Humor & Satire
DER WELTUNTERGANG - oder Die letzten Tage der Menschheit

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"Weltuntergang; die Maya; Prophezeiung;"
Veröffentlicht am 31. Juli 2012, 22 Seiten
Kategorie Humor & Satire
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"I've gazed into the abyss and the abyss gazed into me, and neither of us liked what we saw." Brother Theodore
Weltuntergang; die Maya; Prophezeiung;

DER WELTUNTERGANG - oder Die letzten Tage der Menschheit

DER WELTUNTERG


Gestern sagte ich zu meiner Frau (Sie heißt Renate): „Lass uns doch über Silvester nach Sankt Moritz fliegen. Das haben wir schon ewig nicht gemacht.“ „Ewig“, erwiderte meine Frau ungewohnt trübsinnig. „Du wirst bald mehr Ewigkeit haben als du gebrauchen kannst, mein Lieber.“ „Was ist los?“, fragte ich. „Hast du Röntgenbilder von mir gesehen?“ „Nein. Am 21. Dezember ist der Weltuntergang.“ „Ach was?“ „Ja. Steht hier in der Zeitung.“ „Und wer behauptet das?“ „Die Maya.“ „Die Maya? Du meinst diese Typen mit den lustigen Federbuschhelmen, die das Rad nicht kannten, dafür mit den abgeschlagenen Köpfen ihrer Feinde Basketball spielten und vor

Jahrhunderten durch eine Bande zahlenmäßig weit unterlegener Toreros mit Stumpf und Stiel ausgemerzt wurden?“ „Yep.“ „Das waren komplette Vollpfosten, Baby. Ist doch wohl klar. Anderenfalls würden die heute noch auf ihren Pyramidenspitzen sitzen. Kein Grund zur Beunruhigung.“ Renate seufzte, strich cholesterinfreie Butter auf eine halbierte Scheibe Toast und setzte mit wahrhaft nihilistischer Freude am Untergang ihre Studien der Todesanzeigen im Lokalteil der „Niederoberaubacher Zeitung“ fort. Ich weiß nicht, warum manche Menschen so enthusiastisch Todesanzeigen lesen; mir persönlich hat das nie viel gegeben. Ich werde nicht mal meine eigene lesen. Schon aus Prinzip nicht. „Hier“, rief sie triumphierend. „Störtebecker.“ „Klaus Störtebecker? Der Pirat?“ „Gundolf Störtebecker, der Oberstudienrat. Nur

drei Monate älter als du. Ebenfalls Akademiker. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Kann dir auch passieren. Heute, morgen. Alles nur eine Frage der Zeit. Ich meine, so wenig wie du auf dich Acht gibst – da stehen die Chancen nicht allzu gut.“ „Dank dir, Schatz. – Da fällt mir ein, besser wir bestellen die Zeitung ab. Sonst vergessen wir das noch. Ich meine, wegen dem Weltuntergang. Wäre doch ärgerlich, wenn wir dieses defätistische Käseblättchen bis in alle Ewigkeit lesen müssten.“ Renate warf mir über den oberen Rand ihrer randlosen Brille einen mörderischen Blick zu. „Hör mal“, sagte ich am Abend desselben Tages zu Harfenbläser, als wir im Keller meines Hauses eine Flasche 74er Hupfheimer Jungferngärtchen entkorkten, „wie alt würdest du mich schätzen. Mal ehrlich.“ Harfe, der drei Monate jünger ist (Und zehn

Jahre älter wirkt!), sagte, gleichsam wie aus der Pistole geschossen: „Einundfünfzig.“ „Nein, so doch nicht. Ich meine natürlich, wenn ich dir nicht bekannt wäre. Also, wenn ich dir zufällig auf der Straße begegnen würde und du mich, sagen wir mal, um ein Streichholz bätest.“ „Warum sollte ich dich um ein Streichholz bitten. Ich bin Nichtraucher. Das weißt du.“ „Dann willst du meinetwegen das Rathaus anzünden oder das Atomium in Brüssel 1:1 in Zündhölzchen nachbilden.“ „Warum sollte ich das Atomium…?“ „Antworte nur auf die Frage. Das kann doch nicht so schwer sein.“ „Sechsundfünfzig.“ „Sechsundfünfzig? Hast du getrunken?“ Harfe hob bestätigend das Glas. „Allerdings.“ Ich riss die Flasche an mich. „Du solltest umsichtiger mit dem Alkohol sein. Schneller, als man denkt, verliert man die gebotene

Urteilskraft.“ „Jetzt, wo du’s sagst. Achtundfünfzig. Eindeutig eher Richtung Achtundfünfzig tendierend.“ „Raus“, brüllte ich,“ und lass dich nie wieder blicken.“ „Ich geh zu Renate“, erklärte Harfe gutgelaunt, „wir haben ein gemeinsames Hobby.“ „Ach ja?“ „Ja. Wir sammeln Todesanzeigen. Die, die wir doppelt haben, tauschen wir. Genau wie Panini-Bildchen. Es gibt sogar Alben, in die wir das Unvermeidliche einkleben. Nach Sprüchen sortiert: ,Plötzlich und unerwartet‘, ,Mitten aus dem Leben gerissen‘, ,Nach einem langen und erfüllten Dasein‘. Letzteres wird bei dir wohl kaum zutreffen. Ich meine, schau dich doch nur mal an.“ Oh death, where is thy sting? Mal im Ernst: Mit dem Weltuntergang ist nicht zu spaßen. Und dass die Maya Vollpfosten

waren, muss keineswegs bedeuten, dass nicht doch eine kleine Chance auf das Ende des Planeten am 21. Dezember bestehen könnte. Was aber heißt das für den Durchschnittsbürger in der Praxis? Testamentarische Verfügungen müssen aktualisiert, Lebensversicherungen gekündigt, Einkommensteuererklärungen erneuert, Blumen gegossen, Haustiere in die „Drei Pfötchen“-Pension verfrachtet und tausenderlei andere Dinge mehr schleunigst erledigt werden. Da kommt Arbeit auf uns zu. Viel Arbeit. Besser man schiebt das nicht auf die lange Bank. Ich griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer meines Vorgesetzten. „Haubentaucher.“ „Flötenzupfer.“ „Was wollen Sie, Flöte?“ „Ihnen sagen, dass Sie ein Vollpfosten sind.“ „Schön, das zu hören. Und Ihrer Frau?“ „Hören Sie mir überhaupt zu, Sie doppelt

gewickelte Arschfalten-Schnecke?“ „Was ist mit dem Marktbericht, Gisbert. Den wollten Sie mir schon gestern schicken.“ „Die Welt geht unter, Nasenbär-Genital!“ „Ist das bestätigt? Soll ich mir das eintragen?“ „21. Dezember.“ „Moment, ich öffne mal eben mein Outlook. Wann genau fängt das an?“ „Ganztägig, Affen-Anus.“ „Gut. Hab ich geblockt. Schicken Sie mir dann gleich morgen den Marktbericht mit den Quartalszahlen und dem Cashflow-Margin-Call-Point-Of-No-Return-Index. Muss jetzt Schluss machen, der Vorstand wartet. Brennt mal wieder an allen Ecken und Enden. Tun so, als ob die Welt untergehen würde, die hohen Herren.“ Er hängte ein. Hoffnungsloser Fall. Der würde das nie begreifen. Dann fuhr ich zu meiner

Mutter. „Mama.“ „Ja, Junge.“ „Die Welt geht unter.“ „Na, Purzel, das ist doch nun wirklich kein Beinbruch. - Ich hab von gestern noch Kartoffelpüree im Schrank. Soll ich dir davon aufbraten? Du siehst mager aus? Bekommst du nicht genug zu essen bei deiner … deiner … Wie heißt sie doch gleich wieder, diese …?“ „Renate, Mama, sie heißt Renate. Wir sind seit dreiundzwanzig Jahren miteinander verheiratet. Du könntest dir wirklich allmählich …“ „WIR sind verheiratet, Purzelbärchen?“ „Nein, natürlich nicht wir, sondern WIR. Also Renate, du und ich.“ „Dreiundzwanzig Jahre. Da sollte sie wenigstens das Kochen gelernt haben.“ „Renate kann kochen. Sie ist sogar eine sehr gute

Köchin.“ „Kann sie Kartoffelbrei aufbraten?“ „Ich weiß nicht, ob sie Kartoffelbrei aufbraten kann. Wir essen keinen aufgebratenen Kartoffelbrei.“ „Aufgebratener Kartoffelbrei ist deine Lieblingsspeise.“ „Seit wann?“ „Schon immer, Purzel. Ich werde das wohl wissen. Ich bin deine Mutter.“ „Seit wann …? Ich meine natürlich …“ „Vom Tage deiner Geburt an. Du warst ein so unglaublich dickes Kind, und hässlich wie ein Sack voll Fliegen.“ „Mutter, ich sagte gerade, die Welt geht unter! Hast du das eigentlich verstanden?“ „Natürlich, aber erst wird gegessen. Sonst kann ich sehr ungemütlich werden.“ „Ich hole Messer und Gabel. Gibt’s zum Nachttisch Rote

Grütze?“ Sieglinde Nölle-Naumann ertappte ich in den Armen einer halbleeren Flasche Cognac auf der Auslegware im Wohnzimmer ihrer menschenleeren Doppelhaushälfte. „Gisbert, er is‘ weg, das Schwein!“ „Mach dir nichts draus, Lindi, am 21. Dezember geht die Welt unter.“ „Sagt wer?“, fragte sie mit schwerer Zunge. „Die Maya.“ „Die Maya? Ist das diese Schlampe aus der Buchhaltung, mit der er’s auf dem Kopiergerät getrieben hat?“ „Ich glaube fest -, das heißt, ich denke nicht (und nehme es daher ganz gewiss auch nicht an), dass Rolf, dieser enorm feinsinnige, in seiner ganzen Gänze durchgeistigte Mensch, jemals etwas dermaßen Ordinäres auch nur in Erwägung gezogen haben könnte. Da bin ich mir fast so gut wie annähernd sicher,

Lindi.“ „Ich habe Beweise. Unwiderlegbare Be-Weih-Seh! Und du bist sowieso auf s-s-seiner Seite. Ihr Männer haltet doch alle zusammen wie Pech und Diesel.“ „Schwefel, Lindi. Es ist der Schwefel. Was sind denn das für Beweise? - Willst du mir nicht lieber deinen hochprozentigen Freund anvertrauen, bevor noch ein Unglück geschieht?“ „Finger weg vom Asbach oder du stirbst den Tod der zehntausend Köstlichkeiten. – Da, schau dir das an. Was glaubst du, was das hier ist?“ Sie hielt mir einen Bogen Papier vor die Nase, auf dem in grobkörnigem Schwarz-Weiß eine Art Gebirgslandschaft aus der Vogelperspektive zu besichtigen war. „Sieht aus wie die Aufnahme aus dem Cockpit einer Apollo-Mission in den Siebziger Jahren. Könnte das Promontorium Archerusia auf unserem allseits geschätzten Erdtrabanten, der bleichgesichtigen Luna

sein.“ „Das“, brüllte Sieglinde Nölle-Naumann, „ist nicht das Promontorium Archerusia der bleichgesichtigen Luna, du Vollpfosten, das ist die Regio glutealis der mannstollen Schlampe aus der Buchhaltung! Das Bild entstand, als sie es gemeinsam auf dem Kopiergerät trieben!“ „Ups! Jetzt, wo du’s sagst. Man muss aber schon sehr genau hinsehen … Typischer Fall von Brauereipferd, oder? Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Mit dir kann die im Traum nicht mithalten. Rein quantitativ, meine ich.“ Sie sah mich eine Weile schweigend an. „Weißt du, was das Hundsgemeine am Schicksal ist, Flöte?“ „Keine Ahnung, Lindi.“ „Immer dann, wenn du einen Freund brauchst, ich meine, einen richtig guten Freund, einen der einfühlsam ist und zuhören kann und weiß, wo bei einer Frau der G-Spot zu verorten ist, dann kommt zu allem Überfluss auch noch Gisbert

Flötenzupfer daher, eben jener Gisbert Flötenzupfer, der auch als die Pestfliege aus den Karpaten berüchtigt ist.“ „Ja, Lindi, das stimmt. Irgendwie. Ich will auch nicht länger stören. Wir sehen uns dann ohnehin demnächst in einer anderen Dimension. Nicht vergessen: 21. Dezember. Oder vielleicht treffen wir uns vorher noch bei mir auf der Terrasse? Bring auf jeden Fall was zu trinken mit. Ich besorge Grillfleisch. So ein Tag muss gefeiert werden, stimmt’s? Weltuntergang. Das ist schließlich nicht jedes Jahr …“ Allmählich offenbarte sich mir, dass das von den Maya prophezeite Ende der Welt in meinem näheren Freundes- und Bekanntenkreis nicht die Aufmerksamkeit fand, die es zweifelsohne verdiente. In dieser Situation, gab es nur einen Mann, der mich verstehen würde: Adalbert Schmidt-Fronwein, Hypochonder und Hobby-Verschwörungstheoretiker. Nachdem er die

Haustür geöffnet hatte, wurde mir klar, dass ich mit dieser Vermutung goldrichtig gelegen hatte. Auf seinem spärlich oszillierenden Haupthaar, trug Fronwein einen knallgelben Plastikeimer, der in bizarrer Anordnung mit allerlei technischem Zierrat wie Antennen, Zahnrädern, Dioden und Akkumulatore bestückt war. Außerdem hatte er seine wohlwollend geschätzten zweihundertfünfzig Pfund Lebendgewicht in einen Ganzkörper-Taucheranzug aus Polyvinylchlorid gezwängt, der augenscheinlich das letzte Mal anlässlich seiner Konfirmation oder beim Abschlussball in der Tanzschule zum Einsatz gekommen war. „Gisbert“, rief er, einigermaßen konsterniert. „Du hier? Bist du denn des Wahnsinns fette Beute? Hast du nicht gehört, dass sie gelandet sind?“ „Gelandet? Wer?“ „Na, die Invasoren aus dem Weltall. Wer sonst?“ „Hatte die ganze Zeit das Radio an. Da wurde

das mit keinem Wort erwähnt. Ist die Kanzlerin informiert?“ „Die Kanzlerin? Du törichter Narr! Hast du dieses Geschöpf jemals in High-Density betrachtet?“ „Äh … hätte ich das tun sollen?“ „Was für eine Frage! - Auf jeden Fall ist sie eine von denen. Kein Mensch würde stachelbeerfarbene Sakkos zu quietschgelben Clownshosen tragen. Das ist ein untrügliches Zeichen. Sie haben nicht für fünf Cent Stilgefühl, diese Monstermolche von der Beteigeuze!“ „Betei-?“ „Ruhig. Wir müssen Jodtabletten schlucken. Die helfen gegen ihre Geschmacksverdampfer. Eine entsetzliche Waffe, absolut furchterregend. Ehe du dich versiehst, trägst du Lederhose und Gamsbarthut und sprichst mit altfränkischem Akzent. Dann schon lieber tot sein, stimmt’s?“ „Also ehrlich gesagt, wollte ich mit dir über den

Weltuntergang reden.“ „Weltuntergang?“ Schmidt-Fronwein warf mir einen verächtlichen Blick zu. „Du willst den Weltuntergang mit einer Invasion der Monstermolche von der Beteigeuze in einen Topf werfen? Blutiger Amateur!“ „Nein, du verstehst mich falsch. Ich will von dir wissen, ob das wirklich stimmt, das mit dem Weltuntergang.“ „Welchen meinst du? Es gibt bekanntlich mehrere.“ „Den, den die Maya vorhergesagt haben. Für den 21. Dezember.“ Schmidt-Fronwein legte mir väterlich die mit einem herkömmlichen Haushalts-Gummihandschuh bekleidete Rechte auf die Schulter. „Ach, Gisbert, du ewig Unterbelichteter…“ „Wie darf ich das verstehen, Schmidt-Fronwein?“ „Die Maya, diese Vollpfosten. Ich hab das mal

nachgerechnet.“ „Ja? Und?“ „Also, hör zu…“ „Lass uns doch über Silvester nach Sankt Moritz fliegen“, sage ich zu meiner Frau. (Sie heißt immer noch Renate) „Das haben wir schon ewig nicht gemacht.“ Renate, die seit Stunden Todesanzeigen mit einer stumpfen Nagelschere aus der „Niederoberaubacher Zeitung“ extrahiert, um sie alsogleich in ihr selbstgebasteltes Poesiealbum zu kleben, unterbricht diese verantwortungsvolle Tätigkeit und wirft mir einen delirierenden Blick zu. „Hast du mich nicht verstanden, Gisbert?“ „Kein Skifahren? Lieber Schnorcheln im Roten Meer?“ „Weltuntergang!“, brüllt mein Gespons. „Die Maya! Die siebente Posaune der Johannes-Offenbarung! APOCALYPSE NOW,

GISBERT!“ „Ach ja, stimmt. Oder vielmehr, stimmt nicht. Ich hab das mal recherchiert.“ „Recherchiert?“ Renate legt Nagelschere nebst Pattex beiseite und strafft den Rücken. „Was meinst du damit, Vollpfosten?“ „Na, einfach nachgerechnet, die Chose.“ „Du? Du verstehst ja nicht mal deine Heizkostennebenabrechnung!“ „Da unterschätzt du mich sträflich, Goldilock.“ Ich zücke ein halbes Dutzend Notizblätter und breite sie auf dem Küchentisch aus. Sie sind beidseitig mit kompliziert anmutenden Berechnungen und Formeln bedeckt. Ich tippe mit dem Finger auf eine Zeile, ungefähr in der Mitte des letzten Blattes. „Da steckt der Fehler.“ „Welcher Fehler?“ „Na, der Rechenfehler.“ „Und das bedeutet?“ „Ganz einfach, Schatz, der Weltuntergang fällt aus. Subtrahieren statt Multiplizieren. Zwei

Stellen hinterm Komma und dann solche Auswirkungen. Das muss man sich mal vorstellen. Grandios.“ „Ich verstehe kein Wort.“ „Na, diese Schrumpfkopfjäger haben Scheiße gebaut. Folgt man ihrem Rechenweg, hätte die Apokalypse bereits gestern, am Zwanzigsten, um 19:25 Uhr stattfinden müssen. Das war aber nicht der Fall, wie du der Tatsache entnehmen kannst, dass wir immer noch miteinander disputieren. Quod erat demonstrandum: Der Weltuntergang fällt ins Wasser!“ „Wieso gestern?“ Renate sieht verwirrt aus. „Na, das hab ich doch gerade erklärt: Gestern war der Zwanzigste.“ „Heute ist der Zwanzigste!“ „Niemals!“ „Aber sicher!“ „Unmöglich!“ „Schau doch auf den Kalender. Da hängt er ja, genau hinter

dir.“ „Himmel! Ich leite ein führendes Unternehmen der Trikotagen-Branche. Da werde ich doch wohl noch wissen, der Wievielte heute ist. Heute ist, wie man hier Schwarz auf Weiß lesen kann, Donnerstag, der … äh … Zwanzigste!“ „Genau!“ Augenblicklich stehen meine Haare zu Berge. Panisch nestle ich den Ärmel des Hemdes vom Zifferblatt meiner Schweizer Armbanduhr im Gegenwert einer Doppelhaushälfte: 19:24 Uhr! „Renate!“ „Ja, Gisbert?“ „Täuschen mich meine alten Augen oder senkt sich da soeben ein gigantischer Fuß vom Himmel herab auf unsere Terrasse?“ Renate wirft einen Blick in den Garten, der sich binnen Sekunden verfinstert, zuckt fatalistisch mit den Schultern und wirft ihr Todesanzeigen-Sammelalbum in die Tonne für den Biomüll. „Weltklasse. Und ich hab gestern drei Stunden

lang Schnee geschaufelt. Wie blöd kann man denn sein? Irgendwelche letzten Worte, Gisbert?“ Nein, danke. Ein andermal vielleicht. (c) 2012 Doktor Seltsam

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cassandra2010 

Karlchen, Karlchen, auch 100 Jahre später ist die Bagatelle durchaus weiterhin wirkmächtig, sich... nochmal!

Cassy
Vor langer Zeit - Antworten
frajo2008 
Na das war ja mal wirklich unterhaltsam, finde Deinen Schreibstil faszinierend.
LG Franz
Vor langer Zeit - Antworten
DoktorSeltsam Vielen Dank, Franz. Wenn es dir gefallen hat - und du darüber lachen konntest - ist mein Job getan!

Dok
Vor langer Zeit - Antworten
Herbsttag Könntest Du dann bitte, wenn Du in der xten Dimension angekommen bist, darum bitten, "sämtliche Vollpfosten" zu eliminieren statt der gesamten Welt? Dann hätten wir doch künftig eine wirklich tolle, lebenswerte Umgebung. Oder habe ich da jetzt auch was durcheinander gebracht?? :-D Herbsttag
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Beim Lesen habe ich - mein lyrisches Kleinhirn zermartert, ich muss es doch schon mal gelesen haben und die 5 Sterne waren ja auch schon da.
Also dann tschüß morgen...um wieviel Uhr war es doch gleich?
Und da habe ich mir nun erst noch´n neues Autchen gekauft. Überlege gerade, wo fahr ich denn gleich mal hin, wo der WU nich gleich hinkommt.
Vielleicht in die Garage!!!!

Liebe Grüße
Bärbel
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Von mir aus .... - ich mache heute noch mal Party!

Äußerst witzig und richtig cool geschrieben,
das Drehbuch für einen echten Dok-Film :-))))

Liebe Grüße
fleur
Vor langer Zeit - Antworten
kullerchen Ich habs grad dem Hasen vorgelesen - ich kannte es schon und wußte, ich kann den armen Hasen, der da heut ein wirklich schreckliches Erlebnis hatte (er fing einen Sterbenden auf, der ihm auf der Straße in die Arme fiel) vielleicht für ein paar Minuten ablenken.

Es stimmt wirklich, trotz 1. Hilfe, waren die Bemühungen des Hasen wohl umsonst. Das schlaucht, ist fürchterlich und dann kam noch der oberste Chef mit seinen weihnachtlichen Drohungen, von Kündigung, bis Halbtags arbeiten und unbezahlten Überstunden, sowie Bereitschaftszeiten in denen gereinigt werden soll, Samstags und Sonntags, ab jetzt rückwirkend!

Das hört sich durcheinander an. Ja, Apokalypse now, in echt! Er hat gelächelt der Hase. "Ist der Doc?", fragte er nach dem 1. Satz und ließ sich auf deine Geschichte ein. Kein wirklicher Trost, aber Ablenkung!

Ich hab schon mal geschrieben, wie toll ich die Story fand. Heute hat sie mir geholfen. Morgen ist es dann soweit, wir werden wohl nie mehr ein stachelbeerfarbenes Jäckchen an der Kanzlerin bewundern dürfen! :0)

Laut meiner Geschichte lass ich das nicht zu. Ich rette mit einem Kobold und dem Weihnachtsmann die Situation!

Also dann Doc., bis nach dem Fest, was ich dir als ein besinnliches wünsche, mit all deinen Lieben. Grüß Fam. Flötenzupfer vom Hasen und dem Kullerchen!
Vor langer Zeit - Antworten
DoktorSeltsam Re: Ich freute mich schon, -
Zitat: (Original von Markus am 20.12.2012 - 11:30 Uhr) dass auf diesen Seiten nicht das Palaver. der Medien übernommen wurde.
Nun ist es doch passiert und wieder haben sich so Manche von den Massenmedien ( Massenvernichtungswaffen oder auch - verdummngsmaschine ) fernlenken lassen.
Schade...
Die sprachliche Form konnt gefallen,wobei....was ist ein »VOLLPFOSTEN« ?
frohes Weihnachten
lieben gruss
markus


Vielen Dank, Markus. Was ein Vollpfosten ist? Kleiner Tipp: besorg Dir ein Kind zwischen zwölf und sechzehn Jahren und lass es Dir erklären...Die können das besser als ich.

Beste Grüße

Dok
Vor langer Zeit - Antworten
DoktorSeltsam Re: Ich werde feiern! -
Zitat: (Original von FairyRealm am 20.12.2012 - 12:53 Uhr) Die Ägypter, die Hopi, die Zulu, Malachias, Johannes von Jerusalem, Kali-Yuga, die Maori, Alois Irlmaier und irgendwo in der Bibel. All sie haben uns prophezeit, dass die Welt untergehen wird.

Aber keine dieser war so lustig, wie deine. Wie du letztes mal geschrieben hast: "Meine Ambitionen sind simpel. Ich möchte das man über mich lacht."
Du scheinst da aber was falsch zu machen, denn alle Lachen mit dir und über das was du uns erzählst, nicht über dich. ;)

Nun morgen bin ich auf einer Weltuntergangsparty!, aber wie es aussieht muss ich heute zumindest schonmal den selbstgemachten Eierlikör meiner Oma öffnen. - Vor 19.25 -

Lg Fairy


Vielen Dank, Fairy. Ja, was soll ich sagen? Tut mir leid wegen der Party. (Ich war auch eingeladen, hab jedoch schon letzte Woche abgesagt. Was für unglaubliche Optimisten...Da kann man nur den Kopf schütteln.) Den Eierlikör lass Dir schmecken, und grüße bitte Deine Oma ganz herzlich von mir.

Wir sehen uns dann in der vierten Dimension. (Oder ist es die fünfte? Who cares...?)

Dok

Dok
Vor langer Zeit - Antworten
FairyRealm Ich werde feiern! - Die Ägypter, die Hopi, die Zulu, Malachias, Johannes von Jerusalem, Kali-Yuga, die Maori, Alois Irlmaier und irgendwo in der Bibel. All sie haben uns prophezeit, dass die Welt untergehen wird.

Aber keine dieser war so lustig, wie deine. Wie du letztes mal geschrieben hast: "Meine Ambitionen sind simpel. Ich möchte das man über mich lacht."
Du scheinst da aber was falsch zu machen, denn alle Lachen mit dir und über das was du uns erzählst, nicht über dich. ;)

Nun morgen bin ich auf einer Weltuntergangsparty!, aber wie es aussieht muss ich heute zumindest schonmal den selbstgemachten Eierlikör meiner Oma öffnen. - Vor 19.25 -

Lg Fairy
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