Kurzgeschichte
Ein Tag am Meer - geführte Meditation

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"Ein Tag am Meer - geführte Meditation"
Veröffentlicht am 15. Januar 2012, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Ein Tag am Meer - geführte Meditation

Ein Tag am Meer - geführte Meditation

Beschreibung

einfach fallen lassen und mich begleiten..........

 

Meeresküste

Wir setzen uns entspannt in einen bequemen Stuhl oder Sessel. Wer will kann sich auch auf die Couch oder das Bett legen.
Wir atmen ruhig, tief und gleichmäßig. Wir lauschen der leisen Musik und der Stimme, die uns immer tiefer in die Entspannung gleiten läßt.

Nach einer Weile spüren wir einen sanften Lufthauch und ein rhythmisches Rauschen klingt an unser Ohr.
Die Bewegung der Luft wird stärker, wird zu einer Briese, die fast liebevoll mit dem Stoff unserer Kleidung spielt.
Die Luft, die wir atmen, hat einen leichten Geruch nach Algen und Tang. Auch etwas würziges, nein salziges liegt darin. Sanft, ja fast liebevoll ist das Spiel des Windes mit unserem Haar und als eine Boe es leicht anhebt,

 

spüren wir ein zärtliches Streicheln auf der Haut an unserem Hals.  Wie die zärtliche Hand eines uns liebenden Menschen streicht er hinauf über unsere Schultern, den Nacken und den Rücken hinab.

Wir öffnen die Augen, sehen den blauen Himmel mit herrlich großen weißen Wolkenschiffen darin und schauen ihnen zu, wie sie majestätisch in das Landesinnere segeln. Eines nach dem Anderen, eine ganze Armada segelt da über den blauen Ozean des Himmels. Eine ganze Weile schauen wir den Wolkenschiffen hinterher und genießen den Augenblick des Friedens und der Ruhe.

Nun richten wir den Blick auf den Boden, wir stehen in einer herrlichen Dünenlandschaft. Wo wir auch hinschauen, eine hügelige Landschaft von Sand, Dünengras und Strandhafer.

 

Dicht an uns vorbei, zum Greifen nahe segelt eine Möwe durch die windige Luft, ständig auf der Suche nach etwas essbarem. Ihr Schrei hat etwas, was tief in unserem Inneren eine Sehnsucht weckt.

Ihr Ruf ist wie eine Magie, die in uns den uralten Traum vom Fliegen erwachen läßt und wir schauen ihr nach und beobachten wie eine leichte Drehung des Schwanzes und das sanfte Heben eines Flügels ihren Flug in eine anmutige Kurve hinein gleiten lässt und sie in die Gegenwindposition bringt. Nun steht ihr fliegender Körper wie auf einem Foto bewegungslos in der Luft, es ist als würde die Zeit stillstehen und alles was uns noch vor wenigen Minuten an Gedanken durch den Kopf ging ist völlig nebensächlich geworden.


 

Wir gehen nun ein Stück in Blickrichtung der Möwe durch die Dünenlandschaft und nach ein paar hundert Metern werden die Dünen flacher. Wir stehen vor dem Strand und hinter ihm sehen wir die Brandung des Meeres, sehen wie die Wellen vom Wind geschoben den Sand hinauf laufen, um sich kurz darauf wieder zurückzuziehen. In einem immerwährenden Rhythmus von Kommen und Gehen.
Das war schon vor Jahrtausenden so, es ist heute so und es wird zukünftig in Tausenden von Jahren so sein.

So wie der Wind über das Meer weht, so wehen wir durch die Strömungen der Zeit. Hin und wieder wirft uns eine Welle des Schicksals an fremde Gestade und wir haben einen Augenblick lang Zeit, um Luft zu holen.
Einen Augenblick, um ein Gefühl für die Ewigkeit zu entwickeln,

 

so wie hier am Strand des Ozeans mit dem Blick in die Unendlichkeit des Horizonts gerichtet.
Noch immer segelt die Möwe auf dem Wehen des Windes neben uns her und es ist, als wollte sie uns dieses Bild zeigen.

Wir stehen hier auf der letzten Düne vor dem Strand und der Wind ist stärker geworden. Seine Kraft bringt unsere Kleidung zum Flattern und wir spüren wie der Schlag des Stoffes schneller und schneller wird. Die Wolkenschiffe fliegen über uns hinweg, als ginge es darum, eine Regatta zu gewinnen.

Wir spüren die Kraft des Windes, spüren wie er in jede einzelne Faser unseres Körpers dringt. Wenn wir einatmen, füllt uns der Wind mit Kraft die Lungen. Wir müssen nur den Mund öffnen und es ist als bräuchten wir gar nicht selbst zu atmen. Mit dem Ausatmen spüren wir, welche Kraft wir aufbringen müssen,

 

um gegen den Druck des Windes zu atmen. Mit jeder Zelle unserer Haut nehmen wir die Energie des Windes in uns auf und speichern diese in unserem tiefsten Inneren. Einen Moment lang heben wir die Arme seitlich hoch, so als wollten wir fliegen, fliegen wie die Möwe neben uns. Wir spüren wie der Wind an unserem Körper, an unseren Armen zieht und für einen Moment ist es, als höbe uns der Wind an und mit geschlossenen Augen fangen wir an zu fliegen.

Der Wind läßt nach und wir gehen, nachdem wir wieder gelandet sind, langsam bis an das Wasser. Der Wind hat eine richtige Brandung erzeugt, die mit großen schaumbesetzten Wellenkämmen an das Ufer schlägt. Das Wasser umspielt unsere nackten Beine, es wirkt angenehm frisch, aber nicht kalt. Es läd uns förmlich dazu ein, in die Wellen zu steigen.
Wir legen unsere Kleidung ab

 

und laufen mit einem fröhlichen Lachen in die Wellenberge hinein. Wasser spritz hoch und tausende kleine Tropfen benässen unsere Haut.


Mit einem Hechtsprung jagen wir in die nächste Welle hinein und tauchen unter ihr hindurch. Das machen wir mehrmals hintereinander. Hier spüren wir wirklich die Schwerelosigkeit und wir jagen wie ein Fisch durchs Wasser. Mit kraftvollen Stößen schwimmen wir Meter um Meter vorwärts, um dann zu wenden und uns mit den Wellen zurück zum Strand tragen zu lassen. Auf diesem Weg nehmen wir die Energie des Wassers in uns auf und speichern diese tief in unserem Innersten.

Wir steigen aus dem Wasser und genießen die letzten wärmenden Strahlen der untergehenden Sonne.

 

Wir heben die Kleidung vom noch warmen Sand auf und kleiden uns wieder an. Mit dem Heraufsteigen der Dämmerung verlassen wir diesen wundervollen Ort und spüren in uns die Kraft der Naturgewalten.

Wir gehen durch die Dünen zurück
 in unser Hier und Jetzt,-
kommen an in der Realität.

Sind wir  angekommen, öffnen wir nun die Augen und machen einige Dehn- und Streckübungen um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Nach einer Weile werden wir merken, was für ein herrlich kraftvoller Tag es ist.

 

(C)Dirk Steinert

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kullerchen Ich wusste, - wie es enden würde, denn auf der Reha, gab es einen Lehrer, der uns führte an einen Ort unserer Wahl und ich wählte das Meer. Meine Füsse wurden nicht nass und ich warf mich auch nicht übermütig in die Wellen.

Statt dessen klangen nu wie der Windhauch leise Töne des Klaviers an mein Ohr. Den Salzgeschmack hatte ich noch auf dern Lippen, als ich mich von der Erde erhob, erstaunt hier zu sein und nicht am Meer.

Zu Anfang war ich diesem Lehrer böse, weil er mir vorgaukelte, was nicht war. Doch dann verstand ich, dass es nicht er war, der mich führte, sondern mein Wunsch und meine Fantasie.

Nie wieder schaffte ich, diesen Weg zu gehen und fuhr aus lauter Frust deswegen, ans MEER ;0)

Danke dir, für diese Erinnerung, die uns verbindet! Simone
Vor langer Zeit - Antworten
roxanneworks Sehr schöne Bilder.... -
entstehen bei Deinen Worten...;-))

liebe Sonntagsgrüße
roxanne
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Entspannung pur - Lieber Dirk, ich habe dich sehr gern begleitet,
es war ein herrlicher, unbeschwerter Tag am Meer.
Danke!

Lieben Sonntagsgruß
fleur
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