Humor & Satire
Peterchens Reise

0
"Peterchens Reise"
Veröffentlicht am 18. Februar 2008, 6 Seiten
Kategorie Humor & Satire
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich studiere Wirtschaftsinformatik und in meiner Freizeit bin ich Schenkelklopfer. Leidvolle Erfahrungen musste ich bei Schreibart.de sammeln und deshalb sehe ich in diesem Forum eine Art literarischen Neuanfang für mich. Ich bitte euch konstruktive Kritiken zu schreiben, mit denen ich auch etwas anfangen kann. Ich bin für jeden Tipp dankbar!
Peterchens Reise

Peterchens Reise

Friedlich liegt er da in seinem Bett: Peter, ein pubertierender Jüngling aus einem beschaulichen Dorf im tiefsten Bayern. Dass er wieder einmal vom anderen Geschlecht träumt, sieht man nicht nur durch die große Wölbung, die sich in der Mitte der Bettdecke aufgetan hat. Wagen wir eine Reise in seine nächtlichen Fantasien.
Die Frau ist das wohl anmutigste Geschöpf, dass diese Welt zu bieten hat. Es ist seltsam, dass ihr Anblick einen Mann um seinen Verstand bringen kann wohingegen es umgekehrt nur äußerst selten vorkommt. Peter schaut die entblößte Frau an, wie sie sich im Wasserstrahl der Dusche räkelt. Plötzlich erschüttert ein Luftzug die Idylle. Der kleine Peter wird aufgewirbelt und treibt immer dichter auf seine Wassernixe zu. Ihr Körper wird immer größer bis Peter schließlich in ihrem Nasenloch verschwunden ist. An der klebrigen Substanz an seinen Füßen bemerkt er, dass seine Schönheit offensichtlich an einer Erkältung leidet. Verzweifelt tastet er die Nasenhöhlen ab, wodurch sich große Popel von den Wänden lösen. Doch da hört er Stimmen. Er folgt den Lauten der finsteren Nasenhöhle entlang, biegt am Rachen in Richtung Speiseröhre ab, bis er schließlich den Ursprung der Geräusche ausgemacht hat. Im Brustkorb findet wieder mal ein Treffen statt. Als die Körperteile den verschüchternden Peter bemerken, wird er von ihnen mit einem freundlichen „Grüß Hirn“ empfangen. Sie beten ihn, sich auf einen Knochen zu setzen und fahren mit ihrer Debatte fort. Augenblicklich trabt ein Körperteil mit Brille und einem Stock abtastend in den Raum: „Hallo, ich bin der Blinddarm. Wir haben uns heute versammelt, weil mir mein Augenlicht gestohlen wurde, habt ihr schon Hinweise darauf, wer es gewesen sein könnte?“. Mit hochrotem „Gesicht“ dreht sich die Leber um: „Wahrscheinlich war es das ORGANisierte Verbrechen.“. Die Anwesenden schmunzeln ein wenig worauf der Blinddarm beleidigt zu Boden geht. Die Milz ergreift das Wort: „Blinddarm, jetzt sei nicht eingeschnappt. Du bist nicht der einzige der mit seinen Organfunktionen zu kämpfen hat. Denk doch nur mal an den im wahrsten Sinne des Wortes geHANDicapten Zwölffingerdarm. So und jetzt weiter im Text. Ich denke wir sind uns alle einig, dass wir die Monarchie der Zähne nicht mehr länger haben wollen. Nur weil sie eine Krone haben, dürfen sie uns noch langen nicht herumkommandieren.“ Beifallsschreie von den Anwesenden. „Aber zurück zum Thema Verbrechen. Ihr wisst, was uns alle bedroht. Im Osten zieht eine Gefahr herauf, die unser aller Untergang bedeuten könnte. Wir haben Informationen erhalten, dass im Blasenbereich hochgefährliches Urin angereichert wird. Wir sehen uns gezwungen unsere Lieferungen an die Blase einzustellen.“ Zustimmung von allen Seiten. Die rockige Musikkapelle, die sich selbst „die Rolling Nierensteine“ nennen, spielen einen Tusch.
Die Debatte ist beendet und die übrig gebliebenen Organe machen sich auf ihren Nachhauseweg. Einzig und allein die Milz scheint den verfrorenen Peter bemerkt zu haben: „Na Kleiner, Lust auf eine Führung?“ Peter nickt verhalten und folgt dem Roten in einen schmalen Gang. Nach kurzem Marsch machen sie halt. „Das hier ist der Vorbau zu den weiblichen Brüsten.“. Doch Peter gibt sich mit der Auskunft nicht zufrieden: „Was machen denn die Brüste so den ganzen Tag?“. „Ach die hängen nur so rum.“, antwortet die Milz. Doch da kommt auch schon der nächste Fingerzeig. Ein kleiner Nebenkanal scheint sich durch den Brustkorb zu schlängeln. Auf den fragenden Blick Peters geht die Milz mit: „Das ist nur unser Blut, es ist echt total sportlich drauf, das macht den ganzen Tag einen Kreislauf nach dem anderen.“ ein. Die beiden gehen weiter. Peter hatte bereits von weit entfernt das tiefe Atemgeräusch bemerkt. „Das ist die Atmung, unsere Chefin war so freundlich und hat uns mit ihrer Raucherei eine Straße hergeteert. Die Bronchien haben schon versucht Mautgebühren einzunehmen, aber sie wussten nicht was sie verlangen sollten. Wir haben erst vor Kurzem ein organinternes Zahlungsmittel eingeführt: die sogenannte Knochen-Mark.“ Eine Niere geht auf Peter zu: „Hey, kennst du den schon? Weißt du wie die Nieren beim Mann heißen? Das sind die sogenannten OnanNIEREN!“. Beleidigt über den fehlenden Applaus zieht sie auch schon wieder von Dannen. Nach dem kurzen Abstecher geht es weiter. Zurück in den Brustkorb, die Speiseröhre entlang in den Magen. Geschickt setzt sich Peter auf die Milz um über die giftige Magensäure zu kommen. Die verärgerten Worte des schimpfenden Verdauungsorgans nehmen sie fast nicht wahr: „Was soll ich denn noch alles verdauen, immer dieses Fast-Food, da kann man ja nicht satt werden. Aber die wird sich wundern, wenn die Diarrhö grüßen lässt. Wahrscheinlich heißt es MC Drive, weil man danach immer einen fahren lassen muss!“ Schließlich sind die beiden im wahren Verdauungstrakt angekommen. Ein wohlklingendes Lied von Drafi Deutscher schallt aus den Katakomben des länglichen Organs: „Weine nicht wenn der Regen fällt, Darm Darm, Darm, Darm“ Nach kurzer Erklärung geht es auch schon wieder weiter. Voller Vorfreude stolziert Peter mit der Milz in den Lendenbereich. Ein älteres Gebärmütterchen geht am Eierstock an ihnen vorbei. Sie dreht sich zu um und fährt die beiden wüst an: „Was macht ihr hier, verschwindet, oder ich sag es unserem Chef, dem Ei-Leiter!“.
Die beiden gehen weiter, in Richtung des heiligen Grenzübergangs, dem sogenannten G-Punkt. Aber leider war auch diese Nacht wieder zu kurz um das Geheimnis des weiblichen GV-Genusses zu lüften. Peter wacht auf, zieht seine Sachen an, packt das Schulzeug zusammen und macht sich auf in seine Lernanstalt. Erste Stunde Sexualkunde, was will man mehr?

http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28599.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28600.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28601.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28602.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28603.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_28604.png
0

Hörbuch

Über den Autor

hellbell
Ich studiere Wirtschaftsinformatik und in meiner Freizeit bin ich Schenkelklopfer.
Leidvolle Erfahrungen musste ich bei Schreibart.de sammeln und deshalb sehe ich in diesem Forum eine Art literarischen Neuanfang für mich. Ich bitte euch konstruktive Kritiken zu schreiben, mit denen ich auch etwas anfangen kann. Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Leser-Statistik
318

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Rattenfaenger Peterchens Reise - war von Dir sehr gut vorbereitet und die touristischen Highlights bestens ausgewählt.
LG
Karl-Heinz
Vor langer Zeit - Antworten
FSBlaireau Das gefällt - mir gut, schön geschrieben! VG Falk
Vor langer Zeit - Antworten
franziw2000  Peterchens Reise - Herrlich! LG Franzi
Vor langer Zeit - Antworten
Rehmann Peterchens Reise - Ganz schön versaut für Dein Alter. Hat mir aber sehr, sehr gut gefallen !!!
LG
H. Rehmann
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
4
0
Senden

6125
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung