Romane & Erzählungen
Willi rechnet nach

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"Willi rechnet nach"
Veröffentlicht am 30. Dezember 2011, 8 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Über den Autor:

Ich ein Engel, nein, kann nicht sein, bin ich menschlich, so nicht frei ohne Fehler! Das Menschliche macht mich doch erst interessant, dass ich bin und lebe, so nicht fehlerfrei! Alle Falsche in mir ist wahrhaftig, menschlich, ich lebe und ich bin kein Engel, nicht in diesem Leben!...
Willi rechnet nach

Willi rechnet nach

Beschreibung

Willi, unser Freund k├Ąmpfte kurz vor Weihnachten in diesem Jahr um sein Leben. Wir hatten Angst um ihn, Angst darum, eine Entscheidung treffen zu m├╝ssen. Willi ist ein K├Ąmpfer, hat den Kampf gewonnen, vorerst und lebt mit einigen Kompromissen, doch auch ohne Schmerzen weiter. Schlau, wie er ist, l├Ą├čt er sich gern verw├Âhnen, fordert es ein. Wir erf├╝llen ihm seine W├╝nsche, dankbar, dass er bei uns ist und sein Lieblingsfest auch 2011 mit uns feiern konnte.

 

Willi rechnet nach

 

┬áZw├Âlf, bin ich und im neuen Jahr, also 12, werd ich dreizehn. Hundejahre sind es, die ich z├Ąhlte, meine und ich merke jedes einzelne von ihnen in meinen Knochen.

Das Jahr 11 ist fast zu Ende und ich freue mich jedes Jahr, wie ein Welpe auf das Baumfest.

Dieser Baum, der in unser Reich einzieht, ist speziell, nicht zum Struseln gedacht, nicht mal zum markieren.

Es juckt mich. Moment. Ja, wo waren wir? Ah ja, beim Baum, scheinbar ohne jede vern├╝nftige Funktion. Doch wurde ich eines Besseren belehrt, ist er wichtig, f├╝r meine Herrschaften, deren Welpen und dem kleinen, wilden Blonden, der mir seit f├╝nf Jahren immer ein wenig mehr ans Herz w├Ąchst, behandelt er mich doch jetzt mit Respekt. Er lernte teilen, von `nicht ganz freiwillig┬┤, bis `absolut gern┬┤. Ein Guter ist er und wir haben einen gemeinsamen Freund.

Einmal im Jahr besucht der uns, bewundert den Baum, mit interessantem, glitzerndem Spielkram, doch ohne die silbrig gl├Ąnzenden F├Ąden, die einst seine Zweige zierten,

Ich schweife ab, nicht grundlos, juckt es wieder. Mit dem hinteren Lauf zu kratzen f├Ąllt mir schwer, seit einiger Zeit. Doch weiter im Text und dem Mann, dem Freund, der uns besucht. Er scheint nicht viel zu besitzen, kein Wunder, schenkt er doch alles her. Mann kommt immer im gleichen Pelz, wie ich, doch die Menschen k├Ânnen ihn allesamt wechseln. Er hat nur den einen, riecht auch so, f├╝rchterlich f├╝r eine Hundenase.

Einem Freund sieht man so etwas nach. Sein Gesicht verbirgt er mit Falschfell. Vielleicht entspricht er so gar nicht dem menschlichen Sch├Ânheitsideal, hat Angst vor Schelte. Freund ist auch nicht eben gut geformt und sein rotes Ersatzfell spannt ├╝ber dem Bauch. Das scheint Keinen zu st├Âren, alle freuen sich auf den Freund, den Roten, au├čer unserem Kleinen, dem ist nicht wohl, beim Anblick des Alten. H├Ąlt aber nicht an, wenn der Rote auspackt, taut der Kleine auf.

Mir ist warm, deshalb juckt es mich heute so und nun nehm ich die andere Pfote zum Kratzen. Ist auch nicht einfacher. Oh, oh, ohhhhhh, ja viel besser, juckt nicht mehr!

Der Alte packt, seit ich ein winziger Welpe war, immer erst f├╝r mich aus. Nun es k├Ânnt daran liegen, dass ich schweifwedelnd um ihn herumlaufe. Mal nach links, dann mach ich unverhofft kehrt und lauf rechts herum und schn├╝ffle und niese, damit er mich sieht. Das tut er immer und dann endlich darf ich auspacken, zerrei├čen.

Ich wurde im Laufe der vielen Male, die er uns besuchte ein Meister im Aufsp├╝ren der Gaben und im Auspacken. Es dauert Sekunden, genau wie der Verzehr der Naschereien. Freund ist toll, kennt er meinen Geschmack genau und hat, wie jedes Jahr, ein zweites Geschenk, riesig gro├č. Eine neue Kuscheldecke, dunkel, knuddelig und nicht rosa, wie die Alte. Beim Arzt, f├╝r Tiere, musste ich auf ihr liegen. Doch trug ich meine Scham nicht nach au├čen. Was kratzt den K├Ânig die Farbe des Throns?!

Freund war gegangen, nachdem alle eine Gabe erhalten hatten und der Kleine, einen Berg davon. Heimlich teilt er mit mir im anderen Zimmer sein Zuckerzeug, so lange, bis man uns erwischt. Doch ist das Baumfest ein Fest der Liebe und ├ärger h├Ąlt nicht vor.

Der Rote hatte sich verabschiedet, mit einem Schulterklopfen, wie es bei uns M├Ąnnern ├╝blich ist. Dann, nach Kartoffelsalat und W├╝rstchen, gehen alle, die nicht hier ihr K├Ârbchen haben und es wird ruhig. Morgen sehen wir uns wieder, das ganze Rudel!

Ich liege auf meiner neuen Decke, den Geschmack vom Zuckerzeug noch auf der Zunge und bin dankbar, daf├╝r, dass ich dies noch einmal erleben durfte, sah es nicht so aus.

Nicht mehr lange, dann kommen die Tage des l├Ąrmenden Lichts. Ich mag sie nicht, schlafe sogar bei Frauchen im Bett, die mich w├Ąrmt und beh├╝tet. Wieder bin ich ihr dankbar, schau ihr tief in die Augen, wissend, dass sie mich versteht, wie mein Herr, der stets streng war, als F├╝hrer des Rudels. Mein Herr ist nachsichtig geworden und wenn Frauchen mal nicht hinschaut, bekomm ich Streicheleinheiten und Leckerchen, au├čer der Reihe. Wir M├Ąnner verstehen uns halt im Alter, respektieren uns. Ich liebe meine Herrschaften, seit zw├Âlf Baumfesten.

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Hörbuch

Über den Autor

kullerchen
Ich ein Engel, nein, kann nicht sein, bin ich menschlich,
so nicht frei ohne Fehler!
Das Menschliche macht mich doch erst interessant,
dass ich bin und lebe,
so nicht fehlerfrei!
Alle Falsche in mir ist wahrhaftig, menschlich, ich lebe und ich bin
kein Engel, nicht in diesem Leben!...

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rumpi Re: Re: na -
Zitat: (Original von kullerchen am 05.08.2013 - 17:02 Uhr)
Zitat: (Original von rumpi am 05.08.2013 - 15:48 Uhr) da kann ich nur sagen: bravo!!!

glg,karsten


Grad stand es wieder nicht zum Besten mit meinem Willi. Aber er ist ein K├Ąmpfer!

Vor einem halben Jahr ist sein letztes Br├╝derchen gestorben. Willi ist nun als Erstgeborener, der Letzte vom Wurf. Vorgestern habe ich erfahren, dass nun auchseune Mama im Hundhimmel ist.

Ich hoffe, das Willi noch ein oder vielleicht sogar 2 Weihnachtsfeste erlebt. Das w├Ąr toll!

LD f├╝r deine Zeit und den Kommi, Simone!


na ich dr├╝cke ihm beide daumen!
Vor langer Zeit - Antworten
Misspelled Re: Re: Re: Re: Oh Gott ... -
Zitat: (Original von kullerchen am 05.08.2013 - 16:59 Uhr)
Zitat: (Original von Misspelled am 06.04.2013 - 18:17 Uhr) immer gern doch

liebe gr├╝├če misspelled

Ich hab jetzt erst deinen Kommi gesehen und sag lieb danke und hoffe, du verzeihst mir, das ├ťbersehen!

LG an dich Kullerchen!


klar doch und mach dir keinen Kopf, das passiert schon mal

Lg Miss Pelled
Vor langer Zeit - Antworten
kullerchen Re: na -
Zitat: (Original von rumpi am 05.08.2013 - 15:48 Uhr) da kann ich nur sagen: bravo!!!

glg,karsten


Grad stand es wieder nicht zum Besten mit meinem Willi. Aber er ist ein K├Ąmpfer!

Vor einem halben Jahr ist sein letztes Br├╝derchen gestorben. Willi ist nun als Erstgeborener, der Letzte vom Wurf. Vorgestern habe ich erfahren, dass nun auchseune Mama im Hundhimmel ist.

Ich hoffe, das Willi noch ein oder vielleicht sogar 2 Weihnachtsfeste erlebt. Das w├Ąr toll!

LD f├╝r deine Zeit und den Kommi, Simone!
Vor langer Zeit - Antworten
kullerchen Re: Re: Re: Oh Gott ... -
Zitat: (Original von Misspelled am 06.04.2013 - 18:17 Uhr) immer gern doch

liebe gr├╝├če misspelled

Ich hab jetzt erst deinen Kommi gesehen und sag lieb danke und hoffe, du verzeihst mir, das ├ťbersehen!

LG an dich Kullerchen!
Vor langer Zeit - Antworten
rumpi na - da kann ich nur sagen: bravo!!!

glg,karsten
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Misspelled Re: Re: Oh Gott ... - immer gern doch

liebe gr├╝├če misspelled
Vor langer Zeit - Antworten
kullerchen Re: Oh Gott ... -
Zitat: (Original von Misspelled am 05.04.2013 - 14:46 Uhr) ... da kommen einen ja die Tr├Ąnen. Hoffen wir dass er noch viele Baumfeste erleben darf. Zw├Âlf Baumfeste sind wahrlich viele. Ich w├╝nsche den Rudel sehr viel Gl├╝ck und eine langes Leben.

Eine v├Âllig andere Art ein bestimmtes Fest zu beschreiben und die Sicht ist einzigartig und hat mich v├Âllig in den Bann gezogen.

Sehr gut geschrieben und trotzdem geht mir die Geschichte sehr an die Nieren. Unser Rudel wurde schon von so vielen verlassen und 12 Baumfeste sind schon eine tolle Leistung.

Lg Miss Pelled

Ich schrieb die Geschichte im Sinne unseres Freundes, der tapfer neben uns aush├Ąlt und auch am letzten Baumfest, den Weihnachtsmann begr├╝├čte, um ja seine Geschenke als erster zu bekommen. Ja, ich bin so dankbar, dass unser Rudel noch vollst├Ąndig ist und danke dir von Herzen f├╝r deine Zeit und die lieben Worte, aus denen ich eine Menge Mitgef├╝hl herauslesen kann.

Der Willi wird zwar zunehmend ruhiger, aber f├╝r ein Leckerli tut er noch fast alles., meine kleine Leberwurst! Pst, dass darf er nicht h├Âren, denn er ist eitel! :0)

Also lieben Dank und wenn dir G├Ąnsehaut beim Lesen wichtig ist- warst du schon auf "Der letzte Augenblick"? Er ist f├╝r Kinder geschrieben, aber alle Erwachsenen f├╝hlen sich darin aufgehoben.

Na ja, ich werd bald schauen, wo ich dich finde, um dich ein wenig besser kennenzulernen.

Also auf Wiederlesen und lieben, lieben Dank! Kullerchen
Vor langer Zeit - Antworten
Misspelled Oh Gott ... - ... da kommen einen ja die Tr├Ąnen. Hoffen wir dass er noch viele Baumfeste erleben darf. Zw├Âlf Baumfeste sind wahrlich viele. Ich w├╝nsche den Rudel sehr viel Gl├╝ck und eine langes Leben.

Eine v├Âllig andere Art ein bestimmtes Fest zu beschreiben und die Sicht ist einzigartig und hat mich v├Âllig in den Bann gezogen.

Sehr gut geschrieben und trotzdem geht mir die Geschichte sehr an die Nieren. Unser Rudel wurde schon von so vielen verlassen und 12 Baumfeste sind schon eine tolle Leistung.

Lg Miss Pelled
Vor langer Zeit - Antworten
KarinB Re: Re: Oh ist das sch├Ân....... - Meine Katze hat immer gesp├╝rt wann ich auch innerlich geblutet habe

GLG Karin



Zitat: (Original von kullerchen am 29.01.2012 - 14:52 Uhr)
Zitat: (Original von KarinB am 28.01.2012 - 23:36 Uhr) Ach ja, da w├Ąr man am Liebsten selber ein Hund :)

LG Karin


Ich liebe den kleinen Fusselsack nicht nur, sondern bewundre seine Loyalit├Ąt, zu seinem Rudel, uns!

Ich bewundre, wie schnell er lernt sich auf neue Situationen ein zu stellen und sie auch zu seinen Gunsten zu nutzen.

Ich liebe ihn daf├╝r, dass er sp├╝rt, wenn es mir nicht gut geht und er sich zu mir legt, mir die Stelle w├Ąrmt, die am meisten schmerzt.

Ein wenig kompliziert wird es immer dabei, wenn es die Seele ist, die schmerzt :0).

Willi ist ein wahrer Freund, still und doch so viel sagend!

Danke, dass du ihn kennenlernen wolltest.

sein stolzes Frauchen Simone

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