Romane & Erzählungen
Die Vergangenheit holt dich immer wieder ein

0
"Die Vergangenheit holt dich immer wieder ein"
Veröffentlicht am 27. März 2012, 38 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
http://www.mystorys.de
Die Vergangenheit holt dich immer wieder ein

Die Vergangenheit holt dich immer wieder ein

Beschreibung

Hey :) Nach langer Zeit melde auch ich mich mal wieder - mit der ├╝berarbeiteten Version meines schon mal hier ver├Âffentlichen Buches! Ich hoffe ihr gebt mir ein Feedback wie es euch gef├Ąllt :) LG Mona Zum Inhalt: Jack und Anna h├Ątten gar nicht gl├╝cklicher zusammen sein k├Ânnen.. Doch dann zerschl├Ągt ein Schicksalsschlag das junge Gl├╝ck: Anna wird vergewaltigt und ermordet. Nun muss Jack alleine mit dem Leben klar kommen, doch dazu muss er den M├Ârder von Anna finden. Er begibt sich auf seine Suche und ger├Ąt dabei in h├Âchste Gefahr..

Widmung

Ich widme dieses Buch allen Familien, deren Kinder oder Familienmitglieder Opfer einer Vergewaltigung geworden sind.

Mit diesem Buch m├Âchte ich daran erinnern, dass ein Mensch auch wenn wir ihn verlieren immer weiterlebt - in der Vergangenheit, im Hier und Jetzt, in der Zukunft und in unseren Herzen.

In Gedenken die Autorin

Mona Ahlheim

 

Ein weiterer Dank geht an meine Familie und an meine Freunde, die immer f├╝r mich da waren und es auch noch sind und mich in meinem Tun unterst├╝tzen, wo sie nur k├Ânnen.

Rebekka, Danke daf├╝r, dass ich mich bei dir nicht verstellen muss und einfach der Mensch sein kann, der ich bin. Du glaubst gar nicht wie wichtig das f├╝r mich ist.

Elena, du bist immer f├╝r mich da und verstehst mich auch ohne gro├če Worte, Danke.

Christian und Christopher, ihr beide k├Ânntet unterschiedlicher nicht sein und doch kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie es w├Ąre, wenn ihr nicht in mein Leben getreten w├Ąrt.

Au├čerdem ein ganz spezieller Dank an meine Nadine, die auch wenn sie Kilometer von mir entfernt ist, immer ein Ohr f├╝r mich hat und an Laura, die die ersten Seiten meines Buches las und mich dazu veranlasst hat weiterzuschreiben.

 

?

DANKE!

Kapitel 1 - Anna

“Hallo Marie!“, rief ich; stieg mit Schwung aus dem roten Ford meiner Mutter aus und lief auf meine beste Freundin zu, welche in einigen Metern Entfernung auf mich wartete.“Hallo Anna! “, begr├╝├čte sie mich mit einem breiten L├Ącheln im Gesicht, lief mir einige Schritte entgegen und dr├╝ckte mich fest an sich.
Marie mit ihren langen blonden Locken hatte im Gegensatz zu meiner Wenigkeit eine sportliche - durchtrainierte Figur.
Egal wie viel Schokolade sie in sich hineinstopfte - und das tat sie unheimlich gerne - sie nahm einfach nicht zu, was ich widerum sehr beneidenswert fand.
Mit einer Gr├Â├če von 1. 73 und einem Gewicht von 56 Kilogramm wunderte es mich deshalb sichtlich, dass ihr noch kein Modelvertrag angeboten wurde, obwohl es in der Stadt doch geradezu von Modeagentur - Typen wimmelte.
Ihr m├╝sst n├Ąmlich wissen, dass wir in einem kleinen niedlichen Vorort der Modemetropole London lebten. Viele w├╝rden sicherlich den Ausdruck Alm├Âde oder Kuhkaff bevorzugen, aber ich liebte unser D├Ârfchen einfach viel zu sehr.
Hier lebten meine Freunde und meine Familie, hier war ich aufgewachsen, hier f├╝hlte ich mich zuhause.. Um keinen Preis w├╝rde ich das wieder hergeben.
Aber genug ├╝ber mein Zuhause, ich war ja gerade dabei von Marie zu erz├Ąhlen.
Also: Ihre langen Beine, ihre blaugr├╝nen smaragd├Ąhnlichen Augen und ihre vollen geschwungenen Lippen rundeten ihr somit sowieso schon ziemlich perfektes ├Ąu├čeres Erscheinungsbild ab .
Aus diesem Grund war es also auch nicht verwunderlich, dass Marie bei den Jungen in unserer Klasse gro├čes Aufsehen erregte.
Jeder Einzelne von ihnen hatte ihr schon einmal hinterher gestarrt und dabei sicherlich nicht nur an ihre s├╝├čen blonden Locken gedacht - aber wirklich jeder von ihnen - und deshalb ertappte ich mich auch h├Ąufig dabei, wie ich mich fragte, weshalb sie sich ausgerechnet mich als ihre beste Freundin ausgesucht hatte.
Mit meiner eher korpulenten und rundlichen Statur und meinen schulterlangen braunen Haaren, die ich meistens zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden trug, wirkte ich in ihrer Gegenwart eher wie ein Mauerbl├╝mchen - nur ohne Brille.
Ich glaube, wenn man mich so neben Marie stehen sah, dann dachte man zun├Ąchst einmal an „Das Model und der Freak“. Und wer hier der Freak war, d├╝rfte nicht schwer zu erraten sein. Na gut, vielleicht neige ich dazu zu ├╝bertreiben, aber auch nur ein kleines bisschen…
Nachdem Marie und ich nun also unsere Koffer mithilfe des netten Fahrers in den Bus gehievt hatten und meine peinliche ├╝berf├╝rsorgliche Mutter mir letzte Anweisungen wie:
”Setz dich nicht nach hinten mein Kind, sonst wird dir schlecht” oder „Hast du auch an die Kopfschmerztabletten gedacht mein Schatz?“ mit auf den Weg gegeben hatte, stiegen wir in den Bus und suchten uns einen Platz in der Mitte.
Der Innenraum des Busses war in der Farbe rot gestaltet - meine Lieblingsfarbe. Er schien aber schon etwas ├Ąlter zu sein, da einige Stoff├╝berz├╝ge der Sitze zerrissen waren und sich an meinem Platz das Tablett, welches eigentlich am R├╝cksitz meines Vordermanns befestigt sein sollte, nicht mehr an diesem befestigen lie├č.
Als ich es gerade geschafft hatte, das kaputte Tablett mithilfe einer Konstruktion aus B├╝roklammer und Faden, die ich zuf├Ąllig in meiner Tasche gefunden hatte, einzuklappen und mich zu setzen, fl├╝sterte Marie, welche sich auf ihrem Sitz umgedreht hatte, mir etwas ins Ohr:
“Schau mal, wer da hinten sitzt Anna.. Jack!“
Mit dem Zeigefinger auf ihn deutend, machte sie mich auf ihn aufmerksam. Er sa├č ganz hinten auf der R├╝ckbank des Busses. Jack war ungef├Ąhr ein Meter Siebzig gro├č, sportlich gebaut und seine mittellangen blonden Haare schienen einem Haarwerbespot entsprungen zu sein - so perfekt sa├čen sie.
Das, was ich jedoch am meisten an ihm mochte, waren seine tiefgr├╝nen Augen. Sie strahlten eine W├Ąrme und etwas Vertrautes aus und wirkten zugleich so geheimnisvoll, ich kann es gar nicht richtig beschreiben.
Oft dachte ich mir, dass Jack perfekt zu Marie passen w├╝rde, da beide durchaus sehr beliebt waren und von anderen allzu gern umschw├Ąrmt wurden; aber zu meinem Gl├╝ck hatte Marie keinerlei Interesse an ihm. Als wir eines Abends auf meiner Fensterbank sa├čen und Musik h├Ârten, vertraute sie mir n├Ąmlich an, dass sie auf einen Jungen eine Stufe ├╝ber uns stand.
Er hatte braune Haare und sein Name war glaube ich Sandro Gonzales oder so ├Ąhnlich. Sicher wei├č ich es aber nicht mehr.
Aus Angst, dass Jack merken k├Ânnte, dass Marie auf ihn deutete, bat ich sie, ihren Zeigefinger herunterzunehmen.
„Anna, du Angsthase“, neckte sie mich daraufhin und streckte nur um mich zu ├Ąrgern noch deutlicher ihren Finger in seine Richtung.
Gerade als ich mit dem Gedanken spielte das Taschenmesser, was mir meine Mutter f├╝r alle F├Ąlle eingepackt hatte, aus meinem Rucksack zu holen und ihr damit den Finger abzuschneiden, kam Mira, ein - wie soll ich es formulieren- sehr aufgeschlossenes M├Ądchen in jeglicher Hinsicht, den Gang entlang und Marie setzte sich zu ihr, um mit ihr den neuesten Tratsch auszutauschen.
Wieder einmal viel mir auf, dass Marie und ich eigentlich so verschieden waren , aber vielleicht war es gerade das was unsere Freundschaft ausmachte. Sie war der typische Teenager, das M├Ądchen, das sich auf Partys betrank, wild tanzte, um dann irgendwann knutschend mit einem Kerl in einer Ecke zu liegen, wohingegen ich eher das M├Ądchen war, welches zuhause in seinem Bett lag und ein romantisches Buch oder zumindest ein Buch mit Happy End las und dabei einen warmen Kakao neben sich auf dem Nachtschr├Ąnkchen stehen hatte.
Trotz unserer Unterschiedlichkeit stritten Marie und ich uns nie und ich konnte mir keine bessere Freundin als sie vorstellen.
Sie lies mich an ihrer Welt teilhaben, erz├Ąhlte mir immer die lustigsten und neuesten Geschichten und ich erm├Âglichte ihr im Gegenzug einen Einblick in meine Welt und so kam es nicht selten vor, dass wir abends nebeneinander im Bett lagen und gemeinsam in einem meiner neuesten B├╝cher st├Âberten.
Marie schien sich immer noch mit Mira ├╝ber eine Party im Keller von Taylor Smith, einem Jungen aus der Parallelklasse, zu unterhalten, sodass ich uninteressiert meinen Blick abwandte.
Ich seufzte.
Da war er also - Jack - der Schwarm aller M├Ądchen oder zumindest fast aller und leider unerreichbar f├╝r jemanden wie mich; so dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt noch…
Damals wusste ich ja noch nicht, dass ich damit total daneben lag.
Schon seit der f├╝nften Klasse schw├Ąrmte ich f├╝r Jack und hatte mich aber nie getraut mit ihm ├╝ber meine Gef├╝hle zu sprechen. Daf├╝r war ich viel zu sch├╝chtern und hatte zu gro├če Angst entt├Ąuscht zu werden.
Der einzige Erfolg hinsichtlich des Gestehens von Gef├╝hlen war ein Liebesbrief, den ich total nerv├Âs am Valentinstag in seinen Briefkasten geschmissen ; jedoch keinen Namen daruntergesetzt hatte .
Ich wei├č noch nicht mal, ob er ihn jemals gelesen hat, denn an dem Abend hatte ich es ziemlich eilig von seinem Haus wieder wegzukommen und ├╝ber den Brief hatten wir nat├╝rlich, wie sollte es auch anders sein, nie gesprochen.
Wenn ich heute so dar├╝ber nachdenke, bin ich damals wirklich bl├Âd gewesen. Statt mich in irgendeinen netten, vielleicht nicht ganz so gut aussehenden, aber daf├╝r anst├Ąndigen Kerl zu verlieben, der mich so respektierte wie ich war, verliebte ich mich in Jack Egglesfield, den Jungen, der mich nicht nur ignorierte, sondern dem ich zudem noch die schlimmsten Erlebnisse meiner Kindheit zu Verdanken hatte.
Ich erinnere mich noch ganz genau an eine Aktion in der sechsten Klasse - da sperrte er mich zum Beispiel auf Dr├Ąngen seiner besten Freunde in das Jungenklo ein. Ich kann mich noch genau an ihr Gel├Ąchter erinnern und mein verzweifeltes Rufen nach Hilfe.
Erst nach einer Viertelstunde befreite mich ein Junge aus der zehnten Klasse, dem das ganze sichtlich peinlich war.
Und obendrauf gab es auch noch ├ärger von meiner Klassenlehrerin f├╝r das Zusp├Ątkommen. Ich musste eine Woche lang nachsitzen, da sie mir die Geschichte mit der Jungentoilette nat├╝rlich nicht glaubte.
Oder in der siebten Klasse - als Jack mir aus Spa├č einen Frosch in mein T-Shirt steckte und ich danach schreiend davon lief und so zur Unterhaltung der halben Schule beitrug.Irgendwie schaffte er es immer mich in eine peinliche Situation hineinzuman├Âvrieren und ich h├Ątte ihn daf├╝r eigentlich hassen m├╝ssen.Dennoch konnte ich dies nicht und trotz all der Schikanierungen glaubte ich daran, dass in ihm auch etwas Gutes steckte und er in Wirklichkeit doch der Traumtyp war, den ich mir von ihm erhoffte. Das klingt jetzt zwar f├╝r einen Au├čenstehenden nach „Rosaroter Brille“ und „Liebe macht blind“ beziehungsweise nach dem typischen naiven M├Ądchen, welches auf einen b├Âsen Jungen steht und einfach nicht wahrhaben will, dass der Kerl, den es vor sich hat ein totales Arschloch ist, aber in meinem Inneren wusste ich einfach, dass es bei Jack anders war und das sein Verhalten nur eine Fassade und nicht der wahre Jack war.Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er, wenn er ohne seine beiden besten Freunde aufzutreffen war, genau so handelte wie wenn er von ihnen umgeben war.
„Sind alle da? Hat jeder seinen Sitznachbarn neben sich?”, ert├Ânte die kr├Ąchzende Stimme unserer Englischlehrerin Frau Harvey und riss mich aus meiner Gedankenwelt.Als wir alle „Ja” riefen und sie zur Sicherheit noch mal mit einer Namensliste die Anwesenheit ├╝berpr├╝fte, setzte sich der Bus mit einem dem Alter des Busses w├╝rdigen Reifenquietschen und einem heftigem Ruckeln in Bewegung.Es war ein wunderbar sonniger Tag. Drau├čen zogen Berge an uns vorbei, welche von wolligwei├čen Wolken umgeben wundersch├Ân in der Sonne strahlten. Das Gr├╝n des Grases leuchtete durch die Scheiben des Busses, doch anstatt Interesse an der zauberhaften Landschaft zu zeigen, schweifte mein Blick die ganze Zeit ├╝ber wieder in Jacks Richtung.Wie er da sa├č in seiner blauen Jeans aus der seine grauschwarze Boxershorts herauslugte; in seinem wei├čen enganliegendem Hemd, mit seinem schwarzen Schal und seinen perfekt gestylten blonden Haaren- einfach ein Anblick zum Dahinschmelzen. Kennt ihr das Gef├╝hl, das der Tag schon perfekt wird, wenn man diese eine bestimmte Person sieht, bei der der Bauch anf├Ąngt zu kribbeln und das Herz pl├Âtzlich h├Âher schl├Ągt? Genau dieses Gef├╝hl hatte ich, wenn ich Jack ansah und deswegen konnte ich meine Augen einfach nicht von ihm abwenden.Als ich gerade wieder in seine Richtung starrte, schauten wir uns pl├Âtzlich f├╝r einen kurzen Moment an. Seine wundersch├Ânen gr├╝nen Augen trafen meine.Sicherlich vergingen nur wenige Sekunden, aber f├╝r mich f├╝hlte es sich an als h├Ątten wir uns stundenlang in die Augen gesehen, bis ich dann peinlich ber├╝hrt meinen Blick abwandte.Ich schaltete meine Musik an und als die erste Zeile „It was one of those moments when everything changes..“ von meinem Lieblingslied Running around in my Dreams von Tyrone Wells in meine Ohren drang, schloss ich die Augen und schlief nach einigen Minuten ein.Ich erwachte unsanft durch das R├╝tteln meiner Freundin Marie, die sich in der Zwischenzeit wieder zu mir gesetzt hatte.In meinem Ipod lief gerade „Misery Business“ von Paramore, sodass ich mir erst mal die Ohrh├Ârer aus dem Ohr nehmen musste, um ├╝berhaupt etwas zu verstehen. Kaum hatte ich dies getan, dr├Âhnte ein“ Anna, du Schlafm├╝tze! Aufstehen! Wir sind da!”in mein Ohr und mein wei├čes prunkvolles Hochzeitskleid, von welchem ich eben noch getr├Ąumt hatte, verschwamm vor meinen Augen. Wir waren schon da? Da uns eine zweist├╝ndige Busfahrt angek├╝ndigt wurde, musste ich wirklich eine Zeit lang geschlafen haben.
„Mensch, Marie - gerade wenn’s am Sch├Ânsten wird…”, brummelte ich, streckte mich und stie├č ein tiefes G├Ąhnen aus.
„Tut mir Leid Anna, das n├Ąchste mal lass ich dich weiter von deinem Schatz tr├Ąumen“.
Ich boxte sie in ihre Seite und sie fing sofort an zu lachen, da sie genau wusste, dass sie richtig lag.
W├Ąhrend wir unser Gep├Ąck ausluden, berichtete mir Marie, dass sich Pascal w├Ąhrend der Busfahrt ├╝bergeben und dabei Elisa getroffen hatte. Marie fand das ganze urkomisch, doch ich verzog, auch wenn ich Elisa nicht mochte, nur angewidert das Gesicht.
Als sie dann jedoch aus dem Bus ausstieg und mit einem angeekelten Blick an sich heruntersah, konnte ich mir ein L├Ącheln nicht verkneifen.
Nachdem nach etwa zehn Minuten alle ihre Koffer aus dem Bus geladen hatten, liefen wir einige Stufen hinauf, bis wir im Innenhof der Burg ankamen, in der wir wohnen sollten. Kurz gesagt glich die Burg einer Ruine.
Durch die in Tr├╝mmer liegenden dunkelgrauen Mauern und die vergilbten W├Ąnde entstand der Eindruck als ob sie seit dem Mittelalter unber├╝hrt geblieben war. Dieser ├Ąu├čere Eindruck wurde durch das Innere der Burg verst├Ąrkt. Die Dielen knarrten und ich hatte das Gef├╝hl, dass jeden Moment der Boden durchbrechen w├╝rde. In der Decke waren L├Âcher und es hingen riesige Spinnenweben von ihr herunter.
Das einzig Positive waren die Zimmer in denen wir hausten. Sie waren gro├č und ger├Ąumig und im Vergleich zu den restlichen R├Ąumlichkeiten der Burg modern eingerichtet. Die Betten waren weich und breit, die Schr├Ąnke aus Eichenholz gro├č und ger├Ąumig und der Ausblick aus dem Fenster hinunter auf das Tal war einfach umwerfend.
Man konnte den Fluss sehen, der sich durch die Baumlandschaft schl├Ąngelte und in einem kleinen Bach m├╝ndete und die Baumlandschaft, die jetzt im Herbst von Gelb und Rott├Ânen gepr├Ągt war, strahlte im Licht der Sonne zu unserem Zimmer herauf.
Da Marie und ich als erste in unserem Viererzimmer angekommen waren und die fantastische Aussicht bestaunen konnten, besetzten wir ohne zu z├Âgern die Betten am Fenster.
Nachdem wir unsere Betten bezogen, die Schr├Ąnke mit unseren Kleidungsst├╝cken vollgestopft und die Knabbervorr├Ąte auf dem Tisch aufgereiht hatten, machten wir uns als N├Ąchstes auf den Weg zum Abendessen im alten Speisesaal der Burg.
Da Marie und ich noch ein bisschen gequatscht hatten, kamen wir sp├Ąter als unsere anderen Zimmerbewohnerinnen Tami, eine Freundin von Marie, die ich ausnahmsweise auch ganz nett fand und Chiara, die ich schon seit der f├╝nften Klasse kannte, an und es waren nur noch an einem Tisch Pl├Ątze frei.
Erst als Marie mich in die Seite stupste, merkte ich wer an diesem Tisch sa├č und in voller Ruhe eine Kartoffel in seinen Mund schob. Wie sehr ich Zuf├Ąlle doch hasste: Es war der Tisch von Jack.
Seine st├Ąndigen Begleiter Tim und Ben, welche ich ├╝berhaupt nicht ausstehen konnte, hatten w├Ąhrend der Busfahrt mit einem Feuerzeug an einem der Sitze herumgez├╝ndelt und mussten deswegen Hofdienst leisten, wenn sie nicht den n├Ąchsten Bus in Richtung Heimat nehmen wollten.
Das hatte Marie mir vorhin noch schnell im Zimmer erz├Ąhlt. Deshalb sa├č er jetzt so alleine da.
Leicht z├Âgerlich ging ich mit Marie auf den Tisch zu. Sie setzte sich so, dass nur noch der Stuhl genau gegen├╝ber von ihm frei war. Diese gemeine Kuh, dachte ich mir, das hat sie mit Absicht gemacht. Mein ver├Ąrgerter Gesichtsausdruck am├╝sierte Marie daf├╝r umso mehr und ich konnte in ihren Augen die Schadenfreude ablesen.
W├Ąhrend ich also regungslos am Tisch herumstand, schaute Jack kurz hoch und ich bef├╝rchtete schon, er wolle wieder einen seiner Spr├╝che loslassen, doch im Gegensatz dazu l├Ąchelte er und lie├č ein freundliches “ Hey! “ erklingen.
Ich war noch so angespannt von der ganzen Situation und so ├╝berrascht von dieser Geste, dass ich vor lauter Schreck mein Essenstablett fallen lie├č.
Gerade rechtzeitig reagierte Jack und fing das Tablett mit seinen H├Ąnden so auf, dass au├čer einer Gurkenscheibe nichts auf dem Boden landete. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Meine Wangen wurden knallrot. Hatte ich nicht vorher schon erw├Ąhnt, dass er mich immer in peinliche Situationen hineinman├Âvrierte? Hier war die n├Ąchste, auch wenn diese sich etwas von den hervorgehenden unterschied.
Ich sch├Ąmte mich f├╝r meine Tollpatschigkeit und bedankte mich bei ihm ohne ihn auch nur eines Blickes zu w├╝rdigen. Wie konnte ich ihm nach dieser Aktion jemals noch unter die Augen treten ?
W├Ąhrend dem ganzen Essen redete keiner von uns und die Situation war noch angespannter als vorher.
Nur Marie starrte mich die ganze Zeit auffordernd an. Ich dagegen war viel zu besch├Ąftigt damit, den H├Ąhnchenfl├╝gel nicht wie normalerweise mit den Fingern, sondern mit Messer und Gabel zu essen, um wenigstens mit guten Tischmanieren zu punkten.
Dabei passierte es. Die n├Ąchste Katastrophe.
Ich rutschte mit dem Messer ab und katapultierte das H├Ąhnchen geradewegs auf Jacks wei├čes Hemd, welches nun mit Fettspritzern ├╝bers├Ąht war. Warum nur immer ich?
Vor Schreck hielt ich meine Hand vor den Mund und wartete geradezu darauf, dass er mich anp├Âbelte. Aber nichts dergleichen passierte. Jack nahm eine Serviette, sah an sich herunter und lachte:
“Sieht eigentlich gar nicht so ├╝bel aus oder?!”.
Und tats├Ąchlich… die Fettspritzer auf seinem Shirt ergaben komischerweise ein kreis├Ąhnliches Muster. Ich konnte nicht anders als mitzulachen. Auch Marie stimmte in unser Gel├Ąchter ein und so sa├čen wir an unserem Tisch und lachten, bis uns der Bauch wehtat.
In genau diesem Moment wurde mir klar, dass ich Recht hatte. Jack versteckte sich wirklich hinter einer Fassade und konnte eigentlich richtig nett sein, wenn man ihn alleine antraf. Es lag also doch an seinen Freunden oder h├Ątte er sonst so locker reagiert?
Wie es der Zufall wollte, begonnen wir uns aufgrund des H├Ąhnchenkatapultzwischenfalls zum ersten Mal richtig zu unterhalten. Mit seiner lockeren Reaktion hatte er mir alle Angst und Scham genommen und es war als w├Ąren der Vorfall mit dem Tablett und die ganzen Schikanen nie passiert.
Wie zwei gute Freunde unterhielten wir uns ├╝ber alles m├Âgliche:
Wir machten uns ├╝ber Frau Harveys kr├Ąchzende Stimme lustig, Jack erz├Ąhlte mir noch mal von dem Vorfall mit seinen Freunden im Bus und sagte mir, dass er das Verhalten der Beiden einfach nur kindisch fand und dann redeten wir sogar ├╝ber Jacks Familie.
Er erz├Ąhlte mir, dass sein gro├čer Bruder bereits ausgezogen war und nun an der University of East London Psychologie studierte und nur an den Wochenenden nach Hause kam. Auch Jack wollte nach seinem Abschluss Psychologie studieren. Am liebsten wolle er in einer Forensischen Klinik arbeiten und dort psychisch erkrankte Straft├Ąter betreuen, erkl├Ąrte er mir:
“Man muss diesen Menschen helfen, finde ich .. Ich meine, auch wenn sie noch so Schlimmes getan haben, sie k├Ânnen ja unterbewusst nichts dazu“.
Ich fand diese Einstellung schon damals sehr bewundernswert.
Nach dem Mittagessen r├Ąumten wir dann zusammen unsere Teller weg und liefen die Treppe hoch. Marie warf mir noch einen verschmitzen Blick hinterher, welchen ich lieber nicht deuten wollte und gesellte sich dann zu den anderen M├Ądchen aus unserer Klasse. Auch wenn es sich zun├Ąchst seltsam anf├╝hlte, dass sich Jacks auf einmal so nett verhielt, konnte ich schon bald nicht mehr aufh├Âren ihm voller Spannung zuzuh├Âren und ihn anzusehen. Er war wie ausgewechselt.
An der Treppe oben angekommen, verabschiedete er sich dann von mir. Ich drehte mich um und wollte gerade die T├╝r zu dem Gang mit den Zimmern der M├Ądchen ├Âffnen, als er mir pl├Âtzlich zurief:
„Hey Anna! Ich fands richtig lustig heute! Vielleicht hast du ja mal Lust morgen fr├╝h ein wenig das Gel├Ąnde um die Burg herum zu erkunden? Wenn ja, k├Ânnten wir ja zusammen gehen!“
„Gerne!“, antwortete ich und blickte l├Ąchelnd ├╝ber meine Schulter zu ihm.
„Gut, dann komme ich morgen fr├╝h vor dem Fr├╝hst├╝ck bei dir vorbei- so gegen 7. Bis dann Anna !!“
Dann verschwand er hinter der T├╝r. Ich blickte um mich herum und als ich merkte, dass ich alleine war, begann ich einen Freudentanz aufzuf├╝hren.
Ich konnte es gar nicht fassen und war pl├Âtzlich tierisch nerv├Âs. Woher kam dieser pl├Âtzliche Wesenswandel? Hatte Jack mich eben wirklich zum Spazierengehen eingeladen? Oder war das wieder einer seiner Pl├Ąne um mich zu schikanieren?
Das ging alles so schnell.
Ich beschloss auf unser Zimmer zu gehen und auf Marie zu warten. Immer wenn ich nicht weiter wusste, hatte Marie einen Rat f├╝r mich und so hoffte ich, dass sie mir auch jetzt weiterhelfen k├Ânnte. Da ich nicht wusste, wann Marie zur├╝ckkommen w├╝rde und ich den Gedanken an den morgigen Tag nicht zu viel Raum lassen wollte, nahm ich mir mein Buch P.S. Ich liebe Dich von Cecilia Ahern und las laut daraus vor:

 

Meine liebste Holly,

Ich wei├č nicht, wo und wann Du diesen Brief lesen wirst, ich hoffe nur, dass es Dir gut geht, dass Du gesund und gl├╝cklich bist. Du hast mir einmal gesagt, dass Du nicht alleine weiterleben kannst. Du kannst, Holly.

Du bist stark und tapfer, und du wirst das durchstehen. Wir hatten wundersch├Âne Zeiten zusammen, und Du warst… Du warst mein Leben. Ich bedaure nicht einen Tag. Aber ich bin nur ein Kapitel in Deinem Leben, und es wird noch viele davon geben. Vergiss unsere gemeinsamen Erinnerungen nicht, aber hab keine Angst, ihnen neue hinzuzuf├╝gen. Danke, dass Du meine Frau gewesen bist. Daf├╝r und f├╝r alles andere bin ich Dir ewig dankbar. Und denk daran: Ich bin bei Dir, wann immer Du mich brauchst.

In Liebe

F├╝r immer Dein Mann und bester Freund

Gerry

Eine kleine Tr├Ąne kullerte ├╝ber meine Wange. Wie grauenvoll das sein musste, jemanden den man liebt zu verlieren. Die arme Holly aus dem Buch tat mir richtig Leid. Wie sollte sie weiterleben, wenn sie doch ihren besten Freund verloren hatte? Und das nur wegen eines bl├Âden Gehirntumors.
Ein gl├╝ckliches Leben einer jungen Frau konnte ganz pl├Âtzlich zu einem Alptraum werden. Und das in so kurzer Zeit. Wie furchtbar.
Ich klappte das Buch zu. Irgendwie machte es mich traurig ├╝ber so etwas nachzudenken. Ich drehte mich um und starrte zur Decke. In diesem Moment ging die T├╝r auf und Marie kam herein.
„Hey Anna. Und wie ist es gelaufen? Wieso bist du eigentlich schon hier? Bist du nicht mit ihm in seinem Zimmer? Ihr beide saht ja echt s├╝├č zusammen aus…“
Ich sah ├╝ber den neckenden Unterton bei „ Bist du nicht mit ihm in seinem Zimmer?“ hinweg und antwortete:
„ Naja, wie man‘s nimmt. Er hat mich gefragt, ob wir morgen fr├╝h zusammen spazieren gehen vor dem Fr├╝hst├╝ck.“
„ Na und? Das ist doch super! Und was hast du gesagt?“
„Ich hab ja gesagt.“
„Aber dann ist doch alles super! Wieso siehst du dann so nachdenklich aus?“
Sie setzte sich neben mich auf mein Bett.
„Ich wei├č auch nicht Marie. Du kennst Jack. Du wei├čt, dass er mich eigentlich hasst. Wieso ist er dann auf einmal so nett? Ist das nur ein Trick? Will er mich wieder blo├čstellen?“
Sie be├Ąugelte mich argw├Âhnisch und sch├╝ttelte dann den Kopf.
„ Anna Foster. Soll ich mal ganz ehrlich sein?“
„Ja bitte?“
„Du machst dir viel zu viele Gedanken. Warte doch einfach mal ab, was passiert. Es gibt ja nur zwei M├Âglichkeiten. Entweder es trifft zu und er stellt dich mal wieder blo├č- dann w├Ąre das aber auch nichts neues, womit wir nicht fertig werden w├╝rden- oder er hat sich wirklich ver├Ąndert, so wie du es dir die ganze Zeit eingeredet und gew├╝nscht hast. Egal was auch passiert, du hast nichts zu verlieren- merkst du das?“
Ich biss mir auf die Lippe. Wieso traf Marie immer ins Schwarze? Sie kannte mich einfach zu gut.
„ Mhhh.. Okay. Du hast Recht. Schlimmer als sonst kann es nicht werden.
Nur ich hab halt irgendwie Angst, dass wenn er sich ge├Ąndert hat, ich ihm nicht …“
„Nicht sch├Ân genug bin?“
Sie klopfte auf meine Stirn.
„ Geist, der in Annas Gedanken rumspukt und ihr Hirn verbl├Âdet, w├╝rdest du bitte da raus kommen?“
Ich kicherte.
„Anna, mein Hase. Du bist sch├Ân. Nur weil du keine Modelma├če hast, hei├čt das noch lange nicht, dass du nicht sch├Ân bist. Du bist der liebste Mensch, den ich kenne und genau das l├Ąsst dich auch von au├čen wundersch├Ân erscheinen.“
„Och Marie..“, ich umarmte Sie. Was w├╝rde ich nur ohne meine beste Freundin machen?
„ Und jetzt genug Tr├╝bsal geblasen. Kommst du mit auf den Sportplatz Volleyball spielen? Mira, Tamy und Chiara warten n├Ąmlich schon. Und vor dem ersten Seminar haben wir noch ein bisschen Zeit.“
Ich nickte, zog mir meine Schuhe an und machte mir einen Zopf mit meinem roten Haargummi. Dann schloss ich die T├╝r hinter mir und Marie zu.
In unserer Freizeit spielten Marie und ich zusammen im Verein Volleyball und so war es ein leichtes gegen Mira, Tamy und Chiara zu gewinnen. Ein paar Jungs aus unserer Klasse kamen noch dazu und so spielten irgendwann die M├Ądchen gegen die Jungen. Auch wenn wir ganz knapp verloren, war der Nachmittag mit unserer Klasse wirklich sch├Ân.
Auch die Seminare, in denen unser Lehrer und ein Mitarbeiter der Jugendherberge uns ├╝ber aktuelle politische Themen informierten waren interessanter als gedacht und so konnte ich wenigstens f├╝r ein paar Stunden meine Aufregung und Nervosit├Ąt vor dem Spaziergang mit Jack vergessen.
Die Nacht hingegen verlief alles andere als friedlich.
Ich konnte kaum schlafen. Obwohl Marie mich ungemein beruhigt hatte, malte ich mir immer wieder irgendwelche Horrorszenarien aus in denen Jack mich blo├čstellte, mich in einen Teich schuppste, mich mit einer ekelhaften stinkenden Fl├╝ssigkeit ├╝bergoss oder mir eine Abfuhr erteilte. Irgendwie wollte ich nicht glauben, dass Jack es Ernst meinte.
Doch am n├Ąchsten Tag kam alles anders, als ich es erwartet hatte.
P├╝nktlich um sieben Uhr stand Jack vor meiner T├╝r. Er hatte ein schwarzes enganliegendes Shirt an durch welches man seine Bauchmuskeln erahnen konnte.
„Hey Anna“, sagte er und wirkte dabei sogar etwas sch├╝chtern.
Ich l├Ąchelte verkrampft. In meinem Inneren schrien gerade tausend Stimmen panisch um Hilfe.
Wir gingen an der gelben Rezeption vorbei und gelangten auf den Innenhof der Burg. Ich war total nerv├Âs und hatte bis dahin noch kein Wort gesagt. Das Schlimmste war, dass au├čer dem Vogelgezwitscher rein gar nichts zu h├Âren war. Einfach nur eine peinliche und bedr├╝ckende Stille.
Irgendwann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte:
„Jack, sag mal, wieso bist du eigentlich immer so gemein zu mir, wenn Tim und Ben dabei sind?“
Diese Frage war direkt und gewagt. Vielleicht zu direkt?
Er hob seinen gesenkten Blick und starrte mich an. In seinen Augen spiegelte sich Scham wieder.
„ Wei├čt du Anna, das ist nicht so leicht…“, fl├╝sterte er, „Tim und Ben sind meine besten Freunde.“
Super, was sollte ich mit dieser Aussage anfangen? Nur weil Tim und Ben mich nicht mochten, hie├č das, dass er mich so gemein behandeln musste?
Da ich aber merkte, dass ihm das ganze ziemlich unangenehm war, lie├č ich von dem Thema zun├Ąchst einmal ab und fragte ihn nach seinen Lieblingsbands. Schlie├člich wollte ich die Situation nicht noch unangenehmer gestalten, als sie es ohnehin schon war.
Wir liefen einmal um die Burg herum, betrachteten uns den Burggraben und den alten Brunnen, redeten ├╝ber unsere Lieblingsmusik und dann liefen wir wieder hoch zum Innenhof. Jack fragte mich, ob wir von jetzt an jeden Morgen ein bisschen spazieren gehen wollten. Ich stimmte freudig zu, obwohl ich mir das Ganze irgendwie anders ausgemalt hatte. Nicht so angespannt.
Die n├Ąchsten Tage holte mich Jack jeden Morgen ab und wir liefen mal in die Stadt, mal in den Wald und mal um die Burg. Mit jedem Tag verflog die Anspannung ein bisschen mehr und irgendwann war sie fast gar nicht mehr da. Als wir am vorletzten Tag der Klassenfahrt zur Burg hinauf wollten, kamen uns beim Hinaufgehen der Treppe zum Innenhof Ben und Tim entgegen. Schon von weitem h├Ârte ich sie angewidert rufen:
” Ihhh, Jack sag mal hast du eine Geschmacksverirrung oder was? Was machst du denn mit der da?”.
In meinem Kopf spielte sich schon das gewohnte Szenario ab. Jack w├╝rde so tun, als ob er versehentlich mit mir die Treppe hoch gelaufen war und w├╝rde irgendeine abf├Ąllige Bemerkung ├╝ber mich machen um vor seinen Freunden Eindruck zu schinden. Da ich mir die folgende Schikanierung ersparen wollte und Tim und Ben nun nur noch einige Treppenstufen von uns entfernt waren, drehte ich um und lief einige Stufen wieder herab.
Pl├Âtzlich packte es mich am Arm und dann ging alles ganz schnell. Um nachzusehen wer mich festhielt, drehte ich mich um und bemerkte erstaunt, dass es Jack war der nach meinem Arm gegriffen hatte . Seine gr├╝nen Augen waren unmittelbar vor meinen und sie waren noch sch├Âner anzusehen als aus der Ferne. Die Tiefe und Ehrlichkeit, die aus ihnen sprach, haute mich f├Ârmlich um.
Doch mit dem was danach passierte, hatte ich nicht gerechnet. Jack k├╝sste mich. Es war kein kurzatmiger Kuss auf die Wange, sondern ein langer z├Ąrtlicher Kuss auf den Mund. Seine Lippen waren so sanft und es f├╝hlte sich an als w├╝rden sie aus Federn bestehen.
Ich war so ├╝berrumpelt, dass ich mir gar nicht anders zu helfen wusste, als den Kuss innig zu erwidern. Es verging bestimmt eine Minute bis Tim ihn von mir riss.
“ Sag mal was ist denn in dich gefahren!! Bist du v├Âllig verr├╝ckt geworden oder warum knutschst du diese… Lisa Plenske!?”, fuhr er ihn an.
Ich stand immer noch v├Âllig perplex daneben und konnte mich nicht mal zu der┬á charmanten “ Lisa Plenske- Nummer” ├Ąu├čern.
Mein Blick wartete auf die Reaktion von Jack und es dauerte auch nicht lange bis diese folgte.
“ Wei├čt du was Tim? Du hast keine Ahnung vom Leben. Und du auch nicht Ben. Ihr wollt immer angesagt sein und merkt noch nicht mal wie bl├Âd ihr eigentlich seid. Anna ist das h├╝bscheste M├Ądchen, das ich kenne und ich habe keine Lust mehr sie fertig zu machen ,nur damit ihr mich akzeptiert. Wenn ihr wirkliche Freunde w├Ąrt, dann w├╝rdet ihr mich nicht so unter Druck setzen und euch vielleicht mal Gedanken um Andere machen.Wisst ihr was, ihr k├Ânnt mich mal - alle beide! “ .
Diese Aussage hatte gesessen. Tim und Ben standen mit offenen M├╝ndern vor Jack und man konnte ihnen ansehen, dass sie v├Âllig geschockt und w├╝tend ├╝ber das Gesagte waren.
Ohne sie eines weiteren Blickes zu w├╝rdigen, ergriff Jack meine Hand und zog mich weiter die Stufen hinauf. Ich drehte mich noch einmal zu Tim und Ben herum und sah, dass ihre Gesichter vor Zorn err├Âtet waren.
Dann h├Ârte ich ein „ Komm Anna, lass die Idioten da stehen. Wir gehen!“ in meinem Ohr und ohne ein Z├Âgern lie├č ich mich von meinem Traumjungen von den Beiden wegf├╝hren. Er hatte mich gek├╝sst. Allein der Gedanke daran klang in meinen Ohren wie Musik. Endlich, endlich hatte er seinen Schatten ├╝bersprungen und sein wahres ich preisgegeben.
Es war dieser Tag, an dem ich meinen wundervollen Ehemann lieben lernte.
Aber leider auch dieser Tag, an dem meine eigene „Holly-Gerry“ Geschichte begann.

In diesem Buch findet ihr das erste Kapitel meines Buches :) Die Forsetzungen stelle ich die Tage rein :) 
Die Textstelle, die ich zitiert habe, ist aus Cecilia Aherns Roman PS.Ich liebe dich.
Wenn diese mich bitten sollte, diese rauszunehmen, werde ich dies umgehend tun ;)

Ansonsten viel Spa├č beim Lesen!┬á ┬á┬á

http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_69200-0.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_69200-1.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668904.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668905.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668917.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668918.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668919.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668920.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668921.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668922.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668923.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668924.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668925.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668926.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668927.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668928.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668929.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668930.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668931.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668932.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668933.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668934.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668935.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668936.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668937.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668938.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668939.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668940.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668941.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668942.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668943.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668944.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668945.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668946.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668947.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668948.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668949.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_668950.png
0

Hörbuch

Über den Autor

Elsewhere

Leser-Statistik
284

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Elsewhere Re: - Hi Admiranda :)

Also erstmal: Dein Name ist toll - habe ich noch nie vorher geh├Ârt ;)
Es freut mich, dass dir mein Buch bzw. mein Schreibstil gef├Ąllt und ich hoffe, dass du noch das ein oder andere Mal bei mir vorbeischaust, w├╝rde mich zumindest sehr freuen!!
Liebe Gr├╝├če Mona

Zitat: (Original von MysticRose am 02.04.2012 - 15:02 Uhr) Jemand, der ansehnlich und spannend schreibt und dabei auch noch die Rechtschreibung hier beherrscht. Eine echte Ausnahme, danke daf├╝r!!!
Ich bleibe dran...

Liebe Gr├╝├če
Admiranda

Vor langer Zeit - Antworten
MysticRose Jemand, der ansehnlich und spannend schreibt und dabei auch noch die Rechtschreibung hier beherrscht. Eine echte Ausnahme, danke daf├╝r!!!
Ich bleibe dran...

Liebe Gr├╝├če
Admiranda
Vor langer Zeit - Antworten
Elsewhere Re: - Hi :)
Vielen Dank f├╝rs Lesen !!
Freut mich, dass dir mein Schreibstil gef├Ąllt und du es, obwohl das Thema nicht deins ist, bis zum Schluss gelesen hast! Das ist ein sehr gro├čes Kompliment f├╝r mich- Danke!
Hoffe dir gef├Ąllt mein zweiter Teil auch ;)

LG Mona



Zitat: (Original von JanosNibor am 01.04.2012 - 10:53 Uhr) nice, sch├Âner, fl├╝ssiger Schreibstil, auch wenns eigentlich so garnicht mein Thema ist, was ich normalerweise lese. Das ich es trotzdem bis zum Schluss durch gelesen hab, ist dahingehend schon ein gro├čes Kompliment :) Mal schauen was Teil 2 bringt.

PS: MacGyver w├Ąr tierisch stolz auf dich gewesen, wenn er die Tablett-Reperatur gesehen h├Ątte :) Is meine Lieblingsstelle

Vor langer Zeit - Antworten
JanosNibor nice, sch├Âner, fl├╝ssiger Schreibstil, auch wenns eigentlich so garnicht mein Thema ist, was ich normalerweise lese. Das ich es trotzdem bis zum Schluss durch gelesen hab, ist dahingehend schon ein gro├čes Kompliment :) Mal schauen was Teil 2 bringt.

PS: MacGyver w├Ąr tierisch stolz auf dich gewesen, wenn er die Tablett-Reperatur gesehen h├Ątte :) Is meine Lieblingsstelle
Vor langer Zeit - Antworten
FindYourselF Re: Re: Gef├Ąllt mir was ich lese -
Zitat: (Original von Elsewhere am 31.03.2012 - 10:32 Uhr) Das freut mich, dass es dir gef├Ąllt :)
Ja das mit den Namen stimmt- Ich hatte erst eine deutsche Version geschrieben und dann hab ich manche Namen nicht ins Englische ├╝bernommen ;) Aber das werde ich aufjedenfall in der Endfassung noch ├Ąndern- danke f├╝r den Tipp!

LG Mona

Zitat: (Original von xXFlameXx am 29.03.2012 - 20:44 Uhr) Du schreibst fl├╝ssig und es liest sich echt gut.

Nur, wenn ich das sagen darf.. !? Die Namen sind nicht sehr Englisch, aber gut, dass ist wohl eher mein Gro├čbritannientick, der das so sieht.

Oh man so viel Peinlichkeiten, gibt es auch nur im Buch oder? Nat├╝rlich landet das fettige Essen auf dem wei├čen Hemd. :D Gott, hab ich gelacht :) werde auf alle F├Ąlle weiterlesen. ;-)


Kein Problem :-) hoffe es geht auch bald weiter?

Vor langer Zeit - Antworten
Elsewhere Re: Gef├Ąllt mir was ich lese - Das freut mich, dass es dir gef├Ąllt :)
Ja das mit den Namen stimmt- Ich hatte erst eine deutsche Version geschrieben und dann hab ich manche Namen nicht ins Englische ├╝bernommen ;) Aber das werde ich aufjedenfall in der Endfassung noch ├Ąndern- danke f├╝r den Tipp!

LG Mona

Zitat: (Original von xXFlameXx am 29.03.2012 - 20:44 Uhr) Du schreibst fl├╝ssig und es liest sich echt gut.

Nur, wenn ich das sagen darf.. !? Die Namen sind nicht sehr Englisch, aber gut, dass ist wohl eher mein Gro├čbritannientick, der das so sieht.

Oh man so viel Peinlichkeiten, gibt es auch nur im Buch oder? Nat├╝rlich landet das fettige Essen auf dem wei├čen Hemd. :D Gott, hab ich gelacht :) werde auf alle F├Ąlle weiterlesen. ;-)

Vor langer Zeit - Antworten
FindYourselF Gef├Ąllt mir was ich lese - Du schreibst fl├╝ssig und es liest sich echt gut.

Nur, wenn ich das sagen darf.. !? Die Namen sind nicht sehr Englisch, aber gut, dass ist wohl eher mein Gro├čbritannientick, der das so sieht.

Oh man so viel Peinlichkeiten, gibt es auch nur im Buch oder? Nat├╝rlich landet das fettige Essen auf dem wei├čen Hemd. :D Gott, hab ich gelacht :) werde auf alle F├Ąlle weiterlesen. ;-)
Vor langer Zeit - Antworten
Elsewhere Re: Sch├Ân was von dir zu Lesen - Hey Patrick :)
Sch├Ân auch mal wieder etwas von dir zu h├Âren!
Als was arbeitest du denn?
Das freut mich nat├╝rlich, dass dir die ersten Seiten gut gefallen- es gibt nichts sch├Âneres als Menschen zu finden, denen gef├Ąllt, was man schreibt!
LG
Mona

Zitat: (Original von paddyboy1993 am 28.03.2012 - 09:15 Uhr) Hallo,

Mich freut es das ich wieder von dir Lesen kann=)

Leider kann ich das buch noch nicht komplett durch lesen wegen Arbeit und so, doch die ersten Seiten gefallen mir jedoch sehr gut mir gef├Ąllt dein Schreibstil und Verleihst deinen geschichten das N├Âtige etwas um es Spannend und ├äu├čerst Interessant zu machen.

Wenn ich mehr Zeit habe werde ich St├╝ck f├╝r St├╝ck weiter lesen und hoffe noch mehr von dir Lesen zu k├Ânnen.

Liebe Gr├╝├če
Patrick.S =)

Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
10
0
Senden

69200
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung