Romane & Erzählungen
Der Bruder meiner Braut VIII

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"Der Bruder meiner Braut VIII"
Veröffentlicht am 16. September 2012, 12 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Der Bruder meiner Braut VIII

Der Bruder meiner Braut VIII

Beschreibung

Hier ist nun endlich das 8. Kapitel ;)

8. Kapitel

¬†„Verdammt!“, fluchte ich.
„Seropin!“, Mary warf mir einen b√∂sen Blick zu. Sie hasste es, wenn jemand
fluchte. „Bist du immer noch dabei einen Fehler zu suchen?“ „Irgendwo muss
einer sein!“ Mary lachte. „Gib auf, Seropin. Du suchst jetzt schon eine Woche!“
Aber ich begann von neuem die Dokumente durchzulesen.

„Er ist unglaublich, oder?“ ich sah
√ľberrascht auf. „Wer?“ „Na, der junge Herr.“ Ich runzelte die Stirn. „Wie
meinst du das?“ Mary lachte. „Na ich meine, bis vor zwei Jahren war er auf
einer staatlichen Schule. Und dann wurde er plötzlich so mir nichts dir nichts
in das Amt des Familienoberhauptes erhoben, musste auf eine private Schule
gehen, von deren Fächern er die Hälfte noch nie gehabt hatte. Dazu kommt noch
die Trauer √ľber den fr√ľhen Tod seiner √§lteren Geschwister und seines Vaters. Er
ist unglaublich tapfer, findest du nicht?“ Ich zuckte nur mit den Schultern.
Aus dieser Perspektive hatte ich es noch nie gesehen.

„Wei√üt du, ich bin stolz auf ihn. Egal,
was du von ihm denkst. Ich vertraue ihm und werde ihn unterst√ľtzen, wo ich nur
kann.“ Damit stand sie auf. „Ach und Seropin, ich habe zwar keine Ahnung von
diesen Dingen, aber hör auf  einen Fehler
in den Texten da zu suchen. Du wirst keinen finden.“ Damit verlie√ü sie die
K√ľche und √ľberlie√ü mich meinen Zweifeln. War es wirklich so, wie sie gesagt
hatte? War ich vielleicht zu streng mit ihm gewesen?

Ich massierte mir die schmerzenden
Schläfen. Kurzentschlossen stand ich auf, um Lucia zu besuchen. Die Sonne
schien mir ins Gesicht. Ich schloss die Augen f√ľr einen Augenblick und genoss
die Wärme.  

„Hier bin ich wieder Alawis.“ Ich stockte
und versteckte mich hinter einem Busch. Philipp hockte vor Lucias Grab. Irrte
ich mich, oder weinte er wirklich?

„Wei√üt du Alawis, alles was ich wollte
war in deine Fußstapfen zu treten, um dich stolz zu machen, aber wie soll ich
das schaffen wenn Seropin mich hasst? Ich wei√ü nicht, was f√ľr eine Beziehung
ihr hattet. Ich weiß nur, dass er dich sehr gern gehabt haben muss und dich
bewundert hat. Weißt du, er vergleicht mich immer mit dir, glaube ich. Er sieht
mich immer so missbilligend an und egal wie sehr ich mich auch anstrenge, er
ist nie zufrieden.“ Er schluchzte. „Ach, Alawis, warum bin ich nicht tot und du
hier an meiner Stelle? Ich will nicht mehr in Seropins enttäuschtes Gesicht
sehen.“

Ich hörte Lucias Stimme in meinen
Gedanken. Gibst du ihm die Schuld an meinen Tod, Seropin? Ich wusste es nicht,
tat ich es?

Philipp strich mit den Fingern wieder und
wieder √ľber die Schrift auf Lucias Grabstein und murmelte leise irgendwas, das
ich nicht verstehen konnte.

Am liebsten wäre ich zu ihm gegangen und
hätte ihn getröstet, wie Lucia damals, als Alawis starb. Warum tust du es
nicht? Fragte Lucia in meinen Gedanken. Weil er nicht Lucia ist. Weil er lebt
und Lucia tot ist. Ich hörte Lucias verächtliches Lachen. Es hallte schmerzend
in meinem Schädel.

Ich presste meine Hände auf meine Ohren,
aber das brachte nat√ľrlich nichts. Wurde ich langsam verr√ľckt? Oder war ich es
vielleicht schon längst? Ich presste die Hände noch stärker auf die Ohren und
sp√ľrte meinen pochenden Puls.

„Wie geht es ihm, Doktor?“ „Ihm fehlt
weiter nichts. Er hat nur ein bisschen Fieber und ist √ľberarbeitet. Er braucht
drei bis vier Tage Bettruhe.“ „Danke, Doktor.“ Schritte entfernten sich. Ich
blinzelte. „Ah, Seropin, Ihr seid wach!“ Philipp stand vor meinem Bett. „Wie
sp√§t ist es, junger Herr?“ „Es ist kurz nach Mittag.“ „Aber junger Herr, dann
habt Ihr gleich ein Treffen mit dem Grafen von Greensleeves.“ Philipp dr√ľckte
mich lachend wieder ins Kissen, als ich mich aufsetzen wollte. „Habt Ihr denn
den Arzt nicht geh√∂rt? Ihr sollt im Bett liegen bleiben.“ Widerwillig lie√ü ich
mich in das Kissen fallen. „Das Treffen mit dem Grafen war √ľbrigens vorgestern.
Ihr habt zwei Tage geschlafen.“ „Zwei ganze Tage?“ „Ja, heute ist Donnerstag.“
„Aber ich habe noch so viel zu erledigen, junger Herr.“ Philipp grinste. Lucias
Grinsen…

„Das habe ich schon erledigt, also
befolgt gefälligst die Anordnungen des Arztes, wenn Ihr mir schon nicht
gehorchen wollt.“ Seufzend f√ľgte ich mich meinem Schicksal. Als Philipp sah,
dass ich keinen Widerstand mehr leistete, stand er auf. „Schlaft jetzt ein
bisschen.“

„Junger Herr.“ Philipp drehte sich
√ľberrascht um. „Danke.“ Philipps Augen weiteten sich vor √úberraschung, dann
l√§chelte er. Schon wieder Lucias L√§cheln…

Und verließ mein Zimmer.

 

Mary kam viermal täglich, um mir Essen zu
bringen und um nach mir zu sehen. Manchmal war auch Soraya da, wenn ich
aufwachte.

Aber nach zwei Tagen Bettruhe f√ľhlte ich
mich wieder so fit, dass ich trotz Marys Gezeter meine Pflichten als
Haushofmeister wieder selbst erledigte. Philipp verdrehte nur die Augen.
„Immerhin ignoriert Ihr nicht nur meine Befehle.“

 

Die Buchstaben vor meinen Augen
verschwammen. Mein Kopf brummte und war kaum noch zu etwas zu gebrauchen.
„Jetzt leg dich schon hin, du sturer Bock!“, schimpfte Lucias Stimme. „Nein,
ich muss diese Vertr√§ge noch durchsehen, bevor Philipp sie kriegt.“ „Er schl√§ft
sowieso schon und ist doch sowieso mit dem Lernen f√ľr die Pr√ľfungen
beschäftigt. Also leg dich jetzt hin, ruh dich aus und lies sie dir morgen
durch!“ „Du hast auch immer bis sp√§t in die Nacht gearbeitet!“, schrie ich.
„Aber ich war nicht krank, √ľberarbeitet und ein psychisches Wrack.“, beruhigte
Lucias Stimme mich. Ich sp√ľrte ihre Hand auf¬†
meiner Schulter. „Ich bin also ein psychisches Wrack?“ Ich legte meine
Hand auf ihre. „Und wie du das bist.“ Ich seufzte. „Wahrscheinlich hast du
Recht. Ich fantasiere schon so sehr, dass ich deine Hand auf meiner Schulter
sp√ľre.“ Lucia lachte und k√ľsste mein Haar. „Schlaf jetzt.“, murmelte sie, das
Gesicht immer noch in meinen Haaren vergraben. Wie befohlen schloss ich meine
m√ľden Augen und lie√ü meinen Kopf auf meine verschr√§nkten Arme sinken und merkte
so nicht, dass Philipp mein Zimmer leise wieder verließ.

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Yukidaruma

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elfchen1990 Re: Re: Ich hoffe es geht weiter -
Zitat: (Original von Yukidaruma am 30.09.2012 - 16:50 Uhr)
Zitat: (Original von elfchen1990 am 30.09.2012 - 11:12 Uhr) denn du hälst es ziemlich spannend und gut geschrieben ist es auch.

lg elfchen1990



;) Danke
Ja, es wird wohl noch ein bisschen weitergehen...
Ich habe nur leider nicht viel Zeit zum Schreiben.

LG
Yukidaruma


ja na das kenne ich und das ist auch immer schade, denn man ist gespannt wie es weiter geht.
Zumal philip doch jetzt sicher etwas ahnen wird oder gar bescheid weiß
Vor langer Zeit - Antworten
Yukidaruma Re: Ich hoffe es geht weiter -
Zitat: (Original von elfchen1990 am 30.09.2012 - 11:12 Uhr) denn du hälst es ziemlich spannend und gut geschrieben ist es auch.

lg elfchen1990



;) Danke
Ja, es wird wohl noch ein bisschen weitergehen...
Ich habe nur leider nicht viel Zeit zum Schreiben.

LG
Yukidaruma
Vor langer Zeit - Antworten
elfchen1990 Ich hoffe es geht weiter - denn du h√§lst es ziemlich spannend und gut geschrieben ist es auch.

lg elfchen1990
Vor langer Zeit - Antworten
Strigoia S√ľ√ü und verr√ľckt ^^

Das musst du mir genauer erklären... ich meine das mit Philipp...
Ich blick nicht mehr genau durch ;)

Vielleicht liegts aber auch nur an meinem geistigen Zustand ;)

Auf jeden Fall wieder super geschrieben ;)

HDGDL
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