Romane & Erzählungen
Fuller III - Fortsetzung

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"Fuller III - Fortsetzung"
Veröffentlicht am 11. April 2012, 8 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Über den Autor:

Je ├Ąlter ich werde, umso weniger gibt es ├╝ber mich zu sagen :-)
Fuller III - Fortsetzung

Fuller III - Fortsetzung

Beschreibung

Traum und Wirklichkeit

Innerlich aufgew├╝hlt verlie├č sie Fullers Wohnung. Es h├Ątte nicht viel gefehlt und sie w├Ąre gestolpert, ├╝ber einen der vielen Schuhe, die vor seiner Wohnungst├╝r abgestellt waren. Dies steigerte ihren ├ärger noch mehr. Sie eilte die vielen Treppen hinunter und holte tief Luft, als sie ins Freie trat.

„Was bin ich doch f├╝r ein dummes Weib“, schimpfte sie innerlich. „Da gehe ich zu einem mir kaum bekannten Mann um ein gem├╝tliches Fr├╝hst├╝ck zu genie├čen und eine sch├Âne Zeit mit ihm zu verleben, tr├Ąume von Gem├╝tlichkeit, Gemeinsamkeit, habe den Wunsch mehr ├╝ber diesen Fuller zu erfahren, nun ja, das Letztere ist mir gelungen. Er ist ein unordentlicher, taktloser Kasper, der nicht mal einen Kaffee kochen kann. Seine Wohnung stinkt wie eine R├Ąucherkammer. Wenn ich schon dran denke wie er da im Rippenstrickhemdchen sa├č, einfach nur peinlich. Ranzige Butter einem Gast anzubieten ist doch wirklich das Letzte!“

Die Bewegung an der frischen Luft taten ihr gut. „Mein Gott, ich bin ja v├Âllig von der Rolle. Jetzt kriege dich mal wieder ein Imana“, sagte sie sich. Es half, denn urpl├Âtzlich fing sie an zu lachen und zu kichern. Sie wurde sich der Komik des gerade Erlebten bewusst, kicherte und lachte vor allem ├╝ber sich selbst. Staunte dar├╝ber, dass dieser Fuller sie derma├čen leicht aus ihrer inneren Mitte herauskatapultieren konnte. „Das ist echt grass“, sagte sie vor sich hin. Den Blick auf den Boden gerichtet, innere Filme beobachtend lief sie nach Hause.

Dort angekommen bereitete sie sich als erstes einen Kaffee, der dem Namen keine Schande machte.

Duftend, aromatisch, stark, schwarz wie die Nacht. „Das ist ein Kaffee“, sagte sie l├Ąchelnd und genoss den ersten Schluck. „Aaaah, ist das gut!“ Nach Fullers d├╝nnem Muckefuck schmeckte er ihr noch besser als sonst. „Ich bin einfach nur froh, dass ich wieder zuhause bin. Hier ist es so, wie ich es mag. Hier f├╝hle ich mich wohl.“ Die Br├Âtchen hatte sie bei Fuller gelassen. Zum Gl├╝ck war noch Brot im Brotkasten. Sie schnitt sich eine Scheibe ab, bestrich diese dick mit frischer Butter und gab Honig darauf. „Wow, das ist doch was“, freute sie sich und genoss ihr versp├Ątetes Fr├╝hst├╝ck. „Warum bin ich nur dahin gegangen? Ich verstehe mich selbst nicht.“ Sie suchte eine Erkl├Ąrung f├╝r ihr Verhalten. „Ich hatte eine sch├Âne Vorstellung, ich hatte einen Traum. Dabei wei├č ich doch, dass auf Vorstellungen meist Entt├Ąuschungen folgen und Tr├Ąume in die Traumwelt geh├Âren und nicht in den Alltag. Ich sollte aufh├Âren mir etwas vorzustellen und die Tr├Ąume nicht mit der Wirklichkeit verwechseln.“ W├Ąhrend sie sich die zweite Tasse Kaffee g├Ânnte und auch ein zweites Honigbrot kehrte langsam aber sicher wieder Ruhe in sie ein. Eine Ruhe die in eine schwere M├╝digkeit m├╝ndete. Sie setze sich in ihren breiten Kuschelsessel, legte die Beine auf den dazugeh├Ârigen Hocker, dr├╝ckte sich ihr Lieblingskissen zurecht und deckte sich mit der kuscheligen roten Decke zu. Kurz darauf war sie eingeschlafen und nun im Reich der Tr├Ąume war alles m├Âglich. Sie tr├Ąumte von einem ├╝ppigen Fr├╝hst├╝ck in einem sonnigen, lichtdurchfluteten Wintergarten. Zitronen- und Orangenb├Ąumchen und herrliche Azaleen schm├╝ckten den Raum. Auf einem Beistelltisch stand in einem Sektk├╝hler eine Flasche Champagner. Frisches Obst, K├Ąse, Eier, Omlette, Joghurt, Quark und ihr geliebtes Lein├Âl, alles war m├Ąrchenhaft. Sie fr├╝hst├╝ckte nicht alleine. Sie unterhielt sich angeregt mit einem Mann, den sie nicht kannte. Es war eine fr├Âhliche, vertraute Stimmung. Und der Kaffee war k├Âstlich. Sie f├╝tterten sich gegenseitig mit Weintrauben, kicherten und scherzten. Der Mann stand auf, reichte ihr seine Hand, Imana erhob sich und beide tanzten zu einer unbekannten Melodie. M├Ąrchenprinz und M├Ąrchenprinzessin - ein Traumpaar. Es gab nur diese beiden und sie tanzten und lachten in ihrer Traumgl├╝ckseligkeit. Imana l├Ąchelte im Schlaf.

Das Klingeln ihres Telefones holte sie zu schnell aus diesem wundersamen Traum. Es dauerte einige Sekunden bis sie bei sich war und ein paar Weitere bis sie den H├Ârer abhob. Sie erwischte sich bei dem Gedanken: „ Das ist sicher Fuller.“

„Hallo Imana, ich habe gerade an dich gedacht. Wie geht es Dir?“

„ Es geht mir wieder besser. Morgen komme ich wieder“, antwortete Imana.

„Das ist aber sehr sch├Ân, da freue ich mich sehr, dass es dir wieder besser geht und ich dich morgen hier sehe.“

„Und ich erst“, erwiderte Imana. „Soll ich Br├Âtchen mitbringen?“

„Hey, gute Idee, dann koche ich einen guten Kaffee! Dann gelingt die Arbeit doppelt so gut.“

„Bis morgen Martha!“

„ Bis morgen Imana, sch├Ân, dass du so schnell wieder fit bist!“

W├Ąhrend sie den H├Ârer auflegte dachte Imana:“ Martha ist einfach die beste Chefin der Welt. Ich freue mich auf das Fr├╝hst├╝ck mit ihr.“

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Mitmensch
Je ├Ąlter ich werde, umso weniger gibt es ├╝ber mich zu sagen :-)

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Zamperle sch├Âne Geschichte.

Liebe Gr├╝├če Zamperle
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Ich lese gerade - man darf noch auf mehr hoffen. Gef├Ąllt mir, Deine allt├Ągliche Geschichte. Sie k├Ânnte so oder ├Ąhnlich jedem passieren.

Liebe Gr├╝├če
B├Ąrbel
Vor langer Zeit - Antworten
Mitmensch Re: -
Zitat: (Original von caloramoena am 11.04.2012 - 22:47 Uhr) Obwohl du in diesen Seiten nicht sehr viel erz├Ąhlst, regt dein fl├╝ssiger und wortgewandter Schreibstil zum weiterlesen ein!

LG Cali


Liebe Caloramoena,

danke f├╝r Deinen Kommentar.
Ich bin selbst gespannt wie diese Geschichte weitergeht.

Lieben Gru├č
Johanna
Vor langer Zeit - Antworten
caloramoena Obwohl du in diesen Seiten nicht sehr viel erz├Ąhlst, regt dein fl├╝ssiger und wortgewandter Schreibstil zum weiterlesen ein!

LG Cali
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