Gedichte
Parallel

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"Parallel"
Veröffentlicht am 06. Januar 2012, 4 Seiten
Kategorie Gedichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Tataaa ... meine erste Lesung liegt hinter mir und meine Aufregung hat sich gelohnt :o) Meine Stimme hat gehalten - trotz Erkältung - und, wie mir in einem Presseartikel attestiert wurde, sprang der Funke auf das Publikum über. Jedenfalls habe ich niemanden gähnen stehen, alle waren ganz aufmerksam. Jetzt habe ich auch die Genehmigung der Dame von der Presse, ihren Artikel an dieser Stelle zu zitieren. Ihr findet ihn nebst anderen Fotos von ...
Parallel

Parallel

Sinnend blickt sie auf die Gleise,

ein Symbol, wie es ihr scheint,

für die eigne Lebensweise;

Parallelen, fest vereint:

Schwellen koppeln Schienenstränge

aneinander, voll und ganz,

doch zugleich, auf voller Länge,

halten sie sie auf Distanz.

 

So verknüpft auch sie zwei Welten,

die einander nie tangier'n.

Manchmal hat sie, wenn auch selten,

das Gefühl, sich zu verlier'n,

nämlich wenn sie zwischen beiden

Welten steht und ihr Verstand

leise rät, sich zu entscheiden

für die Welt, die ihr bekannt,

und in der sie bodenständig

fest verwurzelt liebt und lebt.

 

Doch die andre Welt, lebendig,

neu und fantasiegewebt

aus Versprechen und Begehren,

Sehnsucht, Lachen, Träumerei'n

möcht' sie auch nicht mehr entbehren,

mag's auch egoistisch sein.

Und so muss sie balancieren

auf den Schienen wie ein Kind,

muss mal links, mal rechts agieren,

weil ihr beide wichtig sind.

 

Sinnend blickt sie auf die Gleise,

jenen Punkt so fern und klein,

wo sie paradoxerweise

sich vereinen. Aber nein:

Parallelen wie die Stränge

treffen niemals, wie sie weiß,

aufeinander, denn dann spränge

ja der Zug aus seinem Gleis.

 

Und so hält auch sie die Welten,

die ihr lieb sind, strikt getrennt,

denn die gleichen Regeln gelten

auch für sie. Und sie erkennt:

Würden sich die zwei berühren,

der Gedanke – Utopie,

sie würd's Gleichgewicht verlieren.

Und sie seufzt. Dann lächelt sie …

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Hörbuch

Über den Autor

Gunda

Tataaa ... meine erste Lesung liegt hinter mir und meine Aufregung hat sich gelohnt :o)
Meine Stimme hat gehalten - trotz Erkältung - und, wie mir in einem Presseartikel attestiert wurde, sprang der Funke auf das Publikum über. Jedenfalls habe ich niemanden gähnen stehen, alle waren ganz aufmerksam. Jetzt habe ich auch die Genehmigung der Dame von der Presse, ihren Artikel an dieser Stelle zu zitieren. Ihr findet ihn nebst anderen Fotos von der Lesung in meiner Fotogalerie.


Meine Bücher sind übrigens auch zu beziehen über Amazon oder direkt beim Verlag neun9zig.de

Liebe mbH ISBN 978-3-944907-00-0
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Mein neuestes Projekt ist übrigens meine erste eigene Homepage. Noch im Aufbau befindlich, dennoch bereits empfangsbereit für Besucher. Schaut doch mal rein: http://quertextein.jimdo.com/

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Willie Aus sicherungstechnischen Gründen mussten wir periodisch Eisenbahngleise zu Fuß abgehen. Da drängten sich auch Gedanken auf- ob das eigene Leben nicht etwa zweigleisig verläuft. Später als Autor waren es Fantasie und Realität, manchmal vermengten sie sich … Ja- und sieht man Gleise in der Realität, scheinen beide Schienenstränge am Horizont zusammen-zulaufen. Es ist aber, wie so vieles in unserer Welt, in unserem Leben; reine Augentäuschung.
b.G.
Sweder (Willie)
Vor langer Zeit - Antworten
Annabel Die Schienen um über das Leben nachzudenken, toll. Eine gute Idee. Sehr gern gelesen. Lieben Gruß an dich
Vor langer Zeit - Antworten
sorrynocoffee 
Hallo Gunda,

gefühlte zwei Stunden später! :-)

Sorry, ich wollte deinen Text nicht zerreden. Ich finde aber, dass er es verdient hat, sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht auch deshalb, weil ich in meiner Vergangenheit mit dieser Thematik konfrontiert wurde.

Du beschreibst eine Person, die real existiert und die ein Doppelleben führt. Das ist mir nun klar. Aber ich bezweifle, dass du jemals selbst ein Doppelleben geführt hast. Du stellst die These auf (S.2), dass man ein Doppelleben führen kann, ohne sich dabei zu verlieren.

Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass man sich spätestens in dem Moment verliert, an dem man die Entscheidung trifft, ein solches Leben zu beginnen – und nicht erst dann, wenn man mit dem Gedanken spielt, es zu beenden. Und jeder, der das negieren würde, wäre mir zutiefst suspekt. Und so scheitere ich vermutlich nach wie vor an dieser These, was zu einer falschen Lesart führte.

Ansonsten finde ich deinen Text prima. Ich dachte mir übrigens schon, dass du auf eine strenge Alternierung Wert legst. Das war auch keine Kritik. Ich halte es aber für legitim, wenn man das Format gelegentlich verändert, um den Ausdruck zu verstärken.

Grüßle ins Wochenende
Jens
Vor langer Zeit - Antworten
Tintenklecks ein zauberhaftes tiefes nd feines Gleichnis..
Danke dafür
lg der Tintenklecks
Vor langer Zeit - Antworten
Herbsttag Liebe Gunda, nach "Aeonen" bin ich wieder einmal hier. Für mich hast Du die beiden "Paralellwelten" schönstens beschrieben. So lange wir nicht aus der Einen oder der Anderen vertrieben werden geht es uns gut. Ira
Vor langer Zeit - Antworten
Herbsttag Auch für Dich nur das Beste für 2015, bzw. nicht mehr wie Du tragen kannst. ;-) Ira
Vor langer Zeit - Antworten
Gunda Danke,Ira, freue mich von dir zu lesen.
Ja, wenn es möglich ist, sich beide Welten zu erhalten ... Manchmal muss man sich aber entscheiden.

Lieben Gruß und alles Gute für 2015 für dich.
Gunda
Vor langer Zeit - Antworten
WolfgangGoers Einfach ein KLASSE Gedicht! LG, Wolfg.
Vor langer Zeit - Antworten
Gunda Danke dir, Wolfgang, auch fürs Abo.
Da hast du dir "als Einstieg" in meine Texte ja nicht gerade die leichteste Kost ausgesucht :o)
Lieben Gruß
Gunda
Vor langer Zeit - Antworten
WolfgangGoers Ich bin nicht so fürs zerreden ... ;-) Ist die Geschichte gut und liest sie sich stimmig, macht es Spaß zu lesen ;-) und das hat es getan... LG
Vor langer Zeit - Antworten
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