemand alles vollgekotzt (entschuldige den Ausdruck) hat, riecht man das meines Erachtens sehr wohl.
Naja, so empfindet jeder beim Lesen anders. Vielen, vielen Dank nochmal. UND lG Shirley
Vor langer Zeit - Antworten
Inmutanka Hallo Shirley,

*Zu der Sache mit dem Erbrochenem muss ich sagen, die Treppe liegt offen im Wohnraum, alles ist klein und ärmlich. Und wenn da jemand alles vollgekotzt (entschuldige den Ausdruck) hat, riecht man das meines Erachtens sehr wohl. *

Da widerspreche ich dir. Grund: Du hast das Bild vor Augen, der Leser aber nicht. Für mich war das ein Flur mit Treppe, von dem eine Tür ins Wohnzimmer abgeht. Du könntest das ganz einfach für den Leser klarstellen, indem Eduard die Treppe hinunter in den offenen Wohnbereich geht. Schon ist alles klar.

LG und eine stressfreie Woche
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Ich lese es nochmal und werde es ändern. Du hast recht, ich habe von einem Wohnzimmer geschrieben. Wenn ich Ruhe habe, gehe ich mal in mich und ändere das. Lieben Dank.
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR 
Ich habe sehr gern noch mal reingeschaut, wünsche deiner tollen STory viele Leser!
LG fleur
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Lieben Dank
... mal sehen, wohin sie mich führt und wieviele Leser mitgehen....
LG Shirley
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Re: Re: Re: Eine schreckliche Geschichte ... -
Zitat: (Original von Misspelled am 01.09.2013 - 11:18 Uhr)
Zitat: (Original von shirley am 01.09.2013 - 11:14 Uhr)
Zitat: (Original von Misspelled am 01.09.2013 - 10:54 Uhr) ... wie oft habe ich mich schon gefragt, weshalb man im Leben für jeden Schei... eine Bescheinigung braucht, nur aber nicht fürs Kinder bekommen.

Eduard und seine Schwester haben ein Schicksal dass sie mit Tausenden ihresgleichen teilen. So sehr ich meine Eltern auch verachte und zum Teil hasse für das was sie mir genommen und angetan haben, wenigstens das blieb mir erspart. Kein Kind hat sich so etwas verdient und man sollte solche Eltern aufs härteste bestrafen.

Ein wichtiges Buch, ich hoffe sehr es hat einen nicht allzu großen biografischen Hintergrund und entspringt der Fantasie der Autorin.

Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Lg Miss Pelled

Ganz lieben Dank. Sei beruhigt. Es ist reine Fiktion. Hat nichts mit meinem Leben zu tun, so wie viele andere meiner Bücher auch. Wenn es um mich geht, ist das eigentlich auch immer gut zu erkennen.

Das Buch 'Eduard' befindet sich noch in den Kinderschuhen. Es gibt derzeit erst 6 Kapitel. Keine Angst - keine Lesepflicht....lach.
Ich musste mir erst darüber klar werden, in welche Richtung es läuft.
Und ich muß im Sommer immer viel arbeiten. Im Herbst will ich weiter machen, auch wenn die Leserzahlen dagegen sprechen. Doch egal. Ich kann mich in diesem Buch mal so richtig auslassen.

Liebe Grüße an dich und verzeih, wenn mein Lesen nur schleppend vorangeht.....

Shirley


Nein ich muss doch wissen wie es weiter geht, nur zurzeit habe ich nicht so viel Zeit zum Lesen, deshalb mache ich mich ein wenig rar. Aber es kommen wieder andere Zeiten, wenn es draußen kalt ist und regnet, dann lese ich wieder mehr.

Lg Miss Pelled

Genau, das geht dem einen wie dem anderen. Im Winter ist hier allgemein wieder mehr los. Verständlich....:)))))))

LG Shirley, die jetzt wieder arbeiten muß :(
Vor langer Zeit - Antworten
Misspelled Re: Re: Eine schreckliche Geschichte ... -
Zitat: (Original von shirley am 01.09.2013 - 11:14 Uhr)
Zitat: (Original von Misspelled am 01.09.2013 - 10:54 Uhr) ... wie oft habe ich mich schon gefragt, weshalb man im Leben für jeden Schei... eine Bescheinigung braucht, nur aber nicht fürs Kinder bekommen.

Eduard und seine Schwester haben ein Schicksal dass sie mit Tausenden ihresgleichen teilen. So sehr ich meine Eltern auch verachte und zum Teil hasse für das was sie mir genommen und angetan haben, wenigstens das blieb mir erspart. Kein Kind hat sich so etwas verdient und man sollte solche Eltern aufs härteste bestrafen.

Ein wichtiges Buch, ich hoffe sehr es hat einen nicht allzu großen biografischen Hintergrund und entspringt der Fantasie der Autorin.

Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Lg Miss Pelled

Ganz lieben Dank. Sei beruhigt. Es ist reine Fiktion. Hat nichts mit meinem Leben zu tun, so wie viele andere meiner Bücher auch. Wenn es um mich geht, ist das eigentlich auch immer gut zu erkennen.

Das Buch 'Eduard' befindet sich noch in den Kinderschuhen. Es gibt derzeit erst 6 Kapitel. Keine Angst - keine Lesepflicht....lach.
Ich musste mir erst darüber klar werden, in welche Richtung es läuft.
Und ich muß im Sommer immer viel arbeiten. Im Herbst will ich weiter machen, auch wenn die Leserzahlen dagegen sprechen. Doch egal. Ich kann mich in diesem Buch mal so richtig auslassen.

Liebe Grüße an dich und verzeih, wenn mein Lesen nur schleppend vorangeht.....

Shirley


Nein ich muss doch wissen wie es weiter geht, nur zurzeit habe ich nicht so viel Zeit zum Lesen, deshalb mache ich mich ein wenig rar. Aber es kommen wieder andere Zeiten, wenn es draußen kalt ist und regnet, dann lese ich wieder mehr.

Lg Miss Pelled
Vor langer Zeit - Antworten
shirley Re: Eine schreckliche Geschichte ... -
Zitat: (Original von Misspelled am 01.09.2013 - 10:54 Uhr) ... wie oft habe ich mich schon gefragt, weshalb man im Leben für jeden Schei... eine Bescheinigung braucht, nur aber nicht fürs Kinder bekommen.

Eduard und seine Schwester haben ein Schicksal dass sie mit Tausenden ihresgleichen teilen. So sehr ich meine Eltern auch verachte und zum Teil hasse für das was sie mir genommen und angetan haben, wenigstens das blieb mir erspart. Kein Kind hat sich so etwas verdient und man sollte solche Eltern aufs härteste bestrafen.

Ein wichtiges Buch, ich hoffe sehr es hat einen nicht allzu großen biografischen Hintergrund und entspringt der Fantasie der Autorin.

Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Lg Miss Pelled

Ganz lieben Dank. Sei beruhigt. Es ist reine Fiktion. Hat nichts mit meinem Leben zu tun, so wie viele andere meiner Bücher auch. Wenn es um mich geht, ist das eigentlich auch immer gut zu erkennen.

Das Buch 'Eduard' befindet sich noch in den Kinderschuhen. Es gibt derzeit erst 6 Kapitel. Keine Angst - keine Lesepflicht....lach.
Ich musste mir erst darüber klar werden, in welche Richtung es läuft.
Und ich muß im Sommer immer viel arbeiten. Im Herbst will ich weiter machen, auch wenn die Leserzahlen dagegen sprechen. Doch egal. Ich kann mich in diesem Buch mal so richtig auslassen.

Liebe Grüße an dich und verzeih, wenn mein Lesen nur schleppend vorangeht.....

Shirley
Vor langer Zeit - Antworten
Misspelled Eine schreckliche Geschichte ... - ... wie oft habe ich mich schon gefragt, weshalb man im Leben für jeden Schei... eine Bescheinigung braucht, nur aber nicht fürs Kinder bekommen.

Eduard und seine Schwester haben ein Schicksal dass sie mit Tausenden ihresgleichen teilen. So sehr ich meine Eltern auch verachte und zum Teil hasse für das was sie mir genommen und angetan haben, wenigstens das blieb mir erspart. Kein Kind hat sich so etwas verdient und man sollte solche Eltern aufs härteste bestrafen.

Ein wichtiges Buch, ich hoffe sehr es hat einen nicht allzu großen biografischen Hintergrund und entspringt der Fantasie der Autorin.

Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Lg Miss Pelled
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